{"id":1612,"date":"2004-03-14T21:38:37","date_gmt":"2004-03-14T20:38:37","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1612"},"modified":"2017-10-24T19:12:13","modified_gmt":"2017-10-24T18:12:13","slug":"predigt-auf-den-rahmen-kommt-es-an-epheser-5-1-8-14-maerz-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1612","title":{"rendered":"Predigt: Auf den Rahmen kommt es an! (Epheser 5, 1-8) 14. M\u00e4rz 2004"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Der wunderbare Rahmen<\/span><br \/>\nEs war das erste warme Wochenende im M\u00e4rz. Petra und Martin hatten sich in den Fr\u00fchjahrsputz gest\u00fcrzt. Im Garten, im Abstellraum und auf dem Dachboden wurde ger\u00e4umt, gegruschelt, weggeworfen, aufgehoben und geputzt. So manches Interessante kam dabei zum Vorschein. Die Sensation des Tages war dabei ein alter Bilderrahmen. Er musste noch von der schon lange verstorbenen Oma sein.<\/p>\n<p>Beim Kaffeetrinken betrachteten die beiden ihren Fund ganz genau: Ein wundersch\u00f6ner, gro\u00dfer Jugendstil-Rahmen. Mit schlichter Eleganz, nicht zu viel Schn\u00f6rkeln, einigen vergoldeten Ecken &#8230;. Er hatte eine ganz besondere Ausstrahlung. Das Bild, dass er einst umrahmte, fehlte. <!--more--><\/p>\n<p>Petra hatte sich sofort in diesen Rahmen verliebt. Versonnen fuhr sie mit den Fingern den verspielten Formen entlang. \u201eMartin, dieser Rahmen ist ein Traum! Den m\u00fcssen wir irgendwo aufh\u00e4ngen &#8230; in die Essecke &#8230; da h\u00e4ngt ja sowieso nichts Vern\u00fcnftiges an der Wand. Ja?&#8220;<br \/>\nMartin sah seine Frau skeptisch an: \u201eSch\u00f6n, aber das ist ja nur ein Rahmen, du hast da ja kein Bild drin! Da muss doch noch was rein!&#8220;<br \/>\nAber da erntete er nur verst\u00e4ndnislose Blicke: \u201eAch, da finden wir schon etwas Passendes. Schau dir einfach diesen Rahmen an &#8211; das ist doch das Wunderbare&#8220;.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nauf den Rahmen kommt es an! Manchmal lohnt der Blick auf den Rahmen, nicht nur dann, wenn ein billiger Kunstdruck in einem wertvollen Holzrahmen h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Auch unser Predigttext spricht &#8211; ohne diese Worte zu verwenden &#8211; vom Rahmen unseres Lebens und von dem was sich in diesem Rahmen abspielt.<br \/>\nIch lese aus dem Brief des Paulus an die Epheser, den Beginn des 5. Kapitels:<\/p>\n<p>So\u00a0 folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder<br \/>\n2 und lebt in der Liebe,\u00a0 wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst f\u00fcr uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.<br \/>\n3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich f\u00fcr die Heiligen geh\u00f6rt.<br \/>\n4 Auch\u00a0 schandbare und n\u00e4rrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.<br \/>\n5 Denn das sollt ihr wissen, da\u00df kein Unz\u00fcchtiger oder Unreiner oder Habs\u00fcchtiger &#8211; das sind G\u00f6tzendiener &#8211; ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.<br \/>\n6 La\u00dft euch von niemandem verf\u00fchren mit leeren Worten; denn\u00a0 um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes \u00fcber die Kinder des Ungehorsams.<br \/>\n7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.<br \/>\n8 Denn ihr wart fr\u00fcher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.<\/p>\n<p>Soweit die Worte des Heiligen Schrift.<\/p>\n<p>Sie haben S\u00e4tze geh\u00f6rt, die nicht so glatt ins Ohr gehen, die so Manchem beim Verstehen oder oder in seinen Gef\u00fchlen Probleme bereiten.<\/p>\n<p>Ich denke es ist hilfreich, wenn wir uns folgendes vorstellen:<br \/>\nUnser Leben hat einen Rahmen; der ist schon mal fest da. Und dann gibts die Leinwand, auf der sich vieles von uns gestalten l\u00e4sst.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Der Rahmen der Gotteskindschaft<\/span><\/p>\n<p>Schauen wir mal auf den Rahmen.<br \/>\nDer ist sogar in unserem Predigttext \u201eau\u00dfenherum&#8220; n\u00e4mlich vorn und hinten angeordnet: Da steht vorne:<br \/>\nSo\u00a0 folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe,\u00a0 wie auch Christus uns geliebt hat.