{"id":1604,"date":"2004-05-16T21:24:28","date_gmt":"2004-05-16T19:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1604"},"modified":"2014-06-02T21:29:10","modified_gmt":"2014-06-02T19:29:10","slug":"predigt-wo-soll-er-seine-wurzeln-schlagen-jeremia-17-78-16-mai-2004-taufe-von-sebastian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1604","title":{"rendered":"Predigt: Wo soll er seine Wurzeln schlagen? (Jeremia 17, 7+8) 16. Mai 2004, Taufe von Sebastian"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Taufgemeinde,<\/p>\n<p><strong><em>Einen Baum pflanzen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich einen Baum pflanzen will, dann brauche ich zun\u00e4chst ein B\u00e4umchen, einen Spaten und einen passenden Platz. Und das mit dem idealen Platz ist gar nicht einfach. Die Lichtverh\u00e4ltnisse sollen passen, die Zusammensetzung des Bodens, und auf einer Wasserader sollte man auch nicht gerade pflanzen. Jedesmal wenn der Obst- und Gartenbauverein den Konfirmandenbaum aufstellt, macht ihr euch dar\u00fcber diese Gedanken. &#8211; Wo soll er hin, der Baum, damit mal was Gescheites aus ihm wird? Die Ortswahl ist manchmal entscheidend f\u00fcr das Gelingen der Aktion.<!--more--><\/p>\n<p><strong><em>\u201eEin Kind pflanzen&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Und wie ist das mit eurem kleinen Sebastian? Wo sollen wir den denn hinpflanzen? Aus ihm soll ja auch mal etwas werden. Dieses kleine Pfl\u00e4nzchen Kind, das ihr jetzt da bei euch auf dem Scho\u00df liegen habt, wird bei euch gehegt und gepflegt, umsorgt und gesch\u00fctzt. Ihr wollt das Beste f\u00fcr den Kleinen.<\/p>\n<p>Blo\u00df: wo soll man so ein kleines Kerlchen hinpflanzen, wo soll er seine Wurzeln hinein sprie\u00dfen lassen; was ist der richtige N\u00e4hrboden f\u00fcr sein Leben?<\/p>\n<p>Der Taufspruch aus dem Buch des Propheten Jeremia ist daf\u00fcr eine Pflanz-Anleitung. Pflanze dein Kind in den Boden des Gottvertrauens hinein, dort werden seine Wurzeln genau das finden, was er zum Wachsen ben\u00f6tigt. Dort wird er die N\u00e4hrstoffe bekommen, die seine Seele braucht, das Wasser ziehen k\u00f6nnen, dass ihn lebendig werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong><em>Leben trotz der D\u00fcrre<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gesegnet aber ist der Mann,\u00a0 der sich auf den HERRN verl\u00e4\u00dft und dessen Zuversicht der HERR ist. 8 Der ist\u00a0 wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.\u00a0 Denn obgleich die Hitze kommt, f\u00fcrchtet er sich doch nicht, sondern seine Bl\u00e4tter bleiben gr\u00fcn; und er sorgt sich nicht, wenn ein d\u00fcrres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufh\u00f6ren Fr\u00fcchte. (Jeremia 17, 7+8)<\/p>\n<p>Dieser Baum hat den idealen Standort. Dort, in der N\u00e4he des Baches muss er sich keine Sorgen machen, dass er ausreichend Wasser bekommt. Er sitzt f\u00f6rmlich an der Quelle. Zwar steht er nicht im Wasser, und holt sich nasse F\u00fc\u00dfe, aber er ist ganz nah dran und bekommt so genau so viel wie er braucht.<\/p>\n<p>Und wenn dann die trockenen Perioden kommen, wenn der Regen ausbleibt und der hei\u00dfe Wind die Bl\u00e4tter austrocknet, dann steht er noch gut da, seine Wurzeln reichen noch hinein in die Feuchtigkeit des Flussbettes. Auch wenn es ihm beutelt: seine Bl\u00e4tter werden nicht welk, er f\u00e4ngt nicht an zu k\u00fcmmern. Ganz im Gegenteil: Er bringt sogar noch Fr\u00fcchte hervor. Erscheint dort vital, wo alle um ihn herum nach Wasser lechzen, die Bl\u00e4tter abwerfen und irgendwie am Ende sind.<\/p>\n<p>So einem Baum werden die Menschen sch\u00e4tzen und bewundern. