{"id":1820,"date":"1999-11-07T23:47:50","date_gmt":"1999-11-07T22:47:50","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1820"},"modified":"2017-10-24T20:15:47","modified_gmt":"2017-10-24T19:15:47","slug":"predigt-ist-jesus-mit-den-boesen-geistern-im-bunde-lukas-11-14-23-7-november-1999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1820","title":{"rendered":"Predigt: Ist Jesus mit den b\u00f6sen Geistern im Bunde? (Lukas 11, 14-23) 7. November 1999"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"> der Predigttext zum heutigen Sonntag steht beim Evangelisten Lukas, im 11. Kapitel:<br \/>\n<em>Und Jesus trieb einen b\u00f6sen Geist aus, der war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich. Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die b\u00f6sen Geister aus durch Beelzebul, ihren Obersten. <\/em><br \/>\n<em> Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verw\u00fcstet, und ein Haus f\u00e4llt \u00fcber das andre. <\/em><br \/>\n<em> Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die b\u00f6sen Geister aus durch Beelzebul. <\/em><br \/>\n<em> Wenn aber ich die b\u00f6sen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure S\u00f6hne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. <\/em><\/span><\/span><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Wenn ich aber durch Gottes Finger die b\u00f6sen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. <\/em><br \/>\n<em> Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein St\u00e4rkerer \u00fcber ihn kommt und \u00fcberwindet ihn, so nimmt er ihm seine R\u00fcstung, auf die er sich verlie\u00df, und verteilt die Beute. <\/em><br \/>\n<em> Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.<\/em> <\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eWas war denn da eigentlich los?\u201c &#8211; diese Frage h\u00e4tte ich vielleicht gestellt, wenn ich dabeigewesen w\u00e4re, damals, als sich zwischen Jesus und seinen Gegnern diese Szene abspielte.<br \/>\nJesus hatte ein Wunder getan, und daran entspinnt sich ein Gespr\u00e4ch ich mich nicht auf Anhieb zurechtgefunden habe. Ja, eigentlich ist es gar kein Gespr\u00e4ch: Denn eigentlich redet nur Jesus.<br \/>\nAlso, wenn ich wissen will: \u201ewas war denn da eigentlich los\u201c. Dann muss ich eben Schritt f\u00fcr Schritt an dieser Geschichte entlanggehen. Und ich hoffe, sie gehen diesen Weg mit:<\/p>\n<p>Zuallererst war diese Heilung. Da war ein stummer Mann. Er konnte nicht mehr reden. Die Menschen sagten: Da muss ein b\u00f6ser Geist verantwortlich sein. &#8211; Anders konnten sie es sich nicht erkl\u00e4ren. Auch f\u00fcr Lukas, der uns diese Geschichte \u00fcberliefert, ist das selbstverst\u00e4ndlich. Kurz und knapp schreibt er: Jesus treibt diesen b\u00f6sen Geist aus, der Mann kann wieder reden, und die Umstehenden wundern sich.<br \/>\nLukas beschreibt das v\u00f6llig unspektakul\u00e4r: Jesus treibt den Geist aus. PUNKT. Er schreibt nicht weiter dar\u00fcber, wo, wann und wie das passierte. Auch nicht, wie Jesus und dieser Mann sich begegnet sind. Er erz\u00e4hlt nicht, was Jesus ihm gesagt hat. Er schweigt sich dar\u00fcber aus, wie Jesus diesen Geist ausgetrieben hat. F\u00fcr den Schreiber Lukas ist diesmal etwas ganz anderes wichtig.<br \/>\nDenn die Menschen, die das miterlebt haben, fragen Jesus. Sie wollen wissen: Warum gehorchen ihm die b\u00f6sen Geister? Und schnell ist schon eine These bei der Hand: Jesus ist selber mit den b\u00f6sen M\u00e4chten im Bunde: Er treibt die Geister mit dem Beelzebul aus, mit dem Obersten der b\u00f6sen Geister.