{"id":1724,"date":"2002-02-02T23:35:52","date_gmt":"2002-02-02T22:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1724"},"modified":"2017-10-24T19:51:27","modified_gmt":"2017-10-24T18:51:27","slug":"predigt-ein-prophet-will-kuendigen-1-koenige-19-1-8-10-februar-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1724","title":{"rendered":"Predigt: Ein Prophet will k\u00fcndigen (1. K\u00f6nige 19, 1-8 ) 10. Februar 2002"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>versetzen wir uns im Gedanken nach Samaria, in die K\u00f6nigsstadt im Norden Israels; 100 Jahre nach dem Tod K\u00f6nig Davids. Auf dem Thron sitzt Ahab, zusammen mit seiner Frau Isebel. Die beiden sind ein sehr fortschrittliches K\u00f6nigspaar. Sie kennen zwar die \u00dcberlieferung, das der Gott Israels das Volk aus \u00c4gypten gef\u00fchrt hat. Sie kennen das erste Gebot: \u201edu sollst keine anderen G\u00f6tter neben mir haben&#8220; , aber sie sagen sich: Das sind olle Kamellen, damit kann man keine Politik mehr machen. Wir m\u00fcssen uns den anderen Religionen \u00f6ffnen: Ab sofort werden wir auch den Gott Baal anbeten. Dieser Fruchtbarkeitsgott hat ja im Land Kanaan Tradition, da gehen wir auf Nummer sicher. Doppelt gemoppelt h\u00e4lt besser.<!--more--><\/p>\n<p>Da kommt der Prophet Elia ins Spiel: Elia wird von Gott beauftragt, dem K\u00f6nig ins Gewissen zu reden: \u201eEs gibt nur einen Gott f\u00fcr Israel&#8220; &#8211; das ist seine Botschaft. Wie so oft: Der K\u00f6nig h\u00f6rt nicht auf den Propheten. Immer wieder versucht es der Prophet, aber er blitzt immer wieder ab.<br \/>\nEine D\u00fcrre und Hungersnot sucht kurz darauf das Land heim. Die Bibel erz\u00e4hlt von Wundern, die dem Propheten damals das Leben gerettet haben. Auch erz\u00e4hlt sie die Begebenheit, die sich auf dem Berg Karmel zugetragen hat.<br \/>\nEine Art Wettbewerb: Auf spektakul\u00e4re Weise wollen die Priester des Baal den G\u00f6tzen um Regen bitten. K\u00f6nigin Isebel verspricht sich daraus den Sieg der Baals-Religion \u00fcber den r\u00fcckst\u00e4ndigen Glauben Israels.<br \/>\nDer Schuss geht nach hinten los: Die Baals-Priester und die K\u00f6nigin blamieren sich bis auf die Knochen. Elia zeigt eindrucksvoll, dass allein der Gott-Israels Wunder tun kann.<br \/>\nWas dann passiert ist f\u00fcr uns nicht so leicht zu verstehen: Elia vollzieht ein Gericht an den Baalspriestern &#8211; sie werden alle hingerichtet.<br \/>\nIsebel und Ahab sinnen auf Rache: Elia soll umgebracht werden.\u00a0 Er fl\u00fcchtet in die W\u00fcste.<\/p>\n<p>Was sich dort abspielt, setht in unserem Predigttext<br \/>\n1. K\u00f6n 19, 1-8<br \/>\n<i>Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte.<\/i><br \/>\n<i>2 Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und lie\u00df ihm sagen: Die G\u00f6tter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast!<\/i><br \/>\n<i>3 Da f\u00fcrchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und lie\u00df seinen Diener dort.<\/i><br \/>\n<i>4 Er aber ging hin in die W\u00fcste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und w\u00fcnschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug,\u00a0 so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine V\u00e4ter.<\/i><br \/>\n<i>5 Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel r\u00fchrte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und i\u00df!<\/i><br \/>\n<i>6 Und er sah sich um, und siehe, zu seinen H\u00e4upten lag ein ger\u00f6stetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.<\/i><br \/>\n<i>7 Und der Engel des HERRN kam zum zweitenmal wieder und r\u00fchrte ihn an und sprach: Steh auf und i\u00df! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.<\/i><br \/>\n<i>8 Und er stand auf und a\u00df und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig N\u00e4chte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.