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen Sie auch in d\u00fcrren Jahren einen saftigen Apfel pfl\u00fccken &#8211; trotz der Trockenheit und Hitze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein wunderbarer Baum.\u00a0 Wobei wir nicht vergessen d\u00fcrfen: Das alles liegt nicht daran, dass er so eine geschickte Z\u00fcchtung ist &#8211;\u00a0 sondern daran, dass er an der richtigen Stelle steht, seine Wurzeln am Ufer in den Boden gegraben hat. Und selbst das ist nicht seine eigene Leistung, er hat sich ja nicht selber dorthin gepflanzt. &#8211; Andere haben daf\u00fcr gesorgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Eine Frage des Standortes<\/i><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Familie N. ,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>damit w\u00e4ren wir an einem entscheidenden Punkt. Vieles steht und f\u00e4llt mit dem richtigen Standort f\u00fcr die Wurzeln. Im Boden des Gottvertrauens verwurzelt zu sein &#8230; das ist wahrscheinlich einer der besten Pl\u00e4tze f\u00fcr ein menschliches Leben.<\/p>\n<p>&#8211; Der ideale Standpunkt.\u00a0 In der N\u00e4he des Wassers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diesen Standort sch\u00e4tzt nicht jeder !<\/p>\n<p>\u201eWieso soll ich meinen Sohn denn dort an die B\u00f6schung des Gottvertrauens pflanzen? Da stehen doch lauter alte Oma-B\u00e4ume rum. Da hat man vielleicht vor 100 Jahren gepflanzt.<\/p>\n<p>Das ist doch gar nicht mehr gefragt. Ein gescheiter Baum h\u00e4lt etwas aus, der bei\u00dft sich durch, selbst durch den h\u00e4rtesten Boden. Irgendwo bringt der schon sein Wasser her.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe das Gef\u00fchl: Je sorgloser wir in unserem Land unser Leben f\u00fchren k\u00f6nnen, desto h\u00e4ufiger sie siedeln sich Menschen weit weg vom Ufer des Gottvertrauens an. Uns geht es doch gut genug, an Wasser kommen wir doch je nach Bedarf ohne Probleme.<\/p>\n<p>Das Gesp\u00fcr, f\u00fcr die Notwendigkeit, wirklich gut verwurzelt zu sein &#8230; in einem Boden der mir Halt, und Vitalit\u00e4t geben kann &#8230; dieses Gesp\u00fcr ist nicht mehr \u00fcberall vorhanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Komisch. Denn wenn man genau hinschaut, wenn man seine Mitmenschen betrachtet, kann man immer wieder entdecken: Da gibt es welche, die leben unter Bedingungen, die alles andere als erfreulich sind. Krankheiten, Belastungen oder auch enorme Herausforderungen. Die leben in so einer D\u00fcrreperiode. Aber die strahlen dennoch Lebenskraft aus, Zuversicht und Hoffnung. Obwohl sie doch eigentlich ausgepowert und seelisch ausgetrocknet sein m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Und fragt man nach, (klar, das traut sich leider nicht jeder) da bekommt man oft die gleiche Antwort: die Kraft bekomme ich aus dem Glauben, aus dem Gebet. Jemand anderes formuliert es ganz einfach: &#8220; Ich vertraue halt auf meinem Herrgott&#8220;.<\/p>\n<p>Das ist das ganz simple Geheimnis. Menschen ziehen ihre Kraft, ihr Wasser zum Leben, aus dem Gottvertrauen. Sie m\u00fcssen nicht selbst ihre eigene Quelle sein; wie soll das auch gehen, wenn man am Ende ist?<\/p>\n<p>I<b><i>hr Wasser kommt von Gott her.<\/i><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gesegnet aber ist der Mann,\u00a0 der sich auf den HERRN verl\u00e4\u00dft und dessen Zuversicht der HERR ist. 8 Der ist\u00a0 wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.\u00a0 Denn obgleich die Hitze kommt, f\u00fcrchtet er sich doch nicht, sondern seine Bl\u00e4tter bleiben gr\u00fcn; und er sorgt sich nicht, wenn ein d\u00fcrres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufh\u00f6ren Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p>Man schmeckts, wo einer steht<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Taufpaten,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>mit dem Patenamt haben sie eine wichtige Aufgabe \u00fcbernommen. Sie sollen dabei helfen, dass der kleine Sebastian festen, guten Boden unter seine Wurzeln bekommt. Da passt es ja ganz gut, dass sie in ihrem Weinberg f\u00fcr den kleinen Kerl seine &#8222;eigenen&#8220; Weinst\u00f6cke gepflanzt haben.