{"id":1809,"date":"2000-06-12T23:30:28","date_gmt":"2000-06-12T21:30:28","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1809"},"modified":"2015-05-20T21:46:54","modified_gmt":"2015-05-20T20:46:54","slug":"predigt-glaube-du-bist-ein-schatz-epheser-4-11-16-pfingstmontag-12-juni-2000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1809","title":{"rendered":"Predigt: Glaube, du bist ein Schatz (Epheser 4, 11-16 ) Pfingstmontag &#8211; 12. Juni 2000"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde,<br \/>\nunser Predigttext f\u00fcr heute steht im Brief des Paulus an die Epheser:<br \/>\n<i><b>11 Und der Herr hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer,<br \/>\n12 damit die Heiligen zuger\u00fcstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden,<br \/>\n13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Ma\u00df der F\u00fclle Christi,<br \/>\n14 damit wir nicht mehr unm\u00fcndig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch tr\u00fcgerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verf\u00fchren.<br \/>\n15 La\u00dft uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen St\u00fccken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus,<br \/>\n16 von dem aus der ganze Leib zusammengef\u00fcgt ist und ein Glied am andern h\u00e4ngt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterst\u00fctzt nach dem Ma\u00df seiner Kraft und macht, da\u00df der Leib w\u00e4chst und sich selbst aufbaut in der Liebe.<\/b><\/i><br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><i>Rolle der Amtstr\u00e4ger: Sie sind Trainer<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"> Ja, es ist Pfingsten, der Geburtstag der Kirche, und schon wird \u00fcber dieselbe gepredigt, \u00fcber die Kirche, \u00fcber die Gemeinde. Und wen wundert es, dass diese Stelle gleich wieder bei denen \u201eda oben\u201c ansetzt: <b><i>Und der Herr hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer.<\/i> <\/b><br \/>\nDiese Titel kennen wir heute fast nicht mehr. Heute hei\u00dfen sie vielleicht \u201eDekan, Pfarrer, Religionsp\u00e4dagogin, Diakon, Landesbisch\u00f6fin\u201c. Und Paulus sagt: \u201eJesus hat sie eingesetzt\u201c: Jesus ist demnach ihr unmittelbarer Vorgesetzter, er hat ihnen ihren Arbeitsauftrag gegeben: und der lautet so: damit die Heiligen zuger\u00fcstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden.<br \/>\nDie Heiligen sollen sie \u201ezur\u00fcsten\u201c. Die \u201eHeiligen\u201c, damit sind wir alle gemeint: Die Christen, diejenigen, die getauft sind, die sich zu Jesus dazugeh\u00f6rig wissen. Wenn das Neue Testament von den \u201eHeiligen\u201c spricht, sind eben keine besonders Heiligen oder gar Scheinheilige gemeint. Heilig, zu Gott geh\u00f6rig sind wir schon durch die Taufe.<br \/>\nPfarrer, Diakon, Religionsp\u00e4dagogin haben von Jesus einen klar umrissenen Arbeitsauftrag: Die sollen die Christen, zur\u00fcsten, \u201efit machen\u201c in ihrem Glauben. Das ist ihr Beruf. Vielleicht kann man das mit einem Trainer vergleichen:<br \/>\nTrainer haben eine Ahnung von Fu\u00dfball,<br \/>\nsie lieben den Sport,<br \/>\naber sie sind selber nicht die weltbesten Spieler,<br \/>\nwenn Trainer Fu\u00dfball spielen, dann werden auch sie Fehler machen, und das st\u00f6rt auch keinen. Denn ihre eigentliche Aufgabe ist es, anderen zu helfen, gut Fu\u00dfball zu spielen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Pfarrer\/Pfarrerinnen sind Trainer des Glaubens,<br \/>\nsie wissen viel \u00fcber den Glauben, haben studiert,<br \/>\nsie leben ihren Glauben &#8211; hoffentlich &#8211; leben im Vertrauen auf Gott,<br \/>\naber sie machen auch Fehler, d\u00fcrfen sie auch.