{"id":1591,"date":"2004-12-19T21:05:43","date_gmt":"2004-12-19T20:05:43","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1591"},"modified":"2017-10-24T19:09:17","modified_gmt":"2017-10-24T18:09:17","slug":"spielszene-und-predigt-lebendiges-wasser-johannes-7-37-55-die-frau-am-jakobsbrunnen-19-dezember-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1591","title":{"rendered":"Spielszene und Predigt : Lebendiges Wasser (Johannes 7, 37-55: Die Frau am Jakobsbrunnen) 19. Dezember 2004"},"content":{"rendered":"<p><em>Erarbeitet von den Pfarrern des westlichen Dekanats Uffenheim (J\u00fcrgen Blum, Helmut Spaeth, Alexander Seidel)<\/em><\/p>\n<p><big><b>Vorspiel:\u00a0 Schauspiel um zwei Frauen am Brunnen<\/b><\/big><\/p>\n<p>Zwei Frauen treten auf; beide tragen gef\u00fcllte Wasserkanister;<\/p>\n<p>A: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ach hallo, du bist auch da. Mensch wir haben uns lange nicht mehr gesehen!<br \/>\nJetzt im Winter kommen wir gar nicht zusammen.<br \/>\nMensch. Da muss erst so etwas passieren, dass wir uns sehen.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja auch Hallo. Und holst Du dir auch das n\u00f6tigste Wasser?<br \/>\nA:\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 Ich hoffe ja, dass mein Mann sp\u00e4ter mit dem Traktor und dem Wassertank in Uffni noch mehr holen kann. Mit dem bisschen was ich mir da abgeholt habe, \u00a0\u00a0\u00a0 kann ich lediglich mein Mittagessen kochen und absp\u00fclen. Nein. Das ist zu wenig f\u00fcr uns. Wir brauchen schon noch einiges. Au\u00dferdem wei\u00df ja keiner, wie lange die Reparatur dauern wird. Da ist es gut etwas mehr Wasser zu haben.<!--more--><br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Und wie machen das die, die keinen Traktor haben?<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Na da wird es hier nicht viele geben. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir dann halt zusammen helfen. Die Erna hat mich vorhin schon gefragt, ob mein Mann sp\u00e4ter auch f\u00fcr sie\u00a0 Wasser holt. Ich denke, das ist kein Problem.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Naja. F\u00fcr uns. Aber dem Hassler, dem wird keiner helfen, hast du dem sein Vieh schon mal gesehen? Das wird jetzt durstig sein. Sie tun mir ganz leid, die Viecher. K\u00fcmmert sich um gar nix. Und dann, dann schreit auch noch so rum,\u00a0 wenn man mal kommt. Also ich gehe da nicht hin. Ich will gar nicht wissen, wie\u00a0 der mit der Wasserabstellung zu Recht kommt.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Jaja, der Fritz ist schon ein besonderer Held.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Das kannste sagen, aber so ist er. Na ja, seine Frau hat`s ja auch nicht<br \/>\nausgehalten. Die ist jetzt gegangen.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Was? Die Edith ist weg?<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Klar, gestern. War ein ganz sch\u00f6ner Streit! Hoffentlich besinnt sie sich. Und \u00a0\u00a0\u00a0 kommt nicht mehr wieder.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Wieso, den Hof einfach zur\u00fcck lassen?<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Na, der geh\u00f6rt ihr doch. Der Fritz wird gehen. Sie hat den Hof geerbt.<br \/>\nEr ist gekommen und hat nicht viel mitgebracht. Und wenn sie\u00b4s richtig gemacht hat, dann geh\u00f6rt ihr alles.