{"id":1469,"date":"2007-09-02T21:33:47","date_gmt":"2007-09-02T19:33:47","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1469"},"modified":"2014-06-01T21:54:15","modified_gmt":"2014-06-01T19:54:15","slug":"predigt-der-mensch-erntet-was-er-saet-oder-themenpredigt-zu-einem-biblischen-sprichwort-2-september-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1469","title":{"rendered":"Predigt: Der Mensch erntet, was er s\u00e4t &#8230; oder? (Themenpredigt zu einem biblischen Sprichwort) 2. September 2007"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Liebe<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1470\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1470\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"300,225\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"erntenwasmansaet\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-full wp-image-1470\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"erntenwasmansaet\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg?w=300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg?resize=150%2C113&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/erntenwasmansaet.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Gemeinde,<br \/>\nman erntet, was man s\u00e4t. Dieser uralte Zusammenhang von Ursache und Wirkung hat auch in der Bibel seine Spuren hinterlassen. Dort nennen ihn die Fachleute den &#8222;Tun-Ergehens-Zusammenhang&#8220;. Der Name ist dabei Programm: entsprechend meinem Tun wird es mir auch einmal ergehen. Wer B\u00f6se handelt, dem wird B\u00f6ses widerfahren. Der Gerechte wird f\u00fcr sein Handeln belohnt.<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Alten Testament gibt es viele Stellen, die von unserer menschlichen Saat und ihrer Ernte sprechen. Der Prophet Hosea beklagt die Ungerechtigkeit im Volk Israel und sagt &#8222;Sie s\u00e4en Wind und werden Sturm ernten. Ihre Saat soll nicht aufgehen, was dennoch aufgeht bringt kein Mehl und wenn es etwas bringen w\u00fcrde, sollen Fremde es verschlingen.&#8220; (Hosea 8, 7)<br \/>\nZugleich ermahnt er seine Landsleute: S\u00e4et Gerechtigkeit und erntet nach dem Ma\u00df der Liebe. S\u00e4t ein Neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen.<\/p>\n<p>Auch im Neuen Testament greift Paulus den Gedanken auf und spricht warnend davon, dass der Mensch ernten wird, was der s\u00e4t: \u201eIrret euch nicht! Gott l\u00e4sst sich nicht spotten. Denn was der Mensch s\u00e4t, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch s\u00e4et, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten, wer auf den Geist s\u00e4t, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasst uns aber Gutes tun und nicht m\u00fcde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten wenn wir nicht nachlassen.\u201d<\/p>\n<p>Alles klar? Scheinbar ist der Tun-Ergehenszusammenhang so tief in unserem Denken und unserer Bibel verankert, dass er so einer Art geistige Sedimentschicht bildet. Das geht sogar so weit, dass zu alttestamentlicher Zeit ein Mensch dann als Weise galt, wenn er diese Zusammenh\u00e4nge verstand. Die Kunst des rechten S\u00e4ens, also des rechten Tuns wurde in der damaligen Weisheitsliteratur vermittelt. Die B\u00fccher der Spr\u00fcche Salomo und der Weisheit finden wir wir auch in unserer Bibel.<br \/>\nEntsprechend entdecken wir dort S\u00e4tze wie \u201ewer Unrecht s\u00e4t, der wird Ungl\u00fcck ernten, und die Rute seines \u00dcbermuts wird ein Ende haben.