{"id":1687,"date":"2002-09-15T22:49:21","date_gmt":"2002-09-15T21:49:21","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1687"},"modified":"2017-10-24T19:38:50","modified_gmt":"2017-10-24T18:38:50","slug":"predigt-werfe-dein-vertrauen-nicht-weg-hebraeer-10-35-39-15-september-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1687","title":{"rendered":"Predigt: Werfe dein Vertrauen nicht weg (Hebr\u00e4er 10, 35-39) 15. September 2002"},"content":{"rendered":"<p>Der Predigttext steht im Hebr\u00e4erbrief, 10. Kapitel:<br \/>\n<i>35 Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine gro\u00dfe Belohnung hat.<\/i><i><br \/>\n<\/i><i>36\u00a0 Geduld aber habt ihr n\u00f6tig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verhei\u00dfene empfangt.<\/i><i><br \/>\n<\/i><i>37 Denn \u00bbnur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben.<\/i><i><br \/>\n<\/i><i>38 Mein\u00a0 Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zur\u00fcckweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm\u00ab<\/i><i><br \/>\n<\/i><i>39 Wir aber\u00a0 sind nicht von denen, die zur\u00fcckweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.<\/i><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>mit dem Hebr\u00e4erbrief ist das so eine Sache. Nicht einmal die Gelehrten sind sich einig dar\u00fcber, wer diesen Brief geschrieben hat und an wen er adressiert war. Die Wissenschaft behilft sich da mit der Methode, aus der im Brief beschriebenen Situation die Empf\u00e4nger zu erschlie\u00dfen.<br \/>\nEin Beispiel: Weil in dem Hebr\u00e4erbrief viel vom Tempelkultus die Rede ist, vermutet man die fr\u00fchen Judenchristen, vielleicht in Jerusalem, als m\u00f6gliche Empf\u00e4nger.<\/p>\n<p>Wenn ich mir den Abschnitt ansehe, der heute unser Predigttext ist, habe ich eine ganz andere Theorie: Die Empf\u00e4nger des Hebr\u00e4erbriefs sind wahrscheinlich die Christen in Deutschland ums Jahr 2002. Ich gebe zu: In der seri\u00f6sen Wissenschaft werde ich damit wenig Lob ernten. Aber ich bleibe dabei: Das, was der Briefschreiber in diesen Zeilen beklagt, ist eines unserer gro\u00dfen Probleme heutzutage unter uns Christen!<br \/>\nEs geht darum, dass getaufte Christen einfach den Krempel hinschmei\u00dfen; Abschied nehmen von den Glauben, indem sie aufgewachsen sind und sagen: &#8222;das Christentum, das ist nicht mehr mein Ding, damit kann ich nichts mehr anfangen&#8220;.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen hat sich anscheinend durch die ganze Zeit, fast 2000 Jahre, hindurch gezogen: Christen ziehen sich zur\u00fcck aus dem Glauben, geben den nicht immer leichten Weg des Christseins auf.<\/p>\n<p><span style=\"color: #009900;\"><b><i>Faktoren der Unzufriedenheit<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p>Vielleicht sind die Gr\u00fcnde damals und heute gar nicht unterschiedlich. Ein ganz gewichtiger Grund wird ja im Bibeltext genannt: Die Sache mit der Geduld!<br \/>\nWir Christen hoffen auf Gottes Reich, die kommende Welt, in der es kein Leid mehr gibt. Und wir warten und warten und warten.<br \/>\n&#8220; Nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben&#8220; &#8211; so hie\u00df es damals, und so warten wir auch noch heute.<br \/>\nSo ein Warten machten m\u00fcrbe. Wenn man das Gef\u00fchl hat, dass da nichts vorw\u00e4rts geht, dass man eigentlich nur vertr\u00f6stet wird. Und dieses Vertr\u00f6sten auf sp\u00e4ter wirft man der Kirche ja oft vor.<\/p>\n<p>Und wenn man so oft vertr\u00f6stet wird, immer weiter wartet, dann kommen eben auch manchmal die Zweifel, ob denn das, worauf man wartet wirklich noch kommt.<\/p>\n<p>Es gibt noch ein anderes Problem, dass ich heute finde, und auch in Andeutungen im Hebr\u00e4erbrief: Christ sein ist mehr als nur unverbindliche Mitgliedschaft in irgend einem Verein. Sondern das hat auch Folgen f\u00fcr die Gestaltung des eigenen Lebens, f\u00fcr das, was man tut, oder auch nicht tut. Bestimmte Dinge vertragen sich eben nicht mit dem Glauben. Man manchmal f\u00fchlen sich Menschen dadurch eingeengt, vielleicht auch bevormundet.<br \/>\nDa kommt dann eben das Gef\u00fchl auf, man w\u00fcrde etwas verpassen; dabei ist es wahrscheinlich eher so, dass man vor manchen Fehlern bewahrt wird, wenn man die Gebote Gottes einh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Zu guter letzt m\u00fcssen wir auch feststellen, dass die Christen nicht das einzige Glaubens-Angebot auf der Welt haben. Andere Religionen und Ideologien treten auch mit Wahrheitsanspruch auf. Da ist es dann nichtmehr so ganz selbstverst\u00e4ndlich weshalb gerade der Glaube an diesen Jesus Christus das einzige Wahre, der einzig selig machende sein soll.