<br \/>\nund am Schluss:<br \/>\nDenn ihr wart fr\u00fcher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.<\/p>\n<p>Wenn das kein traumhafter Rahmen ist! Das wird ihnen als getauften Christen auf den Kopf zu gesagt: Du geh\u00f6rst zu Gott, er schenkt dir seine Liebe. Er ist in dieser Liebe sogar soweit gegangen, dass Jesus Christus f\u00fcr dich gestorben ist. Und das stellt dich in sein Licht und verleiht deinem Leben eine neue helle Perspektive, sogar \u00fcber den Tod hinaus.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Die Ambivalenz dessen, was im Leben gemalt wird.<\/span><\/p>\n<p>Soweit der Rahmen des Lebens. Nun ist die Frage: Wie f\u00fclle ich ihn\u00a0 aus; was male ich auf die leere Leinwand meiner Existenz?<br \/>\nUnd dazu hat der Apostel im Epheserbrief einiges zu sagen:<\/p>\n<p>Die Liebe soll ein wichtiger Farbton sein. Der passt sehr gut zu diesem Rahmen. Denn da kommt diese Farbe ja auch schon vor. &#8211; Das h\u00f6re ich gern und das kann ich mir gut vorstellen.<\/p>\n<p>Aber dann kommen diese harten Worte. Eigentlich sind es Verbote, die da ausgesprochen werden:<br \/>\nVon Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich f\u00fcr die Heiligen geh\u00f6rt.<br \/>\nAuch\u00a0 schandbare und n\u00e4rrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.<br \/>\nDenn das sollt ihr wissen, da\u00df kein Unz\u00fcchtiger oder Unreiner oder Habs\u00fcchtiger &#8211; das sind G\u00f6tzendiener &#8211; ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.<\/p>\n<p>Wenn ich diese Worte lese oder h\u00f6re, f\u00fchle ich mich auf irgendeine Weise wie auf frischer Tat ertappt. Auch dann, wenn ich eigentlich nicht sagen kann, dass ich unz\u00fcchtig, unrein und habgierig w\u00e4re.<br \/>\nAber ich merke: ich stehe da nicht dr\u00fcber!<\/p>\n<p>Unz\u00fcchtig ?<br \/>\nAuch wenn ich noch nie meinen Ehepartner betrogen habe, und nicht zu der eine Million M\u00e4nner geh\u00f6re, die laut Statistik regelm\u00e4\u00dfig zu einer Prostituierten gehen. Bin ich deshalb schon einer von den Heiligen?<br \/>\nOder bricht mir letztlich schon der neugierige Blick auf die nackte Frau in der Duschgel-Werbung geistlich das R\u00fcckgrat?<\/p>\n<p>Unrein mit schandbaren Reden?<br \/>\nKlar, ich bin kein Zoten-rei\u00dfenden Stammtischbruder, auch kein durchs Dorf ziehendes l\u00e4sterndes und Ger\u00fcchte verbreitendes Wesen. Aber reicht das?<br \/>\nAber wie gehe ich damit um, dass mir auch mache Lieblosigkeit herausrutscht, dass ich den lieben langen Tag auch viel \u00fcberfl\u00fcssigen Unsinn rede?<\/p>\n<p>Habgierig?<br \/>\nIch w\u00fcrde mich gar nicht trauen, bei der Steuer zu betr\u00fcgen. Und wenn einer finanziell \u00fcbern Tisch gezogen wird, bin ich eher Opfer als T\u00e4ter. Gibts daf\u00fcr schon einen Freispruch?<br \/>\nIch wei\u00df selbst am Besten, wie sehr ich an meinem Hab und Gut h\u00e4nge, wie gro\u00df die Angst ist, den eigenen Lebensstandard mit reduzierter Rente nicht halten zu k\u00f6nnen. H\u00e4nge ich da vielleicht doch am Geld, wie der reiche Kornbauer im Gleichnis Jesu?<\/p>\n<p>Wenn ich jetzt Bilanz ziehe &#8211; was kommt dabei raus?<br \/>\nHabe ich das Erbteil am Reich Gottes vielleicht schon verspielt?<br \/>\nGibts noch Aufschub &#8211; oder Gnade?<br \/>\n(Pause)<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Es geht um eine Grund-Entscheidung<\/span><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>ich m\u00f6chte sie bitten: Stellen sie sich doch einmal so einen Rahmen mit wei\u00dfer Leinwand vor.<br \/>\nAu\u00dfen ein sch\u00f6n verzierter Holzrahmen. Und wir wissen ja, wof\u00fcr er steht:<br \/>\n&#8211; Das ist zum einen die Liebe Gottes, die uns fest zugesagt ist.<br \/>\n&#8211; Dazu geh\u00f6rt auch, seine Bereitschaft, uns zu vergeben.<br \/>\n&#8211; Au\u00dferdem die Aufgabe an uns, diese Liebe weiterzugeben.<\/p>\n<p>So &#8230;. und jetzt fangen sie zum Malen an.