{"id":3040,"date":"2017-06-04T11:30:42","date_gmt":"2017-06-04T10:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3040"},"modified":"2024-08-20T20:14:01","modified_gmt":"2024-08-20T18:14:01","slug":"predigt-zur-jubelkonfirmation-geh-aus-mein-herz-eg-502-liedpredigt-14-mai-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=3040","title":{"rendered":"Predigt zur Jubelkonfirmation: Geh aus mein Herz EG 502 (Liedpredigt) 14. Mai 2017"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(266deg,rgb(255,245,203) 0%,rgb(182,227,212) 50%,rgb(51,167,181) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"587\" data-attachment-id=\"3042\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=3042\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?fit=2560%2C1707&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1707\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;9&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 1000D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1398252471&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;28&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.005&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"geh aus mein Herz\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?fit=880%2C587&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007.jpg?resize=880%2C587&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3042 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=2048%2C1365&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=150%2C100&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?resize=225%2C150&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Allg%C3%A4u_007-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-medium-font-size\">Goldene Konfirmation \/ Silberne Konfirmation<\/p>\n\n\n\n<p>Im Lied 502 entdecken wir&nbsp; das ungest\u00fcme Wachstum der Jugend. Wir finden Phasen, in denen wir die F\u00fclle unseres gewachsenen Lebensgartens bestaunen kommen zu den Zeiten, in denen wir uns als tief wurzelnder Baum erleben, der sp\u00fcrt, dass manche alte \u00c4ste schon recht br\u00fcchig geworden sind.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<blockquote>\n<p><span style=\"color: #800080;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><em>1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der sch\u00f6nen G\u00e4rten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschm\u00fccket haben, sich ausgeschm\u00fccket haben.<\/em><br \/><em> 2. Die B\u00e4ume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem gr\u00fcnen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel sch\u00f6ner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Jubilare,<br \/>\u201cgeh aus mein Herz und suche Freud\u201d &#8211; dieses Lied m\u00f6chte ich heute Morgen mit Ihnen singen und bedenken. In den ersten beiden Versen starten wir hinein in das bl\u00fchende Leben: Da, wo vor Wochen noch kahle braune Erde war, schie\u00dfen jetzt Tulpen aus der Erde, das Gras ist kaum zu bremsen, die B\u00e4ume werfen ihr gr\u00fcnes Kleid \u00fcber. Zeitweise explodieren sie f\u00f6rmlich f\u00fcr ein paar Tage voller wei\u00dfer oder rosa Bl\u00fcten.<br \/>Das Leben macht sich auf den Weg.<!--more--><\/p>\n<p>Damals, als Sie hier als Konfirmanden standen, war das nicht viel anders.<br \/>Nun gut: Farbenfroh sind Konfirmationen bis heute nicht unbedingt. Hier am Taufstein stehen Ihre Fotos von damals. In manchen Generationen schon sehr einheitlich gekleidet, mit ordentlich gemachten Haaren bei den M\u00e4dchen und sauber gezogenem Scheitel bei den Jungs. Aber in den steifen Klamotten von damals steckten lauter junge Menschen, in denen gerade das Leben anfing zu brodeln.<br \/>Es sind ja die Lebensjahre, in denen auch die Eltern von der \u00fcberschie\u00dfenden Energie \u00fcberrascht sind, mit der die jungen Leuten da ins Lebens starten. Innerhalb weniger Jahre bl\u00fchen sie auf, entfalten ihre Pers\u00f6nlichkeit. Jeder ist da irgendwie seine eigene Pflanze. Mit den je eigenen Charakterz\u00fcgen, Talenten und auch Schw\u00e4chen.