{"id":2284,"date":"2015-03-29T09:30:22","date_gmt":"2015-03-29T08:30:22","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=2284"},"modified":"2022-05-13T22:35:17","modified_gmt":"2022-05-13T20:35:17","slug":"predigt-viele-koerner-ein-brot-symbolpredigt-zur-konfirmation-28-maerz-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=2284","title":{"rendered":"Predigt zur Konfirmation: Viele K\u00f6rner &#8211; ein Brot (Symbolpredigt)  28. M\u00e4rz 2015"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background-color:#f1d074\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"338\" data-attachment-id=\"2286\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=2286\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?fit=600%2C338&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"600,338\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Viele K\u00f6rner &amp;#8211; Ein Brot\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?fit=600%2C338&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?resize=600%2C338&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-2286 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?resize=400%2C225&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?resize=150%2C85&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg?resize=250%2C141&amp;ssl=1 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>F\u00fcr <a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/brotpredigt.jpg\"><\/a>die Konfirmationen in unseren beiden D\u00f6rfern hat Vikar Jonas Mo\u00dfdorf angeregt, das Motiv &#8222;Viele K\u00f6rner &#8211; ein Brot&#8220; in verschiedenen&nbsp; eigenst\u00e4ndigen Predigt-Sequenzen zu entfalten. So entstand eine Zwei-Autoren-Predigt mit sehr selbstst\u00e4ndigen Bilderwelten<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<blockquote>\n<p><span style=\"color: #800080;\">.<strong><br \/><\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>1. Das Bild von den K\u00f6rnern und dem Brot<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen, (liebe Konfirmanden),<br \/>ihr habt es sicher schon l\u00e4ngst hier liegen sehen: Wir haben hier ein Brot &#8211; und darum soll es in den n\u00e4chsten Minuten gehen. Ein Brot \u2026 in Worten: \u201cEines\u201d &#8211; aber ihr wisst: So ein Brot ist aus vielen vielen einzelnen und unterschiedlichen K\u00f6rnern gemacht. Weizen, Roggen, Dinkel, eine Handvoll Sonnenblumen und auch etwas Hafer. Ein echtes K\u00f6rnerbrot! Viele K\u00f6rner &#8211; ein Brot.<br \/>Wir haben uns gedacht: Das ist eigentlich auch ein passendes Bild f\u00fcr die christliche Gemeinde. Da wird auch aus vielen unterschiedlichen Menschen eine Gemeinschaft. Ihr sagt heute \u201cja\u201d zu eurem Christsein, \u201cja\u201d zu eurer Taufe. Damit ist jede(r) von euch ein Teil, ein Korn dieses Gemeinschafts-Brots.<\/p>\n<p><!--more-->\u00a0<strong>2. Ich als Ich: Das Korn<\/strong><\/p>\n<p>Bevor das Brot je gebacken wird, gibt es sie schon: Die zahllosen K\u00f6rner. Zun\u00e4chst sind sie ja etwas ganz kleines und unscheinbares, aber wenn man sich die Zeit g\u00f6nnt, K\u00f6rner mal n\u00e4her anzuschauen, dann f\u00e4llt einem schnell auf: Wie so vieles in der Natur sind sich die K\u00f6rner zwar \u00e4hnlich, aber letztlich doch auch ganz unterschiedlich. Nicht nur dass Roggen anders aussieht als Weizen oder Gerste.<br \/>Nein, auch jedes Weizenkorn hat seine ganz besonderen Eigenheiten. Sicherlich, die Unterschiede sind nicht gro\u00df und manchmal muss man schon ganz genau hinsehen, um sie zu entdecken. Das ist ja auch ganz normal, schlie\u00dflich sind ja alles K\u00f6rner.