{"id":1830,"date":"1999-04-05T00:01:35","date_gmt":"1999-04-04T23:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1830"},"modified":"2017-10-24T20:17:33","modified_gmt":"2017-10-24T19:17:33","slug":"predigt-jesus-ist-auferstanden-lukas-24-36-45-5-april-1999-ostermontag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1830","title":{"rendered":"Predigt: Jesus ist auferstanden! (Lukas 24, 36-45) 5. April 1999 &#8211; Ostermontag"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">kennen Sie Kleopas? Er ist einer der beiden M\u00e4nner, die von Jerusalem nach Jericho unterwegs waren. 3 Tage nach Jesu Tod am Kreuz. Ihm, und seinem Freund ist Jesus begegnet. Der Auferstandene! Und erst beim Abendessen haben sie ihn erkannt, da\u00df er es ist: Jesus, der tot war, ist wieder unter ihnen. Und kaum hatten sie ihn erkannt, verschwand er vor ihren Augen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">\u201eJesus ist auferstanden!\u201c Mit dieser Nachricht kehrten sie noch am gleichen Abend nach Jerusalem zur\u00fcck. Zu den \u00fcbrigen J\u00fcngern Jesu. Und die waren da schon in heller Aufregung. Kurz zuvor waren die Frauen von Jesu Grab zur\u00fcckgekommen und hatten die gleiche Botschaft mitgebracht: \u201eDas Grab ist leer. Jesus ist auferstanden!\u201c.<\/span> <!--more--><span style=\"color: #000000;\">Jetzt sa\u00dfen sie zusammen. Aufgeregt &#8211; aufgew\u00fchlt f\u00f6rmlich &#8211; und zugleich ratlos: Jesus soll von den Toten auferstanden sein. Wieder lebendig! Das ist ja wunderbar &#8211; aber glauben will es doch keiner so recht. Das ist einfach unvorstellbar. Was werden die gesagt haben, die nicht so wie Kleopas Jesus selbst begegnet sind?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; \u201eSch\u00f6n w\u00e4rs, aber ich denke, bei dir ist der Wunsch Vater des Gedankens\u201c &#8211; ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; Kleopas, nimms mir nicht \u00fcbel, aber ich glaube, du bist einfach zu sehr im Stre\u00df gewesen in den letzten Tagen. Da kann man schon mal Gespenster sehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wer tot ist, ist tot. Nein &#8211; eigentlich kann es sich keiner von ihnen wirklich vorstellen, da\u00df Jesus von den Toten auferstanden ist. Ihr Wunsch w\u00e4re es schon &#8230;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Darum sitzen sie jetzt alle zusammen, sind ratlos. Wagen es kaum, das f\u00fcr wahr zu halten, was Kleopas, was die Frauen zu berichten haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Was sich dann ereignete, erz\u00e4hlt uns der heutige Predigttext am Ende des Lukasevangeliums:<\/span><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Als die J\u00fcnger aber noch von ihm redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und f\u00fcrchteten sich und meinten, sie s\u00e4hen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine H\u00e4nde und meine F\u00fc\u00dfe, ich bin&#8217;s selber. Fa\u00dft mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, da\u00df ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe.<\/span> <\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein St\u00fcck gebratenen Fisch vor. Und er nahm&#8217;s und a\u00df vor ihnen. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es mu\u00df alles erf\u00fcllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da \u00f6ffnete er ihnen das Verst\u00e4ndnis, so da\u00df sie die Schrift verstanden.<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde, selbst als Jesus h\u00f6chstpers\u00f6nlich bei ihnen auftaucht, tun sie sich die J\u00fcnger schwer, es zu fassen. Zu begreifen, da\u00df Jesus von den Toten auferstanden ist, da\u00df er lebt. Es ist verr\u00fcckt, oder zutiefst menschlich. Jesus steht vor ihnen, und sie k\u00f6nnen es nicht fassen. So etwas war ja auch noch nie da!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und die erste Reaktion, von der hier berichtet ist: Sie erschraken aber und f\u00fcrchteten sich und meinten, sie s\u00e4hen einen Geist. Jesus als Gespenst! Nicht der echte Jesus! Blo\u00df ein Geist! Nicht das Original! Damit k\u00e4men die J\u00fcnger anscheinend eher zurecht: Jesus ist nicht wirklich auferstanden, sondern blo\u00df sein Geist ist uns erschienen. So k\u00f6nnten sie sich die Auferstehung vielleicht doch irgendwie vorstellen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und wir tun uns heute offenbar damit auch leichter. Da sagen die einen:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; Jesus ist nicht wirklich auferstanden, sondern seine Botschaft ist halt unsterblich.