{"id":1521,"date":"2006-10-01T20:59:44","date_gmt":"2006-10-01T18:59:44","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1521"},"modified":"2014-06-01T21:55:53","modified_gmt":"2014-06-01T19:55:53","slug":"predigt-zum-erntedankfest-die-kraft-der-sonne-1-oktober-2006-predigt-am-solartag-in-gollhofen-dem-sieger-der-solarbundesliga-2006-1-oktober-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1521","title":{"rendered":"Predigt zum Erntedankfest: Die Kraft der Sonne, 1. Oktober 2006 (Predigt am Solartag in Gollhofen, dem Sieger der Solarbundesliga 2006) 1. Oktober 2006"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Erntedankfest: In diesem Sommer hat Gollhofen in der\u00a0\u00a0 <a id=\"Text1Link1\" href=\"http:\/\/www.solarbundesliga.de\" target=\"_blank\">Solarbundesliga<\/a> 2006 den ersten Platz errungen. Darum blicken wir hier auf die Sonne als besonderes Geschenk Gottes an uns.<\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>\u00fcber die Sonne m\u00f6chte ich heute ein bisschen nachdenken. Sie ist so allt\u00e4glich, dass man fast nicht dr\u00fcber spricht, dass sie da ist.<br \/>\nAu\u00dfer man hat zu viel von ihr &#8211; so wie im Juli dieses Jahres, als sie unser Wetter, unsere \u00c4cker und unsere H\u00e4user aufheizte. Oder man sieht sie gar nicht mehr, weil es dauernd regnet &#8211; dann vermisst man sie dann doch irgendwie&#8230;<!--more--><\/p>\n<p><em><strong>Die Sonne als Teil der Sch\u00f6pfung<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Sonne kann ich demnach eigentlich als Teil unserer Sch\u00f6pfung bezeichnen; genauso wie die Kartoffel oder den K\u00fcrbis, die ja auch mal gr\u00f6\u00dfer oder mal kleiner ausfallen.<br \/>\nDie Sonne ist ein Teil von Gottes Sch\u00f6pfung &#8211; das zu behaupten ist nicht ganz selbstverst\u00e4ndlich. Denn es gab immer Kulturen, die die Sonne nicht als Teil ihrer Natur, sondern als Gottheit angesehen haben.<\/p>\n<p>Die \u00c4gypter kannten den Sonnengott Ra, die Griechen Helios, auch f\u00fcr die Azteken war Tonatiuh der angebetete Sonnengott. In Babylon, wo das Volk Israel im Exil sa\u00df und die Priester das erste Kapitel der Bibel, n\u00e4mlich die Sch\u00f6pfungsgeschichte, zu Papier brachten, da trug der Sonnegott den Namen Schamasch.<\/p>\n<p>Und wir wissen, was man im Volk Israel davon hielt. So k\u00f6nnen wir in der biblischen Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung lesen, dass Gott am vierten Tag die Sonne schuf. Ja, da steht: \u201cUnd Gott machte zwei gro\u00dfe Lichter: ein gro\u00dfes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.\u201d Ja: Gott schraubt 2 Lampen hin, damit\u0301s halt hell ist.<br \/>\nSo eine Frechheit! Das ist Gottesl\u00e4sterung in den Augen der Babylonier, der Griechen und Azteken: \u201cDa degradiert das Volk Israel unseren Sonnengott doch glatt einfach zur Gl\u00fchbirne\u201d.<\/p>\n<p>Und das geh\u00f6rt auch heute noch zu unserem christlichen Grundbestand. Da haben wir das gleiche Spiel mit den R\u00f6mern getrieben. Da gab es zur Zeit der ersten Christen den Sonnengott Sol, und weil der unbesiegbar war, nannte man ihn auch sol invictus. Und einmal im Jahr feierte man dessen Sonnenfest.<br \/>\nBis sich der Kaiser Konstantin so um 320 zum Christentum bekehrte. Von da an war der Sonnengott f\u00fcr ihn und sp\u00e4ter im gesamten R\u00f6mischen Reich erledigt. Und was wurde aus dem Fest des Sonnegottes Sol?