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Aber ich bitte dich, lieber einen schlechten Bauern, als gar keinen.<br \/>\nB: \u00a0\u00a0\u00a0 Pah! Das glaub ich net!<br \/>\nAber pass mal auf, wenn der Wasser braucht, dann geben wir dem nix. Ihr schon. Ihm nicht.<\/p>\n<p><i>Beide wechseln die Wasserbeh\u00e4lter<\/i><\/p>\n<p>A:\u00a0\u00a0\u00a0 Du, wei\u00dft du eigentlich was von der Petra?<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Letzte Woche hab ich sie gesehen. Ne, was soll mit ihr sein?<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Sie hat doch einen Unfall gehabt. Vorgestern. War schlimm. Man sagt, sie ist\u00a0 nach W\u00fcrzburg gefahren, und hat sie auf der Autobahn einer von hinten bedr\u00e4ngt.<br \/>\nSie liegt in der Uniklinik. Muss schlimm sein.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 ne, hab ich noch gar nichts erfahren. Das ist aber schlimm. War so ein nettes\u00a0 M\u00e4dchen. Und gerade jetzt. Wo sie eine Lehrstelle hat. Allm\u00e4cht. Schlimm. Und<br \/>\nf\u00fcr die Eltern erst. Ernst und Gerhild. Oh. Gott.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja. Da fragst dich schon manchmal, ob des wirklich gerecht zugeht auf dieser Welt!<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 JA.\u00a0\u00a0\u00a0 Schweigen.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Ich gehe nicht gern ins Krankenhaus.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja. Das geht mir genauso. Allein der Geruch, die wei\u00dfen W\u00e4nde, die\u00a0 Atmosph\u00e4re. Na ja, aber das geh\u00f6rt dazu.\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 Schweigen.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Mit der Petra wird\u00b4s schon gut gehen. Oder? Und in W\u00fcrzburg ist sie gut \u00a0\u00a0\u00a0 aufgehoben.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Hoffentlich.<br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Na, wenn der da oben mitspielt.<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Tja.<br \/>\n<i>Schweigen<\/i><br \/>\nA:\u00a0\u00a0\u00a0 Ach wei\u00dft. Ich glaub ich muss jetzt heim. Mein Mann kommt zum Mittag. Da muss ich schnell noch was kochen!<br \/>\nB:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja. Hast Recht. Und wegen der Petra rufe ich gleich bei ihren Eltern an.<br \/>\nSchlimme Sache. Schlimm.<\/p>\n<p><b><big>\u00dcberleitung: <\/big><\/b><\/p>\n<p>Gespr\u00e4che an Wasserstellen fanden fr\u00fcher wohl noch h\u00e4ufiger statt als heute.<br \/>\nHeute haben wir unser Wasser in allen H\u00e4usern. Es ist immer verf\u00fcgbar.<br \/>\nIn anderen Staaten der Welt, zum Beispiel in Afrika oder S\u00fcdamerika gehen die Menschen nach wie vor an Brunnen, um sich das n\u00f6tige Wasser zu holen.<br \/>\nOft entstehen dort Gespr\u00e4che. Dabei wird bestimmt auch Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Die neuesten Nachrichten aus dem Dorf wechseln von Mund zu Ohr. Ob es dabei auch lustig zugeht?<br \/>\nManchmal nehmen solche Gespr\u00e4che allerdings seltsame Wendungen. Das gemeinsame Dastehen er\u00f6ffnet einen Raum f\u00fcr Tiefe. Die Nachrichten wecken Erschrecken. Aus einem oberfl\u00e4chlichen Tratsch entwickelt sich \u00fcberraschend ein ernstes Gespr\u00e4ch.