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; Die J\u00fcnger hatten eine Vision, haben den Auferstandenen gesehen, der aber historisch gesehen schon im Grab liegen blieb.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">So eine Auferstehung \u201elight\u201c k\u00f6nnen sich viele von uns leichter vorstellen. Da k\u00f6nnten mehr Menschen im Glaubensbekenntnis problemlos mitsprechen: \u201eam dritten Tage auferstanden von den Toten\u201c. Aber: Jesus selbst macht den J\u00fcngern und auch uns da einen dicken Strich durch die Rechnung: Er sagt: Was ist in euch gefahren, da\u00df euch solche Gedanken kommen: Ich bin kein Gespenst, kein Geist. Ich bin es wirklich: Schaut mich an: Die N\u00e4gelmale an meinen H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Fa\u00dft mich an! Ja, langt hin, damit ihr es \u201ebegreifen\u201c k\u00f6nnt. Ich bins. Ich bin der gleiche wie der, der mit euch zusammen Abendmahl gefeiert hat. Kein Anderer.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die J\u00fcnger tun sich schwer: Sie freuen sich, da\u00df Jesus lebt, unter ihnen ist, aber zugleich k\u00f6nnen sie es immer noch nicht fassen. \u201eZwick mich, damit ich wei\u00df, ich tr\u00e4ume nicht blo\u00df\u201c. Es ist eben unfa\u00dfbar.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die Auferstehung Jesu bleibt auch unfa\u00dfbar. Was damals geschah widerspricht dem, was wir tagt\u00e4glich erfahren. Der Tod ist das Ende eines Menschenlebens. Da steht keiner mehr auf!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und wir haben auch keine Beweise daf\u00fcr, da\u00df Jesus auferstanden ist. &#8211; Nagut, welche Beweise soll jemand hinterlassen, der von den Toten aufersteht? Da bleibt ja logischerweise nicht mal eine Leiche \u00fcbrig!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und selbst wenn wir irgenwo einen Beweis herbek\u00e4men, bringt der uns wohl auch nichts. Denn \u201eAuferstehung\u201c bleibt eben unvorstellbar. Die J\u00fcnger sind das beste Beispiel: Das steht Jesus leibhaftig vor ihnen, l\u00e4\u00dft sich von ihnen ber\u00fchren, i\u00dft sogar ein St\u00fcck Fisch, damit sie glauben: er ist es wirklich. Und sie stehen immer noch da und packen es nicht. Zun\u00e4chst die gemeinsame Zeit mit Jesus, dann die Ereignisse in Jersualem &#8211; Gefangennahme &#8211; Kreuzigung &#8211; Jesu Tod &#8211; sie haben ihn beerdigt.Und jetzt ist er wieder hier, lebendig! Nein, die Auferstehung Jesu kriegen die J\u00fcnger nicht so ohne weiteres in den Griff.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die Begegnung der J\u00fcnger mit Jesus nimmt aber doch noch eine Wendung: Er erinnert sie an seine Worte, die er lange vor seinem Tod gesprochen hatte: Da hatte er bereits angek\u00fcndigt: Es mu\u00df so kommen, da\u00df ich leiden mu\u00df, sterben mu\u00df und auferstehen werde. Bereits in den Schriften der Propheten war das vorhergesagt: Es ist Gottes Plan: Er will einen Messias senden, der dieses Schicksal erleiden mu\u00df.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und von daher bekommt die Auferstehung einen ganz neuen Glanz: Hier ist nicht irgendwer gestorben und zuf\u00e4llig wieder lebendig geworden. Nein. Was an Karfreitag und Ostern geschah, war Gottes Plan mit Jesus. Er hat ihn mit der Botschaft der Liebe zu uns Menschen geschickt. Mit einer Botschaft, die ihn an Kreuz f\u00fchrte. Und Gott selbst hat ihn aus dem Tod befreit &#8211; und damit dem Tod die Macht genommen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Gottes eigene Tat war es. Vielleicht hilft das Ihnen auch, die Auferstehung etwas besser zu verstehen. Mir f\u00e4llt es so leichter, die Auferstehung Jesu zu begreifen: Als Tat, als Wunder Gottes, das eben nicht unseren Naturgesetzen gehorchen mu\u00df.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Wenn ich mit einem Gott rechne, der diese Welt in der Hand hat; wenn ich ihm \u00fcberhaupt etwas zutraue, dann mu\u00df ich Jesu Auferstehung nicht anzweifeln &#8211; Auch wenn ich sie letztlich nicht erkl\u00e4ren kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wirklich spannend wird Jesu Auferstehung, wenn ich frage: Was mache ich damit? Was habe ich davon? Wir k\u00f6nnen hier auf Kanzeln, an Redepulten und Professoren-Kathedern lange und breit hin- und her-diskutieren, ob Jesus auferstanden ist oder nicht. Aber betrifft das mich?