{"id":2489,"date":"2015-10-19T13:32:44","date_gmt":"2015-10-19T12:32:44","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=2489"},"modified":"2017-10-24T07:32:26","modified_gmt":"2017-10-24T06:32:26","slug":"predigt-scheinbar-verlieren-und-doch-gewinnen-1-mose-13-1-12-25-oktober-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=2489","title":{"rendered":"Predigt: Scheinbar verlieren und doch gewinnen (1. Mose 13, 1-12) 25. Oktober 2015"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #993366;\">Die <a style=\"color: #993366;\" href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2490\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=2490\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?fit=424%2C283&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"424,283\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;16&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Ramain - Fotolia&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 5D Mark II&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;winner and a loser&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1385319326&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;Ramain - Fotolia&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;100&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.005&quot;,&quot;title&quot;:&quot;chess: winner and a loser&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Bild: Fotolia\/ Ramain\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?fit=424%2C283&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-2490\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS-300x200.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"Bild: Fotolia\/ Ramain\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?resize=150%2C100&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?resize=225%2C150&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Fotolia_60282489_XS.jpg?w=424&amp;ssl=1 424w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Erz\u00e4hlung \u00fcber die Trennung von Abraham und Lot war bisher nicht in den klassischen Predigttextreihen vertreten. Die in der Erprobung befindliche Neuordnung der Texte sieht diesen au\u00dferordentlich spannenden Abschnitt nun als Predigttext vor. Es geht um die Frage, ob Abraham um des lieben Friedens willen bereit ist, im Konflikt mit Lot den K\u00fcrzeren zu ziehen. Diese Predigt \u00fcbernimmt Gedanken einer \u00e4lteren und umfangreicheren Predigt auf: &#8222;<a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1540\">Wo ziehst du deine Grenzen?<\/a>&#8222;.<br \/>\n<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em>Predigttext: Genesis\u00a0 13,1-12<\/em><\/strong><br \/>\n<em>1So zog Abram herauf aus \u00c4gypten mit seiner Frau und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm ins S\u00fcdland. 2Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. 3Und er zog immer weiter vom S\u00fcdland bis nach Bethel, an die St\u00e4tte, wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und Ai, 4eben an den Ort, wo er fr\u00fcher den Altar errichtet hatte. Dort rief er den Namen des HERRN an.<\/em><!--more--><\/p>\n<p><em>5Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte. 6Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sei beieinander wohnten; denn ihre Habe war gro\u00df und sie konnten nicht beieinander wohnen. 7Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Perisiter im Lande. 8Da sprach Abram zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Br\u00fcder. 9Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.<\/em><br \/>\n<em>10Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie wasserreich, bis man nach Zoar kommt, wie der Garten des HERRN, gleichwie \u00c4gyptenland. 11Da erw\u00e4hlte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten. Also trennte sich ein Bruder von dem andern, 12sodass Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den St\u00e4dten am unteren Jordan. Und Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Abraham und Lot, die beiden Urv\u00e4ter des Alten Testaments, hatten einiges hinter sich. Aus seiner Heimat Ur im heutigen Irak war Abraham aufgebrochen, um sich in der Ferne eine neue Existenz aufzubauen.