<br \/>Wer wei\u00df, ob bei manchen sich die Nachbarn, die Eltern oder auch der Pfarrer gefragt haben: \u201cWie soll aus dem wohl noch etwas werden?\u201d &#8211; Weil man noch nicht so viel gesehen hat. Weil da noch nicht erkennbar war, was aus dem K\u00fcmmerlichen, was da sprie\u00dft, einmal an Gutem werden k\u00f6nnte. Und oft genug waren die es dann, die f\u00fcr manche \u00dcberraschung sorgten. Weil sie als untersch\u00e4tzte Sp\u00e4tz\u00fcnder dann fast \u00fcber Nacht ihre Pracht und ihr Potential entfalteten.<\/p>\n<p>So waren Sie einmal \u201cgr\u00fcne\u201d Konfirmanden. Gr\u00fcn hinter den Ohren &#8211; aber zugleich auch Kinder, die ihr Sch\u00f6pfer mit vielen F\u00e4higkeiten und M\u00f6glichkeiten beschenkt hat. Gotteskinder, die als kleine Babys getauft wurden und sich an der Schwelle zum bl\u00fchenden Leben ihrer Taufe vergewissert haben &#8211; und Gottes Segen zugesprochen bekommen haben.<\/p>\n<p>Singen wir nun die n\u00e4chsten beiden Verse. Vers 8 und 9:<\/p>\n<p><em>8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des gro\u00dfen Gottes gro\u00dfes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem H\u00f6chsten klingt, aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.<\/em><br \/><em> 9. Ach, denk ich, bist du hier so sch\u00f6n und l\u00e4sst du&#8217;s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und g\u00fcldnen Schlosse werden, und g\u00fcldnen Schlosse werden!<\/em><\/p>\n<p>Die gr\u00fcne Konfirmation ist nun schon lange her. Wenn ich allein auf das erste Lebensjahrzent nach der Konfirmation zur\u00fcck blicke, sehe ich: Da ist unglaublich viel passiert. Was da an Weichenstellungen geschehen ist: Welche Entscheidungen da gefallen sind, welche pr\u00e4genden Ereignisse passiert sind, welche Erfahrungen mich zu dem gemacht haben, der ich jetzt bin.<br \/>Und ich kann bei Vielem gar nicht so genau sagen, warum es so &#8211; und nicht anders &#8211; gekommen ist.<br \/>Warum denn dieser Lebensweg&#8230;.<br \/>Was w\u00e4re gewesen, wenn damals &#8230;. wer wei\u00df?<\/p>\n<p>Das Leben scheint sich seine Wege manchmal ganz selbstst\u00e4ndig zu bahnen. Und doch bleibt die Frage, wer das ganze lenkt.<br \/>In diesem Lied &#8211; auch in der Bibel &#8211; wird das Wachstum und der Weg unseres Lebens nicht als blinder Zufall, sondern als ein Geschenk Gottes gedeutet.<\/p>\n<p>Ich selber kann und mag nicht ruhn, des gro\u00dfen Gottes gro\u00dfes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem H\u00f6chsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. Ach, denk ich, bist du hier so sch\u00f6n und l\u00e4sst du&#8217;s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden:<\/p>\n<p>Die beiden Verse versetzen mich in meinen Garten: Da sitze ich, in eine Jacke gewickelt, ein Glas Wein auf dem Gartentisch und lasse meinen Blick wandern. \u00dcber den Garten hinterm Haus &#8211; und \u00fcber den Garten meines Lebens.<br \/>Blicke auf das, was da inzwischen gewachsen ist, in den vielen Jahrzehnten. Manches h\u00e4tte ich mir damals als Vierzehnj\u00e4hriger niemals tr\u00e4umen lassen. Da bin ich am Staunen, fasziniert, wie dann doch vieles gut gelaufen ist. Da ist manches, auf das ich stolz bin; da steckt Flei\u00df und mache Tr\u00e4ne drin. Und so einiges, ja &#8230; das muss ich wohl zugeben, das ist mir wohl wie eine reife Frucht von oben direkt in den Scho\u00df gefallen. Ein Geschenk des Himmels, ohne dass ich gro\u00df etwas daf\u00fcr tun konnte. Gott sei dank.<\/p>\n<p>Und mancher andere gro\u00dfe Traum liegt unverwirklicht in einer Ecke des kleinen Schuppens in meinem Lebens-Garten. Da verstaubt er. Es gibt Momente, da \u00fcberlege ich, ob ich ihn doch noch einmal herausholen sollte &#8230; diesen alten gro\u00dfen Kindheitstraum- Aber wenn ich ihn so in der Ecke liegen sehe, &#8230;vor 20 Jahren w\u00e4re das vielleicht etwas gewesen &#8230; aber jetzt ist er gar nicht mehr sooo attraktiv. Jedenfalls nicht so, als dass ich mein jetziges Leben dagegen eintauschen m\u00f6chte. So bleibt er in dem Schuppen liegen.