{"id":2955,"date":"2017-02-04T14:36:45","date_gmt":"2017-02-04T13:36:45","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=2955"},"modified":"2020-05-28T15:46:01","modified_gmt":"2020-05-28T13:46:01","slug":"predigt-der-weg-beginnt-am-dornbusch-exodus-3-1-10-5-februar-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=2955","title":{"rendered":"Predigt: Der Weg beginnt am Dornbusch (Exodus 3, 1-10) 5. Februar 2017"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-background is-stacked-on-mobile\" style=\"background-color:#e4db9e\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"601\" height=\"607\" data-attachment-id=\"2956\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=2956\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?fit=601%2C607&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"601,607\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Dornbuschikone von Gisela Wichern\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Dornbuschikone von Gisela Wichern&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?fit=601%2C607&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?resize=601%2C607&#038;ssl=1\" alt=\"Ikone von Gisela Wichern\" class=\"wp-image-2956\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?w=601&amp;ssl=1 601w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?resize=297%2C300&amp;ssl=1 297w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?resize=149%2C150&amp;ssl=1 149w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/dornbuschikone.jpg?resize=198%2C200&amp;ssl=1 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Exodus 3<\/p>\n\n\n\n<p>Die Berufung des Mose am Dornbusch. In der altbekannten Erz\u00e4hlung finden sich spannende Fragen und Motive: Die kindliche Neugier des Mose. Die Frage, wie ich mit meinen biographischen Dornb\u00fcschen umgehe. Die Entdeckung eines Gottes, der die sieht, die hinter einer Dunkelziffer versteckt sind.<br><em>(Ikone: <a href=\"http:\/\/www.fenster-zum-himmel.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Giesela Wichern<\/a>)<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>Predigttext: Gen 3, 1-10<br><em>1 Mose aber h\u00fctete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe \u00fcber die W\u00fcste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.<\/em><br><em> 2 Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.<\/em><br><em> 3 Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.<\/em><br><em> 4 Als aber der HERR sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.<\/em><br><em> 5 Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen F\u00fc\u00dfen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!<\/em><br><em> 6 Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verh\u00fcllte sein Angesicht; denn er f\u00fcrchtete sich, Gott anzuschauen.<\/em><br><em> 7 Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in \u00c4gypten gesehen, und ihr Geschrei \u00fcber ihre Bedr\u00e4nger habe ich geh\u00f6rt; ich habe ihre Leiden erkannt.<\/em><br><em> 8 Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der \u00c4gypter Hand und sie aus diesem Lande hinauff\u00fchre in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig flie\u00dft, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.<\/em><br><em> 9 Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die \u00c4gypter sie bedr\u00e4ngen,<\/em><br><em> 10 so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus \u00c4gypten f\u00fchrst.<\/em><br>Liebe Gemeinde,<br>eine der wichtigsten Begegnungen der gesamten Bibel ist hier beschrieben. Am brennenden Dornbusch beginnt die Geschichte des Auszugs Israel aus \u00c4gypten, die Befreiung aus der Unterdr\u00fcckung. Die Israeliten machen sich auf, ein Volk zu werden; mit eigenem Land und in Freiheit.<\/p>\n<p><strong><em>Der brennende Busch<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Und alles beginnt an diesem einen brennenden Dornbusch! Und ich frage mich, was gewesen w\u00e4re , wenn Mose diesen Busch einfach ignoriert h\u00e4tte!<!