<\/p>\n<p>Aber doch sind es gerade die Unterschiede, die jedes Korn zu etwas ganz besonderen machen. Manche haben eben eine etwas andere Farbe oder Form, vielleicht sind sie auch ganz leicht anders geformt oder haben eine bestimmte Maserung. So ist also jedes Korn sein ganz eigenes Korn und das macht es zu etwas besonderem &#8211; und das ist auch gut so.<br \/>Bei euch Konfis ist das ja zun\u00e4chst \u00e4hnlich: Erstmal seid ihr alles Menschen, habt zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf. Da seid ihr euch doch erstmal \u00e4hnlich, so wie es auch die K\u00f6rner sind. Aber wenn man dann etwas n\u00e4her hinsieht, erkennt man nat\u00fcrlich auch die Unterschiede, die euch besonders machen: Eure Haar- und Augenfarbe, wie gro\u00df ihr seid, wie ihr euch anzieht und manches mehr kann man dann entdecken. Schon da wird klar: Jede(r) von euch ist sein\/ihr ganz eigener Mensch, genauso eigen, wie auch jedes Korn etwas besonderes ist.<\/p>\n<p>Aber das Aussehen ist es ja noch nicht: Man muss euch erstmal ein bisschen kennen lernen, bevor man wei\u00df, was euch auszeichnet. Manch einer ist sehr lebhaft, die andere braucht ein bisschen bis sie auftaut und so weiter und so fort. Jede(r) hat seine\/ihren ganz eigenen Charakter. Verschieden, Einzigartig und Wunderbar. Jede(r) kann erst einmal stolz feststellen: Ich bin ich. Ich bin ein ganz \u00a0einzigartiges Korn und so wie Gott alle K\u00f6rner gemacht hat, so hat er auch jeden von euch zu einem ganz eigenen und einzigartigen Menschen gemacht. Mit eigenen Ideen, Tr\u00e4umen und Hoffnungen. Auch mit eigenen Zug\u00e4ngen zum<\/p>\n<p>Glauben mit seinem\/ihrem eigenen Draht zu Gott. Ganz und gar euer eigenes Korn und ganz und gar wunderbar &#8211; so seid ihr. Korn darf auch mal Korn sein. Ich brauche meine Zeit, in der ich mich und meinen Charakter kennen lerne, auch was den Glauben angeht. Die braucht es, um all die wunderbaren kleinen Gaben zu entdecken, die Gott in mir angelegt hat. Egal in welchen Broten wir K\u00f6rner uns wiederfinden- sei es unter Freunden, in der Schule, oder auch in der Kirche, manchmal d\u00fcrfen wir auch ganz Korn sein.<\/p>\n<p><strong>3. Wir Konfis in der Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n<p>Ich liebe ja so ein K\u00f6rnerbrot, mit ganz vielen K\u00f6rnern drin und drauf, wo man beim Kauen auch ein bisschen was sp\u00fcrt; wo man merkt, woraus das Brot gemacht ist. Und das ist nicht blo\u00df bei diesem Brot so &#8211; sondern auch in der Kirche. Wir brauchen Vollkornk\u00f6rnerbrotgemeinden, wo man sp\u00fcrt: Da gibt es ganz viele unterschiedliche Menschen, die diese Gemeinschaft pr\u00e4gen. jedes einzelne Korn verleiht dem Brot seinen unverwechselbaren Geschmack. Und darum bin ich so froh, dass wir euch auch dabeihaben. Damit auch ihr euren Anteil zu Einmaligkeit dieser Gemeinschaft beitragt.<\/p>\n<p>Ihr habt es ja selber gemerkt, wie viele unterschiedliche Menschen euch im Laufe der Pr\u00e4pi- und Konfi-Zeit begegnet sind. Diejenigen, die euch an den Nachmittagen begleitet haben; Menschen, mit denen ihr in eurem Gemeinde-Praktikum zu tun hattet. Dann Fishlife, das Zeltlager zusammen mit den ehemaligen Konfis, aber auch mit den Leuten aus anderen Gemeinden. Jeder von denen ist ein Korn dieses Gemeindebrotes, jeder hat etwas dazu beigetragen, jeder kann erleben, wie sch\u00f6n es ist, Teil einer Gemeinschaft zu sein, gebraucht zu werden. Ihr seid da ein Teil, schon jetzt!<\/p>\n<p>Noch etwas habt ihr sicher festgestellt: Manche siehst du h\u00e4ufiger, die fallen auf, die stehen \u00f6fter im Mittelpunkt, deren Namen kennt jeder: Pfarrer, Vikar, Kirchenvorsteher, Organistinnen, S\u00e4nger, Bl\u00e4ser\u2026 und andere sind da, werden auch gebraucht, aber die fallen nicht so auf, sind eher unter der sichtbaren Oberfl\u00e4che. Wie bei diesem Brot: Da gibts die K\u00f6rner, die sch\u00f6n repr\u00e4sentativ auf der Kruste festgebacken sind. Die sieht man als erstes, die fallen auf, manchmal meint man auch, die w\u00e4ren besonders wichtig und w\u00fcrden das Brot zu dem machen, was es ist. Aber ihr wisst: Das Brot als ganzes z\u00e4hlt! Die vielen einzelnen K\u00f6rner, die auch ganz unscheinbar im Brot verbacken sind &#8211; die machen das Brot zu dem, was es ist, sie geben dem Brot seine Kraft und seinen Geschmack. Wir brauchen alle! \u00a0Viele K\u00f6rner braucht es, damit ein Brot entsteht.