{"id":1631,"date":"2003-10-19T22:27:15","date_gmt":"2003-10-19T20:27:15","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1631"},"modified":"2017-10-24T19:22:09","modified_gmt":"2017-10-24T18:22:09","slug":"predigt-versaeume-keinen-froehlichen-tag-sirach-14-14-19-oktober-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1631","title":{"rendered":"Predigt zur Taufe: Vers\u00e4ume keinen fr\u00f6hlichen Tag (Sirach 14, 14) 19. Oktober 2003"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Taufgemeinde,<\/p>\n<p><i>Im Kindergottesdienst ging es um Elias und die Propheten Baals.<br \/>\nDer Pfarrer erkl\u00e4rte, dass Elia einen Altar baute, Holzscheite darauf legte, den Opferstier zerteilte und die St\u00fccke auf das Holz legte. Dann liess er die Leute vier Eimer mit Wasser f\u00fcllen und das Wasser \u00fcber das Opfer giessen. &#8222;Was meint ihr wohl, weshalb er das tat?&#8220; fragte der Vikar.<br \/>\nEin M\u00e4dchen meldete sich und antwortete: &#8222;Damit es eine gute Bratenso\u00dfe gibt.&#8220;<\/i><!--more--><\/p>\n<p>Dieser kleine Witz verbindet drei Dinge, die man bei uns in der Kirche oft nicht so gut zusammenbringt: Glaube, Lachen und Genu\u00df. Aber eigentlich k\u00f6nnen die drei ganz gut miteinander: Das entdeckt man auch immer wieder in unserer Bibel:<\/p>\n<p>Wo Jesus Wasser zu erstklassigem Wein verwandelt. Witzigerweise erst dann, als die meisten Leute so betrunken sind, dass sie das Wunder\u00a0 gar nicht richtig mitbekommen und genie\u00dfen k\u00f6nnen.<br \/>\nOder wo Jesus die Pharis\u00e4er mit ihrer Spitzfindigkeit mal wieder auflaufen l\u00e4sst, indem er ihnen mit einem R\u00e4tselwort \u00fcber das Kaiserbild auf einer Geldm\u00fcnze so zu t\u00fcfteln gibt. Sie gr\u00fcbeln &#8211; und er macht sich inzwischen davon, weil er wichtigeres zu tun hat.<\/p>\n<p>Einen ganz unmittelbaren Zugang zum Sch\u00f6nen und Leichten im Leben hat auch der Taufspruch von N.N. :<br \/>\n&#8222;Vers\u00e4ume keinen fr\u00f6hlichen Tag und lass\u00a0 dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.&#8220;<\/p>\n<p>Er steht im Buch Sirach, 14,14 &#8211; einem biblischen Buch, das in unserer evangelischen Kirche wenig bekannt ist. &#8211; Es z\u00e4hlt zu den Apokryphen\u00a0 und ist in den meisten Lutherbibeln nicht zu finden.<\/p>\n<p><i><b>&#8222;Vers\u00e4ume keinen fr\u00f6hlichen Tag und lass dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.&#8220;<\/b><\/i><\/p>\n<p>Liebe Eltern,<br \/>\nder Spruch passt wunderbar auf Ihre Lebenssituation.<br \/>\nEs ist die Freude \u00fcber das neue kleine Leben, das ihnen geschenkt worden ist.<br \/>\nUnd diese Freude ist heftig am sprudeln bei Ihnen im neuen Haus in der Siedlung.<br \/>\nDie Freude am reinen Dasein, die gl\u00fccklichen Tage, das L\u00e4cheln, das Sie in Ihrer Tochter wiederfinden, die Lust am Leben.<\/p>\n<p>Diese Freude soll auch in unserer Kirche Platz haben!<br \/>\nDer Glaube an unseren Gott\u00a0 ist kein tr\u00fcbsinniges Geschehen.<br \/>\nDas Wunder der Sch\u00f6pfung, das Wunder der Geburt und die Freude mit dem kleinen, neuen Erdenb\u00fcrger sagt da schon alles.<\/p>\n<p>Heute bei der Taufe wird das nochmal f\u00fcr alle sichtbar.<br \/>\nAber wir feiern ja auch\u00a0 mehr als ein Familienfest. Heute bekommt das Leben ihrer N.N. eine neue Qualit\u00e4t:<br \/>\nIn der Taufe vertrauen wir sie Gott an. Wir sagen zu ihr: Du geh\u00f6rst zu Gott, er liebt dich, er wird dich in deinem Leben begleiten und segnen.<br \/>\nUnd Sie als Eltern und Paten versprechen, dass Sie dieses kleine M\u00e4dchen in den kommenden Jahren auf ihrem Lebensweg begleiten und ihr die M\u00f6glichkeit geben, ihr Verh\u00e4ltnis zu unserem Gott aufzubauen, aufrecht zu halten und zu pflegen.<\/p>\n<p>Bei aller Freude: Wir wissen, dass wir erst am vielversprechenen Anfang eines Lebens stehen.