{"id":1813,"date":"2000-04-24T23:35:00","date_gmt":"2000-04-24T21:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1813"},"modified":"2015-04-02T15:48:13","modified_gmt":"2015-04-02T14:48:13","slug":"predigt-wie-sollen-tote-auferstehen-1-korinther-15-50-59-24-april-2000-ostermontag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1813","title":{"rendered":"Predigt:  Wie sollen Tote auferstehen? (1. Korinther 15, 50-59)  24. April 2000 &#8211; Ostermontag"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"> <span style=\"color: #ff0000;\"> <i>Neben Altar steht ein Kleiderst\u00e4nder mit braun gestreiftem Hemd, brauner Lederweste und brauner Hose. &#8211; Au\u00dferdem liegt ein Koffer auf dem Boden.<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\nLiebe Gemeinde,<br \/>\nan Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Er war tot und ist wieder lebendig geworden &#8211; auferstanden von den Toten. Paulus hat der Gemeinde in Korinth mehrere Briefe geschrieben. Zwei davon haben wir in der Bibel \u00fcberliefert. In dem ersten der beiden erkl\u00e4rt er den Korinthern die Bedeutung der Auferstehung Jesu. Denn auch wenn die Leser seines Briefes sich als Christen verstehen: Sie sind sich nicht einig dar\u00fcber, was es f\u00fcr sie bedeutet, wenn Jesus von den Toten auferstanden ist.<br \/>\nDer Apostel schreibt ihnen \u00fcber die Auferstehung selbst, von den Zeugen, die Jesus mit eigenen Augen gesehen haben. Und er bekennt ganz dramatisch: Wenn Jesus nicht auferstanden w\u00e4re, dann w\u00e4re alles umsonst. Nur weil Jesus nicht im Grab geblieben ist, nimmt er &#8211; Paulus- die Ochsentour auf sich und reist als Missionar durch halb Europa. W\u00e4re Jesus immer noch tot, k\u00f6nnte er sich das alles schenken.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Paulus schreibt weiter, von der Hoffnung auf unsere eigene Auferstehung aus dem Tod. Er scheint seine Korinther gut zu kennen: Er hat deren verwunderte Gesichter vor seinen Augen, die ihn fragen:<br \/>\n<i>Wie sollen denn unsere verstorbenen Angeh\u00f6rigen, wie sollen denn wir selbst nach unserem Tod wieder lebendig werden? Da ist doch nach kurzer Zeit nichts mehr von uns \u00fcbrig, au\u00dfer einem H\u00e4ufchen Staub?<br \/>\n<\/i>Auf diese Frage scheint der Apostel in den folgenden Zeilen zu antworten, die unser heutiger Predigttext sind (1. Kor 15):<br \/>\n<b>50 Das sage ich aber, liebe Br\u00fcder, da\u00df Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben k\u00f6nnen; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. 51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; 52 und das pl\u00f6tzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dies Verwesliche mu\u00df anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche mu\u00df anziehen die Unsterblichkeit. 54 Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erf\u00fcllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): \u00bbDer Tod ist verschlungen vom Sieg. 55 Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?\u00ab 56 Der Stachel des Todes aber ist die S\u00fcnde, die Kraft aber der S\u00fcnde ist das Gesetz. 57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! 58 Darum, meine lieben Br\u00fcder, seid fest, unersch\u00fctterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wi\u00dft, da\u00df eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Soweit die Worte der Heiligen Schrift.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwie wird es sein, wenn die Toten wieder auferstehen? Die Antwort von Paulus ist recht knapp: Sie werden anders aus den Gr\u00e4bern auferstehen, als wir sie hineingelegt haben. Verg\u00e4ngliche Menschen haben wir beerdigt, aber unverg\u00e4ngliche werden auferstehen. Sie werden verwandelt, lesen wir hier. Und Paulus wird noch konkreter und greift zu einem Bild: <i>Denn dies Verwesliche mu\u00df anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche mu\u00df anziehen die Unsterblichkeit. <\/i>Diese Verwandlung von uns Menschen auf dem Weg von Tod in ein neues Leben kann man anscheinend mit den Anziehen von Kleidung vergleichen. Darum habe ich hier diesen Kleiderst\u00e4nder aufgestellt. Ich m\u00f6chte ihnen anhand dieses Beispiels verdeutlichen, was Paulus meint.<br \/>\nWir Menschen sind alle ganz unterschiedlich, aber wir haben alle eine gemeinsame Eigenschaft: Wir sind verg\u00e4nglich &#8211; sterblich. Diese braune Kleidung soll daf\u00fcr stehen. Braun wie die Erde, zu der wir zerfallen. Ich lebe mein Leben &#8230; sch\u00f6n oder weniger sch\u00f6n. Irgendwann ist meine Zeit abgelaufen, ich sterbe, werde begraben, zerfalle zu Staub &#8230; und bin nicht mehr. Der Tod geh\u00f6rt zu meinem verg\u00e4nglichen Leben dazu und ist zugleich sein gr\u00f6\u00dfter Feind: Er l\u00f6scht das Leben aus, er ist am Ende immer der Sieger. &#8211; Das kennen wir, das ist unsere Erfahrung.