{"id":1792,"date":"2001-02-18T22:29:51","date_gmt":"2001-02-18T21:29:51","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1792"},"modified":"2017-10-24T20:06:12","modified_gmt":"2017-10-24T19:06:12","slug":"predigt-fuer-dich-solls-gottes-worte-regnen-jesaja-55-10-12-18-februar-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1792","title":{"rendered":"Predigt: F\u00fcr dich solls Gottes Worte regnen&#8230; (Jesaja 55, 10-12) 18. Februar 2001"},"content":{"rendered":"<h4><\/h4>\n<p align=\"LEFT\">Jesaja 55, 10-12: <span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<i>Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel f\u00e4llt und nicht wieder dahin zur\u00fcckkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und l\u00e4\u00dft wachsen, da\u00df sie gibt Samen, zu s\u00e4en, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zur\u00fcckkommen, sondern wird tun, was mir gef\u00e4llt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.<br \/>\nDenn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.<\/i><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Heute scheinen sie sich mal wieder ganz besonders einig zu sein: die Evangelien-Lesung von vorhin und der Predigttext aus dem Alten Testament &#8211; beide sprechen vom Gotteswort und von der Landwirtschaft. Das ist mir recht, an meinem letzten Gottesdienst hier in Herzogenaurach, bevor ich zum Land-Pfarrer werde.<\/span><\/span><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Gottes Wort &#8211; was ist das eigentlich? Als erstes f\u00e4llt mir nat\u00fcrlich die Bibel ein, die Heilige Schrift, als Gottes Wort. Es ist mir dabei schon klar, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde, aber trotzdem: sie ist Gottes Wort, weil sie nicht nur \u00fcber Gott redet (das k\u00f6nnen ja viele), sondern weil sie von Gott her redet. Sie ist nicht nur eine Informationsquelle, wie irgendein Lexikonartikel, sondern dieses Buch sagt mir etwas von Gott her. Ist eher Brief als Zeitung. Gottes Brief an mich&#8230; Gottes Wort.<br \/>\nAber ich denke, dass Gott uns auch anders Briefe schreibt, dass auch auf andere Weisen Gott mit uns redet. Wo das dann passiert dann k\u00f6nnen wir das auch &#8222;Gottes Wort&#8220; nennen.<\/p>\n<p>Das Wort Gottes ist, so sagt es der Prophet Jesaja, von ganz besonderer Qualit\u00e4t. Das Wort Gottes ist so wie der Regen, der vom Himmel f\u00e4llt. Er f\u00e4llt dorthin, wo es ihm gef\u00e4llt&#8230; n\u00e4mlich so ziemlich \u00fcberall hin.<br \/>\nNun ja, das machen viele Worte. Ich habe manchmal den Eindruck, dass es Menschen gibt, die auch immer und \u00fcberall viele Worte fallen lassen, ihren Senf dazugeben. Ungefragt und auch nicht unbedingt sinnvoll. Und es gibt Menschen die sagen wohl \u00fcberlegte Dinge, die beeindrucken und einen vielleicht sogar anregen. Aber: Eher selten bewirken diese Worte wirklich etwas, das \u00fcber den Tag oder die Woche hinausgeht.<\/p>\n<p>Das Wort Gottes, von dem der Prophet spricht, aber f\u00e4llt nicht einfach irgendwohin und versickert lautlos und spurlos, sondern es feuchtet die Erde an, macht sie fruchtbar, l\u00e4sst etwas wachsen, bringt Leben.<\/p>\n<p>Gotteswort als effizientes, wirksames Wort. Ein Wort, das sein Ziel nicht verfehlt: der Prophet sagt: <b>es wird nicht wieder leer zu mir zur\u00fcckkommen sondern wird tun was mir gef\u00e4llt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende<\/b>.<\/p>\n<p>Mir gef\u00e4llt das Bild vom Wort Gottes als Regen, als Landregen, wie ich ihn als Junge kennen gelernt habe: Ein Regen, der nicht auf die Stra\u00dfe f\u00e4llt und \u00fcber die Regenrinne in den Gully flie\u00dft. Dieser Regen f\u00e4llt auf Wiesen und auf \u00c4cker, wird vom Boden aufgesogen. Diesen Regen kann man auch dann noch sp\u00fcren, wenn es schon aufgeh\u00f6rt hat zu regnen. Wenn man \u00fcber die Flur geht, kann man die feuchte Erde riechen. Und es gibt ganz spezielle Ger\u00e4usche. Das muss man erlebt haben: Eine regennasse Wiese kann man h\u00f6ren. Wenn man am Waldrand entlang geht, h\u00f6rt man noch einige Zeit den Regen im Wald, wie die Wassertropfen von Bl\u00e4tterreihe zu Bl\u00e4tterreihe weitergegeben werden.