<br \/>\nAber wir wissen nicht, was kommen wird. &#8211; Die Wechself\u00e4lle des Lebens, die Bedingungen am Arbeitsmarkt, die Sorgen um unsere Umwelt. Das Leben ist eben kein Zuckerschlecken.<br \/>\nWird sie gesund bleiben, wird sie beh\u00fctet aufwachsen k\u00f6nnen, wie wird sich f\u00fcr sie Schule und sp\u00e4ter Berufsleben gestalten? Wird sie ein erf\u00fclltes Privatleben f\u00fchren k\u00f6nnen? Diese Fragen geh\u00f6ren immer dazu, wenn man die Freude des Lebens betont. -Und diese Fragen, liebe Taufeltern werden Sie nicht loslassen,<\/p>\n<p>Wir w\u00e4ren blau\u00e4ugig, wenn wir ihrer N.N. sagen w\u00fcrden:<br \/>\n<i>\u201eLebe gl\u00fccklich, lebe froh &#8211; f\u00fcr den Rest sorgt Gott dann sowieso!&#8220;<\/i><br \/>\nWir wissen: Nicht alles wird leicht sein, nicht alles wird nach den W\u00fcnschen verlaufen, die wir f\u00fcr Ihre Tochter haben.<\/p>\n<p>Aber ich glaube, dass unser Taufspruch immer noch gelten kann:<br \/>\n<b><i>&#8222;Vers\u00e4ume keinen fr\u00f6hlichen Tag und lass\u00a0 dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.&#8220;<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zum einen: Gerade angesichts der schweren Zeiten\u00a0 ist es wichtig, die guten Momente dankbar aus Gottes Hand zu nehmen und zu feiern.<\/p>\n<p>Und der zweite Punkt: Durch die Taufe hat Ihre N.N. einen himmlischen Vater, dem sie sich anvertrauen kann. Und aus dieser Perspektive als Gotteskind, sieht man viele Dinge noch einmal in einem neuen Licht.<\/p>\n<p>Als Kind Gottes wei\u00df ich, dass Gott auf meiner Seite ist, dass er Gutes mit mir vorhat &#8211; auch dann, wenn die Dinge im Leben anders laufen, als ich es mir vorgestellt habe.<br \/>\nEs gibt W\u00fcnsche, die erf\u00fcllen sich nicht. Und manches, was man gerne festgehalten h\u00e4tte, zerf\u00e4llt. Manchmal zerbr\u00f6selt sogar das, woran man sich im Leben eigentlich gerne festgehalten h\u00e4tte.<br \/>\nWie gut, wenn da einer ist, von dem ich mich festhalten lassen kann. Der mich bei meiner Hand nimmt und sagt: Mein liebes Menschenkind, in unserer Welt musst du manches loslassen, und maches Neue auch ergreifen. Tue das auch.<br \/>\nHab den Mut, Illusionen loszulassen, die nicht mehr erreichbar sind.<br \/>\nHab den Mut, Neues anzupacken, auch wenn dir Manches noch unbekannt erschient.<br \/>\nWeil ich, dein Gott, dich festhalte, brauchst du niemals Angst haben, ins Bodenlose zu fallen.<br \/>\nDarum sorge dich nicht, sondern: <i><b>&#8222;Vers\u00e4ume keinen fr\u00f6hlichen Tag und lass dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.&#8220;<\/b><\/i><\/p>\n<p>Liebe Eltern,<\/p>\n<p>es ist die Kraft des Glaubens, die um das Woher und Wohin unseres Lebens wei\u00df, die einen Menschen zu solch einer Lebenshaltung verhelfen kann.<\/p>\n<p>Wenn Sie Ihre Tochter im Glauben erziehen, dann er\u00f6ffnen Sie Ihr die Chance, das Leben in dieser Art und Weise zu gestalten; angstfrei die guten Tage zu genie\u00dfen.<br \/>\nDarum ermuntere ich Sie: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Reden Sie \u00fcber den Glauben, beten Sie mit Ihrer Tochter. Damit sie es erleben kann, wie es ist, einen Vater im Himmel zu haben.<br \/>\nDen ersten Schritt dazu tun Sie heute, indem Sie Ihr Kind zu Taufe tragen. Sie geben damit Ihre Tochter auch in die Obhut eines Gr\u00f6\u00dferen &#8211;\u00a0 und vertrauen darauf, dass Sie in Ihrer Verantwortung diesem kleinen, neuen Menschen gegen\u00fcber unterst\u00fctzt und ebenfalls getragen werden.<br \/>\nAmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Taufgemeinde, Im Kindergottesdienst ging es um Elias und die Propheten Baals. Der Pfarrer erkl\u00e4rte, dass Elia einen Altar baute, Holzscheite darauf legte, den Opferstier zerteilte und die St\u00fccke auf das Holz legte. 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