{"id":1572,"date":"2005-06-19T23:28:38","date_gmt":"2005-06-19T21:28:38","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1572"},"modified":"2014-06-01T23:32:48","modified_gmt":"2014-06-01T21:32:48","slug":"gottesdienst-ist-der-ehrliche-immer-der-dumme-sommerfest-der-gemeinde-gollhofen-am-19-juni-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1572","title":{"rendered":"Gottesdienst: Ist der Ehrliche immer der Dumme? &#8211; Sommerfest der Gemeinde Gollhofen am 19. Juni 2005"},"content":{"rendered":"<p>Diesen Entwurf haben entwickelt:<br \/>\nManfred \u00a0Lilli, Klaus Wagner, Pfr. Alexander Seidel, Gollhofen<\/p>\n<p><em>Der Entwurf f\u00fcr den Verk\u00fcndigungsteil hat folgenden Aufbau<\/em><br \/>\n<em>Lesung<\/em><br \/>\n<em>Glaubensbekenntnis<\/em><br \/>\n<em>Lied<\/em><br \/>\n<em>Szene1 mit Ansprache 1<\/em><br \/>\n<em>Lied<\/em><br \/>\n<em>Thesen mit Anspreche 2<\/em><br \/>\n<em>Lied<\/em><br \/>\n<em>Szene 2<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><big><b>Lesung:<\/b><\/big><\/p>\n<p><i>Ich lese aus dem Ersten Buch Mose, dem 25 Kapitel. Darin geht es um die Zwillinge Jakob und Esau, die S\u00f6hne von Isaak und Rebekka.<br \/>\nEsau als der Erstgeborene von Beiden hatte das Recht sp\u00e4ter vom Vater gesegnet zu werden uns das Erbe anzutreten. Aber das sollte sich \u00e4ndern:<br \/>\nIch lese ab dem 25. Vers in einer neueren \u00dcbersetzung:<\/i><\/p>\n<p>Als die Stunde der Geburt kam, brachte Rebekka Zwillinge zur Welt.\u00a0 Der erste war am ganzen K\u00f6rper mit r\u00f6tlichen Haaren bedeckt, wie ein Tierfell. Darum nannten ihn seine Eltern Esau (\u00abder Behaarte\u00bb). Dann kam sein Bruder; er hielt bei der Geburt Esau an der Ferse fest, und so nannten sie ihn Jakob (\u00abFersenhalter\u00bb). Isaak war 60 Jahre alt, als die beiden geboren wurden.\u00a0 Die Jungen wuchsen heran. Esau wurde ein erfahrener J\u00e4ger, der gern im Freien herumstreifte. Jakob dagegen war ein ruhiger Mann, der lieber bei den Zelten blieb. Isaak mochte Esau mehr als Jakob, weil er gern sein gebratenes Wild a\u00df; Jakob war Rebekkas Lieblingssohn.<!--more--><\/p>\n<p>Eines Tages &#8211; Jakob hatte gerade ein Linsengericht gekocht &#8211; kam Esau ersch\u00f6pft von der Jagd nach Hause. \u00abLa\u00df mich schnell etwas von der roten Mahlzeit da essen, ich bin ganz ersch\u00f6pft!\u00bb rief er.<br \/>\n\u00abNur wenn du mir daf\u00fcr dein Vorrecht als \u00e4ltester Sohn \u00fcberl\u00e4sst!\u00bb forderte Jakob.<br \/>\n\u00abWas n\u00fctzt mir mein Vorrecht als \u00e4ltester Sohn, wenn ich am Verhungern bin!\u00bb rief Esau.\u00a0 Jakob lie\u00df nicht locker. \u00abSchw\u00f6re erst!\u00bb sagte er. Esau schwor es ihm und verlor damit das Erbe und den besonderen Segen seines Vaters.<br \/>\nJakob gab ihm das Brot und die Linsensuppe. Esau schlang es hinunter, trank noch etwas und ging wieder weg.<\/p>\n<p><big><b>Szene 1 &#8211; Gut beschissen ist halb gewonnen <\/b><\/big><\/p>\n<p><i>Die Fu\u00dfballer M und T treten im Trikot der gleichen Mannschaft auf, setzen sich auf die Kabinenbank, trinken etwas, wischen sich den Schwei\u00df (sofern vorhanden) von der Stirn.<br \/>\nVielleicht rufen ein paar Leute von hinten: \u201cSchieber, Betrug, Schauspieler, Du bist doch ein Schwalbenk\u00f6nig!\u201d etc. <\/i><\/p>\n<p>M: \u00a0\u00a0\u00a0 \u201cNa, Tom, dieses Spiel haben wir wieder einmal umgebogen. Erst hab ich gedacht, das \u00a0\u00a0\u00a0 geht voll daneben, als wir nach drei Minuten das erste Ding reinkriegen ! Dass der 5er \u00a0\u00a0\u00a0 des Ding aus 25 Meter in den Winkel setzt !