<\/p>\n<p>So weitfl\u00e4chig, wie der Regen unsere Natur begie\u00dft, so vielf\u00e4ltig geht auch der Regen des Wortes Gottes nieder. Ich m\u00f6chte mit ihnen einige Orte aufsuchen, wo dieser Landregen Gottes niedergeht. Vielleicht ein bisschen lauschen, was da passiert, schnuppern, hingucken.<br \/>\n<i>(Gottesdienst)<\/i><br \/>\nAn einem Ort regnet es w\u00f6chentlich: am Sonntag in der Kirche &#8211; eben wie heute. In der Lesung h\u00f6ren wir Abschnitte aus der Bibel, in der Predigt gibt es Gedanken zu einem biblischen Text. Gottes Wort ist im Schwange. Mal mehr mal weniger deutlich oder verst\u00e4ndlich. Aber die Pfarrer sind nicht die Regenmacher. Trotz Studiums und theologischer Erfahrung. Aber mit diesen Regenwasser Gottes hantieren sie trotzdem: sie geben von dem weiter, was sie in der letzten Woche von diesen Regen Gottes abbekommen haben. Und da kann es dann schon passieren, dass so eine Predigt jemanden anspricht, er durch die Worte des Pfarrers hindurch Gottes Worte h\u00f6rt.<br \/>\nAber das hat unsereins nicht im Griff. F\u00fcr den einen ist das, was dort am Sonntag passiert ein Regenguss mit Gottes Wort, das ihm Mut macht, aufbaut, gut tut. F\u00fcr den andern bleibt es Menschenwort.<\/p>\n<p><i>(Die Christen untereinander)<\/i><br \/>\nOrtswechsel! &#8211; Das heilige Wort sucht sich nicht nur heilige Orte. Unter den D\u00e4chern unserer Wohnungen regnet es manchmal rein, das Gotteswort. \u00dcberhaupt \u00fcberall dort, wo Menschen \u00fcber ihren Glauben zu sprechen kommen, beim Kaffeetrinken oder im frommen Hauskreis, da ist Gottes Wort im Raum. Da braucht man keinen Pfarrer dazu. Im Predigttext steht <i>&#8222;mein Wort wird tun, was mir gef\u00e4llt, und ihm wird gelingen wozu ich es sende&#8220;.<\/i><br \/>\nIn einem kleinen Tante-Emma Laden, den ich kenne, kommt \u00f6fter jemand rein, der eigentlich nur einen Rei\u00dfverschluss will. Aber dann bleibt die Kundin doch eine halbe Stunde. Denn da, bei dieser Verk\u00e4uferin, kann sie ihren Kummer mal aussprechen, da h\u00f6rt jemand zu. Und diese Frau da hinterm Tresen sagt oft auch was aus der Sicht des Glaubens dazu. Vielleicht h\u00f6rt so manche Besucherin in diesen Bemerkungen Trost und Ermutigung von Gott her &#8211; eben Gottes Wort zwischen Rei\u00dfverschluss und N\u00e4hseide.<\/p>\n<p><i>(Internet)<\/i><br \/>\nVerlassen wir den heimeligen Textilladen&#8230; gibts den Landregen Gottes auch in der virtuellen Welt, im Internet? Nat\u00fcrlich &#8211; Gottes Wort bricht sich auch auf dem Datenhighway Bahn, und das in enormen Ausma\u00dfen. Das Internet hat gewisse Strukturen unserer Informations-Welt v\u00f6llig umgekrempelt. Jeder und jede hat die M\u00f6glichkeit, ohne gro\u00dfen Aufwand seine \u00dcberzeugungen, im Internet zu ver\u00f6ffentlichen. Ohne Druckerpresse, ohne Verlag, fast zum Nulltarif. Der Modellbastler zeigt dort seine Werke, die Pfeiferaucher ver\u00f6ffentlichen ihre Tabak-Tipps &#8211; und manche Christen machen ihren Glauben zum Thema ihrer Homepage. Unsere Kirchengemeinde machts, ich mache es, und es gibt noch weitere Herzogenauracher, die so etwas machen.<br \/>\nDa kann man nat\u00fcrlich fragen: Macht das noch einen Sinn? Oder ist das verlorene M\u00fche im schier endlosen Meer von Milliarden Internetseiten?<br \/>\nIch bin \u00fcberzeugt: Ja, es macht Sinn! &#8211; Wegen dieses Wortes von Jesaja: Das Wort Gottes sucht sich seinen Weg zu den Menschen, es kommt nicht leer zur\u00fcck &#8230; auch im Internet.