{"id":1658,"date":"2003-02-16T22:31:12","date_gmt":"2003-02-16T20:31:12","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1658"},"modified":"2014-06-03T22:33:19","modified_gmt":"2014-06-03T20:33:19","slug":"predigt-kinder-gottes-habens-gut-1-johannes-31-taufe-von-simon-16-februar-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1658","title":{"rendered":"Predigt: Kinder Gottes haben\u00b4s gut (1. Johannes 3,1) Taufe von Simon, 16. Februar 2003"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Familie W., lieber Taufpate, liebe Verwandte, liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>&#8222;Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, da\u00df wir Gottes Kinder hei\u00dfen.&#8220; So steht es im ersten Brief des Johannes.<\/p>\n<p>In diesen Taufspruch f\u00fcr ihren Simon geht es um das Kindsein. Er sagt:<br \/>\n\u201eIhr seid Kinder, auch wenn ihr schon l\u00e4ngst Erwachsene seid. Ihr bleibt die Kinder eurer Eltern und ihr seid &#8211; als Christen &#8211; Kinder Gottes&#8220;.<\/p>\n<p>Darum m\u00f6chte ich ein bisschen mit ihnen gemeinsam \u00fcber das Kindsein nachdenken. Mit ihnen zusammen entdecken, welche Gemeinsamkeiten es gibt zwischen &#8222;Kind seiner Eltern sein&#8220; und dem &#8222;Kind Gottes&#8220; sein.<!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><i><b>Kind sein &#8211; ist etwas besonderes. <\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Die Beziehung zwischen Eltern und Kind ist etwas ganz besonderes. Zwischen Mutter, Vater und Kind, da ist ein ganz besonderes Band gespannt.<br \/>\nDa wird so ein kleines Kerlchen geboren, und sofort schlie\u00dft man es ins Herz, es geh\u00f6rt einfach zur Familie dazu, man m\u00f6chte ihn oder sie auf keinen Fall mehr hergeben.<br \/>\nDas Band der Familie ist aus einem ganz besonderen Material.<br \/>\nIch glaube, das kann man nicht einfach mit der genetischen Abstammung, sozusagen mit einer Genanalyse erkl\u00e4ren. Das hat auch nichts mit rechtlichen Fragen zu tun, ob man im Reisepass als Kind eingetragen ist oder nicht.\u00a0 Das Band zwischen Eltern und Kind ist unsichtbar, aber unglaublich fest.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><i><b>Kind sein = Heimat haben<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Die Familie ist f\u00fcr das Kind eine Heimat. Ihr Sohn Simon und ihre Tochter Selina wissen, wo sie hingeh\u00f6ren. Ihre gro\u00dfe Tochter kann dem, der sie fragt sagen: Da oben, das Haus an Kettenbrunnen, da bin ich daheim, das ist meine Familie &#8211; ich wei\u00df wo ich hin geh\u00f6re. Da ist die T\u00fcr f\u00fcr mich immer offen, der kann ich hinkommen ohne vorher zu fragen &#8211; denn schlie\u00dflich bin ich da daheim.<\/p>\n<p>Wir Menschen brauchen einen Ort, eine Familie, wo wir hin geh\u00f6ren. Einen Platz, wo wir am Ende des Tages heimkehren k\u00f6nnen. Sonst sind wir heimatlos, Fl\u00fcchtlinge im eigenen Leben.<\/p>\n<p>Als Kinder Gottes haben wir auch bei Gott eine Heimat. Dann k\u00f6nnen wir wissen, dass wir bei Ihm\u00a0 zu jeder Zeit willkommen sind. Ich empfinde es ganz wichtig, dass ich zu jeder Zeit zu meinem Gott kommen kann, ohne Voranmeldung, ohne einen wichtigen Grund zu haben &#8230; einfach so zu Gott kommen, mit ihm reden, auf ihn h\u00f6ren&#8230; das tut den Kindern Gottes gut.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\">Ich werde angenommen<\/span><\/p>\n<p>Kind sein &#8211; das ist eigentlich etwas sehr komfortables. Man manchmal n\u00fctzen es die Kleinen ja auch gegen\u00fcber ihren Eltern aus: Sie wissen eben: Wir haben bei Mama und Papa einen Stein im Brett. Die beiden haben mich lieb, da kann ich mir manchmal auch ein bisschen was erlauben. &#8211; Sie kennen das?\u00a0 So etwas macht das Kindererziehen ja oft zur m\u00fchsamen Arbeit.<\/p>\n<p>Die Kinder durchschauen uns halt manchmal sehr schnell. Sie merken: Ich bin das Kind meiner Eltern, und das bleibe ich auch. Auch wenn manchmal eine Zeitlang der Papa auf mich sauer ist: Versto\u00dfen w\u00fcrde er mich nicht. Auch wenn ich einen gro\u00dfen Fehler mache: Er wird dennoch zu mir sagen: &#8220; Du bist und bleibst mein Kind, auch wenn du manchmal etwas Falsches tust.&#8220;<br \/>\nMeine Eltern sagen nicht zu jedem Unsinn, den ich tue Ja und Amen, aber ich bin weiterhin bei ihnen willkommen.<br \/>\nKindsein bedeutet: Ich werde angenommen, auch mit meinen schwierigen Seiten.<br \/>\nIch muss nicht perfekt sein, um geliebt zu werden.<\/p>\n<p>Ich bin froh, dass ich als Kind Gottes von ihm angenommen bin. Gerade als Erwachsener, der auch sein eigenes Leben kritisch betrachtet und immer wieder Fehler entdeckt. Vor den Menschen muss ich das, was ich falsch gemacht habe oft rechtfertigen; bin unsicher, ob ich f\u00fcr manchen groben Schnitzer mit Liebesentzug oder schiefen Blicken bestraft werde.