<br \/>\nEine mutiges Unternehmen, in der damaligen Zeit &#8211; aber er wagte es. Er war sich sicher: \u201cGott hat mich losgeschickt, er wird mich auch segnen und begleiten\u201d. So kommt er mit seiner Familie, seiner Frau, seinem Neffen Lot, seinen Knechten und M\u00e4gden und dem Vieh auf Umwegen und durch riskante Situationen schlie\u00dflich in das Land, in das er sich berufen sieht.<br \/>\nAuf der Hochebene, zwischen Mittelmeer und Jordan; etwa 20 Kilometer n\u00f6rdlich des heutigen Jerusalem &#8211; dort lassen sie sich nieder.<\/p>\n<p>Es ist das Gl\u00fcck des Auswanderers: Den Blick schweifen zu lassen \u00fcber T\u00e4ler und H\u00f6hen, die Weite des Landes zu erleben. Den Zauber des Neuanfangs auszukosten.<br \/>\nAber das alles h\u00e4lt nicht lange vor. Der karge Boden gibt nicht so viel her, wie sie sich erhofft hatten. So gab es immer wieder Streitigkeiten zwischen den Hirten des Abraham und den Hirten, die die Herden des Lot h\u00fcteten. Wer hat das Recht, seine Tiere auf eine frische Wiese zu schicken? Abraham, als der \u00c4ltere, der Wohlhabendere? Oder Lot, als der derjenige, der engagiert mit Eifer und viel Ehrgeiz gro\u00dfe Zuchterfolge feierte, aber daf\u00fcr auch optimales Futter ben\u00f6tigte?<br \/>\nJeder sah sich im Recht &#8211; zwischen den Hirten der beiden war es schon zu wilden Schl\u00e4gereien gekommen. Und auch zwischen beiden Clanchefs &#8211; Abraham und Lot &#8211; war das Klima eisig geworden. Man sprach weniger miteinander als sonst.<\/p>\n<p><strong><em>Der Konflikt in Abraham<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Abraham sp\u00fcrt, dass hier ein Krieg im Entstehen ist. Ein Nervenkrieg zweier M\u00e4nner, die mit gro\u00dfen Hoffnungen hier angefangen haben und nun sp\u00fcren, dass es miteinander nicht mehr geht.<br \/>\nAbraham hat lange \u00fcberlegt, wie es weitergehen kann. Letztlich sieht er nur einen Weg: Wir m\u00fcssen uns trennen; das Weidegebiet untereinander aufteilen. Jeder wird dann sehen m\u00fcssen, wie er damit zurecht kommt.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndieses Man\u00f6ver des Abraham klingt so einfach &#8211; aber das war es beileibe nicht. Denn die Frage war: Wer bekommt welche H\u00e4lfte des Landes?<br \/>\nDa gibt es den steinigen, trockenen Westen, \u00fcber den der Wind hei\u00df hinwegpfeift. Und da ist der Hang zum Jordantal hinab, \u00fcber mehrere Kilometer zieht er sich hin, mit vielen gr\u00fcnen, saftigen Fl\u00e4chen, die sogar einen erfolgreichen Ackerbau versprechen. Wer bekommt welchen Abschnitt?<\/p>\n<p>In der Nacht, bevor Abraham dem Lot die Grenzziehung vorgeschlagen hat, wird er viel dar\u00fcber nachgedacht haben: Lot wird sicher nicht bereit sein freiwillig, den trockenen Westen zu nehmen. Denn er scheint unter der momentanen Situation nicht so sehr zu leiden wie sein Onkel Abraham.<\/p>\n<p>Es bleiben ihm nur zwei Optionen:<br \/>\nEntweder so weitermachen wie bisher, oder um des Friedens willen bereit zu sein, das unattraktive Land im Westen zu nehmen.<br \/>\nUnd Abraham ringt sich zu einer Entscheidung durch: Er ist bereit, eine Trennung zu vollziehen und zu verlieren, um Frieden wieder herzustellen.<\/p>\n<p>Womit Abraham in dieser alten Geschichte k\u00e4mpft, das durchleben auch heute viele Menschen: Die Frage: Bin ich bereit, um des Friedens willen nachzugeben, aus einer Auseinandersetzung als \u201eVerlierer\u201c herauszugehen?<\/p>\n<p><strong><em>Nachgeben &#8211; Ein schwieriger Weg<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bei Abraham wirkt das so souver\u00e4n. Er bietet dem Lot an, auszuw\u00e4hlen, welches St\u00fcck Land er m\u00f6chte. Der entscheidet sich nat\u00fcrlich f\u00fcr das offensichtlich attraktivere &#8211; und die Sache scheint ausgestanden.<\/p>\n<p>Aber in unserer Erfahrung sieht das ganz anders aus. Es f\u00e4llt uns nicht leicht, angestammte Rechte und Besitzst\u00e4nde aufzugeben. Platz zu machen f\u00fcr den Anderen. Verlierer zu sein.<br \/>\nDie aktuelle Fl\u00fcchtlingssituation l\u00e4sst das ja deutlich sichtbar werden. Viele haben Angst um das, was sich \u00e4ndert, wenn nun viele Menschen zu uns kommen, die auch Platz, Geld und Ressourcen in unserem Land beanspruchen.<br \/>\nMan muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass das zu gewissen Einschr\u00e4nkungen und Komforteinbu\u00dfen f\u00fchrt. Und darauf sind wir irgendwie nicht gut programmiert. Vielleicht hat das etwas mit der Evolutionstheorie Darwins zu tun; der Vermutung, dass nur der Durchsetzungsstarke auch wirklich eine Zukunft hat. &#8211; Gibt es darum so viele menschliche Platzhirsche, die sich ihr Revier niemals streitig machen lassen wollen?