<br \/>\nSie malen, indem sie leben. Jeder Weg, jedes Wort, jede Tat hinterl\u00e4sst ihre Formen und Farben.<br \/>\nAls Christ kennen sie Gottes guten Willen f\u00fcr das Leben der Menschen. Sie kennen seine Gebote und wissen auch, welche Farben Jesus einst verwendet hat.<br \/>\nUnd so versuchen sie, so zu malen, dass es zum Rahmen passt. Dass es dem, Stil und der Bedeutung des Rahmens angemessen ist.<\/p>\n<p>Ist ihnen zwischendurch ein Fehler passiert? Ist ein Strich daneben gegangen? &#8211; Nicht so schlimm, malen sie einfach dr\u00fcber, versuchen sie es nochmal! &#8211; Gott vergibt ihnen auch!<br \/>\nSchon wieder ein Klecks; vielelicht eine ganze Partie des Bildes verhunzt? Nicht verzweifeln, Gott kennt sie gut genug, er hat schon geahnt, dass sie genau da Probleme bekommen. Er wird ihnen helfen, es beim n\u00e4chsten Mal besser hinzubekommen.<\/p>\n<p>Sieht das so bei ihnen aus? &#8211; Sie kennen dieses Ringen um das passende Bild? Dann bewegt sich bei ihnen &#8211; buchst\u00e4blich &#8211; alles im Rahmen. Paulus w\u00fcrde sie froh in den Arm nehmen.<\/p>\n<p>Es ist etwas ganz Anderes, vor dem er richtig Angst hat. Er schreibt:<br \/>\nLa\u00dft euch von niemandem verf\u00fchren mit leeren Worten; denn\u00a0 um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes \u00fcber die Kinder des Ungehorsams<br \/>\nSeine Angst ist, dass da einer kommt und ihnen Worte ins Ohr s\u00e4uselt, die Paulus genauso kennt wie wir alle:<\/p>\n<p>Mensch, du bist doch dumm! Was h\u00e4ltst du dich da kindisch an diesen alten Rahmen &#8230;. mit den paar Farben. Uralte Regeln.<br \/>\nJetzt mach mal den bl\u00f6den Rahmen weg! Der st\u00f6rt doch blo\u00df deine Malerei.<br \/>\nLass dich doch nicht bevormunden. Es geht doch auch ohne.<br \/>\nDu wei\u00dft ja gar nicht, was da alles m\u00f6glich ist. Formen und Farben, von denen wagst du nicht mal zu tr\u00e4umen.<br \/>\nProbiers mal aus! Erfahrungen wirst du machen, da erlebst du was &#8230;. ein Traum.<br \/>\nWer fragt denn noch nach Gott &#8230;<br \/>\nUnd die Anderen? Es muss jeder selber schauen, wie er zu was kommt.<\/p>\n<p>Liebe Glaubensgeschwister,<br \/>\nes ist eine Frage der grunds\u00e4tzlichen Entscheidung:<br \/>\nMit oder ohne\u00a0\u00a0\u00a0 Rahmen, den Gott uns abietet<br \/>\nMit oder ohne \u00a0\u00a0\u00a0 dem Bewusstsein: Ich bin ein Kind Gottes, er ist f\u00fcr mich da<br \/>\nMit oder ohne \u00a0\u00a0\u00a0 seiner Vergebungsbereitschaft<br \/>\nMit oder ohne \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0Anteil an seinem Reich.<\/p>\n<p>Wer im Rahmen bleibt, der hat dort seine Heimat &#8211; seine vier W\u00e4nde-\u00a0 und seine Zukunft.<br \/>\nWer diesen Rahmen verwirft, wird sich was anderes suchen m\u00fcssen. Wird zum Heimatlosen trotz Eigentumswohnung. Oft, ohne dass es ihm bewusst ist.<\/p>\n<p>Auch wenn so jemand ablehnt, was uns wichtig ist: Wir sollten so einen Menschen nicht verwerfen, sondern mit der Liebe begegnen, die uns geboten ist.<br \/>\nDann kann auch das Wunder geschehen, dass es ihm eines Tages ergeht, wie dem Ehepaar Petra und Martin vom Beginn der Predigt:<\/p>\n<p>Von heute auf morgen haben sie entdeckt: Da gibt es etwas, das erscheint alt und verstaubt, irgendwie von gestern und l\u00e4ngst abgelegt.<br \/>\nAber je l\u00e4nger es sie es betrachten, umso mehr gewinnen sie eine Gewissheit:<br \/>\nWas sie gebraucht haben war nicht das achte exzentrische Gem\u00e4lde, sondern die Ruhe dieses einen Rahmens.<br \/>\nAmen<!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der wunderbare Rahmen Es war das erste warme Wochenende im M\u00e4rz. Petra und Martin hatten sich in den Fr\u00fchjahrsputz gest\u00fcrzt. Im Garten, im Abstellraum und auf dem Dachboden wurde ger\u00e4umt, gegruschelt, weggeworfen, aufgehoben und geputzt. So manches Interessante kam dabei zum Vorschein. Die Sensation des Tages war dabei ein alter\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1612\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Auf den Rahmen kommt es an! (Epheser 5, 1-8) 14. 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