{"id":2238,"date":"2015-01-05T20:49:11","date_gmt":"2015-01-05T19:49:11","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=2238"},"modified":"2015-01-05T20:50:23","modified_gmt":"2015-01-05T19:50:23","slug":"predigt-mit-gott-durch-licht-und-finsternis-jesaja-45-1-8-epiphanias-6-januar-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=2238","title":{"rendered":"Predigt: Mit Gott durch Licht und Finsternis (Jesaja 45, 1-8) Epiphanias, 6. Januar 2015"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2240\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=2240\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?fit=830%2C800&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"830,800\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Kyros der Gro\u00dfe\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?fit=830%2C800&amp;ssl=1\" class=\"alignright wp-image-2240 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus-300x289.png?resize=300%2C289\" alt=\"Kyros der Gro\u00dfe\" width=\"300\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?resize=300%2C289&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?resize=768%2C740&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?resize=311%2C300&amp;ssl=1 311w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?resize=150%2C145&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?resize=156%2C150&amp;ssl=1 156w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Cyrus.png?w=830&amp;ssl=1 830w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #800080;\">Der Feldherr K\u00f6nig Kyros als Werkzeug Gottes? Mit allem, was er an Blut an den Fingern hat? Jes 45, 1-8 wirft die Frage auf, inwieweit Gott Mitt\u00e4ter bei all dem Finsteren ist, was auf unserer Welt geschieht: &#8222;der ich Frieden gebe und schaffe Unheil&#8220;!<br \/>\n<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nunser Predigttext von heute geh\u00f6rt zu denen, die erst einmal eine kleine Zeitreise erfordern, um einordnen und verstehen zu k\u00f6nnen, worum es in den folgenden S\u00e4tzen geht.<\/p>\n<p><strong><em>Babylon anno 539 vor Christus<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns nach Babylon, in den jetzigen Irak versetzen, 539 Jahre vor Jesu Geburt. Dort lebte &#8211;\u00a0 inzwischen seit einer Generation &#8211; eine gro\u00dfe Gruppe von Israeliten, die einst nach der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier hierher verschleppt worden waren. Ihre Aussicht auf eine R\u00fcckkehr in die alte Heimat war bislang denkbar schlecht gewesen. Die Babylonier sahen gar keinen Grund, die ausreisen zu lassen.<!--more--><\/p>\n<p>Aber nun, in diesem Jahr 539 drehte sich das Rad der Geschichte ein bisschen weiter. Denn die Macht des babylonische Reiches war am Schwinden, und mit dem persischen K\u00f6nig Kyros fand sich ein neuer politischer Superstar im vorderasiatischen Raum. Mit enormer Geschwindigkeit breitete er sein Herrschaftsgebiet in alle Himmelsrichtungen aus. Und so walzte sein Heer auch erfolgreich Richtung S\u00fcden. Es gab quasi nichts, was ihm wirksam Widerstand leisten konnte. Als seine Armee schlie\u00dflich vor den Toren Babylons stand, mussten sie gar nicht erst zu den Waffen greifen: Die Babylonier ergaben sich kampflos. Offenbar hatten die blutigen Siege des Kyros im Norden und innere Querelen in Babylons Oberschicht den Verteidigungswillen zusammenschmelzen lassen.<br \/>\nDer Sieg des Perserk\u00f6nigs bedeutete f\u00fcr die in Babylon festgehaltenen Israeliten die Freiheit &#8211; endlich durften sie nach Jerusalem zur\u00fcckreisen. Wenige Monate zuvor h\u00e4tte keiner gedacht, dass das so schnell Wirklichkeit werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In dieser Atmosph\u00e4re entfalten die Worte des Propheten Jesaja ihren Klang. Und in unserem heutigen Predigttext l\u00e4sst Jesaja Gott zu Wort kommen, der direkt den siegreichen K\u00f6nig Kyros anspricht:<\/p>\n<p>(Jesaja 45, 1-8)<br \/>\n<em>1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich V\u00f6lker vor ihm unterwerfe und K\u00f6nigen das Schwert abg\u00fcrte, damit vor ihm T\u00fcren ge\u00f6ffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben:<\/em> <em>2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die ehernen T\u00fcren zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen<\/em> <em>3 und will dir heimliche Sch\u00e4tze geben und verborgene Kleinode, damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der Gott Israels.