<\/p>\n<p><strong>4.Das Brot f\u00fcrs Leben<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute&#8220;, so beten \u00fcber 2 Milliarden Christen t\u00e4glich mit den Worten, die uns Christus selbst gelehrt hat. So kennen auch wir den Satz aus dem Vater Unser in- und auswendig. Er steht in diesem Grundgebet f\u00fcr die Christenheit f\u00fcr alles was zum Leben n\u00f6tig ist. Brot ist Leben, fast so elementar wie Wasser. Unser t\u00e4glich Brot, das ist alles, was wir n\u00f6tig haben, angefangen vom Sonnenschein bis hin zu guten Freunden. Wie gern bitte ich da: \u201cUnser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.\u201d<\/p>\n<p>Wie aber die Bitte um das Brot nicht die einzige im Vater Unser ist, so ist Brot \u2013 auch im umfassenden Sinne &#8211; nicht das einzige, was wir brauchen. So sagt auch Jesus: &#8222;Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.&#8220; So sch\u00f6n es ist, wenn wir genug zu Essen und trinken und gute Leute um uns zu haben, so ist es eben nicht alles worauf es ankommt.<\/p>\n<p>Wir brauchen doch auch noch etwas anderes. Wir kommen in die Kirche, wir beten, feiern, singen und suchen nach Gott, weil uns auch noch nach etwas anderem verlangt. Wir brauchen zum irdischen noch ein himmlisches Brot. Gott hat dieses Bed\u00fcrfnis gesehen und Christus zu uns geschickt, so wie es im Johannesevangelium hei\u00dft: &#8222;Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allzeit solches Brot.<\/p>\n<p>Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr d\u00fcrsten.&#8220; In Christus ist also diese Himmelsbrot erschienen, dass auch die Sehns\u00fcchte in uns stillt, denen unser irdisches Brot nicht gerecht werden kann. An diesem Brot haben wir in der Kirche Anteil, besonders im Heiligen Abendmahl, an dem ihr heute Anteil haben werden wird.<\/p>\n<p>Gott begibt sich hinein in die Gaben des Abendmahls, um uns seine Liebe, seine Vergebung zu zeigen und einen Vorgeschmack auf die Seligkeit am Ende der Zeiten zu geben. Im Abendmahl findet Gemeinschaft ihren Ausdruck, Gemeinschaft unter uns Christen, heute besonders mit euch dann Konfirmierten und Gemeinschaft mit dem himmlischen Brot, das uns in Jesus Christus versprochen ist. Im Leben hier auf Erden in dem uns Gott schon im Brot seine Versorgung zeigt, \u00f6ffnet sich ein Fenster und wir bekommen Anteil an dem himmlischen Brot, von dem Jesus verspricht: &#8222;Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer dieses Brot essen wird, der wird Leben in Ewigkeit.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Zwischenspiel der Bl\u00e4ser<\/strong><\/p>\n<p><strong>5. Brot teilen<\/strong><\/p>\n<p><em>(Pfr schneidet ein St\u00fcck vom Brot ab, verteilt es)<\/em><\/p>\n<p>Wollt ihr ein St\u00fcck? Gell, das ist doch was ganz was anderes, als wenn wir da vorne immer nur reden.<br \/>Wisst ihr? Jesus hat das auch gemeint: Blo\u00df reden bringt es nicht. Manchmal muss man auch etwas tun. Ihr kennt alle die Geschichte, wo Jesus das Brot teilt, und viertausend Menschen satt macht. Das, was man hat, mit anderen teilen. Das macht nicht nur satt, sondern das schafft auch Gemeinschaft unter uns Menschen.