<\/p>\n<p>T.\u00a0\u00a0\u00a0 So einen Sonntagsschuss macht der in seinem ganzen Leben kein zweites Mal! Haut \u00a0\u00a0\u00a0 mit seinem krummen Haxen einfach drauf und das Ei senkt sich direkt ins Gambala.<\/p>\n<p>M:\u00a0\u00a0\u00a0 Und mir haben uns ja wieder angestellt. Kein Ball ist rein. Erst dein abgef\u00e4lschter \u00a0\u00a0\u00a0 Schuss eine Viertel Stunde vor Schluss und dann der Elfmeter\u2026..<\/p>\n<p>T:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja, der Elfmeter\u2026.<\/p>\n<p>M:\u00a0\u00a0\u00a0 Ich hab von hinten nur gesehen, wie du von rechts rein rennst, und im n\u00e4chsten \u00a0\u00a0\u00a0 Moment hast du geschrieen und warst dann am Boden gelegen. Ich wei\u00df blo\u00df noch, wie der Schiri Elfer gegeben hat, dann haben sich die anderen aufgeregt und dann hast du ihn versenkt und die anderen drau\u00dfen haben sich noch mehr aufgeregt. Und das war halt die Entscheidung ! Aber, sag einmal, war des jetzt ein Foul oder nicht ?<\/p>\n<p>T:\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn ich ehrlich sein soll. N\u00f6 ! Der letzte Mann hat mich nicht einmal ber\u00fchrt. Ich hab halt im Augenwinkel gesehen, dass der Verteidiger versucht, mich einzuholen, aber ich hab nur geschaut, dass ich in den Strafraum komme. Dann kommt er seitlich mit einer Gr\u00e4tsche angerauscht, ich bin dann dar\u00fcber gesprungen und hab mich fallen lassen. Der Schiri gibt Elfer, das wars.<\/p>\n<p>M:\u00a0\u00a0\u00a0 Oh, oh, oh, Gl\u00fcck gehabt. Du hast eh schon eine gelbe Karte gesehen und wenn er dir wegen der Schwalbe noch eine gibt, bist du drau\u00dfen. Naja, noch mal gut gegangen\u2026..<\/p>\n<p><big><b>Ansprache 1 &#8211; Ist der Ehrliche immer der dumme?<\/b><\/big><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>.. naja, ist ja nochmal gut gegangen! &#8211; Der Schiedsrichter hat die Schwalbe nicht erkannt, und mit dem erschummelten Tor ist die Kuh vom Eis.<\/p>\n<p>Ich stell mir vor: Wie w\u00e4re es gewesen, wenn der angeblich Gefoulte nach dem Pfiff des Unparteiischen die H\u00e4nde gehoben und gerufen h\u00e4tte: \u201cnein nein, kein Elfmeter, ich bin nur gestolpert &#8230; der Andere kann gar nichts daf\u00fcr!&#8230;\u201d<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob es das schon mal gab. Ich kann es mir kaum vorstellen. Erstens ist so ein geschenkter Elfmeter ja eine super Chance. Und wer wei\u00df, welche freundlichen Worte die Mannschaftskollegen nach dem Spiel f\u00fcr einen Mitspieler \u00fcbrig haben, der den schon gepfiffenen Elfmeter wegen seiner Ehrlichkeit r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht hat.<\/p>\n<p>Ja, vielleicht ist ja wirklich was dran, an dem Spruch \u201cDer Ehrliche ist immer der Dumme\u201d.<\/p>\n<p>Unsere biblische Lesung von vorhin schl\u00e4gt da glatt in die gleiche Kerbe:<br \/>\nDa sind die zwei ungleichen Br\u00fcder Esau und Jakob.<br \/>\nEigentlich w\u00e4re ja Esau derjenige, der die Rechte des Erstgeborenen hat, sp\u00e4ter vom Vater gesegnet werden w\u00fcrde und das Erbe antreten d\u00fcrfte. Aber der Jakob ist ein schlauer Fuchs: Geschickt nutzt er den B\u00e4renhunger und die Naivit\u00e4t seines Bruders aus und luchst ihn f\u00fcr ein billiges Linsengericht das Erbe ab.<br \/>\nUnd sp\u00e4ter wird auch noch der fast blinde Vater ausgetrickst, damit er diesen Handel nicht mitbekommt.<\/p>\n<p>Ein raffinierter Schlingel, dieser Jakob. Tja so bootet man seinen Bruder aus.