<\/em> <em>4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserw\u00e4hlten, willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du mich nicht kanntest.<\/em> <em>5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist au\u00dfer mir. Ich habe dich ger\u00fcstet, obgleich du mich nicht kanntest,<\/em> <em>6 damit man erfahre in Ost und West, dass au\u00dfer mir nichts ist. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr,<\/em> <em>7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.<\/em> <em>8 Tr\u00e4ufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, habe es geschaffen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Bin ich der, der etwas schafft?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwir wissen nicht, ob diese Rede jemals dem siegreichen K\u00f6nig Kyros zu Ohren gekommen ist. Jedenfalls h\u00e4tte sie ihm ganz und gar nicht gefallen &#8211; obwohl sie ja eigentlich eine gro\u00dfe Lobeshymne auf ihn ist.<br \/>\nKyros! Er ist der, dessen Hand Gott ergriffen hat, Kyros als der von Gott Auserw\u00e4hlte, der Gesalbte, der Heil f\u00fcr das Volk bringt. K\u00f6nige wirft er nieder und erobert St\u00e4dte als w\u00e4rs ein Kinderspiel.<br \/>\nAber Jesajas Deutung sagt eben auch: Lieber Kyros, er war Gott, der vor dir die Feinde entwaffnet und niedergeworfen hat; Gott hat f\u00fcr dich die T\u00fcren der gegnerischen Festungen aufgebrochen, die Sch\u00e4tze, die du unter deinen Soldaten verteilst, hat Gott dich finden lassen.<br \/>\nUnd, oh gro\u00dfer Kyros, das ganze Theater hat Gott nicht dir zuliebe veranstaltet. Ihm ging es um sein Volk der Israeliten, das in Babylon gefangen war. Und dich hat er dazu benutzt, sein Volk endlich freizubekommen. Genaugenommen: Ohne Gottes Auftrag und seine Hilfe, w\u00e4rst du kaum \u00fcber die Grenzen deines eigenen Landes hinausgekommen.<\/p>\n<p>Es klingt schon komisch: Dieses Ineinander von Anerkennung und zugleich der Analyse: \u201eletztlich warst das nicht du, das war Gottes Werk\u201d.<\/p>\n<p>Da geht es uns nicht anders als damals einem Kyros: Wir erleben uns ja auch oft als diejenigen, die etwas erreichen, etwas erschaffen, die Kraft und Zeit aufwenden, die gegen allerlei Widerst\u00e4nde k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Und in dem allem sind wir ja die Handelnden &#8211; wir sind aktiv, wir riskieren etwas, nehmen Verantwortung auf uns, nehmen auch manche Last in Kauf. Es ist ja nicht alles ein Kinderspiel. Da muss es ja auch erlaubt sein, zu sagen: \u201eDas habe ich hinbekommen &#8211; und dar\u00fcber bin ich froh.\u201d<\/p>\n<p>Jesaja ruft mir aber auch die andere Perspektive in die Erinnerung: Er fragt einfach mal nach: Wer glaubst du, hat damals die eisernen T\u00fcren zerbrechen lassen, als ihr die Stadt erst\u00fcrmt habt? Wer hat dich den verborgenen Weg zu den Schatzkammern finden lassen? Wer steckt wohl dahinter, dass sich die Babylonier entschieden haben, ihre Stadt kampflos zu \u00fcbergeben?<br \/>\nGlaubst du wirklich, das h\u00e4ttest du alles planen und machen k\u00f6nnen. Wenn du w\u00fcsstest, wie knapp du selbst an einer Katastrophe vorbeigeschrammt bist, ohne es zu merken. Es h\u00e4tte so oft ganz anders ausgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es sind zwei Seiten einer Medaille. Mein Handeln, mein K\u00f6nnen und Gottes Wirken, dass mir manches gelingt &#8211; oder auch scheitert.<br \/>\nBeides geh\u00f6rt zusammen &#8211; und wir haben oft keinerlei Ahnung davon, warum etwas so oder ganz anders ausgeht.<\/p>\n<p>Aber so ganz lebenspraktisch macht es mich nachdenklich, ob ich mir nicht viel h\u00e4ufiger selbst bewusst machen sollte, dass ich das, was ich gerade anfange, eigentlich nicht allein, sondern mit Gottes Hilfe mache.<br \/>\nVielleicht sind mir da die Skispinger im Fernsehen gute Ratgeber: Als Sportler wissen sie: ich habe trainiert, ich bin topfit, aber ich habe eben nicht alles hin der Hand &#8211; darum zeichne ich mich mit dem Kreuz, bevor es in die Tiefe geht.