<\/p>\n<p>Da steht der kleine Kerl auf dem Pausenhof, und ist ganz geknickt, weil er vergessen hat, sein Pausenbot einzupacken; das liegt jetzt noch daheim auf dem Tisch. Wenn jetzt einer kommt und sagt: Schau, die kriegst die H\u00e4lfte von meinem &#8211; dann ist es etwas, was beiden gut tut und ihre Freundschaft wachsen l\u00e4sst. Oder miteinander Pausenbrote tauschen: \u201cWas hast denn du? Ich hab mal wieder Camembert drauf, den ich nicht mag\u201d. \u201cAch, mir gehts genauso, wieder Mamas Lieblingssalami\u201d &#8211; Ey, da geht was: Da wird das Pausenbrot getauscht, und beide sind gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Wisst ihr: Glaube ist etwas Praktisches! Da geht es auch darum, miteinander und f\u00fcreinander da zu sein.<br \/>Brot zu teilen \u2013<br \/>Zeit zu teilen \u2013<br \/>Sorgen zu teilen \u2013<br \/>Freude zu teilen.<br \/>Brot f\u00fcr deinen Freund und Brot f\u00fcr die Welt.<\/p>\n<p>Nicht umsonst hei\u00dft unsere evangelische Hilfsorganisation so: Brot teilen, mit denen die mir nahe sind, und mit denen, wie weiter weg leben.<\/p>\n<p><strong>6. Ich und die Anderen im Teig (die Sorgen des Weizenkorns)<\/strong><\/p>\n<p>Am Abend vor dem gro\u00dfen Tag liegt das kleine Weizenkorn wach und kann nicht schlafen. Es ist aufgeregt und kann an nichts anderes Denken als an Morgen. Bei sich denkt es:<\/p>\n<p>&#8222;Morgen soll ich also gebacken werden. Was wird da nur aus mir werden. Da werde ich zun\u00e4chst einmal mit ganz vielen anderen K\u00f6rnern zusammengeworfen. Hoffentlich gehe ich da nicht verloren. Ob ich wohl mit den anderen klar komme? Werden sie mich m\u00f6gen? Gehe ich da nicht unter, wenn ich von so vielen anderen umgeben bin?<\/p>\n<p>Aber als w\u00e4re das nicht genug, ist das ja erst er Anfang: Wenn wir dann zusammengestellt sind, dann werden wir gemahlen. Man muss sich das mal vorstellen: Man steckt uns zwischen zwei Steine, in ein Mahlwerk und dann geht es rund und rund mit Druck und Krach bis gar keine K\u00f6rner mehr zu sehen sind, sondern nur noch Mehl. Bleibe ich da \u00fcberhaupt noch ich? Also wir K\u00f6rner kommen aus dem Mehl nicht mehr heraus, oder? Ganz fein sind wir dann verteilt, alle mit einander gemischt, aber da sind wenigsten wir K\u00f6rner noch unter uns.<\/p>\n<p>Aber es geht ja noch weiter. Dann kommen wir n\u00e4mlich in den Teig. O Gott, o Gott, wenn ich schon an den Teig denke. Wisst ihr \u00fcberhaupt wie die so einen Teig machen? Da kommen dann Mehl und noch ganz viele andere Zutaten zusammen: Wasser, Sauerteig und so weiter. Und dann, dann werden wir durchgeknetet und gewirbelt bis nur noch eine einheitliche Masse \u00fcbrigbleibt. Als Mehl konnte man sich wenigstens noch bewegen, aber als Teig &#8211; da klebt man an einander. Jetzt ist nichtmal mehr das Mehl unter sich. Was wird da nur aus mir?<\/p>\n<p>Aber &#8211; Herr je &#8211; das schlimmste hab ich euch noch gar nicht erz\u00e4hlt, da kommt dann noch das . . . Backen. Stellt euch das vor, nicht nur, dass wir da in den Ofen m\u00fcssen. Diesen dunklen gruseligen Ofen. Aber der ist ja nicht nur Dunkel, sondern auch noch hei\u00df. Dabei vertrag ich doch gar keine Hitze. Und da wird dann der Teig gebacken und am Ende kommt dann Brot raus. Brot, braun mit harter Schale, eigentlich gar nicht so un\u00e4hnlich wie ich jetzt ausseh. Aber muss das denn wirklich sein, mit dem Backen? Du lieber Himmel, was soll ich nur machen: Morgen werde ich gebacken.&#8220;<\/p>\n<p><strong>\u00a07. Der Duft von frischem Brot<\/strong><\/p>\n<p>Das Beste ist: Nachts kurz vor drei. Wenn ich weiter ausw\u00e4rts einen Termin hatte und erst gegen drei nach Wilhelmsdorf komme, dann passiert das: Ich steige am Pfarrhaus aus dem Auto und bin umgeben von einer unbeschreiblichen Back-Duft-Wolke, die von der B\u00e4ckerei Leibner aus durchs Dorf zieht. &#8211; Das ist der Hammer! Ich wei\u00df gar nicht, wie ich das erkl\u00e4ren soll \u2026 der unwiderstehliche Duft von frisch gebackenen \u2026 wahrscheinlich sind es Semmeln. Wie so eine duftende paradiesische Verhei\u00dfung &#8211; das saugt mich f\u00f6rmlich dorthin.