{"id":1779,"date":"2001-05-20T22:07:11","date_gmt":"2001-05-20T21:07:11","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1779"},"modified":"2022-05-11T18:43:52","modified_gmt":"2022-05-11T16:43:52","slug":"predigt-das-vaterunser-und-seine-himmelsrichtungen-matthaeus-6-5-15-und-lied-344-20-mai-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1779","title":{"rendered":"Predigt: Das Vaterunser und seine Himmelsrichtungen (Matth\u00e4us 6, 5-15 und Lied 344 ) 20. Mai 2001"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"587\" data-attachment-id=\"5165\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=5165\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?fit=1880%2C1253&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1880,1253\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Photo by Mat Brown on &lt;a href=\\&quot;https:\/\/www.pexels.com\/photo\/silhouette-of-wind-vane-552600\/\\&quot; rel=\\&quot;nofollow\\&quot;&gt;Pexels.com&lt;\/a&gt;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;silhouette of wind vane&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pexels-photo-552600\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Photo by Mat Brown on &lt;a href=&quot;https:\/\/www.pexels.com\/photo\/silhouette-of-wind-vane-552600\/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Pexels.com&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?fit=300%2C200&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?fit=880%2C586&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=880%2C587&#038;ssl=1\" alt=\"silhouette of wind vane\" class=\"wp-image-5165 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?w=1880&amp;ssl=1 1880w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?resize=150%2C100&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2001\/05\/pexels-photo-552600.jpeg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Mt 6, 5-15<\/p>\n\n\n\n<p>Predigt zum Vaterunser, die den Versen des Lieds 344 folgt.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>Unser heutiger Predigttext steht im Matth\u00e4usevangelium, in der Bergpredigt, im sechsten Kapitel:<\/p>\n<p><i>Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Stra\u00dfenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.<\/i><br \/><i>Wenn du aber betest, so geh in dein K\u00e4mmerlein und schlie\u00df die T\u00fcr zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir&#8217;s vergelten.<\/i><br \/><i>Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erh\u00f6rt, wenn sie viele Worte machen.<\/i><br \/><i>Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater wei\u00df, was ihr bed\u00fcrft, bevor ihr ihn bittet.<\/i><br \/><i>Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.<\/i><br \/><i>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/i><br \/><i>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen<\/i><br \/><i>Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/i> <!--more--><br \/>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>sie alle kennen es, das Vaterunser, das Gebet, das Jesus Christus seinen J\u00fcngern empfohlen hat: Wenn ihr betet, dann sollt ihr so beten&#8230;<\/p>\n<p>Das Gebet ist uns bekannt, vertraut&#8230; so vertraut, dass wir es manchmal gar nicht mehr richtig wahrnehmen, wenn wir es beten. Dabei ist dieses Gebet immer wieder neu interessant.<br \/>Ich m\u00f6chte mit ihnen einmal darauf schauen, welche Blickrichtungen das Gebet eigentlich enth\u00e4lt: Ja, sie haben richtig geh\u00f6rt! Wer dieses Gebet nachspricht nimmt eigentlich ganz verschiedene Blickrichtungen ein, das sind sozusagen die verschiedenen Himmelsrichtungen, in die dieses Gebet hinschaut. Mal zu Gott, mal zum Mitmenschen, mal in die Zukunft.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte in dieser Predigt mit ihnen in alle diese Himmelsrichtungen schauen und dazwischen m\u00f6chte ich mit ihnen jeweils eine oder zwei Strophen des Liedes 344 singen, das das Vaterunser zum Thema hat.