<\/p>\n<p>Der Kl\u00fcgere gibt nach, macht Platz &#8211; sagt das Sprichwort; und davon erz\u00e4hlt diese biblische Geschichte.<br \/>\nAbraham hat erkannt, dass es Wichtigeres und Wertvolleres gibt als das Gewinnen!<br \/>\nEr sieht: Der Frieden im Haus und auf dem Hof sind ein unsch\u00e4tzbares Gut und Geschenk ist.<br \/>\nUnd ich denke an K\u00f6nig Pyrrhus, der einst die R\u00f6mer besiegte, es geschafft hat, sich durchzusetzen &#8211; mit vollstem Einsatz. Um den Preis, dass er dabei fast sein gesamtes Heer verloren hat; und mit nur wenigen geschundenen \u00dcberlebenden zur\u00fcckkehrte &#8211; ein Sieger, der mehr verloren hat als mancher Verlierer.<\/p>\n<p><strong><em>Nachgeben als gesegneter Weg<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Abraham und Lot &#8211; der Eine ist bereit um des Friedens willen nachzugeben, der Andere sucht sich das Filetst\u00fcckchen aus. Wer Sieger oder Verlierer ist- das erkennt man manchmal erst auf den zweiten Blick! Auch bei Abraham und Lot!<br \/>\nDenn die Gegend, in die Lot zieht offenbart in den folgenden Jahren ihre Gefahren. Einmal wird Lot von einem fremden durchziehenden Soldatenheer verschleppt. Nur durch eine wagemutige Aktion Abrahams wird er gerettet und kommt mit dem Leben davon. Sp\u00e4ter wird sein Land ein Raub der Flammen, als die St\u00e4dte Sodom und Gomorra durch einen Feuerregen zerst\u00f6rt werden. Seine Frau bleibt bei der Flucht als Salzs\u00e4ule auf der Strecke. Schlie\u00dflich sitzt Lot wieder bei Abraham auf den Hochebene im Westen, ohne Hab und Gut.<br \/>\nUnsere Bibel erz\u00e4hlt das ohne einen Hauch von Schadenfreude. &#8211; Ganz n\u00fcchtern. Und auch Abraham kennt dieses Gef\u00fchl hier nicht. Damals, als sie sich getrennt hatten, hat Abraham gewusst, was er wollte: \u201cFrieden\u201d &#8211; und er kannte den Preis daf\u00fcr: Die Bereitschaft das trockene Land im Westen zu w\u00e4hlen.<br \/>\nEr hat auch als scheinbarer Verlierer f\u00fcr sich gewonnen &#8211; n\u00e4mlich den Frieden. Darum gab es keine offene Rechnung mit Lot; kein Rachegef\u00fchl und keine Schadenfreude.<\/p>\n<p><strong><em>Jesus als Prototyp des siegenden Verlierers?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Von diesem Punkt aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zu Jesus, der diese Haltung bis zum Letzten gelebt hat. Seine Bergpredigt ist davon durchzogen.<\/p>\n<p>Selig sind die Sanftm\u00fctigen; denn sie werden das Erdreich besitzen &#8211; sagt er in einer Welt in der man schon damals den Eindruck hatte, dass es die Skrupellosen sind, die sich die Welt unter den Nagel rei\u00dfen.<\/p>\n<p>Selig sind die\u00a0 Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen &#8211; spricht er obwohl sich ein kriegsf\u00fchrender Kaiser wie ein Gott verehren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schl\u00e4gt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel &#8211; das sagt er zu Menschen, die in dieser Situation normalerweise schon auf dem Weg zum Rechtsanwalt w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die scheinbaren Verlierer erkl\u00e4rt Jesus letztlich zu den Siegern. Gottes Welt scheint oft genug anders zu funktionieren, als wir es vermuten.<\/p>\n<p>Da, wo wir auf den ersten Blick denken \u201eHier verliere ich etwas, hier muss ich etwas aufgeben, hier bin ich der, der als Looser vom Platz geht\u201c &#8211; da lehren mich Abrahm und Jesus:<br \/>\nDu bist nicht der Verlierer, und du hast nichts verloren!<br \/>\nDu hast etwas aufgegeben, um etwas anderes zu erhalten, manchmal etwas, wovon du jetzt vielleicht noch gar nicht ahnst, was es ist.<br \/>\nAber wenn du nicht den Mut hast etwas aufzugeben, wirst du es nie erfahren, was du gewinnen w\u00fcrdest.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Foto oben: Fotolia\/ Ramain<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erz\u00e4hlung \u00fcber die Trennung von Abraham und Lot war bisher nicht in den klassischen Predigttextreihen vertreten. Die in der Erprobung befindliche Neuordnung der Texte sieht diesen au\u00dferordentlich spannenden Abschnitt nun als Predigttext vor. 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