<br \/>\nIhre Aufgabe ist es, anderen weiterzuhelfen auf dem Weg des Glaubens.<\/p>\n<p>Wenn wir hier am Sonntag zusammenkommen, dann ist das eine Trainingsstunde im Glauben: Mit Theorie und Praxis: Die Predigt ist dann wohl die Theorie, das gemeinsame Singen als Lob Gottes, die Gebete, das Abendmahl ist dann die Praxis.<br \/>\n<i><\/i><\/p>\n<p align=\"CENTER\">Leben aus dem Glauben: Der Dienst<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><i><\/i>Das eigentliche Spiel, f\u00fcr das wir hier fit gemacht werden, f\u00fcr das wir im Gottesdienst gest\u00e4rkt werden, das findet nachher statt, drau\u00dfen vor der Kirchent\u00fcr. Dieses Spiel hei\u00dft \u201eLeben aus dem Glauben\u201c. Wir pflegen hier keine sch\u00f6nen philosophischen Gedanken aus dem B\u00fccherregal f\u00fcr den Abend am Kamin.<br \/>\nNein, Glaube hat &#8211; in meinen Augen &#8211; da seinen Platz, wo das Leben sich abspielt. Wo ich lache, wo ich traurig bin; wo ich hektisch hantiere und wo ich mich entspannt zur\u00fccklehne: Das will ich mit den Augen des Glaubens erleben, will darauf Freude, Kraft, Trost sch\u00f6pfen. Und mir auch mal helfen lassen &#8230; von meinen Mitspielern zum Beispiel.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Glaube leben, das ist n\u00e4mlich ein Mannschaftssport. Christen bilden Gemeinden. Der Apostel schreibt ja bildlich davon: Wir sind der Leib Christi: Wir geh\u00f6ren zu Jesus, und das verbindet uns. Als solche Mannschaft sind wir ein starkes Team, sollen f\u00fcreinander und f\u00fcr andere da sein. Ihnen helfen, sie unterst\u00fctzen, ihnen vom Glauben weitergeben. Glaube leben hei\u00dft auch: Den N\u00e4chsten sehen, das Gebot der N\u00e4chstenliebe zu praktizieren. Das ist nicht leicht, das kann richtig Arbeit bedeuten. W\u00f6rtlich steht hier \u201eArbeit der Diakonie\u201c, das ist die Aufgabe der Christen. Naja, da k\u00f6nnten wir ja ganz locker bleiben und sagen: Diakonie haben wir ja, sogar als gro\u00dfes kirchliches Unternehmen \u201edas Diakonische Werk\u201c. Wunderbar, aber damit haben wir nicht ausgesorgt. \u201eDiakonie\u201c, also \u201eDienst\u201c ist ja mehr als Essen auf R\u00e4dern und Krankenpflege. Offene Augen zu haben f\u00fcr Menschen, die vielleicht gerade mich brauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"CENTER\"><i>Wachsen im Glauben, ein Gewinn auch f\u00fcr mich<\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Zur\u00fcck zu uns selber. Was schreibt denn der Apostel \u00fcber den Glauben, der trainiert, der gelebt werden soll? <b><i>Damit wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Ma\u00df der F\u00fclle Christi, damit wir nicht mehr unm\u00fcndig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch tr\u00fcgerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verf\u00fchren.<\/i><\/b><br \/>\nEin gro\u00dfer Anspruch, den ich hier heraush\u00f6re. Von der Einheit des Glaubens und Erkenntnis h\u00f6re ich, von Vollendung, vom vollen Ma\u00df. &#8211; Wer hat das schon? Geht es hier ums Perfekt-Sein? &#8211; Wie stehe ich denn da, mit meinem Glauben, den ich habe, mit meinen Zweifeln und Unsicherheiten? Ist mein Normalo-Glaube gar nichts wert? Fast k\u00f6nnte man denken, Paulus will hier die perfekten Christen z\u00fcchten. Die \u201eNationalmannschaft des Glaubens\u201c trainieren. &#8211; Aber da w\u00fcrden wir ihn wohl falsch verstehen.