<\/p>\n<p>Die m\u00fcssen genau so Wurzeln schlagen wie er. Das ist f\u00fcr beide ganz wichtig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mir ist dazu eingefallen: der Geschmack des Weins wird nicht nur vom Wetterverlauf und der Rebsorte bestimmt. Ganz entscheidend wird der Geschmack von der Art des Bodens bestimmt. Wer schon mal einen Riesling aus Franken, und einen aus den Schieferh\u00e4ngen der Mosel nebeneinander getrunken hat, dem braucht man davon nichts mehr erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Man schmeckt die Strahligkeit des Schiefers an der Mosel heraus; und ebenso das Charakteristische aus unserer Gegend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genau so sp\u00fcrt man es auch den Menschen ab, wo sie ihre Wurzeln eingegraben haben. Das pr\u00e4gt einfach einen Menschen\u00a0\u00a0 &#8211; ob er aus dem Glauben heraus lebt, mit dem Vertrauen, dass Gott ihn nicht alleine l\u00e4sst &#8211; oder ob er als jemand sein Leben f\u00fchrt, der selber schauen will das er nicht zu kurz kommt, nicht austrocknet.<\/p>\n<p>Ja, auch andere Menschen haben was davon, wenn man einem Menschen begegnet, der in seinem Glauben verwurzelt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Der Blick in die Zukunft<\/i><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt stehen wir er erst am Anfang des Wachstums eures Sohnes.<\/p>\n<p>Ihr drei Familienmitglieder werdet sicher zusammen helfen, um eurem Sebastian die besten Bedingungen f\u00fcr sein Wachstum zu bieten. So machen das ja die meisten Eltern und Geschwister. Ihr werdet mit viel Liebe und F\u00fcrsorge, mit Weitsicht und Konsequenz diesen jungen Baum gie\u00dfen und d\u00fcngen.<\/p>\n<p>Den rechten Ort zum Wachstum habt ihr euch ja ausgew\u00e4hlt &#8211; das zeigt mir der Taufspruch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie er aber anw\u00e4chst, wie er sich entwickelt, wie geradlinig oder verworren seine \u00c4ste sich ausbreiten werden, das liegt schon nicht mehr in eurer Hand. Ihr k\u00f6nnt und m\u00fcsst Grundlagen legen&#8230; aber was euer Sohn daraus macht, entzieht sich oft genug eurem Einfluss. Ob er den Boden, in dem ihr ihn gesetzt habt, als Grundlage f\u00fcr sein Leben annimmt, oder sich letztlich irgendwann selbst verpflanzen m\u00f6chte, das ist offen.<\/p>\n<p>Unsere Kinder sind nicht unser Eigentum, das wir so gestalten k\u00f6nnen, wie wir es gerne h\u00e4tten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerade angesichts dieser Aussicht, ist es gut, wenn wir als Eltern diesen Taufspruch auf uns beziehen.<\/p>\n<p>Auch wir brauchen unsere Wurzeln im Gottvertrauen, damit wir auch einen langen Atem haben, wenn uns die Kraft auszugehen droht, wenn wir Angst haben um die Zukunft unsere Kinder. &#8211;\u00a0 Angst weil wir nicht wissen, wie deren Welt in 30 oder 50 Jahren aussehen wird.<\/p>\n<p>Um da nicht vor Angst und Kummer zu verdorren und die Bl\u00e4tter der Fr\u00f6hlichkeit abzuwerfen, brauchen wir auch unsere Wurzeln im feuchten Boden der Zuversicht und des Vertrauens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Darum w\u00fcnsche ich Eurem Sohn und Euch ein gutes Anwachsen.<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Taufgemeinde, Einen Baum pflanzen Wenn ich einen Baum pflanzen will, dann brauche ich zun\u00e4chst ein B\u00e4umchen, einen Spaten und einen passenden Platz. 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