\u201d<\/p>\n<p>Das Buch der Spr\u00fcche lehrt uns auch, dass das alles kein Naturgesetz ist, sondern dass Gott selbst derjenige sei, der daf\u00fcr einstehe, dass gute Saat auch gute Ernte, also gutes Handeln auch zu Erfolg und Gl\u00fcck f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es steht au\u00dfer Frage: Das Motto \u201eder Mensch erntet, was er s\u00e4t\u201d ist gesellschaftlich akzeptiert, weil es ein gutes, ein gew\u00fcnschtes, Handeln f\u00f6rdert und davor bewahren soll, dass Menschen aus Eigennutz b\u00f6se, also unsolidarisch, eigenn\u00fctzig oder gar b\u00f6sartig handeln. Also ein p\u00e4dagogisch wertvolles Motto.<br \/>\nMan m\u00fcsste glauben: Wenn jeder Mensch dieses Naturgesetz versteht, kann es \u00fcberhaupt keine Ungerechtigkeit auf unserem Planeten mehr geben. Denn das b\u00f6se Handeln bringt ja keinen Vorteil sondern nur Nachteile mit sich.<\/p>\n<p>Aber in der Bibel finden wir auch ganz andere Erfahrungen. Der ber\u00fchmteste Protagonist ist Hiob. Ein klassischer Gutes-S\u00e4er. Er hatte in seinem Leben alles richtig gemacht, war gottesf\u00fcrchtig und gerecht. Und doch erntet er eines Tages eine Katastrophe nach der anderen. Er verliert seine Besitzt\u00fcmer durch feindliche R\u00e4uber, seine Kinder sterben durch Ungl\u00fccke, und er selbst wird von einer schweren Krankheit heimgesucht. Das gesamte Buch dreht sich um die Frage: Wie kann es geschehen, dass ein solch gerechter Mensch so viel Unrecht erleiden muss?<br \/>\nIn der alttestamentlichen Wissenschaft geht man davon aus, dass das Hiob-Buch eine Wende in Denken des Volkes Israel markierte. N\u00e4mlich die so genannte \u201eKrise der Weisheit\u201d. Man hat sich damit auseinander gesetzt das der \u00fcber Jahrhunderte fest behauptete Zusammenhang von gutem Tun und gutem Ergehen nicht immer so einfach herzustellen ist.<br \/>\nHiob steht da f \u00fcr viele andere Menschen, die ebenfalls nicht verstehen deshalb ihnen ein schweres Schicksal begegnet ist. \u201eWarum l\u00e4sst Gott das zu?\u201d ist die moderne Frage, die auch Hiob qu\u00e4lte.<\/p>\n<p>Und wir sollten bedenken, dass sich die Frage vor allem dann stellt, wenn wir vorher behauptet haben, dass es einen Zusammenhang zwischen meinem Tun und meinen Ergehen geben m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten und zugespitzt formuliert: Wenn ich Gott als Garanten f\u00fcr die Belohnung meines guten Handelns verstehe, befinde ich mich zwar auf alttestamentlich gut begr\u00fcndeten Boden ; zugleich komme ich damit ganz schnell in gedankliche und auch glaubensm\u00e4\u00dfigen Schwierigkeiten, wenn es mir auch nur ann\u00e4hernd so wie Hiob ergeht.<\/p>\n<p>So muss Hiob auch nach langem hin und her einsehen, dass es ein Fehler war, dass eigene Wohlergehen von Gott zu fordern, weil man eben ein gerechter Mensch ist. Gott staucht Hiob ganz gewaltig zusammen und weist ihn zurecht: Als sterblicher Mensch hat er weder das Recht noch die F\u00e4higkeit Gott auf die Anklagebank zu zitieren.<br \/>\nAuch wenn wie Hiobs-Geschichte am Ende gut ausgeht &#8211;\u00a0 die Folgen dieses geistlichen Erdbebens bleiben. Wir m\u00fcssen lernen, dass nicht immer auf gute Saat eine gute Ernte folgt oder auf eine schlechte Saat eine schlechte Ernte folgen m\u00fcsste. Denn andersrum tut sich auch so manche L\u00fccke auf und wir m\u00fcssen erleben, das Manche mit Lug und Trug weiterkommen als mancher, der es mit Wahrhaftigkeit versucht.<\/p>\n<p>Damit geht mir bedauerlicherweise der ganze p\u00e4dagogische Aspekt baden. Auch wenn nach wie vor ein Zusammenhang bestehen bleibt, kann ich weder fordern oder noch fest behaupten, dass wir immer genau das Ernten, was wir ges\u00e4t haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm?<br \/>\nIch wage einen kurzen Blick in den Hinduismus. Dort geh\u00f6rt das Karma, das Gesetz der Wiedervergeltung zu einem der Grundgedanken der Religion. Jede falsche Handlung wirkt sich auf mein Leben aus; auch wenn es letztlich erst bei meiner Wiedergeburt in einer h\u00f6heren oder niedrigeren Daseinsform seine Folgen zeigen wird. So wagt der arme Bauer nicht, seine Kuh zum Schlachten -es k\u00f6nnte ja die Wiedergeburt seiner Urgro\u00dfmutter sein, und die Folge f\u00fcr diesen Frevel m\u00fcsste er dann ohne jede R\u00fccksicht b\u00fc\u00dfen.