{"id":1815,"date":"2000-02-13T23:37:32","date_gmt":"2000-02-13T22:37:32","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1815"},"modified":"2021-10-11T12:01:48","modified_gmt":"2021-10-11T10:01:48","slug":"predigt-der-blick-hinter-den-vorhang-offenbarung-1-9-18-13-februar-2000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1815","title":{"rendered":"Predigt: Der Blick hinter den Vorhang (Offenbarung 1, 9-18) 13. Februar 2000"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"background-color:#f4c1ce\" class=\"has-background has-text-align-center\"><strong> Hinweis: Zu Offb. 1, 9-18 gibt es eine aktuellere Fassung der Predigt: <\/strong><br><strong><a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/?p=3298\">Herrlichkeit und N\u00e4he (Offenbarung 1, 9-18) 21. Januar 2018<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde,<br \/>\u201eOffenbarung\u201c so nennt man es, wenn man Dinge entdeckt, wenn etwas aufgedeckt wird, was zuvor nicht sichtbar war. Es ist, als wenn ein Vorhang weggezogen wurde, ein Vorhang, der uns den Blick in die Welt Gottes &#8211; in die himmlische Wirklichkeit &#8211; versperrt hatte. Dann sieht man Dinge anders, man sieht sie im Licht Gottes.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>In dem Buch, das wir Offenbarung des Johannes nennen, steht unser heutiger Predigttext. Viele &#8211; auch treue &#8211; Bibelleser zucken vor diesem letzten Buch der Bibel zur\u00fcck. Denn dort blickt dieser Johannes auch hinter diesen Vorhang. In Visionen &#8211; vor seinem inneren Auge &#8211; blickt er in die Welt Gottes. Und was er dort sieht, beschreibt er in Bildern. In Bildern, die uns oft sehr fremd sind. <!--more--><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich lese aus dem ersten Kapitel der Offenbarung:<b><br \/><\/b><em>Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedr\u00e4ngnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos hei\u00dft, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus.<\/em><br \/><em> 10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und h\u00f6rte hinter mir eine gro\u00dfe Stimme wie von einer Posaune, 11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.<\/em><br \/><em> Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und geg\u00fcrtet um die Brust mit einem goldenen G\u00fcrtel.<\/em><br \/><em> Sein Haupt aber und sein Haar war wei\u00df wie wei\u00dfe Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine F\u00fc\u00dfe wie Golderz, das im Ofen gl\u00fcht, und seine Stimme wie gro\u00dfes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.<\/em><br \/><em> Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen F\u00fc\u00dfen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: F\u00fcrchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schl\u00fcssel des Todes und der H\u00f6lle.<\/em><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Soweit das Wort des Sehers Johannes. Ein anderer Mann \u00fcbrigens als der Jesus-J\u00fcnger Johannes.<br \/>Auf der Insel Patmos sitzt er. Wahrscheinlich unfreiwillig. Vermutlich war er als christlicher Prediger den r\u00f6mischen Landesherren in Kleinasien l\u00e4stig geworden, und man hatte ihn auf diese Insel ins Exil geschickt. Das politische Klima gegen\u00fcber der wachsenden christlichen Gemeinde war ums Jahr 90 deutlich k\u00fchler geworden.<\/p>\n<p>Er, der Prediger, der wohl schon gerne Jesus als den Heiland seiner Gemeinde predigte; ihn als Herrn der Welt anbetete &#8211; er wurde durch diese Ma\u00dfnahme kaltgestellt. Die R\u00f6mer waren eben doch die Herren des Landes. Vielleicht haben sich bei Johannes auch Zweifel eingestellt: Wie soll er Jesus als \u201eHerrn\u201c verstehen, wenn offensichtlich doch die R\u00f6mer das Regiment f\u00fchren, sie das Sagen haben?<br \/>Da passiert es, das sich der Vorhang zu Gottes Welt f\u00fcr ihn beiseite schiebt. \u201eIch wurde vom Geist ergriffen\u201c schreibt er: In diesem Moment war Johannes nur noch Zuschauer: Gott lie\u00df ihn h\u00f6ren und sehen, was sonst unseren Ohren und Augen verborgen ist.<\/p>\n<p>Und das, was er da sieht, versucht er f\u00fcr uns in Worte zu fassen. Jesus sieht er, und in Bildern und Vergleichen schreibt er seine Vision auf.<br \/>Unwirklich erscheint es uns, fremd sind uns seine Worte. Aber auch wir bekommen heute beim Lesen noch mit: Das ist ein anderer Jesus, als der, der als Wanderprediger durch Galil\u00e4a gezogen ist. Das ist der Jesus, der zur Welt Gottes geh\u00f6rt: Jesus, der himmlische Herrscher.<\/p>\n<p>&#8211; Einen goldenen G\u00fcrtel tr\u00e4gt er \u00fcber der Brust &#8211; nur K\u00f6nige trugen ihn so.<br \/>&#8211; Augen hell wie Feuer: Leuchtende Augen, denen nichts verborgen ist.<br \/>&#8211; Seine F\u00fc\u00dfe, wie gl\u00fchendes Gold. Wer damit unterwegs ist &#8211; dem stellt sich niemand in den Weg.