<br \/>\nDa fiel den Christen ein, dass man da etwas anderes feiern k\u00f6nnte &#8230;. zum Beispiel die Geburt Jesu! Da wusste ja sowieso keiner, an welchen Tag er geboren war. So legte man das Weihnachtsfest auf dem 25. Dezember. Und da haben wir es heute noch.<\/p>\n<p>Die Sonne als Gott ist heute kaum mehr Thema. Nicht einmal f\u00fcr die so genannten Sonnenanbeter an den Urlaubsstr\u00e4nden. Die glauben da eigentlich auch an nichts. Weder an einen Sonnegott, noch daran, dass sie sich durch ihre letztlich ihre Haut zugrunde richten.<\/p>\n<p>Die Sonne ist Teil unserer Sch\u00f6pfung, so k\u00f6nnte man fast in Versuchung kommen, sie vom Himmel zu pfl\u00fccken und neben den K\u00fcrbis zu legen.<\/p>\n<p><em><strong>Die Sonne ist mehr&#8230;<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Aber die Sonne ist mehr als nur ein Teil unserer Sch\u00f6pfung. Sie ist ein Dreh- und Angelpunkt innerhalb dessen, was Gott uns geschenkt hat.<br \/>\nAuf einen K\u00fcrbis kann ich verzichten, ohne Mohrr\u00fcben komme ich notfalls auch aus, und wenn gar nicht anders geht, k\u00f6nnten wir auch ohne Honig \u00fcberleben.<br \/>\nAber ohne Sonne? &#8230;. Ohne sie ist auf unserem Planeten kein Leben m\u00f6glich. Sie nimmt darum eine ganz besondere Stellung ein.<\/p>\n<p>Sie ist auch der Schl\u00fcssel zu den meisten Dingen, die wir hier am Taufstein liegen haben:<br \/>\nErst die W\u00e4rmestrahlung der Sonne bewirkt die W\u00e4re des Sommers, die es m\u00f6glich macht, auf unserer Erde &#8211; in unseren Breitengraden &#8211; erfolgreich Ackerbau zu betreiben.<br \/>\nDie Lichtstrahlung der Sonne bewirkt, dass die Pflanzen Photosynthese betreiben k\u00f6nnen und erm\u00f6glicht so deren Stoffwechsel und ihr Wachstum.<br \/>\nDurch ihre Strahlung auf die kugelf\u00f6rmige Erdoberfl\u00e4che entstehen Klimazonen, haben wir das, was wir als Wetter bezeichnen, freuen uns \u00fcber den Wechsel von Regen und Sonnenschein, der Grundlage f\u00fcrs Wachstum auf den Feldern.<br \/>\nAber wir verdanken der Sonne nicht nur, dass wir etwas zu bei\u00dfen haben. Ich denke: Auch unsere Seele braucht manchmal diese Sonne. Die Helligkeit und W\u00e4rme, die sie spendet. Das wunderbare Gef\u00fchl, wenn im Fr\u00fchling oder Sp\u00e4therbst die Sonne noch einmal strahlt und man drau\u00dfen die W\u00e4rme im Gesicht sp\u00fcren kann.<\/p>\n<p>Man sp\u00fcrt, wie gut das dem ganzen Menschen tut, wie man selber die Sonne braucht. Nicht umsonst dr\u00fcckt uns der d\u00fcstere Herbst aufs Gem\u00fct. Nicht ohne Grund spricht man von Fr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit. Die dunkle Jahreszeit, die uns bevorsteht setzt uns sonnentechnisch auf Di\u00e4t &#8211; und da entsteht wahrscheinlich schon so etwas, wie Sonnenhunger.<br \/>\nKurz bevor wir nach Gollhofen gekommen sind, haben wir es uns mal geg\u00f6nnt und sind zusammen mit einer anderen Familie im November f\u00fcr eine Woche in den Herbstferien auf die Kanarischen Inseln geflogen. Und das war wirklich eine besondere Erfahrung. Bis zu diesem Herbsturlaub konnte ich mir unter dem Begriff\u00a0 \u201cSonne tanken\u201d nichts vorstellen &#8230; danach war f\u00fcr mich klar, dass die Sonne tats\u00e4chlich ein ganz besonderer Stoff ist.