<\/i><\/p>\n<p>Elia ist in die W\u00fcste gefl\u00fcchtet, da beginnt f\u00fcr ihn die Krise. \u201eImmer wieder habe ich den K\u00f6nig ermahnt, immer wieder ihn aufgerufen, nur einen Gott anzubeten. Aber nichts hat geholfen. So ein stures, verbohrtes K\u00f6nigshaus. Alles war umsonst.&#8220;<br \/>\nVergessen hat Elia die Wunder, in denen Gott ihn bewahrt hat. Vergessen, seine eigenen flammenden Worte f\u00fcr den Herrn. In diesem Moment ist Elia einfach am Ende. \u201eIch kann nicht mehr, ich will nicht mehr&#8220;.<br \/>\nDie W\u00fcste, in die er gefl\u00fcchtet ist, tut ihr \u00dcbriges: Elia wird depressiv, will nicht mehr leben. Er legt sich unter einen Wachholderbusch und wartet einfach darauf, dass er stirbt.<br \/>\n\u201eGott, du hast mir einen Auftrag gegeben, aber ich habe es nicht geschafft. Ich bin gescheitert.&#8220; &#8211; Und vielleicht hat in diesem Moment der gro\u00dfe Elia auch an Gottes G\u00fcte gezweifelt. &#8211; Wir wissen es nicht.<br \/>\n&#8212;<br \/>\nNun liegt er da, der Prophet, hat quasi bei Gott seinen Arbeitsauftrag gek\u00fcndigt. Ad\u00e9 du furchtbare Welt.<br \/>\nAber es kommt anders: Elia bekommt Besuch. Ein Engel, ein Bote Gottes weckt den schlafenden Elia, reicht ihm zu Essen. Eine St\u00e4rkung f\u00fcr den saft- und kraftlosen Elia. Was ihm da gereicht wird, ist mehr als Brot und Wasser. In diesem Moment der Verzweiflung sagt ihm Gott: \u201eElia, auch wenn du dich aufgegeben hast. Ich denke immer noch an Dich. Du bist mir nicht egal. Ich gehe Dir auch in die W\u00fcste nach.&#8220;<br \/>\nVielleicht kennen Sie das aus eigener Erfahrung: Es kann gut tun, wenn sich jemand um mich k\u00fcmmert, wenn es mir schlecht geht. Manchmal tut es gut, dass einfach einer da ist, der braucht dann auch gar nicht viel tun. Da ist jemand, der hat mich nicht aufgegeben. Ich bin diesem Menschen wertvoll.<\/p>\n<p>Es kann sein, dass sie auch die andere Seite kennen: Wenn Sie der \u201eEngel&#8220; f\u00fcr Andere sein wollen; wenn Sie\u00a0 Kranke, Verzweifelte besuchen. Da kommt man da eher selten mit Brot und Wasser, eher mit Blumen und Pralinen, oder einem guten Buch. Was man da erlebt, wenn man einem Verzweifelten nahe sein will, ist nicht immer so wie in den Abendserien im Fernsehen. Da werden Kranke besucht und nach wenigen freundlichen Worten sind die gl\u00fccklich und werden rechtzeitig von der n\u00e4chsten Werbepause geheilt entlassen.<br \/>\nDas kann auch ganz anders laufen: Wer bis in sein Innerstes verzweifelt ist, wer sich von Gott und Menschen verlassen f\u00fchlt, der freut sich wohl schon \u00fcber einen Freund, der ihm zur Seite stehen will. Aber die Welt ist damit noch lange nicht wieder in Ordnung. Und so mancher Besucher, der es gut gemeint hat, wird von dem, dem es schlecht geht, auch noch angeknurrt: \u201eDu wei\u00dft ja gar nicht, wie schlecht es mir geht. Was willst du hier \u00fcberhaupt. Ich kann, ich will jetzt nicht aufgemuntert werden. Ich muss mich in meiner verzweifelten Situation auch erst einmal zurechtfinden, bevor ich wei\u00df, wie ich da wieder herauskomme.&#8220;<\/p>\n<p>Elia l\u00e4\u00dft den Engel wieder abziehen. Er kann sich noch nicht aufraffen. \u201eNoch einmal die Auseinandersetzung mit K\u00f6nig Ahab und Isebel aufnehmen? &#8211; Nein. Dann w\u00fcrde es wieder neu losgehen: Meine erfolglosen Versuche, dem K\u00f6nig von seinen falschen Weg abzubringen. Die Verfolgungen durch seine Frau Isebel. Nein, dass packe ich nicht mehr.<br \/>\nSo deute ich es, das Elia sich wieder hinlegt. Zu tief war seine Verzweiflung, zu aussichtslos sch\u00e4tzte er seine Lage ein.<\/p>\n<p>Das ist schon ein starkes St\u00fcck: Elia streikt. Gott will ihm durch diesen Engel Mut machen, will ihn st\u00e4rken, wieder aufbauen. Aber der Prophet au\u00dfer Dienst sagt \u201enein&#8220;. Er sagt das ja nicht zu einem menschlichen Auftraggeber, er sagt es zu Gott.