{"id":1588,"date":"2004-12-31T20:58:57","date_gmt":"2004-12-31T18:58:57","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1588"},"modified":"2014-06-02T21:05:18","modified_gmt":"2014-06-02T19:05:18","slug":"predigt-zur-jahreslosung-2005-ich-habe-fuer-dich-gebeten-dass-dein-glaube-nicht-aufhoere-lukas-22-24-31-dezember-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1588","title":{"rendered":"Predigt zur Jahreslosung 2005: \u201eIch habe f\u00fcr dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re&#8220; (Lukas 22, 24) 31. Dezember 2004"},"content":{"rendered":"<p>Der Losungstext\u00a0 im Zusammenhang:<br \/>\n<em>Lukas 22, 24-25<\/em><br \/>\n<em> 24 Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen,\u00a0 wer von ihnen als der Gr\u00f6\u00dfte gelten solle.<\/em><br \/>\n<em> 25 Er aber sprach zu ihnen: Die K\u00f6nige herrschen \u00fcber ihre V\u00f6lker, und ihre Machthaber lassen sich Wohlt\u00e4ter nennen.<\/em><br \/>\n<em> 26 Ihr aber nicht so! Sondern der Gr\u00f6\u00dfte unter euch soll sein wie der J\u00fcngste, und der Vornehmste wie ein Diener.<\/em><br \/>\n<em> 27 Denn wer ist gr\u00f6\u00dfer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist&#8217;s nicht der, der zu Tisch sitzt?\u00a0 Ich aber bin unter euch wie ein Diener.<\/em><br \/>\n<em> 28 Ihr aber seid&#8217;s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. <\/em><br \/>\n<em> 29 Und ich will euch das Reich zueignen, wie mir&#8217;s mein Vater zugeeignet hat,<\/em><br \/>\n<em> 30 da\u00df ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und\u00a0 sitzen auf Thronen und richten die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels.<\/em><!--more--><\/p>\n<p><em>31 Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. <\/em><br \/>\n<em> 32 Ich aber habe\u00a0 f\u00fcr dich gebeten, da\u00df dein Glaube nicht aufh\u00f6re. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so st\u00e4rke deine Br\u00fcder.<\/em><br \/>\n<em> 33 Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gef\u00e4ngnis und in den Tod zu gehen.<\/em><br \/>\n<em> 34 Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht kr\u00e4hen, ehe du dreimal geleugnet hast, da\u00df du mich kennst.<\/em><br \/>\n<em> 35 Und er sprach zu ihnen:\u00a0 Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr da je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><b><i>Die Situation am Gr\u00fcn-Donnerstag <\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde.<\/p>\n<p>Da sitzen sie zusammen: Jesus und seine J\u00fcnger. Sie haben gemeinsam gefeiert, Brot und Wein miteinander geteilt. Und Jesus hat dieses Mahl gedeutet:<br \/>\n\u201eDas ist mein Leib, das ist mein Blut&#8220; &#8211; Ihnen ist bewusst geworden: Jesus spricht von seinem nahen Tod. Wenig sp\u00e4ter werden sie hinaus in den Garten Gethsemane gehen, wo Jesus dann verhaftet wird.<br \/>\nDas, wovon Lukas hier in Anschluss an das Abendmahl schreibt, scheint gar nicht in diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation zu passen: Inmitten dieser betroffen machenden Szene fangen die J\u00fcnger an zu streiten, wer der gr\u00f6\u00dfe unter ihnen ist. &#8211; Fast so, als w\u00fcrden die Kinder am Sterbebett des Vaters schon aushandeln, wer was erben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Jesus greift ein. Er stellt klar: In Gottes Reich gelten andere Kategorien als in der Welt der menschlichen Herrscher. Wer den Anderen wie ein Sklave dient, der ist letztlich der gr\u00f6\u00dfte.<br \/>\nUnd dann wendet er sich dem Simon Petrus zu und spricht zu ihm den Satz, der die Jahreslosung f\u00fcr 2005 ist: \u201eIch habe f\u00fcr dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re.&#8220;<\/p>\n<p>Petrus ist davon \u00fcberrascht. Schlie\u00dflich ist er doch unter den J\u00fcngern der, der immer vorne dran ist, vielleicht so etwas wie ein Klassensprecher. Er ist der mit dem gr\u00f6\u00dften Vertrauen, dem st\u00e4rksten Glauben daran, das Jesus der erwartete Messias ist. Darum kann Petrus nicht verstehen, weshalb Jesus ihm so etwas sagt. \u201eWas soll das? Warum zieht Jesus meinen Glauben in Zweifel?&#8220;\u00a0 Darum reagiert er sofort und verspricht ihm Treue bis zum Tod.