{"id":2619,"date":"2016-03-05T12:13:26","date_gmt":"2016-03-05T11:13:26","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=2619"},"modified":"2017-10-24T07:31:27","modified_gmt":"2017-10-24T06:31:27","slug":"predigt-trost-der-das-leiden-mittraegt-2-korinther-1-3-7-6-maerz-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=2619","title":{"rendered":"Predigt: Trost, der das Leiden mittr\u00e4gt  (2. Korinther 1, 3-7) 6. M\u00e4rz 2016"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<div id=\"attachment_2621\" style=\"width: 306px\" class=\"wp-caption alignright\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2621\" data-attachment-id=\"2621\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=2621\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_.jpg?fit=395%2C400&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"395,400\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"419645_web_R_B_by_Dieter Sch\u00fctz_pixelio.de\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Foto: Dieter Sch\u00fctz \/ pixelio.de &lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_.jpg?fit=296%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_.jpg?fit=395%2C400&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-2621\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_-296x300.jpg?resize=296%2C300\" alt=\"Dieter Sch\u00fctz  \/ pixelio.de \" width=\"296\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_.jpg?resize=296%2C300&amp;ssl=1 296w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_.jpg?resize=148%2C150&amp;ssl=1 148w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/419645_web_R_B_by_Dieter-Sch%C3%BCtz_pixelio.de_.jpg?w=395&amp;ssl=1 395w\" sizes=\"auto, (max-width: 296px) 100vw, 296px\" \/><p id=\"caption-attachment-2621\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Dieter Sch\u00fctz \/ pixelio.de<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Der Predigttext 2. Kor 1, 3-7 ist in der aktuellen Luther\u00fcbersetzung recht m\u00fchsam zu h\u00f6ren. So habe ich hier die Neue Genfer \u00dcbersetzung verwendet. Die Schwerpunkte dieser Predigt liegen beim Ernstnehmen des Leidens und beim Blick auf die Vorstellung, im eigenen Leiden mit Christi Leiden verbunden zu sein. <\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nder Predigttext f\u00fcr den heutigen Sonntag besch\u00e4ftigt sich mit dem Ineinander von Leiden, von Freude und vom Getr\u00f6stetwerden. Paulus schreibt angesichts der gro\u00dfen Sorgen und Probleme der Menschen im 2. Brief an die Gemeinde in Korinth:<\/p>\n<p><em>3 Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Denn er ist ein Vater, der sich erbarmt, und ein Gott, der auf jede erdenkliche Weise tr\u00f6stet und ermutigt.<\/em><br \/>\n<em>4 In allen unseren N\u00f6ten kommt er uns mit Trost und Ermutigung zu Hilfe, und deshalb k\u00f6nnen wir dann auch anderen Mut machen, die sich ebenfalls in irgendeiner Not befinden: Wir geben ihnen den Trost und die Ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen.<\/em><br \/>\n<em>5 Genauso n\u00e4mlich, wie wir in ganz besonderem Ma\u00df an den Leiden von Christus teilhaben, erleben wir durch Christus auch Trost und Ermutigung in ganz besonderem Ma\u00df.<\/em><br \/>\n<em>6 Wenn wir also N\u00f6te durchmachen, geschieht das, damit ihr die mutmachende und rettende Kraft Gottes erlebt. Und wenn wir getr\u00f6stet und ermutigt werden, bedeutet das auch f\u00fcr euch Trost und Ermutigung; es hilft euch, standhaft die gleichen Leiden zu ertragen wie wir.<\/em><br \/>\n<em>7 Deshalb sind wir voll Hoffnung und Zuversicht, wenn wir an euch denken, denn wir wissen: Genauso, wie ihr an den N\u00f6ten teilhabt, habt ihr auch an dem Trost und der Ermutigung teil.