<br \/>\nDer schlichte, ehrliche und arglose Esau ist der Dumme und muss sehen, wie er mit diesem Man\u00f6ver seines Bruders umgeht.<br \/>\nNunja &#8230;. eigentlich was das ja gar nicht mal so illegal:<br \/>\nDer Jakob hat ja seinem Bruder ja nur ein Gesch\u00e4ft vorgeschlagen: Mahlzeit gegen Erstgeburtsrecht. Was kann denn er daf\u00fcr, wenn der Esau so dumm ist, und auf diesen Handel eingeht.<\/p>\n<p>Ja, manchmal ist die Grenze zwischen Betrug und Ehrlichkeit gar nicht so einfach zu erkennen.<br \/>\nWas Jakob gemacht hat, ist rechtlich wohl schon O.K., aber wenn man ehrlich nachdenkt, was da passiert ist, ist es ein ziemlich fieser Betrug.<\/p>\n<p>In der Zeitung stand in der letzten Woche von einer Computerfirma, die bei Reparaturen Hunderte von Kunden um viel Geld gebracht hat. Aber vor Gericht hat sie Recht bekommen: Die v\u00f6llig \u00fcberh\u00f6hten Stundens\u00e4tze, die sie den gutgl\u00e4ubigen Kunden berechnet haben, standen im Kleingedruckten! &#8211; Wer das nicht genau liest ist selber schuld.<\/p>\n<p>Es soll ja Menschen geben, die sich einen neuen Teppich f\u00fcrs Wohnzimmer von der Haftplichtversicherung bezahlen lassen. Weil sich ein guter Freund gefunden hat, der behauptet: Mir ist aus Versehen eine brennende Zigarette heruntergefallen.<br \/>\nUnd viele haben dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen. Schlie\u00dflich rechnen die Versicherungen ja eh mit sowas und kalkulieren die Tarife entsprechend. Darum ist das ja sozusagen nur \u201cNotwehr\u201d.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>ich will ja unsere Welt nicht schwarz malen. Aber manchmal beschleicht mich schon das Gef\u00fchl: \u201cDer Ehrliche ist der Dumme\u201d &#8211; gerade dort, wo f\u00fcr viele eine Art Wettbewerb ums eleganteste Mogeln und Schummeln ausgebrochen ist.<\/p>\n<p>&#8211; Man tauscht sich dr\u00fcber aus: Wie kann ich am besten mein Geld vor der Steuer verstecken.<br \/>\n&#8211; Ich muss mir sagen lassen: Was, du hast an der Kasse, zu viel Wechselgeld herausbekommen und zur\u00fcckgegeben, bist du bl\u00f6d?<br \/>\n&#8211; Und was denkt sich ein Quelle-Mitarbeiter, der einen teuren Anzug zur\u00fcckgeschickt bekommt, weil er angeblich nicht passt, aber dann in der Sakkotasche die Eintrittskarten f\u00fcr die N\u00fcrnberger Oper findet.<\/p>\n<p>Da passt es auch dazu, dass die Schwalbe im Fu\u00dfball als ernstzunehmende Spiel-Option im Strafraum angesehen wird.<br \/>\nWenn es jeder mit der Ehrlichkeit nicht so genau nimmt, dann ist es auch irgendwie logisch, dass irgendwann auch Schiedsrichter in die Versuchung geraten, ihre finanzielle Lage durch Wett-Mauscheleien zu verbessern.<\/p>\n<p>Hauptsache, man wird nicht erwischt.<\/p>\n<p>Aber kann es das sein? Als Perspektive f\u00fcr mein Handeln?<br \/>\nAlles, wof\u00fcr man nicht bestraft werden kann, ist in Ordnung?<br \/>\nKann so das Leben funktionieren? kann mit so einer Einstellung Fu\u00dfball Spa\u00df machen?<br \/>\nNach dem n\u00e4chsten Lied werden wir weiter dar\u00fcber nachdenken<\/p>\n<p><big><b>Thesen zum Fair-Play<\/b><\/big><\/p>\n<p><i>Ein Fu\u00dfballer tritt auf und pr\u00e4sentiert seine Thesen zum Fu\u00dfball. Auf Flip-Charts erscheinen dazu die passenden Schlagworte.<\/i><\/p>\n<p>Erstens:<br \/>\nMan muss die gegnerische Mannschaft mit K\u00d6NNEN, das hei\u00dft Kondition und Spiellaune besiegen. Diese Grundlagen muss man sich im w\u00f6chentlichen Training erarbeiten. Mit solchen Grundlagen geht man mit dem notwendigen Selbstvertrauen und Spa\u00df an die Aufgabe.