<\/p>\n<p>Zwei Verse haben wir schon gesungen:<\/p>\n<p><b>Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.<\/b><br \/>Damit ist schon mal die erste Richtung festgelegt: das Gebet geht an den Vater im Himmel. Es ist also kein Selbstgespr\u00e4ch, sondern ich habe ein Gegen\u00fcber, n\u00e4mlich den himmlischen Vater der mir zuh\u00f6rt.<br \/>Und weil die Richtung dieses Gebets zu Gott hin geht, ist es eigentlich auch kein &#8222;vorbeten&#8220;: Gott soll mein Zuh\u00f6rer sein &#8211; nicht die anderen Menschen ; nicht umsonst empfiehlt Jesus: &#8220; wenn du aber betest, so gehe in dein K\u00e4mmerlein und schlie\u00dfe die T\u00fcr zu und bete zu deinem Vater der im Verborgenen ist&#8220;. Gott ist meine Vertrauensperson, zu ihm kann ich vertraulich &#8211; im Vertrauen &#8211; beten.<br \/>Die erste Himmelsrichtung des Vaterunsers gibt die Grundrichtung dieses Gebets an &#8211; zum Vater im Himmel.<\/p>\n<p>Singen wir nun den dritten und vierten Vers dieses Liedes.<\/p>\n<p><span style=\"color: #3333ff;\">3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">Der Heilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei;<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">des Satans Zorn und gro\u00df Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid;<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">wehr und steu&#8217;r allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut.<\/span><br \/><b>Dein Reich komme dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden!<\/b><\/p>\n<p>Es geht um Gottes Reich, liebe Gemeinde. Um die kommende Herrlichkeit, die Gott uns versprochen hat, die neue Welt, die uns erwartet. Die Blickrichtung ist die Zukunft.<\/p>\n<p>Mir f\u00e4llt auf: im F\u00fcrbittengebet am Ende des Gottesdienstes taucht die Hoffnung auf dieses Reich Gottes oft nur am Rande auf, genauer gesagt am Ende des Gebets. &#8211; vielleicht als Ausblick ; oder vielleicht deshalb so versch\u00e4mt am Ende weil so manche von uns nicht so recht dran glauben m\u00f6gen, dass Gott diese Welt noch einmal zum Guten ver\u00e4ndern wird.<br \/>Beim Vaterunser ist das ganz anders: ganz vorne, gleich nach der Anrede, ist von dieser kommenden Herrlichkeit &#8211; dem Reich Gottes &#8211; die Rede. Offensichtlich ist Gottes kommende Welt der Ausgangspunkt dieses ganzen Gebets. Alles, was wir in diesem Gebets erhoffen, uns erbeten und erwarten ist eigentlich ein Vorgeschmack auf diese kommende Herrlichkeit.<\/p>\n<p><b>Dein Wille geschehe <\/b>&#8211; ich erinnere mich daran wie ich mit einer Jugendlichen um diesen Satz einmal gerungen habe. Das hat ihr gar nicht gefallen:\u00a0 Dass Gott seinen Willen durchsetzen will. Und irgendwie hat sie da auch recht: Wer jung ist, und ein bi\u00dfchen rebellieren m\u00f6chte, dem passt es nicht wenn da eine Autorit\u00e4t ist, die von vornherein den eigenen Willen durchsetzen will.<br \/>Was die junge Dame aber \u00fcbersehen hat: Was ist denn der Wille Gottes? Der steht doch im Vaterunser gleich daneben! &#8222;Wie im Himmel, so auf Erden &#8220; Himmlische Zust\u00e4nde auf der Erde. &#8211; Gottes Wille besteht zu allererst doch darin, dass er unser Heil will, dass sein Reich unter uns Gestalt gewinnt. Sein Wille bedeutet: Gott will Gutes f\u00fcr uns. Jesus hat ja Gottes Willen getan als er Menschen geheilt hat und ihnen geholfen hat. Und dann f\u00e4llt es mir wirklich leicht zu beten: dein Wille, dass wir Menschen heil werden, er m\u00f6ge geschehen.<\/p>\n<p>Singen wir nun den n\u00e4chsten Vers: Vers 5<\/p>\n<p><span style=\"color: #3333ff;\">Gib uns heut unser t\u00e4glich Brot und was man b&#8217;darf zur Leibesnot;<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">beh\u00fct uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit,<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">da\u00df wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizens m\u00fc\u00dfig gehn.