<\/p>\n<p><strong><em>\u201eder ich Frieden gebe und schaffe Unheil\u201d<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Da h\u00e4tte ich aber noch ein zweites Problem, vor das uns die Worte des Propheten Jesaja stellen: Denn ganz ungeniert wird davon erz\u00e4hlt, dass Gott derjenige war, der es erm\u00f6glicht hat, dass Kyros St\u00e4dte erobert, Feinde besiegt, Schlachten gewinnt.<br \/>\n\u201eIch bin der HERR, und sonst keiner mehr,\u00a0 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.\u201d<br \/>\nDas sind Worte ohne Kuschelfaktor &#8211; eher mit einer G\u00e4nsehaut. Gott, als der Herr \u00fcber die Welt, der nach seinem Ratschluss Leben oder Tod bringt. Der auch einem Herrscher die Macht gibt, ganze Landstriche zu \u00fcberrollen.<\/p>\n<p>Und sofort melden sich bei mir Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart:<br \/>\nDenn in den gleichen Gegenden, wo einst Kyros unterwegs war\u00a0 \u00fcberzieht momentan die ISIS D\u00f6rfer mit Terror und Gewalt. Nebenan in Syrien tobt ein B\u00fcrgerkrieg.<br \/>\nOder ich denke an unsere Geschichte in Franken vor den Toren N\u00fcrnbergs &#8211; wo einst Hitler seine Parteitagshauptstadt, Tod und Vernichtung geplant hat &#8211; und wo im Gegenzug sp\u00e4ter ein grauenvoller Bombenteppich der Engl\u00e4nder viele Leben ausgel\u00f6scht hat.<br \/>\n\u201eIch bin der HERR, und sonst keiner mehr,\u00a0 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil.\u201d &#8211; bekomme ich das in meinem Kopf zusammen? Soll ich mir vorstellen, dass das alles Gottes Wirken, sein Plan ist, oder verstehe ich da etwas falsch?<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kenne und liebe ich das, was Jesus gesagt hat:<br \/>\nLiebe deine Feinde.<br \/>\nGott ist die Liebe.<br \/>\nEr war es doch, der im Garten Gethsemane seinem J\u00fcnger gesagt hat: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.<\/p>\n<p>Wie kriege ich diese beiden so widerspr\u00fcchlichen Aspekte zusammen?<br \/>\nMit dieser Frage, besch\u00e4ftigen sich Christen seit der Zeit der ersten J\u00fcnger immer wieder sehr kontrovers. Darum wird das eine kurze Wilhelmsdorfer Predigt sicher nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><em>Epiphanias: Gott kommt zum Heil<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Aber vom heutigen Epiphanias-Tag her m\u00f6chte ich einen Versuch wagen.<br \/>\nEpiphanias: Das hei\u00dft \u201eErscheinung\u201d Gottes.<\/p>\n<p>Von Weihnachten her, von dem Gesang der Engel \u00fcber den Hirten nehme ich mit: Gott macht sich nicht rar &#8211; er kommt uns nahe. So nahe, wie noch nie zuvor. &#8211; Und vielleicht \u00e4ndert sich da auch etwas, wenn er uns in Jesus Christus so nahe kommt.<br \/>\nEr erlebt Licht und Finsternis &#8211; Hosianna und \u201ekreuzigt ihn\u201d.<br \/>\nEs ist also nicht nur der Gott, der Licht und Finsternis macht, sondern beides aus selbst erleidet und aush\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wenn ich Jesu Lebensweg ansehe, sp\u00fcre ich: Das Finstere ist nicht seine Welt! Aber wenn es denn Finsternis gibt, geht er ihr nicht aus dem Weg, sondern er findet seine Wege, genau dort auch ein Licht hineinscheinen zu lassen.<br \/>\nAm deutlichsten wird es am Kreuz: Dort zeigt er auch im Finstersten, im Tod Jesu, durch seine Auferstehung den Weg ins ewige Licht.<\/p>\n<p>Damit kann ich mir nicht erkl\u00e4ren, warum es Finsternis und Unheil gibt &#8211; oder inwieweit Finsternis und Unheil auch von Gott verursacht werden. (Und ich wei\u00df auch nicht, inwieweit mir da im Leben weiterhelfen w\u00fcrde.)<\/p>\n<p>Aber ich sehe und erlebe, wie genau in Momente des Ungl\u00fccks und der Finsternis hinein Lichtstrahlen fallen, die den Menschen wieder Kraft und Mut geben.<\/p>\n<p>So haben die Israeliten in Babylon die Kapitulation der Hautstadt als Weg in die Freiheit und ein neues Leben erfahren.<br \/>\nWo inmitten eines Katastrophengebietes doch noch \u00dcberlebende geborgen werden.<br \/>\nWo es in einer zerr\u00fctteten Beziehung, auch Momente gibt, wo man Harmonie und Geborgenheit erlebt.<br \/>\nWo die J\u00fcnger Jesu es am Ostermorgen erlebt haben: Dass im Moment der gr\u00f6\u00dften Depression eine ganz neue Sicht der Welt entstanden ist.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Feldherr K\u00f6nig Kyros als Werkzeug Gottes? Mit allem, was er an Blut an den Fingern hat? 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