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><i><b>Realit\u00e4t der Anfechtungen<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwir wissen ja, wie das alles weiterging!<br \/>\nWir kennen die Geschichte von Petrus, der entsetzt zusieht, als Jesus gefangen genommen wird, der ihn zu Tode erschrocken verleugnet, als er im Hof des Hohenpriesters auf seine J\u00fcngerschaft angesprochen wird.<br \/>\nDiese erschreckende Wendung Jesu vom wunderwirkenden Wanderprediger zum gegei\u00dfelten Gefangenen hat Petrus v\u00f6llig durcheinander gebracht. Und es sollte noch schlimmer kommen: Der Tod Jesu. Kein Himmelsheer kam, um ihn zu retten. Das war f\u00fcr Petrus glaubensm\u00e4\u00dfig ein Schlag ins Kontor. Da wurde sein Glaube auf eine harte Probe gestellt, vielleicht ist er ihm sogar wie Sand zwischen den Fingern zerronnen.<br \/>\nWas soll man noch glauben, wenn Gott seinen gesandten Messias sterben l\u00e4sst?<\/p>\n<p>Was soll man noch glauben, wenn eine Flutkatastrophe mehr als hundertausend Menschen in den Tod rei\u00dft? F\u00e4llt es einem noch leicht, da vom lieben Gott zu sprechen?<br \/>\nDas Nachrichtenmagazin Spiegel hat den Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Wolfgang Huber gebeten, zur Frage Stellung zu nehmen, wie Gott so etwas zulassen kann. In der Internet-Ausgabe des Spiegels kann man seine Worte nachlesen, und dar\u00fcber in einem Forum auch diskutieren. Der Titel dazu: \u201eGibt es einen Gott?&#8220; Innerhalb von 2 Tagen sind da weit \u00fcber 100 Beitr\u00e4ge eingegangen. Sehr kontrovers und teilweise sehr energisch wird da debattiert.<\/p>\n<p>Ereignisse wie diese Katastrophe k\u00f6nnen auch mich als Christen ins Schleudern bringen. Schlie\u00dflich erwarte ich mir von einem Gott, der uns Menschen liebt, nur Gutes! Und wenn ich vertraue, dass er die Welt in seinen H\u00e4nden h\u00e4lt, dann darf es so eine Katastrope eigentlich nicht geben.<\/p>\n<p>Ich merke, dass ich doppelt hilflos bin:<br \/>\n&#8211; Zum Einen sehe ich wie wenig ich angesichts solch einer so gro\u00dfen und fernen Katastrophe ausrichten kann.<br \/>\n&#8211; Zum Andern habe ich auch keine schl\u00fcssige Antwort auf das \u201ewarum&#8220;. &#8211;\u00a0 So, wie viele Generationen von Menschen &#8211; auch von Theologen &#8211; vor mir.<\/p>\n<p>Zum Christsein geh\u00f6rt es offenbar dazu, dass ich mit meinem Glauben auch an Grenzen sto\u00dfe. Dass ich meinem Glauben, meinem Gott, keine Antwort auf meine brennende Frage abtrotzen kann.<br \/>\nDas geht es dem Petrus genauso wie allen andern Christen auch.<\/p>\n<p><i><b><span style=\"color: #33cc00;\">Gef\u00e4hrdungen des Glaubens geh\u00f6ren dazu<\/span><\/b><\/i><\/p>\n<p>\u201eIch habe f\u00fcr dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re&#8220; &#8211; Dieser Satz, den Jesus da spricht, beinhaltet eine wichtige Aussage: Es scheint ganz normal zu sein, dass der eigene Glaube eine Krise durchlebt, dass man zweifelt und mit seinem Glauben versagt.<\/p>\n<p>Petrus hat es uns vorgemacht. Er ist in gewisser Weise ein Musterexemplar f\u00fcr uns Christen.<br \/>\n&#8211; Zun\u00e4chst erscheint er mit unersch\u00fctterlichem Glauben ausgestattet &#8211; spuckt sogar reichlich gro\u00dfe T\u00f6ne.<br \/>\n&#8211; Dann wird es eng, beim Hohepriester im Innenhof verleugnet er Jesus, versagt damit in seinem Handeln &#8211; und er zweifelt an sich selbst.<br \/>\n&#8211; Mit Jesu Kreuzigung f\u00e4llt er dann v\u00f6llig in ein schwarzes Loch, fragt nach der Wahrheit seines Glaubens &#8211; zweifelt an seinem Gott &#8211; war vielleicht alles nur eine Illusion?<br \/>\n&#8211; Erst mit der Auferstehung Jesu gewinnt er wieder Zuversicht; wird sein Glaube wieder aufgebaut.<\/p>\n<p>Br\u00fcche im eigenen Glauben, Zeiten des Zweifelns und Verzweifelns geh\u00f6ren zum Glauben dazu! Der Eine nimmt sie eher wahr, weil er da sensibler ist. Der Andere hat da ein etwas stabileres Gem\u00fct und ist nicht so schnell ins Wanken zu bringen. Wir Menschen sind da ganz unterschiedlich.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><i><b>Wachstumsbr\u00fcche?<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p>Die Geschichte meines Glaubens ist eine mit auf und ab.