{"id":1483,"date":"2007-04-29T21:48:04","date_gmt":"2007-04-29T20:48:04","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1483"},"modified":"2017-10-24T18:53:00","modified_gmt":"2017-10-24T17:53:00","slug":"predigt-willkommen-auf-dem-unwahrscheinlichen-planeten-erde-1-mose-1-29-april-200","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1483","title":{"rendered":"Predigt: Willkommen auf dem unwahrscheinlichen Planeten Erde (1. Mose 1) 29. April 2007"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nf\u00fcr die Hobby-Astronomen ist die Meldung der letzten Woche eine Sensation: Sie haben erstmals einen Planeten entdeckt, der unserer Erde \u00e4hnlich ist. Die europ\u00e4ische Sternwarte in Garching hat es in der vergangenen Woche bekannt gegeben. Auf diesem fernen Planeten, der 20 Lichtjahre entfernt und etwas gr\u00f6\u00dfer als unsere Erde ist, herrschen Temperaturen zwischen Null und 40 Grad. Theoretisch, so sagen sie, w\u00e4re dort also Leben m\u00f6glich, das mit dem auf unserer Erde vergleichbar w\u00e4re.<!--more--><\/p>\n<p>Als Aufsehen erregende Information wird uns das von der Presse verkauft. Obwohl wir nicht mal wissen, ob dort \u00fcberhaupt Wasser, die unabdingbare Lebensgrundlage existiert. Und der Temperaturbereich 0-40 Grad ist schon sehr vage &#8230; wenn ich daran denke, dass wir wegen einer Erderw\u00e4rmung um 2 bis 3 Grad bereits das ganze Leben auf unserem Planeten gef\u00e4hrdet sehen.<\/p>\n<p>Einen Besuch k\u00f6nnten wir uns sowieso schenken: Mit den schnellsten Raumsonden, die wir kennen, w\u00fcrde die Fahrt dorthin 863.000 Jahre dauern.<br \/>\nKurzum: Die eigentliche Sensation besteht darin, dass unter den Hunderttausenden bekannten Himmelsk\u00f6rpern einer entdeckt wurde, der ann\u00e4hernd eine \u00c4hnlichkeit mit unserer Erde hat. Von dem, was darauf lebt oder nicht lebt, braucht man gar nicht zu reden.<\/p>\n<p>Weshalb erz\u00e4hle ich Ihnen davon? Weil mir das wieder zeigt, wie au\u00dfergew\u00f6hnlich unsere Erde ist, so einmalig, dass man Tausende von Jahren durch den Weltraum rasen muss, um etwas halbwegs vergleichbares zu finden. Mit anderen Worten: Dass es uns \u00fcberhaupt gibt, ist ein einziges Wunder.<br \/>\nUnd warum sind wir \u00fcberhaupt da? Dieser kleine Kr\u00fcmel im Universum?<\/p>\n<p>Diese uralte Frage haben sich Menschen und V\u00f6lker immer wieder gestellt und ihre Antworten entwickelt. So entstanden in der Antike immer wieder abenteuerliche, schaurige oder faszinierende Sch\u00f6pfungsmythen. Vor zweieinhalb tausend Jahren kannten die Menschen im Volk Israel manche dieser Mythen &#8211; und haben dann doch aufgeschrieben, was ihr eigener Glaube hinsichtlich dem Ursprung der Welt sagt.<\/p>\n<p>Ich lese einige Ausschnitte dieser Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung aus dem ersten Buch Mose:<\/p>\n<p>Predigttext: 1. Mose 01<\/p>\n<p><em>1,1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.\u00a0\u00a0 Und die Erde war w\u00fcst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. 1,3 Und Gott\u00a0 sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. <\/em><br \/>\n<em>1,4 Und Gott sah, da\u00df das Licht gut war. <\/em><br \/>\n<em>1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber das Vieh und \u00fcber alle Tiere des Feldes und \u00fcber alles Gew\u00fcrm, das auf Erden kriecht. <\/em><br \/>\n<em>1,27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und\u00a0 schuf sie als Mann und Weib.<\/em><br \/>\n<em>1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber das Vieh und \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht.<\/em><br \/>\n<em>1,29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle B\u00e4ume mit Fr\u00fcchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. <\/em><br \/>\n<em>1,30 Aber allen Tieren auf Erden und allen V\u00f6geln unter dem Himmel und allem Gew\u00fcrm, das auf Erden lebt, habe ich alles gr\u00fcne Kraut zur Nahrung gegeben.\u00a0 Und es geschah so.\u00a0 <\/em><br \/>\n<em>1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe,\u00a0 es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.<\/em><br \/>\n<em>2,1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.<\/em><br \/>\n<em>2,2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und\u00a0 ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. <\/em><br \/>\n<em>2,3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.<\/em><br \/>\n<em>2,4 So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.<\/em><\/p>\n<p>In dieser Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung fassen vermutlich Priester in der Zeit der Gefangenschaft in Babylon 550 vor Christus\u00a0 zusammen, was ihnen zur Frage der Entstehung der Welt wichtig erscheint.<br \/>\nMan kann dar\u00fcber streiten, ob das, was wir da lesen, eine naturwissenschaftliche Beschreibung der Weltentstehung ist oder eher eine Erz\u00e4hlung, die nicht \u00fcber das wie, sondern \u00fcber das wozu dieser Erde Auskunft geben will. &#8211; Und dar\u00fcber wird auch gestritten.<br \/>\nHeutzutage diskutiert man bei uns schon in der 5. Schulklasse dar\u00fcber, ob die Welt in 7 Tagen entstanden ist, oder ob sie Jahrmillionen gebraucht hat.<\/p>\n<p>In Europa hat sich auch in der Theologie die Evolutionstheorie ihren Platz erk\u00e4mpft, und so ringen wir darum, wie wir diese beiden Sichtweisen der Weltentstehung zusammen bekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den USA scheint die Lage anders zu sein, dort gibt es Bundesstaaten, wo in den Schulen seit einiger Zeit wieder dieser biblische Bericht als zu lernender Stoff in Sachen Weltentstehung vorgeschrieben ist. Diese neuen Str\u00f6mung, die Kreationismus genannt wird, ist bestrebt, die Evolutionstheorie zugunsten der biblischen Berichte zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<br \/>\nOft ist es eine verbissene Schlacht mit Argumenten, bei der es keinem gelingt, den anderen auch nur ansatzweise zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nich wei\u00df nicht, ob wir etwas gewinnen, wenn wir so einen Streit f\u00fchren. Aber ich merke, die g\u00e4ngigen Theorien zur Entstehung der Welt und der menschlichen Spezies hinterlassen beim Laien &#8211; und zu denen geh\u00f6re ich auch &#8211; den Eindruck, dass sich alles ja zwangsl\u00e4ufig so entwickelt hat, vom Urknall \u00fcber die Einzeller, Wassertiere, Primaten und bis zu uns jetzt, wie wir so dastehen. Es musste ja so kommen, denn durch die nat\u00fcrliche Selektion hat sich das so ergeben.<\/p>\n<p>Und jetzt denke ich an den Planeten da drau\u00dfen, 20 Lichtjahre, also knapp 200 Billionen Kilometer entfernt &#8230; und ich habe das Gef\u00fchl, es ist eine ungeheure Sensation, dass es unsere \u00fcberhaupt Erde gibt, und dass Sie und ich darauf leben.<br \/>\nDie Ungeheuerlichkeit, dass ein einziger Planet in dieser Weite des Universums solche Voraussetzungen bietet und das, was darauf lebt, in solcher Harmonie eingerichtet ist, dass so ein vielf\u00e4ltiges Leben m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Es ist so unwahrscheinlich, dass es uns gibt, dass es &#8211; so glaube ich &#8211; mehr geben muss als nur einen simplen Zufall. Und da kommt, Evolution hin oder Urknall her, ein Sch\u00f6pfer ins Spiel, der sich bei seiner Arbeit sehr sehr viel Gedanken gemacht hat.