<\/p>\n<p>Am liebsten w\u00fcrde ich zum \u00a0B\u00e4cker vormarschieren und klingeln: Lasst mich rein, ich will das mitnehmen, will diesen Traum, diesen Duft, kannst du mir das einpacken?\u00a0 Aber ich wei\u00df ja, was unser B\u00e4ckermeister sagen w\u00fcrde: Alexander, das kann ich dir nicht verkaufen, das kann man auch nicht mitgeben. Dieser besondere Duft entsteht eben genau dort, wo gebacken wird; wo in der W\u00e4rme des Ofens aus vielen K\u00f6rnern ein Brot wird. Wo das passiert, da entsteht dieses Backstubenaroma, das du so liebst. &#8211; Nur hier kannst du es erleben.<\/p>\n<p>Glaube &#8211; das ist das Aroma unserer Gemeinschaft! Wo Menschen sich zusammentun; wo sie Vertrauen zueinander haben, wo sie Vertrauen zu Gott entwickeln. Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen, aber tief im Herzen sehnt man sich danach: Einen zu haben, der einen unbedingt liebt &#8211; egal von der Tagesform. Einen Gott, der mir zuh\u00f6rt und auch den ich hoffen kann. &#8211; Das ist Glaube &#8211; wie dieser besondere Duft nachts um drei \u00a0beim B\u00e4cker. Man kann ihn nicht beschreiben &#8211; aber wer ihn erlebt hat, wird sich immer wieder nach der Backstube Gottes sehnen.<\/p>\n<p><strong>8. St\u00e4ndiges Backen &#8211; Ihr werdet heute nicht verbacken \u2026 und dann nie wieder<\/strong><\/p>\n<p>Wie jedes Bild, so reicht auch das von dem Brot und den K\u00f6rnern nur so und so weit. Denn so gut sich die Gemeinschaft in der Kirche mit dem Brot und so gut ihr Konfis euch mit den K\u00f6rnern vergleichen lasst, so hat das Bild doch seine Probleme. Um es gleich vorwegzunehmen: Ihr m\u00fcsst euch nicht die Sorgen des kleinen Weizenkorns machen, ihr sollt heute nicht verbacken werden. Denn in der Kirche m\u00fcssen wir nicht unser Korn sein aufgeben, wir m\u00fcssen uns nicht zu Mehl mahlen, dann in den Teig kneten und schlie\u00dflich backen lassen. Wir d\u00fcrfen wir bleiben und zugleich Anteil am Brot des Lebens haben, dass Jesus uns verspricht.<\/p>\n<p>Ein Brot &#8211; Viele K\u00f6rner. Da haben wir jetzt ganz sch\u00f6n viel dazu geh\u00f6rt. Vieles bleibt uns im Ged\u00e4chtnis und vieles verfl\u00fcchtigt sich wahrscheinlich auch wieder so schnell wie der Duft von frischem Brot. Aber vier Punkte m\u00f6chte ich f\u00fcr euch doch noch mal festhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>Ihr seid schon als kleine K\u00f6rner wunderbar geschaffen und d\u00fcrft auch mal gegen den Anspruch des Brotes sagen: Ich bin Ich und das ist wunderbar<\/li>\n<li>Ihr seid aber auch in unserer Gemeinschaft zu einem tollen K\u00f6rnerbrot zusammengebacken, zu dem wir alle geh\u00f6ren. Wann immer ihr in eurem Leben auf der Suche sein solltet, so wird euch die Kirchent\u00fcr und ihre Gemeinschaft auch offenstehen.<\/li>\n<li>Brot schmeckt immer besser wenn es geteilt ist: Das soll euch Freude geben zum geben und zum nehmen.<\/li>\n<li>und schlie\u00dflich: Glaube ist manchmal wie der Duft von frischem Brot um halb Drei in der Nacht: Unvergleichlich K\u00f6stlich und unfassbar. Ich w\u00fcnsche euch, dass ihr diesen Duft euer Leben lang in der Nase behaltet!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Amen<\/p>\n<p><em>Autoren: Jonas Mo\u00dfdorf (Punkte 2,4,6,8) und Alexander Seidel (Punkte 1,3,5,7)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Konfirmationen in unseren beiden D\u00f6rfern hat Vikar Jonas Mo\u00dfdorf angeregt, das Motiv &#8222;Viele K\u00f6rner &#8211; ein Brot&#8220; in verschiedenen\u00a0 eigenst\u00e4ndigen Predigt-Sequenzen zu entfalten. 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