\u00a0 Oder der rechtlose Hilfsarbeiter f\u00fcrchtet sich davor, nach einem besseren Beruf zu streben, denn er ist sicherlich auf Grund fr\u00fcherer Vergehen im so einer schlechten pers\u00f6nlichen Situation. Also ist es ganz gerecht, dass er der Fu\u00dfabtreter der Wohlhabenden ist.<br \/>\nIst ihnen das zu abenteuerlich? Ich kenne selbst eine fr\u00e4nkische Familie, der wurde aus ihrem frommen Freundeskreis vorgeworfen, dass die Hauterkrankung ihres Kleinkindes ihrem Grund in pers\u00f6nlicher S\u00fcnde der Eltern h\u00e4tte. Da finden wir ihn wieder, dem unersch\u00fctterlichen Glauben in einen gnadenlosen Tun-Ergehens -Zusammenhang. Das erinnert mich an die Freunde des Hiob. Auch da kam Elifas und versuchte dem zutiefst verzweifelten Hiob klarzumachen, dass Hiob bestimmt irgend etwas verbrochen haben m\u00fcsse&#8230; denn sonst h\u00e4tte Gott das doch niemals zugelassen!<\/p>\n<p>So langsam sp\u00fcre ich, dass unser Slogan von Saat und Ernte auch ganz schnell einen b\u00f6sen Beigeschmack bekommen kann.<br \/>\n&#8211; Dass da pl\u00f6tzlich viel Selbstgerechtigkeit mitschwingt.<br \/>\n&#8211; Dass man Opfer zu T\u00e4tern umetikettiert.<br \/>\n&#8211; Und dass man Gott zu einer Rechenmaschine macht, die auf 2 Stellen nach dem Komma genau, mir die Ergebnisse dessen vor die F\u00fc\u00dfe knallt, was ich selbst verschuldet habe.<\/p>\n<p>Sicherlich deckt sich das dann nicht mehr mit dem Gott, den wir als den Vater von Jesus Christus kennen gelernt haben.<\/p>\n<p>Den gerade an dessen Kreuz zerbricht die ganze Aufrechnerei von guten und schlechten S\u00e4en in unserem Leben.<br \/>\nDa stirbt Jesus Christus f\u00fcr mich, damit ich als S\u00fcnder Leben ernten kann.<br \/>\nUnter den Augen Gottes wird meine Schuld durch sein Leiden untergepfl\u00fcgt.<br \/>\nAls Christen ernten wir etwas, was wir niemals selbst ges\u00e4t haben.\u00a0 Schon allein deshalb nicht ges\u00e4t, weil wir als S\u00fcnder dazu niemals in der Lage gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwieder einmal m\u00fcssen wir erkennen, das einfache Schlagworte eben nur einfache Schlagworte sind und auch einer theologischen Wirklichkeit nicht gerecht werden. Nat\u00fcrlich werden wir weiterhin oft genau das ernten, was wir s\u00e4en. Und dar\u00fcber ist nicht nur der P\u00e4dagoge in mir froh.<br \/>\nAber das ist eben nur die halbe Wahrheit.<\/p>\n<p>Auf der andern Seite m\u00fcssen wir damit leben, dass wir manchmal im Leben trotz guter Saat keine gl\u00fcckliche Ernte einbringen k\u00f6nnen. Vielleicht k\u00f6nnen wir das ein wenig leichter tragen, wenn wir wissen, dass wir daran nicht unbedingt die Schuld tragen.<\/p>\n<p>Zum andern d\u00fcrfen wir damit leben, dass wir nicht f\u00fcr jeden Fehler von Gott zur Rechenschaft gezogen werden und die Rechnung pr\u00e4sentiert bekommen. Denn als Christen d\u00fcrfen wir aus der Vergebung leben, die jegliche Saat-und Ernte-Rechnerei aus reiner Liebe zu uns \u00fcber den Haufen wirft.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, man erntet, was man s\u00e4t. Dieser uralte Zusammenhang von Ursache und Wirkung hat auch in der Bibel seine Spuren hinterlassen. Dort nennen ihn die Fachleute den &#8222;Tun-Ergehens-Zusammenhang&#8220;. Der Name ist dabei Programm: entsprechend meinem Tun wird es mir auch einmal ergehen. Wer B\u00f6se handelt, dem wird B\u00f6ses widerfahren.\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1469\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Der Mensch erntet, was er s\u00e4t ... oder? (Themenpredigt zu einem biblischen Sprichwort) 2. 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