{"id":1722,"date":"2002-03-09T23:33:42","date_gmt":"2002-03-09T21:33:42","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1722"},"modified":"2014-06-04T23:35:34","modified_gmt":"2014-06-04T21:35:34","slug":"predigt-zur-dekanatssynode-eintraechtig-beieinander-wohnen-psalm-133-9-maerz-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1722","title":{"rendered":"Predigt zur Dekanatssynode: Eintr\u00e4chtig beieinander wohnen (Psalm 133)  9. M\u00e4rz 2002"},"content":{"rendered":"<p>Die Losung von heute steht im 133 Psalm: Ich m\u00f6chte ihnen nicht nur den einen Vers, sondern den gesamten Psalm &#8211; 4 Verse ist er lang &#8211; vorlesen:<\/p>\n<p><em> Siehe, wie fein und lieblich ist&#8217;s, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen!<\/em><br \/>\n<em> Es ist wie das feine Salb\u00f6l auf dem Haupte Aarons, das herabflie\u00dft in seinen Bart, das herabflie\u00dft zum Saum seines Kleides,<\/em><br \/>\n<em> wie der Tau, der vom Hermon herabf\u00e4llt auf die Berge Zions! <\/em><br \/>\n<em> Denn dort verhei\u00dft der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Siehe, wie fein und lieblich ist&#8217;s, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen!<br \/>\nVermutlich wird der K\u00f6nig David, dem dieser Psalm zugeschrieben wird, mir nicht b\u00f6se sein, wenn ich auch dabei an die Schwestern denke. Denn nicht nur die Br\u00fcder, sondern auch die Schwestern k\u00f6nnen eintr\u00e4chtig beieinander wohnen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><i><b><span style=\"color: #009900;\">Langenburg &#8211; Mein Traum-Bild<\/span><\/b><\/i><\/p>\n<p>Mir ist ziemlich bald die Kirchenvorsteher-R\u00fcstzeit in Langenburg eingefallen. Es h\u00e4tte nat\u00fcrlich auch eine ganz andere Familienfreizeit oder auch eine Freizeit f\u00fcr Jugendliche sein k\u00f6nnen.<br \/>\nDa wohnen sie ja auch zusammen: Fast wie in einem Dorf; auf dem Gel\u00e4nde in Langenburg, neben einander, eintr\u00e4chtig.<br \/>\nAuch wenn es nur ein paar Tage in Langenburg oder auf einer Familienfreizeit sind: Es ist einfach etwas besonderes: als Glaubensgeschwister sind wir dort, und das verbindet uns auch. Berufssch\u00fcler, Hausfrau, Firmenchef &#8211; die Position erscheint als Nebensache &#8230; gemeinsam ist allen, dass sie in ihren Gemeinden Verantwortung \u00fcbernehmen, als Kirchenvorsteherinnen, Kirchenvorsteher oder als Pfarrer.<br \/>\nVielleicht haben es manche unter ihnen auch gemerkt: Auf so einer Freizeit kann in kurzer Zeit eine Vertrautheit entstehen, wie man sie sonst selten hat. Ist das der besondere Zauber von Langenburg?<\/p>\n<p>Siehe, wie fein und lieblich ist&#8217;s, wenn Kirchenvorsteher eintr\u00e4chtig in Langenburg tagen. &#8211; Ich merke, dass ich mich schon wieder aufs n\u00e4chste Mal freue.<\/p>\n<p><span style=\"color: #009900;\"><i><b>Mehr als nur Gemeinschaftsgef\u00fchl<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Vermutlich sitzen jetzt unter ihnen einige Menschen mit sozialp\u00e4dagogischer Vorbildung. Und ich vermute mal sie sind gerade mitten im Stirn-Runzeln. &#8222;Au wei! Der Pfarrer Seidel hat den Langenburg-Lager-Koller. Wenn der sich nur nicht hoffnungslos in diese Lageratmosph\u00e4re verliebt. Den k\u00f6nnten wir wahrscheinlich auch zu einem Fortbildungscamp der Vorwerk-Staubsaugervertreter Bayerns schicken, und er w\u00fcrde auch von der sch\u00f6nen Atmosph\u00e4re und der beeindruckenden Gemeinschaft schw\u00e4rmen. Es ist nun mal so, wenn man zu so einer Veranstaltung geht, wo Gleichgesinnte zusammen sind, abgel\u00f6st von den allt\u00e4glichen Problemen daheim, da ist es eben nun mal traumhaft sch\u00f6n&#8220;.<\/p>\n<p>Ich glaube aber doch, dass die Gemeinschaft von uns Christen &#8211; in Langenburg oder sonst wo &#8211; noch einmal etwas anderes ist.