<\/p>\n<p>Wenn mein Blick durch meinen Lebensgarten schweift, sehe ich auch die weniger sch\u00f6nen Ecken. Die nicht so gepflegten. Manche haben auch ihre eigene Geschichte; eine Geschichte, auf die ich nicht unbedingt stolz bin. Aber auch die geh\u00f6ren dazu. Manche Ruine steht da herum, &#8211; und es tut auch weh, wenn man an sie denkt. Weil ich andere verletzt habe, oder weil andere r\u00fccksichtslos oder b\u00f6sartig mit mir umgegangen sind.<br \/>&#8230;und l\u00e4sst du&#8217;s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und g\u00fcldnen Schlosse werden&#8230;<\/p>\n<p>Ja, das solltest du nicht vergessen: Es ist hier nicht das Paradies. Es ist eine Welt mit Macken und Fehlern, in der wir auch mit S\u00fcnde und Schuld leben m\u00fcssen. Das perfekte Leben hat dir niemand versprochen &#8230;<br \/>Besser gesagt: F\u00fcr hier (!) hat es dir niemand versprochen. Aber seit deiner Taufe bist du ein Kind Gottes, das Anteil hat an der Hoffnung der Kinder Gottes: In seinem Reich einmal diese Vollendung erleben. Diesen ganz anderen Garten, f\u00fcr den unsere Phantasie wahrscheinlich nicht reicht.<\/p>\n<p>Aber bis dahin will ich mit Mut und Gottvertrauen in diesem Garten hier leben.<\/p>\n<p><em>14. Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens sch\u00f6ne Blum und Pflanze m\u00f6ge bleiben, und Pflanze m\u00f6ge bleiben.<\/em><br \/><em> 15. Erw\u00e4hle mich zum Paradeis und lasse mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele gr\u00fcnen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen, hier und dort ewig dienen.<\/em><\/p>\n<p>Schauen wir nach vorne. Das Leben schreitet weiter &#8211; Tag f\u00fcr Tag &#8211; egal, ob ich Ende drei\u00dfig, kurz vor der Rente oder schon um die Achtzig bin. Dieser vierzehnte Vers beschreibt es so sch\u00f6n: Ich bin ein Baum in Gottes Garten. Und immer wieder neu will ich meine Wurzeln nach Gott ausstrecken:<br \/>Im Glauben Halt und Stabilit\u00e4t finden. &#8211; So dass mich so schnell nichts umwirft.<br \/>Dort meine Kraftquellen haben, die man von au\u00dfen nicht sieht.<br \/>Heimat haben bei meinem Gott.<\/p>\n<p>Ein Baum- der steht &#8211; bleibt &#8211; \u00fcber die Jahre hinweg.<br \/>Und doch kann man nicht verleugnen, dass er mit der Zeit auch alt br\u00fcchig wird. Irgendwann zeigen sich die ersten kahlen Stellen. Die trockenen \u00c4ste werden immer mehr.<br \/>Der, der einst unersch\u00fctterlich da stand, wird von manchem Herbststurm kr\u00e4ftig gerupft. Keiner wei\u00df, wie lang das noch gut geht. Und jeder wei\u00df, dass Prognosen v\u00f6llig sinnlos sind: Denn der langsame Prozess und der unerwartete Blitzschlag sind sehr ungleiche Partner.<\/p>\n<p>Wie gut, dass ich wei\u00df: Ich bin nicht irgendein Baum &#8211; ich bin ein Baum im Garten Gottes. F\u00fcr den gibt es eine weitere Zukunft &#8211; in diesem Paradiesgarten seines kommenden Reiches. Das ist die Hoffnung, die uns durch Jesu Auferstehung geschenkt ist.<\/p>\n<p>In dieser Hoffnung kann ich auch als nicht mehr ganz so junger Baum eine Pflanze voller Hoffnung sein:<br \/>Erw\u00e4hle mich zum Paradeis und lasse mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele gr\u00fcnen,<br \/>Ja, das Leben wert sch\u00e4tzen.<br \/>Trotz aller Lebenserfahrung ein bisschen \u201cgr\u00fcn\u201d bleiben.<br \/>Begeisterungsf\u00e4hig, hoffnungsvoll, den gro\u00dfen Traum im Schuppen meines Lebensgartens nicht ganz vergessend.<\/p>\n<p>So, will ich mich als Kind Gottes nach dem himmlischen Vater strecken, von dem ich alles habe.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n\n\n<p class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background\">Hinweis: Zu diesem Lied gibt es auch eine Sommerpredigt ohne Bezug zum Konfirmationsjubil\u00e4um:<br><a href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5714\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=5714<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt<br \/>\nzum Konfirmationsjubil\u00e4um. 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