<br \/>\nUnd auch mit Br\u00fcchen. Manches, was zum eigenen Glauben grundlegend dazugeh\u00f6rt hat, hat an Bedeutung verloren; andere Inhalte des Glaubens wurden daf\u00fcr tragend. Das eine bricht weg, das andere w\u00e4chst einem hinzu.<\/p>\n<p>Vielleicht geh\u00f6rt das zur Entwicklung des eigenen Glaubens dazu. Vom Glauben des Kleinkinds bis zum Glauben im Alter. Zum Wachstum geh\u00f6ren Krisen und Ver\u00e4nderungen dazu. Ohne die geht es wohl nicht.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re das bei Petrus gewesen? Wie w\u00e4re das Leben des Petrus verlaufen, wenn er diese Krise seines Glaubens rund um Karfreitag nicht erlebt h\u00e4tte? Dann w\u00e4re er vielleicht ein frommer Spr\u00fcchemacher geblieben, aber kein J\u00fcnger, der sp\u00e4ter in Rom tats\u00e4chlich bis zum Tod seinen Glauben bezeugt.<\/p>\n<p>Krisen scheinen unserem Glauben neue St\u00e4rke zu geben &#8230;. wenn denn der Glaube die Krise \u00fcbersteht. Denn das gibt es auch: Dass Menschen die Schw\u00e4che ihres Glaubens nicht aushalten, ihn deshalb f\u00fcr sich \u00fcber Bord werfen. Schade.<br \/>\nIm griechischen Urtext des Lukasevangeliums steht f\u00fcr das \u201eaufh\u00f6ren&#8220; des Glaubens ein interessantes Wort: \u201eekleipo&#8220;. Vielleicht kennen sie das Substantiv dazu: die Eklipse &#8211; so nennen Astronomen die Sonnenfinsternis.<br \/>\nWo der Glaube aufh\u00f6rt, da wird es dunkel im Leben.<br \/>\nNicht umsonst sagt Jesus: \u201eIch habe f\u00fcr dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"color: #33cc00;\"><b><i>Blick <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/jahreslos2005.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1589\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1589\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/jahreslos2005.jpg?fit=139%2C210&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"139,210\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"jahreslos2005\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/jahreslos2005.jpg?fit=139%2C210&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-full wp-image-1589\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/jahreslos2005.jpg?resize=139%2C210\" alt=\"jahreslos2005\" width=\"139\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/jahreslos2005.jpg?w=139&amp;ssl=1 139w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/jahreslos2005.jpg?resize=99%2C150&amp;ssl=1 99w\" sizes=\"auto, (max-width: 139px) 100vw, 139px\" \/><\/a>auf die Spruchkarte<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nbitte schauen Sie einmal mit mir auf die Spruchkarte* zu dieser Jahreslosung. Sie sehen eine Hand, die einen geschliffenen Stern h\u00e4lt. Aus Glas oder Bleikristall wird er wohl sein. Genauso wie bei einem Diamant erh\u00e4lt er seinen Glanz, sein besonderes Funkeln, durch den richtigen Schliff. Und der Schliff besteht darin, dass an den richtigen Stellen Br\u00fcche, Kanten an der Oberfl\u00e4che sind, an ihnen bricht sich der Lichtstrahl und der Glasstern beginnt zu funkeln.<\/p>\n<p>Der Glaube, das Vertrauen auf Gott, kann so ein funkelnder Stern sein, der es hell macht, wo eigentlich Dunkelheit zu herrschen scheint.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Neue Jahr w\u00fcnsche ich Ihnen:<\/p>\n<p>1) Dass Sie Freude an Ihrem Glauben haben. Dass er Ihrem Leben gut tut und Sie Ihn auch in den Zeiten des Zweifelns festhalten<br \/>\n2) Dass es Menschen gibt die f\u00fcr Sie beten, damit ihr Glaube nicht aufh\u00f6rt.<br \/>\n3) Dass Sie Zeit finden, auch im Gebet an andere Menschen zu denken, die es gerade mit ihrem Glauben nicht so einfach haben.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>* Die Spruchkarte ist erh\u00e4ltlich beim kawohl-verlag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Losungstext\u00a0 im Zusammenhang: Lukas 22, 24-25 24 Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen,\u00a0 wer von ihnen als der Gr\u00f6\u00dfte gelten solle. 25 Er aber sprach zu ihnen: Die K\u00f6nige herrschen \u00fcber ihre V\u00f6lker, und ihre Machthaber lassen sich Wohlt\u00e4ter nennen. 26 Ihr aber nicht so! 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