<br \/>\nEs ist wie das feine Salb\u00f6l auf dem Haupte Aarons, das herabflie\u00dft in seinen Bart, das herabflie\u00dft zum Saum seines Kleides, wie der Tau, der vom Hermon herabf\u00e4llt auf die Berge Zions!<\/p>\n<p>Das Salb\u00f6l&#8230; Mose hat Aaron, seinen Bruder, den ersten Priester an der Stiftsh\u00fctte in der W\u00fcste, mit Salb\u00f6l \u00fcbergossen als Zeichen des \u00fcberflie\u00dfenden Segens Gottes. Als sp\u00fcrbares Symbol der N\u00e4he Gottes.<br \/>\nManchmal ist es hilfreich, ein wirklich sp\u00fcrbares Zeichen der N\u00e4he Gottes zu erfahren: eine zum Segen aufgelegte Hand, Brot und Wein, oder Salb\u00f6l an der Stirn und auf den H\u00e4nden. Ich sp\u00fcre es und bekomme dadurch die Gewissheit: Gott ist bei mir, sein Geist ist unter uns.<\/p>\n<p>Wie der Tau, der vom hohen Berg Hermon herabf\u00e4llt auf uns, so kann der Geist Gottes eine Atmosph\u00e4re unter Menschen schaffen &#8211; uns zu Schwestern und Br\u00fcdern machen.<\/p>\n<p>Das ist ein Geschenk Gottes an seine Kinder. Das ist das, was eine christliche Freizeit von dem unterscheiden kann, was Motivationstrainer auf der Staubsaugervertreter-Schulung zu Stande bringen.<\/p>\n<p>Sind sie im Gedanken schon weit weg? Haben Sie Lust bekommen? Packen sie schon im Gedanken die Reisetasche?<br \/>\nGratulation &#8211; dann sind sie in diesen Psalm richtig angekommen! Denn der Psalm 133 ist ein Wallfahrtspsalm! Mit dem hat man sich auf dem Weg nach Jerusalem gemacht. Vielleicht zu einem Fest, wo Juden miteinander am Tempel zusammen waren, Gemeinschaft hatten &#8230; \u00fcber Tage hinweg &#8230; mit Gott in ihrer Mitte&#8230; und sicher auch mit einem Gemeinschaftsgef\u00fchl wie wir es auf Freizeiten gelegentlich genie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><i><b><span style=\"color: #009900;\">Rochade von Langenburg nach Langensteinach<\/span><\/b><\/i><\/p>\n<p>Wallfahrten, Kirchenvorsteherfreizeiten das sind Hoch-Zeiten! Die genie\u00dft man, wenn man klug ist, in vollen Z\u00fcgen, saugt sie sich auf, weil man wei\u00df, dass es daheim wieder anders sein wird. Das besondere Flair gibt&#8217;s eben nur dort.<\/p>\n<p>Aber gerade daheim merke ich, dass dieser Psalm mit seiner Hoffnung an mir nagt: siehe, wie fein und lieblich ist&#8217;s wenn Br\u00fcder und Schwestern eintr\u00e4chtig beieinander wohnen.<br \/>\nEi, wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn wir etwas von dieser Gemeinschaft dort und dieser segensreichen Geschwisterlichkeit in unser Dekanat her\u00fcber retten k\u00f6nnten.<br \/>\nEs geht dabei ja auch um mehr als nur um heimelige Gef\u00fchle:\u00a0 Der Psalm stellt die Gemeinschaft der Geschwister unter den Segen Gottes: denn dort verhei\u00dft der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.<\/p>\n<p>Liebe Geschwister<br \/>\n&#8211; anders m\u00f6chte ich Sie jetzt auch gar nicht anreden &#8211;<br \/>\nwenn Br\u00fcder und Schwestern eintr\u00e4chtig beieinander wohnen k\u00f6nnen, warum sollten das nicht auch die Gemeinden (also die Summen der Br\u00fcder und Schwestern) ebenso geschwisterlich mit einander umgehen?<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen zwei Beispiele &#8211; Phantasien &#8211; nennen, wie ich mir vorstellen k\u00f6nnte, dass Gemeinden geschwisterlich miteinander umgehen k\u00f6nnen.<br \/>\nVielleicht ist es ihnen eine Anregung, vielleicht praktizieren sie das ja schon, und k\u00f6nnen sich dann dar\u00fcber freuen, dass es bei Ihnen schon so gut l\u00e4uft und vielleicht entdecken sie einen Punkt, den sie in ihrer Gemeinde f\u00fcr ausbauf\u00e4hig halten.