{"id":1788,"date":"2001-03-25T22:23:55","date_gmt":"2001-03-25T21:23:55","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1788"},"modified":"2017-10-24T20:05:03","modified_gmt":"2017-10-24T19:05:03","slug":"predigt-brot-des-lebens-und-sahneschnittchen-johannes-6-47-51-25-maerz-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1788","title":{"rendered":"Predigt: Brot des Lebens und Sahneschnittchen (Johannes 6, 47-51)  25. M\u00e4rz 2001"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">es war eine wundersch\u00f6ne Hochzeit: eine sch\u00f6ne Braut, ein eleganter Br\u00e4utigam gl\u00fcckliche Eltern und Schwiegereltern. Der Gottesdienst war feierlich das Kaffeetrinken fr\u00f6hlich, &#8211; keiner hatte \u00fcber die Str\u00e4nge geschlagen &#8211; jetzt kam der H\u00f6hepunkt des Abends: das Festbuffet! Die schmuckvoll hergerichteten Tische bogen sich f\u00f6rmlich unter den K\u00f6stlichkeiten:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">S\u00fcdtiroler Schinkenspeck, hauchd\u00fcnn aufgeschnitten,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">R\u00e4ucherlachs (einer von der besseren Sorte),<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Tomaten von den kanarischen Inseln mit kalt gepresstem Oliven\u00f6l betr\u00e4ufelt,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">pikanter K\u00e4se in allen m\u00f6glichen Variationen,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Hasenleber mit Zwiebelringen,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">kalter Braten vom freilaufenden Charolais-Rind, und und und. &#8211; lecker!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Als das Buffet er\u00f6ffnet wurde, st\u00fcrmten die G\u00e4ste nat\u00fcrlich sofort zu den Tischen. Aber: dort sah man immer mehr irritierte Gesichter. Die Unruhe wurde immer gr\u00f6\u00dfer, die Brauteltern, die das Buffet bestellt hatten, rutschten nerv\u00f6s auf ihren Pl\u00e4tzen hin und her. Gab es da ein Problem? Fehlt da was? Ja: sie hatten an alles gedacht, sogar an die R\u00fcben f\u00fcr die Ovo-Lacto-Vegetarier \u00fcber. Nur eines, daran hatten sie nicht gedacht: da war keine einzige Scheibe Brot!!<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ohne Brot geht nichts. Da schmeckt der beste Schinken nicht, da fehlt dem K\u00e4se die Unterlage. Brot, dieses Grundnahrungsmittel, das \u00fcbersehen wir ganz schnell mal unter all den Leckereien die wir sonst so haben. Erst, wenn es uns fehlt, merken wir, dass wir es ganz ganz dringend brauchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Brot, Brot ist der Inbegriff von Nahrungsmitteln. Nicht umsonst sprechen wir vom t\u00e4glichen Brot und davon, dass einer sein Brot verdient.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Brot ist eigentlich etwas ganz schlichtes und einfaches &#8211;\u00a0 es steht f\u00fcr unser Grundbed\u00fcrfnis nach Essen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Diese gruselige Geschichte von der Hochzeit, die ich mir nur erfunden habe und die so hoffentlich nie passiert ist, zeigt: Brot steht f\u00fcr das eigentliche, f\u00fcr das, was ich unbedingt, lebensnotwendig, brauche. Und davon kann und muss man die vielen K\u00f6stlichkeiten unterscheiden, die eigentlich austauschbar und \u00fcberfl\u00fcssig sein k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Um Brot geht es auch in unserem Predigttext er steht im Johannes-Evangelium im sechsten Kapitel:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Jesus spricht dort:<\/span><br \/>\n<i><span style=\"color: #000000;\">Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.<\/span><\/i><br \/>\n<i><span style=\"color: #000000;\">48 Ich bin das Brot des Lebens.<\/span><\/i><br \/>\n<i><span style=\"color: #000000;\">49 Eure V\u00e4ter haben in der W\u00fcste das Manna gegessen und sind gestorben.<\/span><\/i><br \/>\n<i><span style=\"color: #000000;\">50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon i\u00dft, nicht sterbe.<\/span><\/i><br \/>\n<i><span style=\"color: #000000;\">51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot i\u00dft, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde f\u00fcr das Leben der Welt.<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">ich bin das Brot des Lebens sagt Jesus Christus.