<\/em><br \/>\n(Text: Neue Genfer \u00dcbersetzung)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nein Predigttext, wie ein Marmorkuchen. Egal, von welcher Seite ich ihn ansehe, in ihm sind Hell und Dunkel sind vermischt und verr\u00fchrt &#8211; aber nicht so dass es einen braungrauen Misch-Ton ergibt, sondern beides ist zu erkennen: Das Leiden und der Trost &#8211;\u00a0 mit je seiner Eigenart &#8211; aber eben auch untrennbar miteinander verschmolzen.<!--more--><br \/>\n<strong><em>Leben und Leiden<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dass beides zusammengeh\u00f6rt, Leben und Leiden, liebe Gemeinde, das ist nichts Neues. Ein Leben, in dem nicht gelitten wird, ist kaum vorstellbar. Und die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig: Angst, Schmerzen, Abschied von einem Menschen, Einsamkeit, Verfolgung.<br \/>\nSo sehr und so oft ist Leben mit Leiden verbunden, dass der Buddhismus sagen kann: Leben ist Leiden. Aber mir als Christen istdas zu einseitig, denn es gibt viel mehr als nur Leiden. Leiden geh\u00f6rt dazu, ist aber nicht alles!<br \/>\nUnser Kirchenjahr dr\u00fcckt das ja wunderbar aus: Wir haben die Passionszeit, aber auch viele Festzeiten.<\/p>\n<p>Alles hat seine Zeit, auch Leiden hat seine Zeit.<br \/>\nUnd wenn das Leiden seine Zeit hat, dann sollten wir ihm auch zugestehen, dass es da ist; Leiden erstnehmen; auch wenn es kein angenehmes Gef\u00fchl ist.<br \/>\nMancher hat erlebt, wie es ist, wenn man leidet wie ein Hund, am Ende ist mit seiner Kraft; wenn das, was einen niederdr\u00fcckt so \u00fcberm\u00e4chtig ist &#8230; wie schlimm das sein kann, wenn jemand da versucht, dieses Leid kleinzureden und zu verharmlosen.<br \/>\nIst doch nicht so schlimm.<br \/>\nDas wird schon.<br \/>\nDas hat die Frau Sowieso auch schon \u00fcberstanden\u2026<br \/>\nDas sind Hinweise auf eine Leides-Abwehr-Strategie von uns als denjenigen, die helfen und tr\u00f6sten wollen. Es ist gut gemeint, aber es macht es meistens nicht leichter.<br \/>\nViel ehrlicher ist es da manchmal, sich einzugstehen: Das, was ich da erlebe oder sehe ist wirklich schlimm.<br \/>\nSo, wie mir die Bilder aus dem Krieg in Syrien, aus den Zonen des Elends in Afrika oder das Leiden eines Freundes manchmal zu viel wird &#8211; allein vom Zuschauen! Das ist wenigstens ehrlich! Sich einzugestehen, dass Leiden uns belastet, bedr\u00fcckt, die Luft zum Atmen nimmt, uns einfach \u00fcberfordert.\u00a0 Manchmal ist allein schon das Mit-F\u00fchlen ungeheuer schwer.<\/p>\n<p>Schon das ist ein Punkt, am dem Tr\u00f6sten geschehen kann:<br \/>\nWenn wir einander im Leiden beistehen und es ernstnehmen und ertragen. Mit-Leiden, Mit-Aushalten, Mit-Weinen, Mit-Schweigen. Auf diese Weise bin ich jemand, der die Last eines Menschen eine Zeit lang mit-tr\u00e4gt. Tr\u00e4gt; und nicht kleinredet!<\/p>\n<p>So beschreibt es auch Paulus und spricht davon dass gerade die gut tr\u00f6sten k\u00f6nnen, die selber wissen, wie es ist, Schweres zu ertragen; oder sogar gerade selbst an etwas Leiden:<br \/>\n<em>In allen unseren N\u00f6ten kommt Gott uns mit Trost und Ermutigung zu Hilfe, und deshalb k\u00f6nnen wir dann auch anderen Mut machen, die sich ebenfalls in irgendeiner Not befinden: Wir geben ihnen den Trost und die Ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wege des Trostes<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwie schade, dass es nicht m\u00f6glich ist, bei Paulus direkt nachzufragen. Gerne w\u00fcsste ich, wie denn das mit dem Trost ist, den man von Gott bekommt. Er schreibt das ja sehr allgemein.