<br \/>\nGott kommt mir aber mit seiner Bereitschaft zur Vergebung entgegen. Ein Kind Gottes braucht keine Angst haben enterbt zu werden. F\u00fcr meine Fehler ist Jesus am Kreuz eingestanden, ich muss nur seine Vergebung annehmen.<br \/>\n&#8211; Ja, Gottes Kinder haben es gut.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><i><b>Alles geschenkt!<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Liebe Tauf-Gemeinde,<\/p>\n<p>das alles, was sie ihnen erz\u00e4hlt habe, bekommt man als Kind geschenkt! Der kleine\u00a0 Simon hat nichts dazutun m\u00fcssen, dass er ihr Kind geworden ist. Er hat es einfach geschenkt bekommen.<br \/>\nMerken sie? Die Geburt ihres Sohnes ist sozusagen ein doppeltes Geschenk:<br \/>\n&#8211; sie wurden mit einem Kind beschenkt<br \/>\n&#8211; und Simon wurde damit beschenkt, dass er ihr Kind sein darf.<br \/>\nLebenslang!<\/p>\n<p>Unglaublich, dass wir Menschen uns f\u00fcr so unbedeutende Dinge, die einen Ski-Weltmeister-Titel wie verr\u00fcckt abstrampeln, eisern darum k\u00e4mpfen &#8211; und im n\u00e4chsten Jahr denkt schon keiner mehr dran.<br \/>\nUnd so etwas lebenslanges, und bedeutendes wie das Kindsein bekommt man ganz einfach geschenkt.<\/p>\n<p>Heute bekommt ihr Simon mit der Taufe noch etwas dazu-geschenkt: das Kind-sein gegen\u00fcber Gott. Er muss nichts daf\u00fcr tun, Gott nimmt ihn mit offenen Armen auf: Simon, du darfst Gottes Kind genannt werden. Gottes Liebe erh\u00e4ltst du geschenkt, du darfst dich an ihm festhalten, und musst nicht darum k\u00e4mpfen die ein Weltmeister.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><b><i>Kinder gehen ihren eigenen Weg<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p>Einen Punkt habe ich noch zum Schluss:<br \/>\nSchneller als den Eltern oft lieb ist, werden diese Kleinen zu ganz gro\u00dfen\u00a0 selbstst\u00e4ndigen Pers\u00f6nlichkeiten. Und sie werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ihren eigenen Weg gehen. Erwachsen werden &#8211;\u00a0 Emanzipation nennt man das heutzutage.<\/p>\n<p>Die Pubert\u00e4t geh\u00f6rt da dazu. Die Phase, in der wir als Kinder unserer Eltern einen eigenen Weg finden m\u00fcssen. Manchmal gelingt das, und manchmal ist es ein problematischer Weg.<\/p>\n<p>Dass eine Mal entwickeln sich Kinder in dieser Zeit zu eigenst\u00e4ndigen Personen, und schaffen es dennoch gleichzeitig, Kind ihrer Eltern zu bleiben. Ihnen gegen\u00fcber den Respekt zu bewahren, ihnen liebevoll und partnerschaftlich gegen\u00fcberzustehen.<\/p>\n<p>Schwierig finde ich es, wenn Kinder auf Dauer genau das Gegenteil von dem tun, was ihre Eltern tun w\u00fcrden, ihre eigene Herkunft verleugnen, die Eltern als &#8222;die Alten&#8220; abtun und nicht mehr brauchen wollen.<br \/>\nOft geh\u00f6rt so eine Phase zur Pubert\u00e4t dazu. Aber es ist tragisch, wenn die Kinder danach nicht mehr zu der Eltern zur\u00fcckfinden. Dann leiden die Eltern, und oft auch die inzwischen dann erwachsenen Kinder, auch wenn sie es sich oft nicht eingestehen.<\/p>\n<p>Komisch, auch in unserer Beziehung zu Gott erleben wir manchmal so eine Art Pubert\u00e4t. Zeiten, in denen wir uns von Gott, vom Glauben zu entfernen scheinen. Phasen, in denen wir mit den Vorstellungen von Gott, die wir kennen, nicht mehr zurechtkommen. Der Glaube scheint uns zu eng und unpassend wie ein alter Schuh.<br \/>\nF\u00fcr manche Menschen ist das die Zeit, in denen sie den Glauben zu Seite legen.<\/p>\n<p>Was bin ich froh, wenn ich entdecken kann das viele viele Christen diese Zeit des geistlichen Erwachsenenwerdens doch gut \u00fcberstehen. Dass sie den Glauben wieder neu f\u00fcr sich entdecken. Nicht mehr so, wie die kleinen Kinder; ihr Glaube hat sich ver\u00e4ndert, ihre Gebete und Hoffnungen sind andere geworden.<br \/>\nAber sie haben entdeckt: auch als Erwachsene bleiben wir Kinder<br \/>\n&#8211; Kinder unserer Eltern; und Kinder Gottes.<\/p>\n<p>&#8222;Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, da\u00df wir\u00a0 Gottes Kinder hei\u00dfen sollen&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Familie W.,<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihrer Familie, dass es ihnen, gemeinsam mit der Hilfe ihres Paten gelingt:<br \/>\nDass Simon ein Leben lang Kind-sein erleben und genie\u00dfen darf.<br \/>\nAls Kind von Alexandra und J\u00f6rg,<br \/>\nund auch als Kind Gottes.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Familie W., lieber Taufpate, liebe Verwandte, liebe Gemeinde, &#8222;Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, da\u00df wir Gottes Kinder hei\u00dfen.&#8220; So steht es im ersten Brief des Johannes. 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