<\/p>\n<p>Mit Ostern ver\u00e4ndert sich das alles: \u201e<i>Tod, wo ist dein Sieg?<\/i>\u201c fragt Paulus. Fast schon h\u00f6hnisch zitiert es eine Weissagung des Propheten Jesaja: \u201e<i>Der Tod ist verschlungen vom Sieg.<\/i>\u201c &#8211; Der Sieg Gottes hat den Tod gefressen!\u201c Der Tod ist tot &#8211; umgebracht in der Osternacht!<br \/>\nDer Tod ist tot. Das klingt schon paradox. &#8211; Aber diese Aussage hat es in sich: Indem Jesus am Kreuz gestorben ist, tot war, und von Gott auferweckt wurde, ist der Tod entmachtet. Er hat keine Herrschaft mehr \u00fcber die Toten. Wer stirbt, der geh\u00f6rt nicht mehr dem Tod, er f\u00e4llt in Gottes H\u00e4nde.<br \/>\nSie fragen sich vielleicht: Ja sch\u00f6n, aber was haben wir davon? Darum nun zur\u00fcck zur Garderobe: Wir Menschen leben auch heute, nach Ostern, unser verg\u00e4ngliches Leben &#8230; die Latzhose bleibt. Aber wenn wir gestorben sind, dann &#8211; in Gottes H\u00e4nden &#8211; geschieht etwas, was Paulus im Bild so beschreibt: <i>Das Verg\u00e4ngliche muss anziehen die Unverg\u00e4nglichkeit. <\/i><span style=\"color: #ff0000;\">(Pfarrer holt aus dem Koffer eine wei\u00dfe Hose und ein wei\u00dfes Hemd).<span style=\"color: #000000;\"> Wir erhalten eine neue Eigenschaft: Wir l\u00f6sen uns eben nicht ins \u201enichts\u201c auf, sondern unser Leben, das doch eigentlich am Ende schien, bekommt eine neue Qualit\u00e4t: Es wird unverg\u00e4nglich &#8211; ewiges Leben in Gottes Hand.<br \/>\nDieses neue, wei\u00dfe Kleid soll f\u00fcr dieses neue, ver\u00e4nderte Leben stehen. Wenn wir von der Auferstehung der Toten sprechen, dann ist wohl das gemeint: Ein neues, ver\u00e4ndertes Leben, in das ich hineinschl\u00fcpfe. Ich bin aber weiterhin ich. Ich werde nicht zu einem Engelchen, oder gar als irgendein Tier wiedergeboren. Ich bleibe, wer ich bin, als Mensch, Gesch\u00f6pf Gottes, als unverwechelbares \u201eich\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Wie wird es sein, dieses unverg\u00e4ngliche Leben? &#8211; Ich kann es ihnen nicht sagen. Ich denke, sie werden ihre eigenen Vorstellungen, eigene Bilder haben, wie es aussehen kann. Mir selbst reicht es schon, wenn ich mir nur vorstelle, wie es ist, wenn diese Kennzeichen der Verg\u00e4nglichkeit mein Leben nicht mehr pr\u00e4gen. Krankheit, Scheitern, Verletzungen, Depressionen &#8211; sie haben ihre Wurzel in unserer Verg\u00e4nglichkeit. Von denen f\u00e4llt mit der Abschied nicht schwer&#8230;<\/p>\n<p>Ostern &#8211; der Sieg Gottes \u00fcber den Tod. Diese Hoffnung steht aber auch immer wieder auf dem Pr\u00fcfststand. An jedem offenen Grab. Der Pfarrer spricht dort vom ewigen Leben, vor den Augen scheint doch der Tod gewonnen zu haben. Der Schmerz \u00fcber den Abschied ist \u00fcbergro\u00df.<br \/>\nAber gerade hier kann der Gedanke an Ostern ein gro\u00dfer Trost sein. Die Botschaft,<br \/>\n&#8211; dass unser Sterben nicht das Ende ist.<br \/>\n&#8211; dass es weitergeht mit uns.<br \/>\n&#8211; dass wir verwandelt werden, ein neues Leben anziehen.<br \/>\n&#8211; dass wir uns auch nach dem Tod wiedersehen werden.<\/p>\n<p>Das ist meine Hoffnung, die an Ostern f\u00fcr uns errungen wurde.<br \/>\nIch m\u00f6chte ihnen zum Schlu\u00df meiner Gedanken eine Aussage des bekanten Kabarettisten Hanns Dieter H\u00fcsch vorlesen. Er hat Krebs und wurde von einem Nachrichtenmagazin letzte Woche zu der Bedeutung von Ostern gefragt:<br \/>\nEr sagte \u201eWenn Christus nicht auferstanden w\u00e4re, h\u00e4tten wir nicht das ewige Leben. Aber er ist auferstanden und wir mit ihm. Das ist der gro\u00dfe Sinn unseres Lebens, das wir uns wiedersehen in Christus, mit Christus. Und wenn er nicht auferstanden w\u00e4re, w\u00e4re sein Grab auch unser Grab. Ich glaube an die Auferstehung und lasse meinen Jesus nicht.\u201c<br \/>\nSoweit Hanns Dieter H\u00fcsch.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben Altar steht ein Kleiderst\u00e4nder mit braun gestreiftem Hemd, brauner Lederweste und brauner Hose. &#8211; Au\u00dferdem liegt ein Koffer auf dem Boden. Liebe Gemeinde, an Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Er war tot und ist wieder lebendig geworden &#8211; auferstanden von den Toten. 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