<br \/>\nVon jeher hat Paulus gesagt: Glaube ist keine Leistung; es ist das einfache Vertrauen auf Jesus Christus. Und das ist alles, was wir in Gottes Augen brauchen. Mehr nicht.<br \/>\nWenn wir im Glauben wachsen, so wie es unser Predigtext beschreibt, dann sichern wir uns damit keinen Logenplatz im Himmel. Dann haben wir vielmehr hier auf der Erde etwas davon:<br \/>\nIch denke da an eine weise Frau. Sie hat viel erlebt, ihr Glaube hat manche Bew\u00e4hrungsprobe \u00fcberstehen m\u00fcssen. Jetzt ist sie alt, gereift. Sie wei\u00df, was sie an ihrem Glauben hat. Geschichten kann sie erz\u00e4hlen, von Erfolg und Scheitern, von Freude, Trost und Rettung. Von Zweifeln und auch Verzweifeln.<br \/>\nSie sitzt daheim, manchmal kommen Menschen zu ihr, einfach so zu Besuch&#8230; und dann r\u00fcckt mancher mit seinen Problemen raus. Er wei\u00df: bei dieser Frau h\u00f6rt man keine leeren Phrasen, keinen billigen Trost. Was sie sagt, ist gedeckt von ihrer eigenen Erfahrung. Sie verspricht keinem das Blaue vom Himmel herab, aber sie hat vielen den Blick zum Himmel ge\u00f6ffnet.<br \/>\nSie kennt die biblischen Geschichten, die Erz\u00e4hlung von Josef und seinen Br\u00fcdern, wie sie ihn loswerden wollten, aber wie Gott dann sein Leben zum Guten wendete. Viele andere Geschichten, die sie geh\u00f6rt oder gelesen hat, helfen ihr, immer wieder neu, Hoffnung zu sch\u00f6pfen, das Leben als Gottes Geschenk positiv zu sehen. Sie wei\u00df, worauf sie ihr Leben baut. Die Sektenprediger, die sie gelegentlich besucht haben, hat sie freundlich empfangen und auch freundlich wieder gehen lassen. \u201eIch kenne meinen Glauben, und wei\u00df, das eure Lehre nicht in der Bibel steht\u201c hat sie ihnen gesagt.<br \/>\nSo ein m\u00fcndiger Glaube, der viel tr\u00e4gt, der auch Ausstrahlung besitzt, der sich nicht von allerlei seltsamen Heilsangeboten irre machen l\u00e4sst; so einen Glauben, den kann man nicht \u201emachen\u201c, der muss wachsen. Durch Erfahrungen mit Gott, durch das Gespr\u00e4ch \u00fcber und mit der Bibel. Die Gemeinde ist der Ort daf\u00fcr. Der Gottesdienst, die Predigt der Pfarrer als \u201eTrainer\u201c, ist ein Weg.<br \/>\nWo wir in der Gemeinde mitarbeiten, mit dem Evangelium umgehen. In Worten, in der Musik, oder mit den Kindern dar\u00fcber reden: Das hat Auswirkungen auf unseren Glauben, das vergr\u00f6\u00dfert unseren Erfahrungsschatz. Und wo wir in Hauskreisen in die Bibel schauen, das eigene Leben in den Blick nehmen, miteinander und f\u00fcreinander beten. .- Oder wo man das gleiche alleine tut:<br \/>\nAuf diese Weise gewinnt unser Glaube, er wird stabil, krisenfest, tut uns selber gut.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nGott fordert von uns keinen heldenhaften Glauben, er will, dass wir unser Leben auf ihn bauen, das ist alles. Dieser kleine Glaube ist ein Schatz. Wir k\u00f6nnen ihn vermehren, wenn wir ihn in unserem t\u00e4glichen Leben auch in Gebrauch nehmen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, unser Predigttext f\u00fcr heute steht im Brief des Paulus an die Epheser: 11 Und der Herr hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zuger\u00fcstet werden zum Werk des Dienstes. 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