{"id":2475,"date":"2015-10-11T08:00:54","date_gmt":"2015-10-11T07:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=2475"},"modified":"2017-10-24T07:32:45","modified_gmt":"2017-10-24T06:32:45","slug":"predigt-kirche-hier-ist-etwas-anders-1-mose-2810-19a-predigt-zur-kirchweih-mit-aktion-11-oktober-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=2475","title":{"rendered":"Predigt: Kirche &#8211; Hier ist etwas anders! (1.Mose 28,10-19a) Predigt zur Kirchweih, mit Aktion, 11. Oktober 2015"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2477\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=2477\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?fit=800%2C550&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"800,550\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"kerwabrunn2015hellklein\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?fit=800%2C550&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-2477\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein-300x206.jpg?resize=300%2C206\" alt=\"kerwabrunn2015hellklein\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?resize=300%2C206&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?resize=768%2C528&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?resize=400%2C275&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?resize=150%2C103&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?resize=218%2C150&amp;ssl=1 218w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/kerwabrunn2015hellklein.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Erz\u00e4hlung von Jakobs Himmelsleiter ist die Basis dieser Predigt und zielt auf das Besondere eines Ortes, an dem ich Gott begegne. Zur Kirchweih in diesem Jahr haben wir die Wertsch\u00e4tzung dieses Ortes dadurch ausgedr\u00fcckt, dass wir am Ende des Gottesdienstes, unsere Kirche umarmt haben: Wir bildeten Hand in Hand einen gro\u00dfen Kreis um die Kirche und schlossen mit einem feierlichen Lied ab. In der Zeitung zuvor wurde die Aktion angek\u00fcndigt &#8211; schlie\u00dflich ist es je nach Gr\u00f6\u00dfe der Kirche nicht ganz einfach, diesen Kreis zu schlie\u00dfen.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><em>(Hinweis: Der Predigttext von Jakobs Traum von der Himmelsleiter wurde bereits zuvor als AT-Lesung vorgetragen)<\/em><br \/>\nKirchen, Tempel &#8230;\u00a0 solche Orte, von denen die Leute meinten, dass diese etwas Besonderes w\u00e4ren, und dass man dort regelm\u00e4\u00dfig vorbeischauen m\u00fcsste &#8211; das war nicht sein Ding.<br \/>\nDas hatte nicht nur damit zu tun, dass er nicht so im klassischen Sinn \u201efromm\u201c war. Obwohl &#8211; naja, vielleicht gabs da ja doch einen inneren Zusammenhang: Denn er war ja jetzt nicht so der besonders vorbildliche Erdenb\u00fcrger. Da war einfach zu viel passiert &#8230; er war da eben irgendwie jung, dumm und \u00fcberm\u00fctig gewesen, die eigene Mutter spielte da auch keine allzu r\u00fchmliche Rolle &#8230; jedenfalls diese Story &#8211; die ging ihn immer wieder nach und lie\u00df ihn einfach nicht los.<!--more--><br \/>\nWie es jetzt weitergehen sollte, wusste er ohnehin nicht so recht. Seine Heimat hatte er ja sozusagen verspielt &#8211; schlie\u00dflich hatte er seinem Bruder dessen Rechte als \u00e4ltesten Sohn sozusagen geklaut. Beim Erbe h\u00f6rt bekannterma\u00dfen die Geschwisterliebe auf. Aber mit den gewonnen Rechten und Besitzanspr\u00fcchen konnte er nichts anfangen &#8211; denn es war klar: Sobald der gemeinsame Vater in Frieden die Augen geschlossen h\u00e4tte, w\u00fcrde ihn sein eigener Bruder umbringen. Daran hatte der entt\u00e4uschte und w\u00fctende Esau keinen Zweifel aufkommen lassen.