<br \/>\nVielleicht wie bei unseren beiden Frauen, die jetzt, da es kein Wasser in den H\u00e4usern gab, am Wasserlaster zusammen standen.<br \/>\nSie arbeiteten und fanden doch Zeit, einen kleinen Plausch zu halten. Aber ihr Gespr\u00e4ch wurde ernst. Aus der Gelegenheit wurde Hilflosigkeit. Fragen wurden aufgeworfen, die unser Leben betreffen. Pl\u00f6tzlich wurde es bedr\u00fcckend.<br \/>\nDass der Brunnen, oder die Wasserstelle, oder heute vielleicht der LKW mit Wasser immer besondere Treffpunkte waren und wohl noch sind, das kann ich auch aus Geschichten der Bibel erfahren.<br \/>\nSie berichten aus ganz alten Tagen, und doch finde ich immer wieder etwas, was heute noch genauso aktuell und wichtig ist.<br \/>\nDa war zu Beispiel einmal die Geschichte mit einer Frau, die Jesus am Brunnen begegnet.<\/p>\n<p><b><big>Leseszene mit Erz\u00e4hler (E), Jesus (J) und der Frau am Brunnen (F)<\/big><\/b><\/p>\n<p>E\u00a0\u00a0\u00a0 Ich lese aus dem Johannesevangelim, aus dem 4 Kapitel:<br \/>\nDa kam Jesus in eine Stadt Samariens, die hei\u00dft Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus m\u00fcde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu sch\u00f6pfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine J\u00fcnger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen.<br \/>\nF \u00a0<i>\u00a0\u00a0 (zu sich selbst) Das passiert mir auch nicht alle Tage: Da spricht mich ein fremder Mann am Brunnen an &#8230; einfach so. Und der ist auch noch ein Jude! Dass der sich nicht zu schade ist, mit uns Menschen aus Samaria zu reden? Die sind doch sonst immer so hochm\u00fctig, un wollen nicht mit uns zu tun haben.<\/i><br \/>\n(Zu Jesus) &#8222;Junger Mann! siehst du nicht: Ich bin aus Samaria, Ihr aus Galil\u00e4a wollt dich sinst mit uns nichts zu tun haben; wie kommts, dass du hier am Brunnen etwas von mir willst &#8230; noch dazu, wo wir beide &#8230; ganz alleine sind?&#8220;<br \/>\nJ \u00a0\u00a0\u00a0 Du glaubst, ich will etwas von dir, nicht wahr? Einen Krug Wasser, aber vielleicht auch noch etwas anderes? &#8211; Gute Frau, da bist du auf der falschen Spur! Wahrscheinlich hast du oft erlebt, das andere etwas von dir wollen; aber sie dir oft nicht geben k\u00f6nnen was du so n\u00f6tig brauchst.<br \/>\nJetzt steht einer vor dir, der dir etwas geben kann. So viel, dass der Krug in deinen H\u00e4nden nicht ausreicht.<br \/>\nE \u00a0\u00a0\u00a0 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder d\u00fcrsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht d\u00fcrsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.<\/p>\n<p>F \u00a0\u00a0\u00a0 Ja, was willst du sch\u00f6pfen? Ohne Krug? Kann das sein, dass du den Mund zu voll nimmst? Ich kenne die M\u00e4nner &#8211; sie versprechen oft mehr, als sie halten k\u00f6nnen.<br \/>\n<i>\u00a0\u00a0 (zu sich selbst)\u00a0\u00a0\u00a0 Ja, das ist das ist wohl das Problem. Mir fehlt einer, der mir eine Quelle sein kann. Einer, bei dem ich verl\u00e4sslich das sch\u00f6pfen kann, was ich brauche. Ohne Not, ohne betteln zu m\u00fcssen. Einer, der wie eine Quelle sprudelt, mich versorgt mit Liebe, mit Freude, Kraft und Mut zum Leben. Ich bin es leid, immer wieder Liebe zu suchen und von meinen Freuden doch nur entt\u00e4uscht zu werden. <\/i><br \/>\n(zu Jesus:) \u00a0\u00a0 Wenn es wirklich so ist, wie du sagst, dann gib mir von diesem lebendigen Wasser aus der unersch\u00f6pflichen Quelle. Ich bin es leid, immer wieder Wasser zu holen und neu durstig zu werden, weil es keiner vermag, meinen Lebensdurst zu stillen!