{"id":3078,"date":"2017-08-05T14:59:12","date_gmt":"2017-08-05T13:59:12","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3078"},"modified":"2019-08-10T19:33:52","modified_gmt":"2019-08-10T17:33:52","slug":"predigt-schwerter-zu-pflugscharen-jesaja-2-1-5-6-august-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3078","title":{"rendered":"Predigt: Schwerter zu Pflugscharen (Jesaja 2, 1-5) 6. August 2017"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-pullquote\" style=\"border-color:#0693e3\"><blockquote class=\"has-text-color has-vivid-red-color\"><p><a href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3894\">Hinweis: Eine aktuellere Predigt zu Jesaja 2,1-5 aus dem Jahr 2019 gibt es hier:<\/a>  <\/p><cite><a href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3894\">https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3894<\/a><\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n<blockquote><p><span style=\"color: #000080;\">&#8222;Schwerter<a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/?attachment_id=3079\" rel=\"attachment wp-att-3079\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3079\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3079\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Image-UN_Swords_into_Plowshares_Statue.jpg?fit=360%2C480&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"360,480\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"Schwerter zu Pflugscharen vor dem UNO-geb\u00e4ude\" data-image-description=\"&lt;p&gt;(Quelle: Wikicommons)&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Image-UN_Swords_into_Plowshares_Statue.jpg?fit=360%2C480&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-3079\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Image-UN_Swords_into_Plowshares_Statue-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Image-UN_Swords_into_Plowshares_Statue.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Image-UN_Swords_into_Plowshares_Statue.jpg?resize=113%2C150&amp;ssl=1 113w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Image-UN_Swords_into_Plowshares_Statue.jpg?w=360&amp;ssl=1 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> zu Pflugscharen&#8220; &#8211; in einer Zeit, die in vielen Perspektiven immer mehr aufr\u00fcstet? Jesajas Rede verweist auf unsere Verantwortung, aber auch darauf, dass wir Frieden nicht selbst schaffen k\u00f6nnen.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Predigttext: Jesaja 2, 1-5<\/strong><\/em><br>\n<em>Dies ist das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, schaute \u00fcber Juda und Jerusalem.<\/em><br>\n<em>2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, h\u00f6her als alle Berge und \u00fcber alle H\u00fcgel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen,<\/em><br>\n<em>3 und viele V\u00f6lker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.<\/em><br>\n<em>4 Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele V\u00f6lker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spie\u00dfe zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu f\u00fchren.<\/em><br>\n<em>5 Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>\u201cSchwerter zu Pflugscharen\u201d &#8211; dieses Wort des Propheten hat die Friedensbewegung gepr\u00e4gt.<br>\nJa &#8230; die gabs einmal &#8230; damals, als Westen und Ostern immer mehr aufr\u00fcsteten. Mit Massenvernichtungswaffen versuchte man ein Gleichgewicht der Abschreckung herzustellen. Und viele f\u00fchlten sich wie auf einem Pulverfass, bei dem man sich fragte, wie lange es noch dauern wird, bis einmal die gesamte Menschheit bei einem weltweiten Nuklearen Schlagabtausch in einem Flammenmeer untergeht.<br>\nUnd die Erleichterung war gro\u00df, als das Klima taute und die Gro\u00dfm\u00e4chte USA und UDSSR bzw. Russland endlich bereit waren, diese t\u00f6dlichen Arsenale zu reduzieren.<br>\nEndlich schien der Frieden gesichert. Und jetzt? Geht das schon wieder los? Nordkorea z\u00fcndelt mit Raketen wie ein unreifes Kind, dem eine gef\u00e4hrliche Waffe in den Scho\u00df gefallen ist. Nicht viel, anders sieht es im Iran aus. Und an den Schl\u00fcsselpositionen vieler m\u00e4chtiger Staaten wei\u00df man auch nicht mehr so genau, ob die von Drohungen und Machtbewusstein strotzenden Reden uns nicht geradewegs in eine Welt zur\u00fcckf\u00fchren, die wir vor \u00fcber 20 Jahren hinter uns gelassen hatten.