<br \/>\nGanz am Anfang unseres Predigttextabschnittes spricht er davon dass Gott ein Vater ist, der sich erbarmt, und ein Gott, der auf jede erdenkliche Weise tr\u00f6stet und ermutigt.<br \/>\nUnd so gerne w\u00fcrde ich dem Paulus eine Liste abluchsen, auf der er notiert hat, welche wunderbare Weisen es sind, auf welchen Gott tr\u00f6stet.<\/p>\n<p>Aber diese Liste gibt es nicht.<br \/>\nVielleicht kann es die auch gar nicht geben!<br \/>\nWeil es wohl endlos viele Wege gibt, auf denen Gott Menschen im Leiden beisteht und ihnen neue Kraft und Trost schenkt.<\/p>\n<p>Ich denke daran, wie es bei mir selbst war: Wie hat Gott mir in schweren Zeiten beigestanden? Wie habe ich das bei anderen Menschen erlebt oder erz\u00e4hlt bekommen?\u00a0 Daraus kann man gar keine Liste machen! Weil das jedes Mal etwas sehr Individuelles war, so pers\u00f6nlich, manchmal auch eher unsagbar-geheimnisvoll. So, dass man es eben nicht logisch schl\u00fcssig erkl\u00e4ren kann. Sondern es ist geschehen &#8211; oft als langer Weg des Getr\u00f6stetwerdens und langsam wieder auf die Beine Kommens. Und mitunter auch eher mit viel Kraft und Macht, die einen Menschen ber\u00fchrt und neue Kraft verliehen hat.<\/p>\n<p>Dieses geheimnisvolle Geschehen des getr\u00f6stet werdens fasst Paulus in ein sehr anr\u00fchrendes Bild:<br \/>\nWie haben mit unserem Leiden auch am Leiden Jesu teil, und mit ihm, der auferstanden ist, auch an seiner Kraft und seinem \u00dcberwinden des Leidens.<br \/>\nMit meinem Leiden mit ich mit Jesus verbunden. Er ist der Gott, der die finstere Innenseite des Leidens aus eigener Erfahrung kennt. Darin ist er mir ein Genosse im Leiden, Mit-Leidender. Der, den ich bitten kann, meinen Schmerz und Kummer mitzutragen. Und zugleich ist er auf meinem Leidensweg der Weggef\u00e4hrte, der mich auf dem Weg mitnimmt, der aus dem Leiden herausf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diese mystische Verbindung mit Jesus beginnt schon mit der Taufe. Die mich mitnimmt in den Tod und die Auferstehung Jesu. Nicht ohne Grund hat man einst in der Taufe den zu Taufenden ganz im Wasser untergetaucht &#8230; in den Tod Jesu hinein. Und dann wieder heraufgeholt in Jesu Auferstehung. Schon im meiner Taufe bin ich mit hineingenommen in diese Bewegung vom Tod zur Auferstehung.<br \/>\nDas ist mein Bild, um ein bisschen zu verstehen, was da geschieht, wenn Menschen erleben, wie ihre Verbindung zu Jesus Christus sie im Leiden tr\u00e4gt:<br \/>\nMit ihm verbunden erlebe ich an mir selbst Passion, Kreuz und den Ostermorgen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nbevor ich mich ins Schw\u00e4rmen hineinrede, muss ich mich aber bremsen. Angesichts des Leidens, das oft sinnlos, hoffnungslos und unertr\u00e4glich erscheint, mag ich dem Leiden keinen Heiligenschein hinmalen und es pauschal zur Gotteserfahrung erkl\u00e4ren. Denn, dann w\u00fcrde ich ja wieder beginnen, all das Schwere und Schlimme f\u00fcr harmlos zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Schlimmes ist schlimm.<br \/>\nAber doch will ich mit Paulus nicht die Hoffnung aufgeben, dass man inmitten des Leidens auch einmal die N\u00e4he, die Hilfe und dem Trost Gottes erlebt.<br \/>\nSo wie er am Ende unseres Abschnittes schreibt:<br \/>\n<em>Deshalb sind wir voll Hoffnung und Zuversicht, wenn wir an euch denken, denn wir wissen: Genauso, wie ihr an den N\u00f6ten teilhabt, habt ihr auch an dem Trost und der Ermutigung teil.<\/em><\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Predigttext 2. Kor 1, 3-7 ist in der aktuellen Luther\u00fcbersetzung recht m\u00fchsam zu h\u00f6ren. So habe ich hier die Neue Genfer \u00dcbersetzung verwendet. 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