<br \/>\nE\u00a0\u00a0\u00a0 Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. F\u00fcnf M\u00e4nner hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt.<\/p>\n<p>F \u00a0\u00a0\u00a0 Meister, du wei\u00dft Dinge, die dir keiner gesagt hat. Du sprichst aus, was andere lieber f\u00fcr sich behalten. So etwas gelingt nur denen, die Gott mit der Gabe des Prophetie gesegnet hat. Ich gestehe: Das beeindruckt mich!<br \/>\n<i>\u00a0\u00a0 (zu sich selbst) \u00a0\u00a0\u00a0 Aber warum sagt er mir das? Wir sprechen von Wasser und Durst, von Quellen und Brunnen. Was hat das mit meinen Beziehungen mit M\u00e4nnern zu tun? Ich wei\u00df doch selbst, dass meine M\u00e4nnergeschichten bisher immer gescheitert sind. Warum r\u00fchrt dieser fremde Prophet ungefragt an dieser Wunde? <\/i><br \/>\nJ \u00a0\u00a0\u00a0 Frau, an diesem Brunnen hier holen die Menschen seit Jahrhunderten ihr Wasser. Wasser, mit dem sie ihren K\u00f6rper erfrischen, ihm geben, was er zum Leben braucht.<br \/>\nEbenso sind sie alle auf der Suche nach dem Brunnen, der ihre Seele erfrischt. Sie suchen nach einer Quelle, aus der sie ihren Lebensdurst stillen k\u00f6nnen.<br \/>\nDu glaubst, so eine Quelle gefunden zu haben; in dem Mann, der bei dir lebt. Aber wenn du die Leben betrachtest merkst du: F\u00fcnf solcher Brunnen hast du schon ausgesch\u00f6pft &#8211; aber deinen Lebensdurst haben sie alle nicht auf Dauer stillen k\u00f6nnen.<br \/>\nF \u00a0\u00a0\u00a0 Meister, willst du mir sagen, dass es f\u00fcr eine Frau falsch ist, einen Mann zu lieben. Und dass ein Mann den falschen Weg beschreitet, wenn er mit einer Frau gl\u00fccklich werden will?<br \/>\nJ \u00a0\u00a0\u00a0 Die Liebe zwischen den Menschen ist ein Geschenk Gottes. Sie ist die Quelle f\u00fcr Freude und zum Gl\u00fccklichsein, f\u00fcr Leidenschaft und Geborgenheit. Aber diese Quelle wird wohl niemals deinen Lebensdurst stillen.Zu zerbrechlich, zu unstet und zu verg\u00e4nglich ist diese Quelle. F\u00fcr das, was du eigentlich suchst, sch\u00f6pfst du an der falschen Quelle.<br \/>\nDie Quelle des lebendigen Wassers schenkt Gott dir selbst. Seine Liebe ist unersch\u00fctterlich, seine Treue ist fest wie ein Felsen. Und er, der ewige Gott verspricht dir, dass diese Quelle auch am Lebensende nicht versiegen wird.<br \/>\nF \u00a0\u00a0\u00a0 Denn verrate mir doch den Weg zu dieser Quelle, die meinen Lebensdurst wirklich stillt. Wo muss ich suchen? Wo ist der Ort, an dem ich dieses Wasser sch\u00f6pfen kann?<br \/>\nE \u00a0\u00a0\u00a0 Jesus spricht zu ihr: Ich bin&#8217;s, der, der mit dir redet. Da lie\u00df die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getahabe, ob er nicht der Christus sei! Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erarbeitet von den Pfarrern des westlichen Dekanats Uffenheim (J\u00fcrgen Blum, Helmut Spaeth, Alexander Seidel) Vorspiel:\u00a0 Schauspiel um zwei Frauen am Brunnen Zwei Frauen treten auf; beide tragen gef\u00fcllte Wasserkanister; A: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ach hallo, du bist auch da. Mensch wir haben uns lange nicht mehr gesehen! 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