<br>\nSchwerter zu Pflugscharen &#8230;. und jetzt wieder neue Schwerter?<!--more--><\/p>\n<p><strong><em>so unwirklich &#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Was ich da beim Propheten Jesaja lese, klingt attraktiv:<br>\n<em>Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spie\u00dfe zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p>Attraktiv &#8211; und zugleich aber auch so unwirklich und fern.<br>\nIch \u00fcberlege mir:<br>\nAls der Prophet Jesaja etwa 700 Jahre vor Christus das zu den Menschen in Jerusalem gesagt hat, war ihnen das auch ziemlich fremd, und sie haben sich gefragt, was dieser Gottesmann von ihnen will. Schlie\u00dflich befand man sich laufend in Auseinandersetzungen mit Nachbar-M\u00e4chten, f\u00fcr die milit\u00e4rische Aktionen das Mittel der Wahl waren, um ihre Interessen durchzusetzen.<br>\nUnd sie haben sich wohl gefragt: \u201cJesaja, was willst du uns damit sagen?<br>\nWir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, unsere Schwerter wegzuwerfen- Sonst sind wir geliefert.\u201d<\/p>\n<p><strong><em>im Sandkasten betrachtet<br>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht ist es hilfreich, wenn man dieses gro\u00dfe globale Geschehen nicht im Ganzen betrachtet, sondern aus einer ganz kleinen und begrenzten Perspektive:<br>\nWie w\u00e4re es zum Beispiel mit den 2 Quadratmetern eines Sandkastens, in dem einige Kinder spielen.<\/p>\n<p>Wer da genau hinschaut, merkt, dass dort die gleichen Spiele gespielt werden, wie rund um unseren Globus in den K\u00f6nigsh\u00e4usern vor 2700 Jahren oder den Regierungsgeb\u00e4uden und Konzernleitungen heute.<\/p>\n<p>Auf der Erde wie auch im Sandkasten haben wir ein begrenztes Spielfeld und begrenzte Ressourcen: Da gibt nicht endlos viel Sand, Platz, F\u00f6rmchen und Schaufeln.<br>\nUnd je nach Situation wird mehr oder weniger konfliktfrei im Sandkasten gespielt.<\/p>\n<p>Aber irgendwann ist Schluss mit lustig: Da nimmt Sophia der Chantal ein Kuchenf\u00f6rmchen weg. Vielleicht hat die das gar nicht gebraucht, aber jetzt, wo die andere es genommen hat, regt sich in Chantal die Unzufriedenheit und der Konflikt flammt auf. Wie das dann weiterl\u00e4uft ist nicht immer vorhersehbar; aber oftmals kommt es dann zur bewaffneten Auseinandersetzung: Man wirft sich Sand in die Augen, schl\u00e4gt mit der Plastikschaufel dem Andern auf die Finger oder rei\u00dft das begehrte F\u00f6rmchen mit Gewalt an sich.<\/p>\n<p>Ja, der Sandkasten ist manchmal das Abbild des Verhaltens der Gro\u00dfen, nur die Wahl der Waffen und die Art der Folgen der Gewalt unterscheiden sich.<\/p>\n<p>\u201cSchwerter zu Pflugscharen\u201d &#8211; das w\u00e4re ja auch ein Ansatz f\u00fcr unseren kleinen Sandkasten: Alles, womit sich die Kleinen gegenseitig wehtun k\u00f6nnten, wird aus dem Sandkasten verbannt. Schaufel, Stecken und sonstige m\u00f6gliche Waffen werden weggesperrt. Eltern, die so etwas versucht haben, wissen, wie wenig erfolgversprechend diese Methode ist: Beim n\u00e4chsten Streit schmei\u00dfen sie sich dann eben mit blo\u00dfen H\u00e4nden den Sand gegenseitig in die Augen und gehen zum Schlagen, Zwicken und Bei\u00dfen \u00fcber.<\/p>\n<p>Und wieder ist der globale Sandkasten nicht viel anders: Die Gro\u00dfm\u00e4chte haben zwar ihre Atomwaffenarsenale abgebaut. Aber Kriege werden weiter gef\u00fchrt:<br>\nIm Nahem Osten versinkt Syrien in Schutt und Elend.<br>\nIn Afrika verhungern Tausende, w\u00e4hrend die M\u00e4chtigen und \u00f6rtlichen Warlords ihr eigenes S\u00fcppchen kochen.<br>\nUnd der globale Handel muss sich fragen lassen, inwieweit das nicht auch eine Art Krieg ist, wenn weltumspannende Gro\u00dfkonzerne ihre Macht ausnutzen, um ganze Regionen unseres Planeten zu unterbezahlten und ausgebeuteten Hinterhof-Produktionsst\u00e4tten zu machen.<\/p>\n<p>\u201cSchwerter zu Pflugscharen\u201d &#8211; die Abschaffung von Waffen allein ist anscheinend nicht die L\u00f6sung des Problems.<\/p>\n<p>Die Vision des Propheten Jesaja ist eine andere. Er sagt:<br>\n<em>viele V\u00f6lker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.&nbsp; Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele V\u00f6lker.<\/em><\/p>\n<p>Und dann, liebe Gemeinde, erst dann werden sie anfangen, ihre Waffen zu sinnvolleren und friedlicheren Ger\u00e4tschaften umzubauen.<\/p>\n<p>Da sind also zwei Schritte erkennbar, die nacheinander kommen: Zuerst einen Weg zu haben, der der richtige ist, um miteinander friedvoll leben zu k\u00f6nnen, und dann erst kann man die Waffen verschrotten.