<\/span><br \/><b>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/b><br \/>Hier sehe ich einen Blick, der nicht in die Zukunft schaut, sondern ganz in der Gegenwart ist; der zu Gott schaut, von ihm erwartet, was man zum Leben braucht.<\/p>\n<p>Zu dieser Bitte f\u00e4llt mir immer wieder Luthers Auslegung im Kleinen Katechismus ein. Dort beschreibt er, was das t\u00e4gliche Brot bedeuten kann: Er schreibt &#8222;Alles was Not tut f\u00fcr Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gutes Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.<\/p>\n<p>Wie wichtig diese Dinge sind, merken wir oft erst dann, wenn sie fehlen. Vieles von diesem t\u00e4glichen Brot haben wir nicht so einfach in der Hand ; k\u00f6nnen wir nicht machen, sondern es f\u00e4llt uns zu oder f\u00e4llt eben aus. An Gottes Segen ist alles gelegen &#8211; ein uralter Spruch, der mir, je \u00e4lter ich werde, immer wichtiger wird.<br \/>Wir Menschen sind nun eben von Gottes Segen, von seiner Hilfe abh\u00e4ngig. Aber je selbstverst\u00e4ndlicher ich dieses t\u00e4gliche Brot erhalte, umso weniger w\u00fcrdige ich es. Es wird zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit; wird nicht mehr als wertvolles Geschenk gesehen..<\/p>\n<p>Ich habe mich da m\u00e4chtig \u00fcber unsere Bundesregierung ge\u00e4rgert. Als nun Bundeskanzleramt neu bezogen worden sind, hat man es einfach ohne gro\u00dfe Feierlichkeiten im Besitz genommen, wie ich in der Zeitung lesen konnte. \u00dcblicherweise hat man bei solchen Gelegenheiten auch um Gottes Segen gebeten. Vielleicht hat man das in den fr\u00fcheren Jahren aus Tradition gemacht &#8211; vielleicht aber auch aus einem Bewusstsein heraus, dass man in diesem politischen Gesch\u00e4ft (auch als m\u00e4chtiger Politiker) ohne Gottes Hilfe ganz schnell am Ende seiner M\u00f6glichkeiten ankommen kann.<br \/>Schade, dass dieses Bewusstsein momentan keinen Ausdruck findet, weder im Bitten um Gottes Segen bei solchen Einweihungen, noch durch den Zusatz &#8222;so war mir Gott helfe&#8220; bei der Vereidigung des Bundeskabinetts.<\/p>\n<p>Aber: Der Blick nach Berlin sollte nicht davon ablenken, dass das Vaterunser ein pers\u00f6nliches Gebet ist, das ich selbst jedesmal neu f\u00fcr mein Leben dran denken sollte, dass meine Existenz, meine t\u00e4glich Brot in Gottes Hand liegt.<br \/>Gehen wir weiter im Vaterunser mit dem 6. Vers des Liedes 344<\/p>\n<p><span style=\"color: #3333ff;\">All unsre Schuld vergib uns, Herr, da\u00df sie uns nicht betr\u00fcbe mehr,<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit.<\/span><br \/><b>Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern<\/b><\/p>\n<p>Die Blickrichtung dieser Bitte ist ganz ungew\u00f6hnlich: Es ist der Blick Gottes auf mich und dann der Blick von mir auf andere. So, wie Gott mich anschaut, so soll auch dich die anderen anschauen. &#8220; Wie Gott mir, so ich dir&#8220; Gott schaut mich liebevoll und mit Vergebungsbereitschaft an, und diesen liebevollen Blick, den soll ich auch an andere weitergeben.<\/p>\n<p>Mein Verh\u00e4ltnis zu Gott und mein Verh\u00e4ltnis zu meinem Mitmenschen kann ich nicht voneinander trennen.<br \/>Wenn mir meine S\u00fcnde vergeben wird, kann ich meinem Nachbarn seine Fehler auch nicht nachtragen.<br \/>Wo Gott im voraus uns Menschen seinem Sohn geschickt hat, ohne zu wissen ob wir auch auf an ihn glauben werden, da d\u00fcrfen wir anderen Menschen auch im voraus einmal Vertrauen schenken, auch auf die Gefahr hin dass wir einmal entt\u00e4uscht werden.