<br \/>\nSo f\u00fchrte Jakobs Irrweg \u00fcber verschieden Stationen, zu weitl\u00e4ufigen\u00a0 Verwandten, wochenlange M\u00e4rsche &#8211; anders als beim Tourismus unsrer Zeit stand ihm der Sinn nicht nach der Besichtigung von Tempeln oder sonstigen Heiligt\u00fcmern. Und umgekehrt h\u00e4tte er nie im Traum daran gedacht, selber einmal so etwas zu bauen.<br \/>\nObwohl es ja gerade ein Traum war, der f\u00fcr Jakob alles ver\u00e4ndert hat! Auf seiner Reise \u00fcbernachtete er drau\u00dfen in der Steppe. Einen gro\u00dfen Stein platzierte er hinter seinem Kopf, vielleicht als Schutz gegen den staubigen Westwind. Und er tr\u00e4umte von dieser Leiter, die in den Himmel ragt, von den Engeln, die dort auf- und absteigen und von dem Versprechen Gottes: Ich bin mit dir und will dich beh\u00fcten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.<br \/>\nEin Traum, dieser Traum: Endlich einer, der freundliche Worte f\u00fcr ihn hat. Endlich ein Lichtblick, dass es im Leben weitergehen kann, auch wenn er so ziemlich alles falsch gemacht hat. Gott verspricht ihm seine N\u00e4he und Treue &#8211; gerade ihm, der von seiner Familie alles andere als vertrauensw\u00fcrdig eingesch\u00e4tzt wurde.<\/p>\n<p>Wir wissen, was dann geschieht:<br \/>\nDer Mann, der mit seiner Vorgeschichte von sich auch wohl keinen Schritt in ein Gotteshaus gesetzt h\u00e4tte, beschlie\u00dft: Hierher werde ich bald wiederkommen. Denn dieser besondere Ort mit seiner besonderen Geschichte f\u00fcr mich soll nicht vergessen werden &#8211; hier werde ich ein Gottes-Haus bauen. F\u00fcr Gott und f\u00fcr meine Lebensgeschichte mit diesem Gott, der mitten im gr\u00f6\u00dften Schlamassel sagt: \u201eIch verlasse dich nicht.\u201c<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nKirchen sind besondere Orte. Orte an denen etwas anders ist, als sonst.<br \/>\nNur wei\u00df man manchmal nicht, ob die Kirche da steht, weil der Ort etwas Besonderes &#8211; oder ob der Ort etwas Besonderes ist, weil die Kirche da steht.<br \/>\nBei Jakob war Ersteres der Fall: An diesem Ort, hat er Gottes N\u00e4he und sein Versprechen, in beizustehen, erlebt. Darum war dieser Ort f\u00fcr ihn etwas besonderes. Was er in diesem Moment gesp\u00fcrt hat, was so anders als alles Bisherige. Das festzuhalten &#8211; zumindest geographisch, kann ich gut verstehen. Hier einmal wiederzukommen, sich an das Erlebte zu erinnern &#8211; vielleicht gerade dann, wenn es ihm nicht mehr so blendend gehen sollte. Zur\u00fcckzukehren an diesem Ort, der ihm so gut getan hat &#8211; und m\u00f6glicherweise noch etwas wiederzuentdecken von der Kraft dieses Ortes, dieser Begegnung, dieses Traumes.<br \/>\nSo, wie viele noch genau wissen, \u201ewo war mein erster richtiger Kuss?\u201c Genauso kann ein Ort auch Erinnerungen an wichtige Stationen meiner Liebes-Geschichte mit Gott wachrufen. Es gibt Orte, die verbinden wir mit bestimmten Stationen unseres Glaubens-Lebens. Und das m\u00fcssen nicht zwangsl\u00e4ufig Kirchen sein &#8211; und wir m\u00fcssen nicht unbedingt dort eine Kirche oder Kapelle hinstellen. Aber es tut uns gut, uns immer wieder mal daran zu erinnern, was wir mit unserem Gott erlebt haben.