<br>\nInteressant in dieser Perspektive: Die Waffen werden entsorgt, nicht weil sie so gef\u00e4hrlich w\u00e4ren, sondern, weil man sie schlicht und einfach nicht mehr ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Das ist bedenkenswert:<br>\nKein Friede, den man verordnet.<br>\nKeiner, der wiederum mit Sanktionen und neuen Bedrohungen gesichert werden muss.<br>\nFriede, der einfach da ist, weil die Menschen den Frieden als guten und lohnenden Weg erkennen und ihn auch gehen.<\/p>\n<p><strong><em>Das Problem der real existierenden Menschen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Soweit diese wunderbare Vision des Propheten &#8211; aber dann schaue ich wieder auf unseren Sandkasten:<\/p>\n<p>Klappt das denn wenigstens da?<br>\nIch glaube, wir als Eltern, Gro\u00dfeltern oder Erzieher bem\u00fchen uns aufs Beste den Kindern deutlich zu machen, wie gut es ist, seine Probleme friedvoll und gewaltfrei zu l\u00f6sen, und zugleich das selber auch vorzuleben.<br>\nWollen es so halten, wie Jesaja; n\u00e4mlich dass sie \u201chinfort nicht mehr lernen, Krieg zu f\u00fchren.\u201d<br>\nTja, und dann kracht es trotzdem und die lieben Kinder dreschen im Sandkasten wieder aufeinander ein, mobben sich in der Schule, oder befeuern einen Shitstorm im Internet.<br>\nSo sieht unsere reale Erfahrung h\u00e4ufig aus.<\/p>\n<p>Wir haben eben leider keine ideale Welt.<br>\nDa l\u00e4uft nicht alles nach Plan, nach Wunsch oder nach dem, was richtig und vern\u00fcnftig w\u00e4re. Zwangsl\u00e4ufig bleiben unsere Bestrebungen nach einem friedvollen Miteinander St\u00fcckwerk. Das wird nie ganz klappen; dazu stehen wir Menschen uns selber viel zu oft im Weg.<\/p>\n<p>Vor dem UNO-Hauptquartier in News York steht eine Skulptur, die einen Menschen darstellt, der ein Schwert zur Pflugschar umschmiedet.<br>\nDieses Bild ist eine Vision, die die Vereinten Nationen stets vor Augen haben. Aber in ihren Bem\u00fchen um Frieden sto\u00dfen sie immer wieder an Grenzen, sind sich bewusst, dass dieses Ziel nicht erreichbar ist. Die Skulptur vor der Tur der UNO und die Wirklichkeit in den Verhandlungsr\u00e4umen passen da oft genug ganz und gar nicht zusammen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Wenn man genau hinschaut &#8211; kann man entdecken, das der Prophet Jesaja gar nicht damit rechnet, dass wir Menschen das verwirklichen. Es spricht davon, dass das ein Ziel am Ende der Zeit sein wird; ein Zustand, den Gott allein herstellen kann und auch wird.<\/p>\n<p>Darauf macht Jesaja seinen Zuh\u00f6rern und uns als Lesern seiner Worte Hoffnung &#8230; und zugleich bremst er unsere Erwartungen, dass wir die Welt grundlegend ver\u00e4ndern k\u00f6nnten oder m\u00fcssten.<br>\nEs gibt Ver\u00e4nderungen, die haben wir nicht in der Hand.<br>\nDas ist ern\u00fcchternd &#8211; aber auch entlastend und realistisch.<\/p>\n<p><em><strong>Ihr seid das Licht der Welt<br>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Bleibt uns nur noch abwarten und auf bessere Zeit hoffen?<br>\nH\u00e4nde in den Scho\u00df legen, weil es sowieso nur Gott regeln kann?<br>\nBeileibe nicht. Am Ende unseres Abschnitts von heute tr\u00e4gt uns der Prophet<br>\nunsere Hausaufgabe auf:<br>\nKommt nun, (ihr vom Hause Jakob), lasst uns wandeln im Licht des HERRN.<\/p>\n<p>Bei allem, was ich eben nicht schaffen kann: DAS kann ich in Angriff nehmen. Mein Leben im Licht Gottes zu f\u00fchren. Das zu tu, wovon ich wei\u00df, dass es Frieden bringt.<br>\nSchon jetzt kann ich f\u00fcr mich beschlie\u00dfen, statt der Schwerter lieber Pfl\u00fcge anzuschaffen, und Sicheln statt Speere. Meinen Teil dazu beizutragen, dass ich selber auch nicht mehr Lust habe Krieg zu spielen &#8230;<br>\nweder im Sandkasten,<br>\nnoch in meiner Familie, oder meinem Dorf.<\/p>\n<p>Denn da f\u00e4ngt er an, der Friede.<br>\nWo ich mit dem Herz, das sich Frieden w\u00fcnscht, als Christ genau diesem Frieden immer wieder nachjage.<br>\nVers\u00f6hne, statt vergelte.<br>\nLiebe s\u00e4e statt Rechthaberei zu pflegen.<\/p>\n<p>Da kann ich als Christ das sein, was Jesus uns aufgetragen hat:<br>\nIhr seid das Salz der Erde; ihr seid das Licht der Welt<\/p>\n<p>Amen<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Schwerter zu Pflugscharen&#8220; &#8211; in einer Zeit, die in vielen Perspektiven immer mehr aufr\u00fcstet? 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