<br \/>\nJesus als schwarzer Magier? Ein schwerer Vorwurf! \u201eDa soll Jesus sich erst einmal dagegen wehren. Soll er doch ein Zeichen Gottes vorlegen. Einen Beweis, dass er nicht mit dem B\u00f6sen im Bunde ist.\u201c &#8211; So fordern es einige. Jesus scheint von dieser Frage nicht gerade ersch\u00fcttert. Mit einer ganz einfachen logischen Gegenfrage erledigt er diese Verd\u00e4chtigungen: Weshalb sollte ich denn b\u00f6se Geister austreiben, wenn ich mit dem B\u00f6sen verb\u00fcndet bin? Das w\u00e4re ja ein Eigentor f\u00fcr die Geister! Ein b\u00f6ser Geist, der b\u00f6se Geister vertreibt, so ein Unsinn.<br \/>\nUnd Jesus legt noch ein Argument nach: Auch unter den damaligen Zeitgenossen gab es Menschen, die Andere heilten, die b\u00f6se Geister austrieben. Und da fragte keiner nach. &#8212; Von daher k\u00f6nne man ihn ja als Wunderheiler ansehen, wie es in Israel damals immer wieder welche gab. Damit w\u00e4re die Diskussion beendet.<\/p>\n<p>Ist sie aber nicht!! &#8211; Jesus gibt sich nicht damit zufrieden, seine Kritikern in die Schranken zu weisen. In dieser Geschichte geht es um viel mehr. Jesus redet n\u00e4mlich weiter:<br \/>\n<b>Wenn ich aber durch Gottes Finger die b\u00f6sen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein St\u00e4rkerer \u00fcber ihn kommt und \u00fcberwindet ihn, so nimmt er ihm seine R\u00fcstung, auf die er sich verlie\u00df, und verteilt die Beute. <\/b> Jesus spricht hier von einem Kampf. Von einem Starken redet er, der seinen Besitz bewacht und verteidigt, und der letztlich dann doch von einem St\u00e4rkeren \u00fcberw\u00e4ltigt, entmachtet wird. Es geht um Gott und Teufel. Es geht um Gott der den Teufel entmachtet und ihm entrei\u00dft, was er in seinen F\u00e4ngen h\u00e4lt. Eben so, wie Jesus den Stummen dem b\u00f6sen Geist entrissen hat.<\/p>\n<p>Liebe Herzogenauracher,<br \/>\nkann ich es mir heute, 55 Tage vor dem Jahr 2000, \u00fcberhaupt erlauben, vom Teufel zu reden? Oder schicken sie mich damit zur\u00fcck ins Mittelalter? &#8211; Vom Teufel zu reden, das ist out. In unserem modernen Weltbild ist kein Platz f\u00fcr so eine Figur.<br \/>\nIch will es dennoch versuchen. Nicht von einer Person mit dem Namen Teufel will ich reden, sondern von einer Macht, die Menschen, die unsere Welt, in ihren Krallen h\u00e4lt.<\/p>\n<p>&#8211; Wir leben heute in einer modernen und bequemen Welt. Und wir \u00fcbersehen leicht, dass f\u00fcr Millionen Menschen das Leben voller Leiden ist, dass sie die H\u00f6lle durchmachen. In Kriegsgebieten, Elendsvierteln, vielleicht auch in unserer Nachbarschaft, wo ein gewaltt\u00e4tiger Mann seiner Frau das Leben zur H\u00f6lle macht.<\/p>\n<p>&#8211; Ich selber kenne meine Schw\u00e4chen, versuche aus eigenen Fehlern zu lernen; aber letztlich falle ich immer wieder auf die Nase.<\/p>\n<p>&#8211; Wir Menschen handeln mit guten Absichten. Wollen in Gerechtigkeit und Frieden miteinander leben. Bem\u00fchen uns nach Kr\u00e4ften. Aber es kommt dann doch anders. Streit Entt\u00e4uschungen und Verletzungen entstehen, ohne dass wir es gewollt haben. Einfach so&#8230;. Vieles geht schief, ohne dass einer es gewollt hat.<br \/>\nOder hat es doch einer gewollt?<\/p>\n<p>Ich denke es gibt diese Macht, die Leben misslingen lassen will. Die Scheitern verursacht. Da wird es sp\u00fcrbar, dass es so etwas gibt. Diese Macht gegen die wir hilflos ank\u00e4mpfen.<br \/>\nDiese Macht zum B\u00f6sen, von der spricht Jesus. Das ist der Starke, der in seinem Palast sitzt, diese Welt, ihre Menschen, festhalten will. Und kein Mensch kann was dagegen tun.