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Um diese Aussage von ihm geht es in dem ganzen langen sechsten Kapitel bei Johannes. Das scheint dem Evangelisten wichtig zu sein. Christus als Grund-Lebensmittel f\u00fcr uns Menschen, als das eigentliche Brot, das man braucht &#8211; anders, als die Lachs-Schnitte, auf die man zur Not auch mal verzichten kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Moment mal! K\u00f6nnte da so mancher rufen: du willst mir doch nicht etwa erz\u00e4hlen, dass alles, was ich sonst zum Leben ben\u00f6tige erledigt w\u00e4re allein dadurch, dass ich Jesus h\u00e4tte. Nicht einmal ein M\u00f6nch kommt allein mit seinem Heiland \u00fcber die Runden: auch der braucht mal was zwischen die Z\u00e4hne.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"color: #cc33cc;\">Thema Manna<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Als h\u00e4tte Jesus so eine Frage schon geahnt, gibt er mir hier f\u00fcr die Kanzel einen Tipp: er erz\u00e4hlt vom Manna, dem Brot, das Gott den Israeliten geschenkt hatte, als in der W\u00fcste waren: in gro\u00dfer Not waren sie, \u00e4ngstlich mit viel Hunger im Bauch. Und da schickte ihnen Gott auf wundersame Weise etwas zu Essen &#8211; das Manna.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Das Manna war auch ein Brot, aber Jesus sagt: das war ein Brot zum Leben, zum \u00dcberleben, aber das war nicht das Brot des Lebens. Das Manna geh\u00f6rt zu den Dingen, die Gott uns Menschen geschenkt damit wir im Leben \u00fcber die Runden kommen. Bei den Israeliten in der W\u00fcste wars eben dieses Manna und auch die Wachteln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auch uns schenkt Gott vieles, was wir zum Leben brauchen:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; Ich denke da zum Beispiel an unsere Gesundheit. Auch sie geh\u00f6rt zu dem was Gott uns schenkt. Es ist sch\u00f6n, wenn man leistungsf\u00e4hig ist, einem nichts weh tut. Und nat\u00fcrlich gerade dann, wenn wir krank sind, merken wir, wie wichtig das ist.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Aber Gesundheit ist nicht unerl\u00e4sslich. Auch wer krank ist, wer schwach und eben nichtmehr leistungsf\u00e4hig ist hat dennoch etwas von Leben, ist dennoch etwas wert. &#8211; Gesundheit geh\u00f6rt zu den Delikatessen unseres Lebens, aber sie ist nicht Brot des Lebens, ohne sie kann oder muss es trotzdem gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">&#8211; Beziehungen unter uns Menschen, in der Familie, Verwandtschaft, im Dorf oder im Freundeskreis: es ist wundervoll welche zu haben; Menschen auf die man sich verlassen kann ; Menschen denen man seine Sorgen erz\u00e4hlen kann und die nicht gleich abwinken. So etwas ist ein Schatz f\u00fcrs Leben. Gelingende Beziehungen sind in meinen Augen auch ein Geschenk, mit dem Gott unser Leben sch\u00f6ner macht. Ein Sahneh\u00e4ppchen, aber kein Brot des Lebens<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">&#8211; Wir als Menschen auf dieser Erde haben eine Sch\u00f6pfung um uns herum. Die k\u00f6nnen wir gestalten, auch verunstalten. Aus ihr gewinnen wir unsre Lebensmittel. In ihr k\u00f6nnen wir uns bewegen; an ihren Sch\u00f6nheiten uns freuen. Ohne sie k\u00f6nnten wir Menschen eigentlich gar nicht existieren. Darum geh\u00f6rt sie zu dem Manna, das Gott uns schenkt damit wir leben k\u00f6nnen &#8211; aber auch diese Sch\u00f6pfung ist nicht Brot des Lebens!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Denn alles das, was Gott uns als &#8222;Manna&#8220; schenkt &#8211; egal inwieweit es zu unsern Grundbed\u00fcrfnissen geh\u00f6rt oder wirklich nur purer Luxus ist &#8211; alles das hat eine gro\u00dfe Schw\u00e4che: es h\u00e4lt nicht ewig. Jesus sagt es im Predigttext: eure V\u00e4ter haben in der W\u00fcste das Manna gegessen und sind gestorben.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"color: #cc33cc;\">Bild vom Brotkorb<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Vielleicht ist es so, dass ich mein Leben lang einen Brotkorb mit mir herumtrage. Und da liegt so mancherlei drin: Beziehungen und Freundschaften, zur Zeit eine prima Gesundheit, ein neuer Beruf der viel Spa\u00df macht, und vieles mehr. Manna in meinem Brotkorb.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Im Laufe meines Lebens ver\u00e4ndert sich dieser Inhalt meines Brotkorbs. Mal kommt was dazu, mal f\u00e4llt auch etwas heraus. Manche St\u00fcckchen von diesem Manna altern \u00fcber die Zeit bis sie raus tun muss, weil sie nicht mehr gut sind. Manches legt mir Gott in diesen Brotkorb hinein, und ohne dass sich etwas daf\u00fcr tun muss. Und f\u00fcr manchen Inhalt in diesem Korb habe ich ganz sch\u00f6n arbeiten m\u00fcssen ; nicht alles f\u00e4llt einem in den Scho\u00df.