<br \/>\n<i><b>Entrollen von \u201cK\u00f6nnen\u201d<\/b><\/i><\/p>\n<p>Zweitens:<br \/>\nMit einer Meisterschaft erreicht man ein Ziel, aber hier endet nicht die Veranstaltung, sondern es geht danach genauso weiter, die Anforderungen steigen eher noch.<br \/>\n<b><i>Entrollen von \u201cWeg = Ziel\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>Drittens:<br \/>\nIm Mannschaftssport Fu\u00dfball kann man nur mit richtigem Teamgeist etwas erreichen, Einzelk\u00e4mpfer allein kommen nicht weiter.<br \/>\n<b><i>Entrollen von \u201c TEAMGEIST\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>Viertens:<br \/>\nGenauso wichtig wie Siege sind Kameradschaft und Freude am Spiel und Vereinsleben.<br \/>\n<b><i>Entrollen von \u201cGEMEINSCHAFT\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>F\u00fcnftens:<br \/>\nDer Ruf des Vereins, der Spieler, dass es faire Sportler sind, ein sympathischer Verein ist, z\u00e4hlt ebenfalls als ein Erfolg. Ich kann auch dann erfolg haben, wenn ich gut gespielt habe oder fair geblieben bin<br \/>\n<b><i>Entrollen von \u201cERFOLG =?\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p><big><b>Ansprache 2<\/b><\/big><\/p>\n<p>Liebe Festbesucher,<\/p>\n<p>Das sind 5 Thesen zum Fu\u00dfball.<br \/>\n\u00dcblicherweise ver\u00f6ffentlicht man Thesen, wenn man wahrnimmt, dass etwas in die falsche Richtung zu laufen droht, und man f\u00fcr sich und f\u00fcr Andere festh\u00e4lt, was man f\u00fcr richtig und wichtig h\u00e4lt. &#8211; So hat das auch Luther am 31. Oktober 1517 gemacht.<\/p>\n<p>Das hier sind ja eigentlich Fu\u00dfball-Thesen. Aber ich glaube, sie haben auch viel mit dem allt\u00e4glichen Umgang mit der Frage zu tun: \u201cLohnt es sich, im Leben durchzumogeln, um auf die vorderen Pl\u00e4tze zu gelangen und sozusagen aufzusteigen?\u201d<\/p>\n<p><b><i>\u201cK\u00d6NNEN\u201d<\/i><\/b><br \/>\nSchauen wir mal auf die erste These: Eine gute Mannschaft siegt mit K\u00f6nnen und Kondition statt Schwalben und Schwindel.<\/p>\n<p>Vielleicht muss man manchen Menschen sagen: \u201cWer mogelt, ist anscheinend zu bl\u00f6d, um auf ehrlichen Weg zu etwas zu kommen\u201d.<\/p>\n<p>Aber vielleicht liegt das Problem noch tiefer: Vielleicht liegt hinter manchem Versuch, sich auf unehrlichem Weg einen Vorteil zu ergattern, nicht die b\u00f6se Gier, sondern eher so etwas, wie Angst.<br \/>\nDie Bef\u00fcrchtung, dass man von den Anderen abgeh\u00e4ngt wird, wenn man das Spiel mit dem Abstauben von Vorteilen nicht mitmacht. Die Angst, dass man als Ehrlicher am Ende wirklich der Dumme ist. &#8211; Weil ich eben immer ein paar Leute kenne, die keine Skrupel haben.<\/p>\n<p>Die Hoffnung, dass es eine \u201causgleichende Gerechtigkeit\u201d geben k\u00f6nnte, ist vielen abhanden gekommen.\u00a0 Schade eigentlich.<br \/>\nDa beneide ich so mache Gro\u00dfmutter, die sich von unsern schnellebigen Haschen nach Vorteilen und der fehlenden Strafe f\u00fcr Steuerhinterzieher und Versicherungsbetr\u00fcger nicht irre machen l\u00e4sst. Weise schaut sie \u00fcber ihren Brillenrand uns sagt: \u201cGottes M\u00fchlen mahlen langsam &#8230;..\u201d<br \/>\nMehr braucht sie nicht sagen &#8211; denn sp\u00fcre, wie gelassen sie das macht; dieser Glaube an eine Gerechtigkeit, die Gott eines Tages schaffen wird.<\/p>\n<p><i><b>\u201cZIEL\u201d und \u201cERFOLG=?\u201d<\/b><\/i><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte bei dieser Gro\u00dfmutter bleiben und mit ihr im Gedanken der Frage nach dem Ziel und den Erfolg nachgehen.