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">JA, das betrifft mich! Es kann mir herzlich es egal sein, ob Jesus gr\u00fcne oder braune Sandalen anhatte. Ob er einen Bart hatte, oder sich rasierte. Das \u00e4ndert f\u00fcr mich nichts. Aber ob Jesus von Gott aus der Tod auferweckt wurde, daran h\u00e4ngt f\u00fcr mich viel &#8211; vielleicht auch alles.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Denn f\u00fcr alle Menschen ist der Tod die Grenze. An ihr ist Schlu\u00df. Wenn jemand diese Grenze \u00fcberschreitet, ist alle Hoffnung dahin. Ein Kranker hat Hoffnung auf Genesung. Ein Armer hat Hoffnung, da\u00df es ihm irgendwann besser geht. Aber wer tot ist, der ist verloren. Das ist die Erfahrung, die wir Menschen immer wieder machen, wenn wir vor einem Grab stehen. An der Grenze des Todes gibt es kein zur\u00fcck mehr, da verschwindet die Hoffnung, da wird es dunkel. Am Tor zum Totenreich kann man nur vergeblich r\u00fctteln.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Bis Karfreitag. Da \u00fcberschritt einer diese Grenze, der da nicht hingeh\u00f6rte: Jesus Christus &#8211; und ihn brachte Gott ins Leben zur\u00fcck.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Zum allerersten Mal passierte das, was zuvor unm\u00f6glich erschien: Gott durchbrach die Grenze des Todes. Es wurde offenbar: Der Tod ist kein Bereich, der Gottes Macht entzogen ist. Auch im Tod gibt es noch Hoffnung. Das bedeutet die Auferstehung Jesu! Der Tod als endg\u00fcltige Macht hat ausgespielt. \u201eEr hat zerst\u00f6rt der H\u00f6llen Pfort, die Seinen all herausgef\u00fchrt und uns erl\u00f6st vom ewgen Tod\u201c so klingt es in einem Osterlied.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Tod ist nicht mehr der Ort der absoluten Hoffnungslosigkeit. Er ist immer noch schrecklich. Der Tod ist immer noch der Feind des Lebens. Aber: Der Tod wurde zum Ort, an dem noch Hoffnung ist. Weil wir gewi\u00df sein k\u00f6nnen: Auch im Tod sind wir in Gottes Hand. Und Gott l\u00e4\u00dft uns nicht los. Im Leben nicht, und im Sterben auch nicht.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Vieleicht waren die J\u00fcnger Jesu auch deshalb so verwirrt , als sie Jesus sahen: Sie ahnten, was Jesu Auferstehung bedeutet &#8211; f\u00fcr ihr Leben und f\u00fcr ihr Sterben. Den Ort der absoluten Gottesferne gab es pl\u00f6tzlich nicht mehr. Das mu\u00dften sie ja auch erst einmal realisieren. Von nun an wu\u00dften sie sich von Gottes Gegenwart umfangen: Gott ist mit uns.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und das hat die J\u00fcnger ver\u00e4ndert. Aus der ver\u00e4ngstigten Schar von Karfreitag wurden Frauen und M\u00e4nner, die offen von Jesus erz\u00e4hlten. Davon weitersagten, da\u00df die Auferstehung Jesu \u201eHoffnung\u201c bedeutet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Von da an war den J\u00fcngern &#8211; auch unserem Kleopas &#8211; klar:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Gott geht mit mir einen Weg; seit meiner Geburt.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und dieser Gott der mit mir und f\u00fcr mich ist, auf den kann ich meine Hoffnung setzen. Immer dann, wenn es dunkel wird, dann wei\u00df ich: Es gibt ihn, den Gott der mit mir geht &#8211; durch dick und d\u00fcnn. Ich habe hoffnung, da\u00df er mir aufhilft, wo ich im Leben scheitere, wo ich hinfalle.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und dieser Gott verl\u00e4\u00dft mich auch im Sterben nicht. Er l\u00e4\u00dft auch dort meine Hand nicht los: Er bleibt da. Er bringt mich, so wie Jesus, zu einem neuen Leben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Das ist sie, die Hoffnung, die Ostern ausmacht.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Amen<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde kennen Sie Kleopas? Er ist einer der beiden M\u00e4nner, die von Jerusalem nach Jericho unterwegs waren. 3 Tage nach Jesu Tod am Kreuz. Ihm, und seinem Freund ist Jesus begegnet. Der Auferstandene! Und erst beim Abendessen haben sie ihn erkannt, da\u00df er es ist: Jesus, der tot war,\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1830\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Jesus ist auferstanden! (Lukas 24, 36-45) 5. 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