<br \/>\nSo manches ehrlich ausgesprochene \u201eGott sei Dank\u201c,\u00a0 manches erh\u00f6rte Gebet, bei dem einen ein Stein vom Herzen gefallen ist, ist im Alltag schneller vergessen, als man denkt.<\/p>\n<p>Obwohl: Wenn ich sehe, wie viele kleine und kleinste Kapellen wir in S\u00fcden Bayerns haben. Da \u00fcberlege ich mir beim Wandern im Allg\u00e4u schon manchmal: Was war hier? Denn es muss ja nicht der tragische Tod eines jungen Menschen sein, der\u00a0 Grund f\u00fcr eine kleine Kapelle ist. Gelegentlich entdeckt man eine Inschrift oder Andeutung, die zeigt, diese Kapelle steht aus Dankbarkeit, als Erinnerung an etwas Besonderes, das jemandem widerfahren ist.<\/p>\n<p>Aber nicht \u00fcberall, wo eine Kirche steht, ist zuvor etwas besonderes geschehen. Bei unserer Kirche hier in Brunn ist ja auch nichts \u00fcberliefert, weshalb genau hier diese Kirche, beziehungsweise ihre Vorg\u00e4nger erbaut worden sind.<br \/>\nIst der Ort hier dann nichts besonderes?<br \/>\nNat\u00fcrlich doch! Es liegt ja auf der Hand: Dort, wo w\u00f6chenlich Menschen singen und beten, wo Gottes Wort gelesen und verk\u00fcndigt wird, wo wir das Abendmahl feiern &#8211; da liegt es auf der Hand, dass Menschen hier Erfahrungen mit Gott machen. Dass sie hier Gebete gesprochen haben, die etwas in ihrem Leben bewirkt haben. Dass sie in diesem B\u00e4nken sa\u00dfen und in sich sp\u00fcren, dass Gott mit ihnen redet.<br \/>\nNat\u00fcrlich kann Gott auch irgendwo drau\u00dfen bei der Weiherm\u00fchle mit mir sprechen und ich mit ihm &#8211; aber irgendwie ist das hier eine besondere Atmosph\u00e4re, wo die Begegnung mit Gott irgendwie mehr in der Luft h\u00e4ngt.<br \/>\nSo manche Menschen behaupten gar, dass man es alten Kirchen ansp\u00fcrt, dass die dicken Mauern schon seit Jahrhunderten von den Gebeten der Menschen<br \/>\ndurchdrungen sind.<br \/>\nSo hat es mich auch nachdenklich gemacht, als wir den alten Taufstein in Tiefenbach besucht haben. Der stand bis vor etwa 110 Jahren vorne im Altarraum, \u00fcber Jahrhunderte wurden Generationen von Kindern aus Brunn und Hohholz dar\u00fcber getauft. Obwohl die allermeisten von uns den Taufstein nie vorher gesehen hatten war doch etwas zu sp\u00fcren &#8211; von Verbundenheit und Respekt. Es gibt da Dinge, die kann man nur schwer in Worte fassen.<\/p>\n<p>Kirche &#8211; das ist einfach etwa besonderes.<br \/>\nLetztlich kann man es nicht wirklich schl\u00fcssig erkl\u00e4ren.<br \/>\nMan kann es h\u00f6chstens erleben &#8211; wenn wir miteinander hier Gottesdienste feiern, oder wenn man tags\u00fcber, w\u00e4hrend sie offen ist, sich einfach mal reinsetzt. Da sitzen, nichts machen, und sp\u00fcren, was dieser Raum mit einem macht &#8230; wenn man da ganz alleine ist.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nseit 291 Tagen steht sie hier unsere Kirche St. Georg &#8211; und heute feiern wir, dass wir sie haben! Dass sie ein fester Teil unseres Ortes ist; auch f\u00fcr diejenigen, die eher selten am Sonntag hier vorbeischauen. Sie geh\u00f6rt in unsere Mitte, und darum wollen wir sie am Ende unseres Gottesdienstes einmal in unsere Mitte nehmen. Sie buchst\u00e4blich umarmen &#8211; unsere Brunner Kirche.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erz\u00e4hlung von Jakobs Himmelsleiter ist die Basis dieser Predigt und zielt auf das Besondere eines Ortes, an dem ich Gott begegne. 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