--more--><\/p>\n<p>Wie viele B\u00fcsche werden wohl in der trockenen Hitze der W\u00fcste Midians pro Woche in Flammen aufgegangen sein? Ein Dutzend?<br>Ein brennender Dornbusch &#8211; wen interessiert\u00b4s?<br>Hingehen und anschauen? Reine Zeitverschwendung, da hat man Wichtigeres zu tun.<br>Wer macht das schon? N\u00e4her zu kommen, um es sich genauer anzuschauen? Fasziniert betrachten, wie die Flammen flackern Lauschen wie das Feuer knistert? Das machen doch h\u00f6chstens Kinder!<\/p>\n<p>Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder &#8230; dann werdet ihr es nicht erkennen &#8230; dann bleibt ihr blind f\u00fcr das, was da geschieht. Dann rennt ihr vorbei an dem, was euer Leben ver\u00e4ndern kann.<br>Mose, schaut genau hin, beobachtet, dass da etwas anders ist als sonst. Sp\u00fcrt, dass da mehr dahinter stecken muss, als das, was man auf dem ersten Blick sieht.<br>Und so kommt es zu dieser Begegnung von Gott und Mose.<br>Gott spricht mit einem Menschen. L\u00e4sst ihn erkennen, was er mit ihm vorhat. Gibt seinem Leben einen Auftrag, eine Vision. Und das ver\u00e4ndert alles. Nichts ist mehr so, wie vorher. Aus dem Hirten mit Vorstrafe wird einer, der das Schicksal eines Volkes ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Wie oft ich wohl schon an solchen brennenden Dornb\u00fcschen vorbeigerannt bin? Die Gelegenheit verpasst habe, mir von Gott etwas sagen zu lassen? Weil ich es zu eilig hatte, zu besch\u00e4ftigt war, um die leisen Signale Gottes wahrzunehmen?<br>Zu erwachsen, um mich faszinieren zu lassen. Zu schlau, um mich von den Spuren Gottes beeindrucken zu lassen &#8211; denn schlie\u00dflich kann man ja alles erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Etwas wahrnehmen, stutzen, sich zu fragen was das soll? Wie Mose, den Hirtenstab wegzulegen, die Schuhe auszuziehen, hinzugehen und zu \u00fcberlegen, ob da etwas ist, was mit etwas sagen kann und will.<\/p>\n<p>B\u00fcsche brennen in Wilhelmsdorf\/Brunn eher selten.<br>Aber manche Situation k\u00f6nnte mein Dornbusch sein. Ein Gedanke der sich nicht so leicht verscheuchen l\u00e4sst. Ein Gef\u00fchl. Ein Traum. Manchmal nur ein Satz eines anderen Menschen.<br>Weitergegangen ist man da viel zu schnell.<\/p>\n<p>Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder &#8230; dann werdet ihr es nicht erkennen. Wenn ich mir wie Mose Zeit nehme, habe ich die Chance, darin die Stimme Gottes zu h\u00f6ren, einen Impuls f\u00fcr mein Leben. Oder ich erkenne: Es war doch nur einer von den vielen brennenden B\u00fcschen, die einfach da sind, aber mir nichts weiter sagen wollen.<\/p>\n<p><strong><em>Ich habe das Elend gesehen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br>\u201cIch habe das Elend meines Volks in \u00c4gypten gesehen, und ihr Geschrei \u00fcber ihre Bedr\u00e4nger habe ich geh\u00f6rt; ich habe ihre Leiden erkannt\u201d &#8211; so beginnt Gottes Rede zu Mose, in der er ihm seinen Plan zu Befreiung des Volkes er\u00f6ffnet.<br>Zur gleichen Zeit sitzen die Kinder Israels in \u00c4gypten und verzweifeln, weil Gott sie offenbar nicht h\u00f6rt und nicht sieht. Denn es passiert ja nichts. Gott muss uns vergessen haben.<\/p>\n<p>Ich habe das Elend meines Volks in \u00c4gypten gesehen. &#8211; sagt Gott.<br>Ich habe das Elend der Erwachsenen und Kinder in Afrika, in Syrien und Bangladesch gesehen.<br>Ich habe das Elend der Kinder in Deutschland gesehen. Die gesellschaftlich abgeh\u00e4ngten ohne Chance, und die von Eltern hinter einer b\u00fcrgerlichen Fassade misshandelten.<br>Ich habe dein stilles Leiden gesehen, das du in dich immer neu hineinfrisst.<br>Ich habe die Wahrheit gesehen, die hinter politischer Propaganda oder gesellschaftlicher \u00dcbereinkunft und Correctness versteckt wird.<\/p>\n<p>Die, die wir die Vergessenen nennen, die man ausblendet, weil man es lieber gar nicht so genau wissen will, was da alles passiert. Die, die hinter dem Wort \u201cDunkelziffer\u201d versteckt sind &#8211; sie haben einen Gott der sie sieht. Einen Gott den das alles nicht kalt l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Eine Lehre, die ich aus den Missbrauchsf\u00e4llen in kirchlichen Internaten und Schulen gezogen habe, ist: Wie wichtig es f\u00fcr die Betroffenen war, endlich wahrgenommen zu werden. Nicht versteckt oder mit einem Schweigegeld ruhiggestellt. Anerkennen und aussprechen, dass hier Furchtbares geschehen ist. Kleinreden ist genau das Gegenteil von dem, was sie brauchen.