<\/p>\n<p>Darf man das? Gott gegen\u00fcber sagen: \u201eEs geht nicht mehr, ich bin am Ende. Gott, du h\u00e4ttest doch schon eher helfen k\u00f6nnen, damit es mir gar nicht erst so miserabel gehen w\u00fcrde wie jetzt. Gott, ich bin fix und fertig. , ich kann nicht mehr, lass mich in Ruh!&#8220; &#8211; Muss man sich vor Gott nicht eher zusammenrei\u00dfen und sagen: \u201eKlar Gott, es geht schon irgendwie&#8230;&#8220;<br \/>\nSie wissen es: Wir d\u00fcrfen vor Gott klagen und jammern, wir sollten es sogar. Denn Gott ist nicht da, um mich f\u00fcr meinen Heldenmut zu loben, sondern um mir gerade in den schwachen Stunden zu helfen. Er ist ein gn\u00e4diger Gott, der die Abgr\u00fcnde meines Herzens kennt, einer dem ich nichts vormachen muss.<\/p>\n<p>Dieser liebevolle Gott geht dem Elia nach. Er gibt ihn nicht auf. Er setzt Elia nicht auf die Liste der verlorenen Sch\u00e4fchen sondern versucht es erneut: Wieder kommt ein Engel mit Brot und Wasser, weckt den Propheten und sagt ihm: \u201eSteh auf und iss, du hast einen weiten Weg vor dir.&#8220;<br \/>\nDer zweite Anlauf gelingt: Elia isst und trinkt und steht auf. Vielleicht war es der Gott, der ihm nachgeht, der dem Elia neuen Mut gemacht hat.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nElia macht sich auf den Weg. 40 Tage marschiert er durch bis zum Berg Horeb, dort will er mit Gott reden, h\u00f6ren, was er als n\u00e4chstes tun soll.<br \/>\nElia hat sich aufgerafft, er hat sich von Gottes Geduld mit ihm anstecken lassen; noch einmal loszuziehen und dem K\u00f6nig Ahab Gottes Willen mitzuteilen. Er nimmt sie wieder auf, seine Karriere als Prophet. Er geht gest\u00e4rkt aus dieser Erfahrung hervor: Sein Marsch zum Berg Horeb spricht B\u00e4nde \u00fcber seine Motivation.<\/p>\n<p>Erfahrungen des Scheiterns, der Verzweiflung k\u00f6nnen ein Menschenleben zerbrechen lassen. So, dass gebrochene Menschen zur\u00fcckbleiben, die nicht mehr ins Leben zur\u00fcckfinden.<\/p>\n<p>Elia hat in der Tiefe seines Lebens nicht einmal mehr Gott gesucht. Gott hat ihn gesucht, und Elia hat sich dann auch finden lassen. Das hat ihn wieder aufgerichtet.<br \/>\nWas er erlebt hat, das hat ein sp\u00e4terer Kollege von ihm, der Prophet Jesaja in sehr plastische Worte gefasst: (Jes 40, 29+31)<br \/>\nEr gibt den M\u00fcden Kraft<br \/>\nund St\u00e4rke genug den Unverm\u00f6genden.<br \/>\nDie auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft,<br \/>\ndass sie auffahren mit Fl\u00fcgeln wie Adler,<br \/>\ndass sie laufen und nicht matt werden,<br \/>\ndass sie wandeln und nicht m\u00fcde werden.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, versetzen wir uns im Gedanken nach Samaria, in die K\u00f6nigsstadt im Norden Israels; 100 Jahre nach dem Tod K\u00f6nig Davids. Auf dem Thron sitzt Ahab, zusammen mit seiner Frau Isebel. Die beiden sind ein sehr fortschrittliches K\u00f6nigspaar. Sie kennen zwar die \u00dcberlieferung, das der Gott Israels das Volk\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1724\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Ein Prophet will k\u00fcndigen (1. K\u00f6nige 19, 1-8 ) 10. Februar 2002","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[30],"tags":[789,788,570,779],"class_list":["post-1724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigten-2001-2003","tag-1-koenige","tag-1-koen","tag-elia","tag-okuli"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-rO","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1724"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1725,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1724\/revisions\/1725"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}