<br \/>\nDie sitzt da, neben dem Kachelofen, und ist ganz gl\u00fccklich. Sie war noch nie auf Mallorca, hat noch nie den Eifelturm bestiegen und hat von ihren kleinen Lottogewinn damals keinen Swimmingpool, sondern eine neue G\u00fcllegrube anlegen lassen. Sie war noch nie in der Zeitung und wei\u00df nicht, wie man Sushi isst. Aber sie ist gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Sie sagt: Was ich geschafft habe, habe ich geschafft, mehr konnte ich mir nicht leisten, und mehr habe ich nicht gebraucht.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnte mich fragen: \u201cwas willst du eigentlich mit deinem Leben?\u201d. Glaubst du, dass du reich wirst mit den 400 Euro, die du an der Steuer vorbei schmuggelst? Meinst du, dass du gl\u00fccklicher wirst, wenn du in der REWE beim Abwiegen vom Obst den Beutel durchs Hochhalten leichter erscheinen l\u00e4sst und damit 1,50 Euro sparst?<\/p>\n<p>Was willst du?<br \/>\n&#8211; Ein bisschen mehr haben, ein bisschen mehr sein<br \/>\n&#8211; oder mit gutem Gewissen zufrieden sein, mit dem, was du hast; mit dem was dein Herrgott dir schenkt?<br \/>\nGro\u00dfm\u00fctter sind manchmal entwaffnend direkt.<\/p>\n<p><b><i><br \/>\n\u201cTEAMGEIST\u201d und \u201cGEMEINSCHAFT\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>Fu\u00dfball ist ein Mannschaftssport &#8211; das Leben aber auch!<\/p>\n<p>Ich lebe nie allein auf diesem Planeten. Und mein Handeln hat immer Folgen f\u00fcr andere Menschen.<\/p>\n<p>&#8211; Wo ich schwindle, ist der Mensch nicht weit, der von mir belogen wird.<br \/>\n&#8211; Wo ich eine Rechnung nicht bezahle und hoffe, dass es keiner merkt, gibt es einen Menschen, dem dieses Geld fehlt.<br \/>\n&#8211; Wo ich einen Kanister alter Giftstoffe unbeobachtet in die Gollach sch\u00fctte, gibt es den Menschen, der eine Forelle isst, die in dieser Br\u00fche geschwommen ist.<\/p>\n<p>Als Jesus gesagt hat: Liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst, hat er ein anderes Miteinander gepredigt.<br \/>\nMenschen als Mannschaft, die einander vertrauen, sich aufeinander verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>~ Wo es keine Angst geben muss, ob es der Andere wirklich ehrlich mit mir meint.<br \/>\n~ Wo keiner den andern \u00fcbers Ohr hauen will.<br \/>\n~ Wo man seine Digitalkamera im Umkleidraum liegen lassen kann ohne dass sie auf Nimmerwiedersehen verschwindet.<br \/>\n~ Wo schriftliche Vertr\u00e4ge nicht n\u00f6tig w\u00e4ren, weil das gegebene Wort gilt.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re sch\u00f6n &#8230; aber es erscheint utopisch &#8230; weltfremd &#8230; einfach nicht machbar.<br \/>\n&#8211; Eben so, wie vieles von dem, was Jesus in der Bergpredigt uns r\u00e4t.<\/p>\n<p>Ja, es stimmt: Machen kann man das nicht, dass alle Menschen so handeln.<br \/>\nDenn das muss jeder einzelne f\u00fcr sich verwirklichen.<br \/>\nUnd so zu leben, dass es dann als ehrlicher Mensch merkt, dass man wirklich nicht der Dumme ist.<br \/>\nAber mann muss halt irgendwann damit anfangen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b><big>Szene Zwei &#8211; Am Spielfeldrand<\/big><\/b><\/p>\n<p>Hellenschmidt, Mahlein kommen auf die B\u00fchne. Hellenschmidt mit Kr\u00fccken, Mahlein wieder im Trikot.<\/p>\n<p>H:\u00a0\u00a0\u00a0 Also, alles Gute. Die putzen wir heute.<\/p>\n<p>M:\u00a0\u00a0\u00a0 Naja, du fehlst uns da vorne schon. Wenn wir so treffen, wie in den letzten Wochen \u00a0\u00a0\u00a0 ohne dich, dann bin ich mit einem Unentschieden zufrieden. Also, bis nach dem \u00a0\u00a0\u00a0 Spiel\u2026.