<\/p>\n<p>Die Sonne ist unser Energiespender. Unser Gem\u00fct kann sie aufhellen, unsere Pflanzen wachsen lassen, ja und inzwischen zapfen wir sie auf unseren D\u00e4chern an. Lassen uns von ihr das Badewasser anw\u00e4rmen oder verwandeln ihre Strahlung in elektrischen Strom.<br \/>\nZur Ernte auf den Feldern kommt f\u00fcr viele Gollh\u00f6fer auch die Stromernte auf dem Scheunendach. Wir haben gelernt, mit der Sonne umzugehen und ihre verschwenderischen Reichtum an Energie f\u00fcr uns nutzbar zu machen. Und ist schon klar, dass die Sonne auch endlich ist. Wissenschaftler haben berechnet, dass in etwa 9 Milliarden Jahren das Helium der Sonne zur Neige gehen wird, und sie dann \u201calle\u201d ist. Aber f\u00fcr die Zeitr\u00e4ume, in denen wir Menschen leben und denken, ist sie einfach unersch\u00f6pflich.<\/p>\n<p><strong><em>Sch\u00f6pfer und Gesch\u00f6pf im Missverst\u00e4ndnis?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Jetzt habe ich selber ein Loblied auf die Sonne gesungen. \u00dcber das, was sie uns schenkt und was wir von ihr haben. Uns so langsam d\u00e4mmert mir, weshalb sie einst von Menschen wie ein Gott verehrt worden ist.<br \/>\nIhre Gr\u00f6\u00dfe, die Unersch\u00f6pflichkeit ihrer Energie, die Tatsache, dass ohne sie nichts geht. In ihr scheint sich vieles zu spiegeln, was wir auch von Gott sagen und denken. In ihr sehen wir, wie sich Gott um uns sorgt.<br \/>\nAls aufgekl\u00e4rte Menschen k\u00e4men wir nat\u00fcrlich nie darauf, die Sonne wie einen Gott zu verehren. Das w\u00e4re genauso absurd, wie ein Baby, das seine Milchflasche anhimmelt, weil es glaubt, diese Plastikflasche w\u00e4re der Urheber des eigenen Daseins und Gl\u00fccks &#8211; und nicht die Mama.<\/p>\n<p>Moment! Wenn ich aber an unsere T\u00f6chter und ihr Geschrei denke, bis die als Babies ihre Flasche hatten, dann dr\u00e4ngt sich doch das Gef\u00fchl auf, dass wir Menschen es nicht immer so genau auseinander halten k\u00f6nnen ..<br \/>\n&#8230; die Flasche und die Mama die sie und gemacht hat.<br \/>\n&#8230; die Sch\u00f6pfung und ihren Sch\u00f6pfer.<\/p>\n<p>Und da kann das Erntedankfest uns sicher immer wieder eine gute Hilfe sein:<\/p>\n<p>Dass wir uns zum Ersten bewusst machen, wie sehr wir abh\u00e4ngig sind, von dem, was unsere Sch\u00f6pfung uns liefert. Wie sehr wir darauf angewiesen sind, dass sie nicht von uns Menschen zerst\u00f6rt wird. Wo unsere Verantwortung liegt, sinnvoll, nachhaltig und gerecht mit ihr umzugehen. Und wenn wir die Energie der Sonne mit neuen Technologien anzapfen, ist das sicher ein guter Weg.<\/p>\n<p>Und zum Zweiten: Dass wir den nicht vergessen, sondern vielmehr den loben, der dahintersteckt. Die Mutter, von der die Milchflasche kommt. Den Gott, der uns diese Sch\u00f6pfung &#8211; die Sonne, die Erde und alles, was darauf gedeiht &#8211;\u00a0 geschenkt hat und immer wieder neu schenkt.<\/p>\n<p>Und das Dritte: Unser Bewusstsein, dass ich nicht allein beschenkt bin. Dass es neben mir Menschen gibt, mit denen ich gemeinsam die Gaben der Natur teile. Wobei Teilen auch hei\u00dfen kann, dass ich etwas abgebe. Auf jeden Fall kann ich mit meinen menschlichen Mitgesch\u00f6pfen gemeinsam an einem Tag wie heute hier Gott loben und danken.<br \/>\nAmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erntedankfest: In diesem Sommer hat Gollhofen in der\u00a0\u00a0 Solarbundesliga 2006 den ersten Platz errungen. 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