<\/p>\n<p>\u201cIch habe dein Elend gesehen\u201d &#8211; da m\u00f6chte ich ein bisschen von Gott lernen. Wenn mir einer sein Leid klagt, dann will er nicht, dass ich es kleinrede und mit verharmlosenden Worten zudecke. Denn zudecken kann er selber auch. Aber das Schlimme, den Schmerz sehen, wahrnehmen, mitempfinden ernstnehmen &#8211; auch aushalten, dass man da eben grade keine passenden Worte hat.<br>So steckt im Sehen und Mit-Leiden viel Hilfe f\u00fcr den, der Schweres zu tragen hat.<\/p>\n<p><strong><em>Der lange Weg nach Kanaan<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201cSo geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus \u00c4gypten f\u00fchrst.\u201d Mit diesem Worten gibt Gott dem Mose diesen gro\u00dfen Auftrag zur Befreiung seines Volkes. Es bleibt nicht beim Sehen des Elends. Gott will das Schicksal der Israeliten wenden. Und es beginnt diese gro\u00dfe Erz\u00e4hlung von Auszug aus \u00c4gypten, der W\u00fcstenwanderung und des Niederlassens im verhei\u00dfenen Land.<\/p>\n<p>Die Geschichte dieses Volkes erscheint mir exemplarisch f\u00fcr viele unserer Wege mit Gott: Es beginnt mit einem Paukenschlag: nach den 10 Plagen sind die Israeliten frei, verlassen das Land, alles erscheint perfekt und in trockenen T\u00fcchern. Und schon bald kommen stehen sie am Schilfmeer buchst\u00e4blich in der Sackgasse. Dass ist nicht das einzige Mal, in dem Gott dieser Mannschaft durch ein Wunder weiterhelfen muss.<br>Sie erleben Strecken, wo es erfolgreich vorw\u00e4rts geht, und es gibt Krisen, wo sie sich fragen, ob das alles denn richtig war. Sie zweifeln, verzweifeln und wollen am liebsten wieder zur\u00fcck nach \u00c4gypten, weil alles scheinbar immer schlimmer statt besser wird.<br>Ein langer Weg mit Auf und Ab &#8211; 40 Jahre lang. Dann erst sind sie am Ziel und k\u00f6nnen das Land in Besitz nehmen. Und letztlich m\u00fcssen sie lernen: Das Leben bleibt immer eine Aufgabe, es gibt auch im verhei\u00dfenen Land immer wieder neue Herausforderungen.<br>Unser Leben ist immer ein Weg. Wirklich ankommen werden wir erst nach unserem letzten Atemzug. Bis dahin geht es darum, seinen Weg als Gottes Kind zur\u00fcckzulegen.<\/p>\n<p>Als Kind &#8230; das sich ohne Scheu vieles sehr genau ansieht. Das die Spuren Gottes im eigenen Leben sucht und an keinem brennenden Dornbusch vorbeigeht, ohne genau hin zu schauen.<br>Als Kind &#8230; das wei\u00df, dass sein himmlischer Vater offene Augen und Ohren hat. Der seinen Kummer sieht, und seine stillen Gebete h\u00f6rt.<br>Als Kind &#8230; das seinen pers\u00f6nlichen Auszug aus \u00c4gypten so bew\u00e4ltigt, wie es Kinder eben tun: Sie gehen die richtigen Wege, und verirren sich manchmal, sie fallen hin, und stehen wieder auf &#8211; aber sie wissen: Ich will nach vorne zum Papa, weil vorne ist es besser als hinten.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><em><strong>Liedtipps<\/strong>:<\/em><br><em> Vor der Predigt: Gott sagt uns immer wieder<\/em><br><em> nach der Predigt: Jesu geh voran<\/em><\/p>\n<p><strong>Bildnachweis:<\/strong> Die wundersch\u00f6ne Ikone ist von Gisela Wichern gemalt. Sie finden mehr \u00fcber die K\u00fcnstlerin unter <a title=\"&quot;Fenster zum Himmel&quot;\" href=\"http:\/\/www.fenster-zum-himmel.de\/index.php\">http:\/\/www.fenster-zum-himmel.de\/index.php.<\/a><br>Herzlichen Dank f\u00fcr die Zustimmung zur Ver\u00f6ffentlichung auf pastors-home.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exodus 3 Die Berufung des Mose am Dornbusch. In der altbekannten Erz\u00e4hlung finden sich spannende Fragen und Motive: Die kindliche Neugier des Mose. Die Frage, wie ich mit meinen biographischen Dornb\u00fcschen umgehe. 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