<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 (tritt heran) Hallo, du bist doch der Neuner von der Mannschaft da, oder ?<\/p>\n<p>H:\u00a0\u00a0\u00a0 Normal schon, blo\u00df heute nicht. (hebt die Kr\u00fccken)<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 Was ist los ?<\/p>\n<p>H: \u00a0\u00a0\u00a0 Der Kn\u00f6chel!<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 Und wie lang schon ?<\/p>\n<p>H:\u00a0\u00a0\u00a0 Vor 10 Wochen haben sie mich umgem\u00e4ht. Im Strafraum. Eindeutiges Foul. Und der \u00a0Schiri pfeift nicht. Sagt einfach, ich soll wieder aufstehen. Wie denn, wenn sie einem \u00a0\u00a0\u00a0 die B\u00e4nder abgerissen und den Kn\u00f6chel halb durchgetreten haben.<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 Auch Schiedsrichter sind Menschen und k\u00f6nnen sich irren.<\/p>\n<p>H:\u00a0\u00a0\u00a0 Das schon, aber vorher haben sie mich mindestens noch zwei Mal umgelegt und es hat keinen Elfmeter gegeben. Seit dem Hinspiel bei euch ist das wie verhext. Selbst bei \u00a0\u00a0\u00a0 einem eindeutigen Foul kommt weder ein Elfmeter noch sonst etwas.<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 Du musst zugeben, die Schwalbe vor einem halben Jahr war aber auch recht plump. Au\u00dfer dem Schiri von damals f\u00e4llt keiner drauf rein. Und jetzt, jetzt denken sie sich \u00a0\u00a0\u00a0 halt, der f\u00e4llt eh recht leicht..<\/p>\n<p>H:\u00a0\u00a0\u00a0 Und gerade heute h\u00e4tte ich so gerne gespielt. Gegen euch habe ich immer mein Tor gemacht. Das ist erst einmal vorbei ! (Seufz) Und der Doktor sagt eh\u0301, dass das mit \u00a0\u00a0\u00a0 dem Zusammenwachsen noch eine Weile dauern kann\u2026 Naja, vielleicht n\u00e4chstes \u00a0\u00a0\u00a0 Jahr dann\u2026<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja, vielleicht n\u00e4chstes Jahr. Und dann probieren wir es auf die andere Art. Ein \u00a0Fu\u00dfballer wie du hat keine Schwalbe n\u00f6tig. Mit deinen F\u00e4higkeiten machst du deine \u00a0\u00a0\u00a0 Tore wieder auf die rechte Art.<br \/>\nAlles Gute,<br \/>\n(beide geben sich die Hand)<\/p>\n<p>H:\u00a0\u00a0\u00a0 Ja, danke, also Ade.<\/p>\n<p>L:\u00a0\u00a0\u00a0 Ade<\/p>\n<p>Amen<br \/>\n<!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Entwurf haben entwickelt: Manfred \u00a0Lilli, Klaus Wagner, Pfr. Alexander Seidel, Gollhofen Der Entwurf f\u00fcr den Verk\u00fcndigungsteil hat folgenden Aufbau Lesung Glaubensbekenntnis Lied Szene1 mit Ansprache 1 Lied Thesen mit Anspreche 2 Lied Szene 2 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1572\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Gottesdienst: Ist der Ehrliche immer der Dumme? - Sommerfest der Gemeinde Gollhofen am 19. Juni 2005","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[29,532],"tags":[537,534,444],"class_list":["post-1572","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigten-2004-2006","category-themenpredigten","tag-ehrlichkeit","tag-szene","tag-themenpredigt"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4BNB2-pm","jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1572"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1572\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1573,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1572\/revisions\/1573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pastors-home.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}