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Ich lebe mit diesem Brotkorb und ich lebe auch aus diesen Brotkorb. Besonders die Manna-St\u00fcckchen, die ein wenig nach Luxus schmecken sammle ich gern&#8230; obwohl die auch ganz schnell wieder mal vergammeln.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"color: #cc33cc;\">Was bleibt?<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eure V\u00e4ter haben in der W\u00fcste das Manna gegessen und sind gestorben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Wer stirbt, der gibt den Brotkorb nicht ab, aber das Manna verschwindet. Alle unsere wunderbaren, tollen Lebensm\u00f6glichkeiten&#8230; am Sterbebett zerrinnen sie mir zwischen den Fingern. Was bleibt denn dann noch drin in meinem Brotkorb? Was \u00fcberdauert denn meinen Weg hier auf der Erde?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Jesus sagt es: &#8222;Das Brot des Lebens&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ja, aber was ist denn nun das f\u00fcr ein Brot, wie muss ich mir das denn vorstellen? Unter allem diesem Manna-Zeug konnte ich mir etwas vorstellen: Freundschaften. Gesundheit, Natur, alles ganz verst\u00e4ndlich. Aber was meint denn Jesus mit diesem Begriff, woraus wird denn das Brot des Lebens gebacken?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich glaube: wir treffen die Mischung ganz gut, wenn wir sagen &#8222;Brot des Lebens ist meine Beziehung zu Gott&#8220;. Die M\u00f6glichkeit zu ihm zu reden, auf ihn zu h\u00f6ren, die Chance, auf ihn zu vertrauen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und wenn ich an die Geschichte vom S\u00fcndenfall denke, sehe ich Adam, wie er dabei ist, dieses Brot des Lebens, dieses Vertrauen auf Gott aus seinem Brotkorb zu werfen um Platz zumachen f\u00fcr die Frucht vom verbotenen Baum der Erkenntnis. Tragisch, wenn man erst zu sp\u00e4t bemerkt, dass man nur Delikatessen eingesammelt hat und das Brot rausgeschmissen hat.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"color: #cc33cc;\">Jesus Christus als Brot des Lebens<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit Jesus Christus schenkt Gott uns eine neue M\u00f6glichkeit, mit ihm in Beziehung zu treten. Mit seinem Leiden und Sterben macht er den Weg frei. Darum ist Jesus Christus f\u00fcr uns das Brot des Lebens &#8211; durch ihn haben wir Gemeinschaft mit Gott. Durch ihn sind wir mit Gott vers\u00f6hnt, k\u00f6nnen Schuld bei ihm abladen, k\u00f6nnen Befreiung erfahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Ich bin das Brot des Lebens. Wer glaubt, der hat das ewige Leben.&#8220; sagt Jesus Christus<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Der Glaube &#8211; das sich-verlassen diesem Jesus Christus &#8211; ist der Weg auf den ich zu diesem Brot des Lebens komme.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Dann habe ich etwas in meinem Brotkorb, dass ich wirklich f\u00fcr mein Leben brauche, im Gegensatz zu anderen Mannas und Kr\u00e4ckern und Sahneschnittchen. Eine Beziehung zu meinem Gott, der mich liebt, der mir vergibt, der mir schenkt, was ich brauche.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine Beziehung, die auch dann noch g\u00fcltig ist, wenn der Tod meinem Brotkorb leerr\u00e4umen will. Jesu Auferstehung zeigt es: am Brot des Lebens hat sich der Teufel die Z\u00e4hne ausgebissen. Den Bund mit Gott kann er nicht knacken; der Bund geht \u00fcber unseren Tod hinaus und schenkt uns neues Leben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Liebe Gemeinde,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Jesus Christus, der in Kana Wasser zu Wein verwandelt hat, will uns den Inhalt unserer Lebens-Brotk\u00f6rbe nicht madig machen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Gott selber ist es ja, der uns unsere H\u00e4nde mit Gutem f\u00fcllt, mit Schwarzbrot und auch Sahneschnittchen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Aber er fragt eben auch ganz deutlich nach, ob wir nicht das wichtigste Brot vergessen haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Amen<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, es war eine wundersch\u00f6ne Hochzeit: eine sch\u00f6ne Braut, ein eleganter Br\u00e4utigam gl\u00fcckliche Eltern und Schwiegereltern. 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