<\/p>\n<p>Und so komme ich der ersten Hauptaussage dieser alten Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung: Es gibt einen Sch\u00f6pfer, der diese Welt ins Dasein gerufen hat. Und der ist nicht irgendwer, sondern der Gott, auf den wir vertrauen.<\/p>\n<p>Es ist nicht der Gott der Babylonier sagen die Verfasser den Menschen vom Volk Israel.<br \/>\nUnd es ist auch kein blinder Zufall; das sage ich mir selber.<\/p>\n<p>Diese Zeilen aus dem ersten Buch Mose lassen meines Erachtens viel Spielraum f\u00fcr die Frage, wie genau diese Erde entstanden ist. Der verstorbene Papst ging sogar so weit, dass er sagte: Die Bibel steht nicht in direktem Widerspruch zur Theorie von Urknall und Evolution. Ja, die Bibel beschreibt die Weltentstehung sehr schlicht und offen. Aber in einer Frage ist sie eindeutig: Hinter alledem steckt Gott, der Sch\u00f6pfer &#8211; und kein Zufall<\/p>\n<p>Ein zweiter Punkt, der mich als Mensch betrifft: Da hei\u00dft es, dass ich Gottes Ebenbild bin. Sein Stellvertreter auf Erden. Das hei\u00dft, in seinem Auftrag stehe ich als Mensch und habe zwei Gegen\u00fcber:<br \/>\n&#8211; Gott als Auftraggeber der in mir einen Ansprechpartner sieht, dem er sich zuwendet.<br \/>\n&#8211; Und als zweites die Tier- und Pflanzenwelt, die ich mir Untertan machen soll, bebauen und bewahren. Und dabei h\u00f6re ich als moderner Mensch sofort auch die Verantwortung gegen\u00fcber der Sch\u00f6pfung &#8230;. wobei ich aufpassen muss: auch ich bin ein Teil der Sch\u00f6pfung. Ein recht sp\u00e4t geschaffenes Element mit besonderer W\u00fcrde als Ebenbild Gottes; mit Geist und enormen F\u00e4higkeiten ausgestattet, mit dem Geschenk, sich durch Sprache mitteilen zu k\u00f6nnen. Wirklich privilegiert, aber dennoch bin ich ein Teil dieser Sch\u00f6pfung.<br \/>\nVerwoben in die Ordnung, die das Leben auf diesem Planeten zusammenh\u00e4lt. Und darum ist jeder Schaden, den wir unserer Sch\u00f6pfung zuf\u00fcgen auch unser eigner Schaden. Manche erkennen das nach der Lekt\u00fcre des UN-Klimaschutzberichts, anderen reichen die 34 Verse des Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung<\/p>\n<p>Zu guter Letzt ein dritter Punkt: Am letzten, den siebten Tag ruht Gott von seinem Tun, betrachtet das Geschaffene und kommt zu seinem Urteil: \u201cUnd siehe, es war sehr gut\u201d.<\/p>\n<p>Das schrieben damals M\u00e4nner auf, die ihre Heimat verloren hatten. Die miterlebt hatten, wie das Heer Nebukadnezzars weite Teile der Stadt Jerusalems, den Tempel eingeschlossen, dem Erdboden gleichgemacht hatte. Sie lebten im Exil als Gefangene der Siegermacht &#8230; und doch betrachten sie die Sch\u00f6pfung Gottes und stimmen ihm zu: Siehe es ist sehr gut. &#8211;<\/p>\n<p>Der Blick auf die Sch\u00f6pfung als das umfassende &#8230; eine Perspektive, die manchmal auch helfen dann, Abstand von eigenen schweren Schicksal zu bekommen &#8230; auch wenn es nur ein paar Stunden sind.<br \/>\nDa ist ein Sonntagsspaziergang in die Natur hinaus vielleicht gar nicht so weit weg von dem, was Gott uns an den 7 Sch\u00f6pfungstagen vorgemacht hat.<br \/>\nGott hat geruht, und wir sollen es auch tun.<br \/>\nAm Ende der Woche innezuhalten, diese Welt zu betrachten &#8230; das Wunder wahrzunehmen, dass man \u00fcberhaupt existiert, auf diesen kleinen unscheinbaren Planeten &#8230;\u00a0 und Gott f\u00fcr das danken, was er uns alles an Gutem trotz mancher gro\u00dfer Last geschenkt hat.<\/p>\n<p>So w\u00fcnsche ich ihnen heute einen gesegneten Sonntag.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, f\u00fcr die Hobby-Astronomen ist die Meldung der letzten Woche eine Sensation: Sie haben erstmals einen Planeten entdeckt, der unserer Erde \u00e4hnlich ist. 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