<br \/>\nZum Beispiel bei Dirk. Ich kenne ihn nicht pers\u00f6nlich; nur seine Internetseite. Sie ist nicht toll gemacht &#8211; grafisch eher bescheiden. Dirk, der wohl so um die 20 Jahre alt sein wird, schreibt dort sehr offen und sehr fromm \u00fcber seinen Glauben; wie so manche. Nichts besonderes &#8230;eigentlich.<br \/>\nAber dann habe ich mir das G\u00e4stebuch dieser Seite angesehen. Dutzende von Eintr\u00e4gen, die w\u00fctend und beleidigend \u00fcber diese Seite, Dirk, und \u00fcber Religion schimpften. Aus den Texten konnte man ersehen: Freidenker, Atheisten und Satanisten hatten sich hier eingetragen. Machten ihrem \u00c4rger \u00fcber diese frommen Worte Luft.<br \/>\nIch glaube: Dirks schlecht gemachte Seite war f\u00fcr diese Leute Gottes Wort geworden: Es hat sie genau an dem Nerv getroffen, an dem sie am empfindlichsten sind. Es hat sie in Frage gestellt. Dieses Wort Gottes ist nicht immer nur nett, freundlich und handzahm. &#8211; Es kann mir auch durch Mark und Bein gehen, wenn es mich in Frage stellt. Wort Gottes, das zweischneidige Schwert.<\/p>\n<p><i>(Lebenslinien)<\/i><br \/>\nAls letztes m\u00f6chte ich mit ihnen einen Tropfen dieses Wort-Regens Gottes ansehen. Es ist der Wochenspruch f\u00fcr den heutigen Sonntag. \u201eHeute, so ihr meine Stimme h\u00f6rt, verstockt euer Herz nicht\u201c. &#8211; Dieser Vers aus dem Hebr\u00e4erbrief hatte eine Schl\u00fcsselrolle, als ich mich vor 11 Jahren entschied, Theologie zu studieren. Das war das Wort, das mich auf diesen Weg gebracht hat.<br \/>\nVor drei Jahren, es war ein Tag vor dem Beginn der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfungen, hatte ich die Krise. Hatte Angst vor dem Examen, und war unsicher, ob der eingeschlagene Weg auch der richtige ist. Ich sa\u00df am Sonntagmorgen in der Kirche und bl\u00e4tterte unschl\u00fcssig im Gesangbuch herum, hinten, beim liturgischen Kalender: Welchen Tag haben wir denn heute? Und dort fand ich ihn wieder, diesen Spruch. . \u201eHeute, so ihr meine Stimme h\u00f6rt, verstockt euer Herz nicht\u201c- In dem Moment war dieser Vers mein direktes Wort Gottes, der sagte: \u201eHab keine Angst. Ich bleibe bei dir. Du bist auf dem richtigen Weg\u201c.<br \/>\nUnd jetzt &#8211; in dieser Woche mein Abschied aus Herzogenaurach. Und unser Einzug ins Pfarrhaus von Gollhofen. Eine Herausforderung, der ich nicht nur mit fliegenden Fahnen entgegengehe. Auch mit einer geh\u00f6rigen Portion Respekt vor dieser Verantwortung.<\/p>\n<p>Aber: Diese Woche steht schon wieder unter diesem Wort. Was will ich mehr?<br \/>\n<i>Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel f\u00e4llt [&#8230;] so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zur\u00fcckkommen, sondern wird tun, was mir gef\u00e4llt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.<\/i> Liebe Gemeinde<br \/>\nwir haben sie aufgesucht, die Orte, an denen wir Gottes Wort h\u00f6ren.<br \/>\nDen Sonntagmorgen, wo Gott mich in der Predigt ansprechen kann.<br \/>\nDas Gespr\u00e4ch unter Christen, in dem mir Gott etwas sagen kann.<br \/>\nDie Konfrontation, wo Gottes Wort mich auch einmal kritisch in Frage stellt.<br \/>\nDie eigene Biographie, in der Gottes Wort Spuren hinterl\u00e4sst, die man oft nur im R\u00fcckblick deuten kann.<\/p>\n<p>Der Landregen des Wortes Gottes geht leise \u00fcber die Erde.<br \/>\nIch w\u00fcnsche ihnen, dass sie ihn h\u00f6ren , ihn entdecken, er ihnen Wachstum bringt.<\/p>\n<p>Amen\u00a0<\/span> <\/span><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesaja 55, 10-12: Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel f\u00e4llt und nicht wieder dahin zur\u00fcckkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und l\u00e4\u00dft wachsen, da\u00df sie gibt Samen, zu s\u00e4en, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1792\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: F\u00fcr dich solls Gottes Worte regnen... 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