<\/p>\n<p>Diese Bitte des Vaterunsers ist f\u00fcr mich immer wieder ein Aufruf die anderen Menschen durch die Brille Gottes anzusehen. Ohne Vorbehalte, mit Vertrauen, mit Liebe die ich schenken will. &#8211; Manchmal gelingt es mir, und immer scheitere ich auch an diesem Ziel. Aber als Ziel, als Vorsatz, m\u00f6chte es nicht aufgeben: &#8222;Wie Gott mir, so ich dir&#8220;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chten beiden Verse: Nummer 7 und 8<\/p>\n<p><span style=\"color: #3333ff;\">F\u00fchr uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der b\u00f6se Geist anficht;<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">im Glauben fest und wohlger\u00fcst&#8216; und durch des Heilgen Geistes Trost.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">Von allem \u00dcbel uns erl\u00f6s; es sind die Zeit und Tage b\u00f6s.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">Erl\u00f6s uns vom ewigen Tod und tr\u00f6st uns in der letzten Not.<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">Bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine H\u00e4nd.<\/span><\/p>\n<p><b>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/b><\/p>\n<p>Diese Zeile im Vaterunser blickt nach unten -hinunter in den Abgrund des B\u00f6sen. Bisher gab&#8217;s im Vaterunser \u00f6fters einen Blick nach oben, zu Gott hin, positiv in die Zukunft. Jetzt schaue ich einmal vorsichtig nach unten ; ich merke: ich h\u00e4nge zwischen Himmel und H\u00f6lle. Nicht alles um mich herum und in mir zieht mich zum Guten. Ich sehe auch, dass ich als Mensch Fehler habe, anf\u00e4llig bin f\u00fcr Versuchungen, immer wieder auch erlebe wie ich als Christ versage.<\/p>\n<p>Versuchung &#8211; das ist ja oft so ein erotisch aufgeladener Begriff: die h\u00fcbsche Nachbarin ist die Versuchung zur S\u00fcnde.<br \/>Aber oft genug erliegen wir Christen ganz anderen Versuchungen: die Versuchung zum Hochmut, zum Geiz, zum Neid, zur \u00fcblen Nachrede.<br \/>Das ist oft gar nicht einfach, die Grenze zu erkennen zwischen einem normalen Gespr\u00e4ch in dem ich mein Leid \u00fcber meinen Nachbarn klage und der Versuchung der \u00fcblen Nachrede. Manchmal nach so einem Gespr\u00e4ch &#8211; und danach ist es ja eigentlich schon zu sp\u00e4t &#8211; ist der Moment gekommen, wo ich vorsichtig in Richtung Abgrund schaue und ich frage: Hast du die Grenze schon \u00fcberschritten?<br \/>Dann wird mit diese Bitte wieder ganz wichtig: f\u00fchle mich nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se mich von dem B\u00f6sen.<br \/>Erl\u00f6se mich! &#8211; mach mich frei von dieser Gefahr B\u00f6ses zu wollen oder B\u00f6ses zu tun.<\/p>\n<p>Unser letzter Vers: Nr 9<\/p>\n<p><span style=\"color: #3333ff;\">Amen, das ist: es werde wahr. St\u00e4rk unsern Glauben immerdar,<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">auf da\u00df wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han<\/span><br \/><span style=\"color: #3333ff;\">auf dein Wort, in dem Namen dein. So sprechen wir das Amen fein.<\/span><\/p>\n<p><b>Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>jetzt, am Schluss dieses Gebet geht unser Blick wieder nach oben, und zugleich auch hoffnungsvoll in die Zukunft.<br \/>Gerade nach den letzten S\u00e4tzen, die uns ja auf unsere eigenen Probleme gesto\u00dfen haben, geht unser Blick wieder zu Gott, von dem wir uns unsere Hilfe hoffen. Vielleicht so\u00a0 als wenn wir hier auf der Erde unseren Anker auswerfen hin\u00fcber zu Gott, um uns dort festzumachen, weil wir wissen das dorthin unser Weg f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das Vaterunser, dass Gebet Jesu Christi macht sich eben fest bei Gott. Von ihm erwarten wir alles worum wir beten &#8211; von niemand anderem.<\/p>\n<p>Amen<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Vaterunser, die den Versen des Lieds 344 folgt. <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1779\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5165,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Das Vaterunser und seine Himmelsrichtungen (Matth\u00e4us 6, 5-15 und Lied 344 ) 20. 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