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nAuch solche Menschen, die den Glauben nicht hinter sich gelassen haben, nicht den Krempel hin geschmissen haben, auch die haben immer wieder auch ihre Probleme diesen drei Punkten. Auch treue, gestandene Christen fragen sich:<br \/>\n&#8211; Warum ist es sie noch nicht da, Gottes neue Welt?<br \/>\n&#8211; Warum f\u00e4llt es mir manchmal so schwer das Richtige zu tun und Falsches zu vermeiden?<br \/>\n&#8211; Wo er bekomme ich Gewissheit, dass mein Glaube der Richtige ist?<\/p>\n<p><span style=\"color: #009900;\"><i><b>Die gro\u00dfe Hoffnung<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>In unserem Predigttext steht: &#8222;Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine gro\u00dfe Belohnung hat. Geduld aber habt ihr n\u00f6tig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verhei\u00dfene empfangt&#8220;.<\/p>\n<p>Dem ungeduldigen und unzufrieden machenden Warten steht also etwas gegen\u00fcber, was unsere Geduld vergr\u00f6\u00dfern kann: Eine gro\u00dfe Belohnung, eine gro\u00dfe Verhei\u00dfung.<br \/>\nDamit ist sicher dieses kommende Reich unseres Gottes gemeint. Aber dazu geh\u00f6rt f\u00fcr mich auch das alles, was der Glaube im allt\u00e4glichen Leben f\u00fcr uns bringt.<\/p>\n<p>&#8211; Denn schon jetzt kann ich mir von meinem Gott etwas erwarten, in Gebet meine Hoffnungen loswerden. Darum bitten, dass er mir hier und heute in meinem Leben hilft. Trost bei ihm finden, Kraft sch\u00f6pfen.<br \/>\n&#8211; Auch heute habe ich etwas davon, wenn Gottes Wort mir Hilfe und Unterst\u00fctzung ist, wenn ich Entscheidungen f\u00e4llen muss, wenn ich neue Wege gehen will &#8211; wenn ich mir nicht sicher bin, was richtig und was falsch ist.<br \/>\n&#8211; In Gottesdiensten kann ich Gemeinschaft von Menschen erfahren, die auf dem gleichen Weg sind wie ich. In Abendmahl kann ich erleben wie es ist, den Gott mir meine Schuld vergibt.<\/p>\n<p>Das alles ist auf der Habenseite unseres Glaubens. Vielleicht machen wir uns das viel zu selten bewusst. Sch\u00e4tzen diesen Schatz des Glaubens viel zu wenig, und gehen deshalb so schnell den ganzen Klagen, die ich vorhin angestimmt habe, auf den Leim.<\/p>\n<p>Wir sollten es uns \u00f6fters selber sagen, was uns unser heutiger Predigttext zuspricht: &#8222;Halte fest an Glauben und am rechten Handeln, auch wenn der dabei ungeduldig auf das Erhoffte wartest, und \u00fcbersehe nicht, was du jetzt schon davon hast.&#8220;<\/p>\n<p><span style=\"color: #009900;\"><i><b>Der R\u00fcckzug<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Am Ende unseres Predigttextes die Rede von denen, die zur\u00fcckweichen vom Glauben und verdammt werden. &#8211; das ist ein hartes Wort. Und vor meinem inneren Auge ist mir da auch ein himmlischer Richter aufgetaucht, der vernichtende Urteile spricht. Ich sage ihnen: Ich tue mich oft schwer mit so einem Bild von Gott.<\/p>\n<p>Aber: Kann es auch sein, dass Menschen sich auch selber verdammen, wenn sie ihr Vertrauen auf Gott wegwerfen? Liegt das verdammt sein vielleicht gerade darin, dass sie von nun an ohne das Vertrauen auf einen Gott Leben m\u00fcssen?<br \/>\nAls ein Mensch, der nach seinem Gl\u00fcck sucht, aber der nicht wei\u00df, wo er die Hoffnung darauf her bekommen soll?<br \/>\nDer, genauso wie die Christen auch, sp\u00fcrt wie schnell das Gl\u00fcck ihm zwischen den Fingern zerrrinnen kann. Aber weil aus seiner Sicht mit dem Tod alles aus ist, sind diese Verluste viel schlimmer. Und alles, was er im Leben erreicht, ist nur vorl\u00e4ufig und vom Zerfall bedroht. &#8211; Eine scheinbar endlose Jagd nach dem Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Wie viel gelassener kann sein, wer wei\u00df, dass Gottes neue Welt erst noch kommt, von ganz alleine, wenn wir nur darauf warten.<\/p>\n<p>Vielleicht stimmt es ja doch: In der Ruhe und der Geduld liegt die Kraft!<\/p>\n<p>35 Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine gro\u00dfe Belohnung hat.<br \/>\n36\u00a0 Geduld aber habt ihr n\u00f6tig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verhei\u00dfene empfangt.<br \/>\n37 Denn \u00bbnur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben.<br \/>\n38 Mein\u00a0 Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zur\u00fcckweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm\u00ab<br \/>\n39 Wir aber\u00a0 sind nicht von denen, die zur\u00fcckweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Predigttext steht im Hebr\u00e4erbrief, 10. Kapitel: 35 Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine gro\u00dfe Belohnung hat. 36\u00a0 Geduld aber habt ihr n\u00f6tig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verhei\u00dfene empfangt. 37 Denn \u00bbnur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1687\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Werfe dein Vertrauen nicht weg (Hebr\u00e4er 10, 35-39) 15. 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