<\/p>\n<p><i><b><span style=\"color: #009900;\">Beieinander wohnen<\/span><\/b><\/i><\/p>\n<p>Mein erster Gedanke:<br \/>\nDie r\u00e4umliche N\u00e4he unserer Gemeinden zueinander. Im Psalm wohnen die Br\u00fcder beieinander. Dietrich Bonhoeffer hat 1939 \u00fcber das Zusammensein der Christen ein Buch geschrieben. &#8222;Gemeinsames Leben&#8220; hei\u00dft es und in ihm kommt deutlich zum Ausdruck, wie er die r\u00e4umliche N\u00e4he der Christen zueinander Wert sch\u00e4tzt. Mit dem Psalm 133 beginnt er dieses Buch, in dem er ganz offen die N\u00e4he von Christen zueinander, die M\u00f6glichkeit sich zu treffen und miteinander zu reden und zu beten als geschenkten Schatz bezeichnet.<\/p>\n<p>Als Dekanat k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht alle zusammenr\u00fccken, wie in einem Kloster. Aber wir k\u00f6nnten \u00f6fter zusammenr\u00fccken bei gemeinsamen Gottesdiensten und bei verschiedenen Festen. Die ja schon bestehende Gastfreundschaft zwischen den Gemeinden sollten wir nicht aufgeben, sondern pflegen und weiterentwickeln.<\/p>\n<p>Wenn ich auf das Parament von Bischof Laiser schaue, merke ich, dass geschwisterliche Verbundenheit auch \u00fcber Tausende von Kilometern m\u00f6glich ist. Aber es kostet viel Aufwand, viel M\u00fche und Kraft. Da entdeckte ich, das ist ein Geschenk sein kann, dass wir von Dorf zu Dorf eigentlich zu Fu\u00df laufen k\u00f6nnten, dass es kurze Wege sind, die aus Verbundenheit Vertrautheit wachsen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #009900;\"><i><b>Die Bedingung des Geschwister-Seins<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Mein zweiter Gedanke: wenn wir schon von Glaubens-Geschwistern reden, sollten wir nicht aus den Augen verlieren, was Menschen zu Geschwistern macht: Sie haben den gleichen &#8211; himmlischen &#8211; Vater. Weil&#8217;s eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, k\u00f6nnte man es manchmal glatt vergessen.<\/p>\n<p>Das glauben Sie nicht? Ich denke da an die Diakonie. Sie ist ja ein ganz grundlegender Ausdruck unseres Glaubens: Schwachen zu helfen, Arme zu unterst\u00fctzen, Alte zu tr\u00f6sten. Aber im R\u00e4derwerk der Pfleges\u00e4tze und gesetzlichen Vorgaben droht die Diakonie zum ganz gew\u00f6hnlichen Sozialdienstleister zu werden, der problemlos auch ohne Gott auskommen k\u00f6nnte. Wie gut, dass man sich dort dieser Gefahr bewusst ist und gegenlenkt. Und ich freue mich \u00fcber diese Unterschriftenaktion, mit der man versucht es m\u00f6glich zu machen, dass die Diakonie-Schwester neben dem Verband auch einmal die Hand auflegt und die Bibel aufschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Wenn wir in unserem Gemeinden N\u00e4he suchten, Kooperationen anstreben und Strukturen bilden, d\u00fcrfen wir nicht aus den Blick verlieren, was uns antreibt.<br \/>\nDass es darum geht Glauben zu leben, Glauben wachsen zu lassen und Glauben weiter zu tragen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #009900;\"><b><i>Schluss<\/i><\/b><\/span><span style=\"color: #009900;\"><b><i><br \/>\n<\/i><\/b><\/span><br \/>\nLiebe Synoden-Gemeinde<br \/>\nwir sind dabei nicht auf uns selbst gestellt. Mit Gottes Hilfe k\u00f6nnen wir uns als Dekanat weiter auf die Wallfahrt zu einem gesegneten Miteinander begeben, dass der Hoffnung des Psalm 133 entspricht:<br \/>\nSiehe, wie fein und lieblich ist&#8217;s, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen!<br \/>\nDenn dort verhei\u00dft der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Losung von heute steht im 133 Psalm: Ich m\u00f6chte ihnen nicht nur den einen Vers, sondern den gesamten Psalm &#8211; 4 Verse ist er lang &#8211; vorlesen: Siehe, wie fein und lieblich ist&#8217;s, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen! Es ist wie das feine Salb\u00f6l auf dem Haupte Aarons, das\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1722\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt zur Dekanatssynode: Eintr\u00e4chtig beieinander wohnen (Psalm 133)  9. 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