<br \/>&#8211; Und Jesu Stimme, donnernd wie ein Wasserfall: Seine Worte werden nicht \u00fcberh\u00f6rt.<br \/>&#8211; Das Schwert, das aus dem Mund Jesu kommt, wohl das ungew\u00f6hnlichste dieser Bilder. Jesus, sein Wort kann Menschen treffen, wie ein Stich ins Herz. Es kann klar trennen zwischen Recht und Unrecht. Er ist es, der ein Urteil \u00fcber Menschen sprechen kann.<\/p>\n<p>Jesus, der Herrscher. Mir ist dazu eingefallen, dass Jesus von sich sagte: \u201emir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden\u201c. In dieser Vision wird das sichtbar: Jesus, der Sohn Gottes und Herrscher der Welt.<br \/>So, wie Johannes es beschreibt, ist dieser Jesus unnahbar; ehrfurchtgebietend, heilig. Er steht \u00fcber dieser Welt.<\/p>\n<p>Da wirken manche Jesus-Bilder ganz blass dagegen: Jesus als der \u201eetwas bessere Mensch\u201c, der gute Ideen hatte. Jesus, der Liebe gepredigt hat und damit unsere Welt verbessert hat. Jesus, \u201eder war schon o.k., aber sonst hat der mit unserer Welt nichts zu tun\u201c.<br \/>Diese Spar-Ausgabe von Jesus erledigt sich da, wo man den Jesus unseres Predigtextes ernst nimmt.<br \/>Jesus der Welt-Herrscher , der Pantokrator, wie man ihn auf Ikonen oft sehen kann.<\/p>\n<p>In dem Bild, das Johannes sieht, steht Jesus inmitten von sieben Leuchtern. Sieben einzelne Kerzen stehen um ihn herum. Und in seiner rechten Hand h\u00e4lt er sieben Sterne. Im weiteren Verlauf des Offenbarung erkl\u00e4rt Jesus diese Symbole: Die Kerzen und die Sterne stehen f\u00fcr die christlichen Gemeinden. Er ist in ihrer Mitte und er h\u00e4lt sie in seiner Hand. Das durchbricht dieses Bild des unnahbaren Jesus. Jesus als Herr der Welt und als Haupt seiner Gemeinden.<\/p>\n<p>Wir, die Gemeinde in Herzogenaurach geh\u00f6ren dazu. Er ist uns nahe. Wenn wir Gottesdienst feiern, dann ist er mitten unter uns. Der Herr der sieben Leuchter. Wir feiern in der Gegenwart dieses Herrn Gottesdienst. Wir sehen ihn nicht, denn der Vorhang zu Gottes Welt ist zugezogen. Wir k\u00f6nnen da nicht dahinterblicken, aber was Johannes uns schreibt kann uns helfen das &#8211; uns selbst &#8211; zu verstehen: Jesus ist unter uns.<br \/>Jesus als der Herr, er ist an unserer Seite. Wenn wir hier zum Gottesdienst zusammenkommen, dann ist das keine traditionspflegerische Veranstaltung. Kein Nachtrauern \u00fcber alte, bessere, fr\u00f6mmere Zeiten. Es ist mehr: Wir sind hier, weil Jesus Christus mitten unter uns sein will. Weil er, der Herr der Welt, seine Gegenwart und G\u00fcte \u00fcber uns ausbreitet.<\/p>\n<p>Kommen wir zur\u00fcck zur Vision des Johannes. Das, was er gesehen hat, das hat ihn bis ins Mark getroffen. Jesus, den Herrn der Welt zu unmittelbar zu begegnen, das ist zu viel f\u00fcr ihn: Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen F\u00fc\u00dfen wie tot &#8211; so schreibt er. Er wird f\u00f6rmlich erschlagen von der Wucht des Bildes das er da vor seinem inneren Auge sieht.<br \/>Und was geschieht: Jesus beugt sich zu ihm herab, ber\u00fchrt ihn mit seiner rechten Hand. \u201eF\u00fcrchte dich nicht\u201c &#8211; In finde diese Szene faszinierend. Dieser heilige, unnahbare Herr steigt quasi aus diesem Bild, dieser Ikone, heraus und legt z\u00e4rtlich seine rechte Hand auf den Menschen Johannes. Er sorgt sich um ihn.<br \/>Der Ewige ber\u00fchrt den verg\u00e4nglichen Menschen.<br \/>Da erkenne ich auch wieder die Z\u00fcge des Jesus von Nazareth; der Kranke geheilt hat und Kinder gesegnet hat. Jesus Christus Mensch und Gott!<\/p>\n<p>Es ist die rechte Hand, mit der Jesus den Johannes ber\u00fchrt und aufrichtet. Die Hand, in der er doch die sieben Sterne &#8211; die Last der Gemeinden in aller Welt- tr\u00e4gt. Aber dennoch: Diese Hand ist immer noch frei, um diesem einzelnen Menschen Johannes nahe zu sein, ihm zu helfen.<\/p>\n<p>Ich kann es nicht erkl\u00e4ren. Wie soll das zugehen:<br \/>&#8211; Jesus als Herr der Welt und zugleich als Helfer des einzelnen.<br \/>&#8211; Einer, der \u00fcber den M\u00e4chten dieser Welt steht &#8211; und der zugleich mein Gebet h\u00f6rt.<br \/>&#8211; Derjenige der die Macht des Todes gebrochen hat, und den meine kleinen und gro\u00dfen Sorgen k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Wie geht das zusammen?<br \/>Statt es erkl\u00e4ren zu wollen, rufe ich mir lieber diese Szene ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcck: Diesen Herrn, der aus seiner Ikone heraus seine segnende Hand auf den Johannes legt.<\/p>\n<p>Der Jesus, der aus seiner himmlischen Herrlichkeit heraustritt, um uns Menschen nahe zu sein. Jesus wendet sich uns zu, wir k\u00f6nnen uns seiner segnenden Gegenwart gewiss sein.<\/p>\n<p>Amen\u00a0 <!--more--><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Zu Offb. 1, 9-18 gibt es eine aktuellere Fassung der Predigt: Herrlichkeit und N\u00e4he (Offenbarung 1, 9-18) 21. 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