<\/p>\n<p>Aber Jesus sagt: Wenn ich aber durch Gottes Finger die b\u00f6sen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. &#8211; Gott greift ein &#8211; er greift an. Er ist der St\u00e4rkere, der diesen Machthaber \u00fcberwinden wird. Er wird die Menschen, unsere Welt aus dem W\u00fcrgegriff des B\u00f6sen herausrei\u00dfen. Dann ist Schluss mit dem Scheitern von Existenzen. Dann werden die H\u00f6llen, in denen Menschen heute dahinvegetieren, dichtgemacht. Anf\u00e4nge sind ja immer klein: Sichtbar, sp\u00fcrbar, wurde es in der Heilung dieses einen Stummen: In Jesu Handeln, in den vereinzelten Wundern die er tat, wird sichtbar: Gott befreit diese Welt von der Macht des B\u00f6sen. In Jesus Christus ist diese Herrschaft Gottes als des St\u00e4rkeren angebrochen. Aber die Zeit, in der Gott die Macht des B\u00f6sen endg\u00fcltig vor die T\u00fcr des Kosmos jagt, ist noch nicht gekommen. Die Zeit kommt erst noch. Am Ende des Kirchenjahres denken wir immer wieder besonders daran: Wir warten noch immer darauf, dass Gott seine Allmacht zeigt.<\/p>\n<p>Das ist kein leichtes Brot, sich auf \u201esp\u00e4ter\u201c zu vertr\u00f6sten. Mir selber f\u00e4llt das nicht leicht. Warum nicht heute, was w\u00fcrde dagegen sprechen, das Gott dem B\u00f6sen ein Ende setzen w\u00fcrde? Es gibt ja wirklich genug Elend&#8230;.. Aber wir warten weiter. Ich bin aber schon froh \u00fcber den Gedanken, dass dieser St\u00e4rkere da ist, dass die Tage des B\u00f6sen gez\u00e4hlt sind. Das klar ist, wer siegt. Dass das \u00dcbel nicht die Oberhand behalten wird.<\/p>\n<p>Jesus ist der Mann, mit dem dieser Weg Gottes begonnen hat. Mit seinem Kommen in die Welt hat Gottes Herrschaft angefangen. Seine Taten sprechen davon: Gott entrei\u00dft Menschen aus der Macht des B\u00f6sen.<br \/>\nWem das klar wird, der kann nicht einfach daneben stehen und sagen: \u201eist ja toll, Jesus mach weiter so\u201c. Wenn Gott diese Welt ver\u00e4ndern will, dann betrifft einem das selber. Denn auch in mir selbst entdecke ich: Die Macht des B\u00f6sen hat auch mich am Schlafittchen. Ich bin ja mit hineinverstrickt in diese Welt. Wenn ich mich daraus befreien lassen will, dann muss mich dieser Jesus bei der Hand nehmen k\u00f6nnen.<br \/>\n\u201eWer nicht mit mir ist, der ist gegen mich\u201c hat Jesus am Ende seiner Rede gesagt. \u201eMit ihm sein\u201c ist viel mehr als nur \u201egut finden\u201c. Jesus irgendwie gut und wichtig, vielleicht auch bedeutend, finden ist hier meines Erachtens zu wenig. Mit ihm sein &#8211; da steckt eine Entscheidung drin; dass Jesus wirklich Bedeutung f\u00fcr mein eigenes Leben hat: Ich lasse mich von ihm bei der Hand nehmen. Ich vertraue mich diesem Jesus Christus an.<br \/>\nDer Evangelist Lukas hat wohl aus gutem Grund, die Heilung des Stummen eher beil\u00e4ufig am Beginn seiner Erz\u00e4hlung geschildert, und die skeptischen Zuschauer nicht gut wegkommen lassen: Ihm &#8211; einem der ersten Christen &#8211; war es wichtig uns davon weiterzusagen: Unser Glaube ist mehr als ein nickendes Gut-Finden dessen, was Jesus getan hat. Glaube hei\u00dft, das was Jesus gesagt und getan hat, f\u00fcr sich selber anzunehmen:<br \/>\nSeine Hand zu ergreifen, mit der er uns befreien will von den M\u00e4chten, die unser Leben bedrohen.<\/p>\n<p>Amen \u00a0<\/span> <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, der Predigttext zum heutigen Sonntag steht beim Evangelisten Lukas, im 11. Kapitel: Und Jesus trieb einen b\u00f6sen Geist aus, der war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich. Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die b\u00f6sen Geister\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1820\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Ist Jesus mit den b\u00f6sen Geistern im Bunde? (Lukas 11, 14-23) 7. 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