{"id":1435,"date":"2008-04-13T23:13:22","date_gmt":"2008-04-13T22:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1435"},"modified":"2017-10-24T18:49:03","modified_gmt":"2017-10-24T17:49:03","slug":"predigt-paulus-auf-dem-areopag-der-unbekannte-gott-apg-17-13-april-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1435","title":{"rendered":"Predigt:  Paulus auf dem Areopag: Der unbekannte Gott  (Apg 17)  13. April 2008"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1436\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1436\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg?fit=250%2C333&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"250,333\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"unbekanntergott\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg?fit=250%2C333&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1436\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"unbekanntergott\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg?resize=113%2C150&amp;ssl=1 113w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg?resize=112%2C150&amp;ssl=1 112w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/unbekanntergott.jpg?w=250&amp;ssl=1 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser Predigttext steht in der Apostelgeschichte des Lukas, sie berichtet von Paulus\u0301Aufenthalt in der Stadt Athen: Ich lese aus einer neueren \u00dcbersetzung<\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend Paulus in Athen auf Silas und Timotheus wartete, wurde er zornig \u00fcber die vielen G\u00f6tterstatuen in der Stadt. Au\u00dferdem predigte er an jedem Tag auf dem Marktplatz zu den Menschen, die gerade vorbeikamen. Einige von ihnen meinten: &#8222;Dieser Mann ist doch ein Schw\u00e4tzer!&#8220;, andere sagten: &#8222;Er scheint von fremden G\u00f6ttern zu erz\u00e4hlen.&#8220; Denn Paulus hatte von Jesus und seiner Auferstehung gesprochen.\u00a0 <!--more--><br \/>\nWeil die Philosophen mehr \u00fcber die neue Lehre erfahren wollten, nahmen sie den Apostel mit vor den Areopag, den Gerichtshof von Athen.\u00a0 &#8222;Was wir von dir h\u00f6ren, ist alles neu und fremd f\u00fcr uns&#8220;, erkl\u00e4rten sie Paulus. &#8222;Wir m\u00f6chten gern mehr davon wissen.&#8220; Denn sowohl die Athener als auch die Fremden in dieser Stadt besch\u00e4ftigten sich am liebsten damit, Neuigkeiten zu erfahren und weiterzuerz\u00e4hlen.<br \/>\nDa stellte sich Paulus vor alle, die auf dem Areopag versammelt waren, und rief: &#8222;Athener! Mir ist aufgefallen, dass ihr euren G\u00f6ttern mit gro\u00dfer Hingabe dient; denn ich habe in eurer Stadt viele Heiligt\u00fcmer gesehen. Auf einem Altar stand: &#8218;Dem unbekannten Gott.&#8216; Von diesem Gott, den ihr verehrt, ohne ihn zu kennen, spreche ich. Es ist der Gott, der die Welt und alles, was in ihr ist, geschaffen hat. Dieser Herr des Himmels und der Erde wohnt nicht in Tempeln, die Menschen gebaut haben. Er braucht auch nicht die Hilfe und Unterst\u00fctzung irgendeines Menschen. Sie sollen ihn sp\u00fcren und finden k\u00f6nnen. Und wirklich, er ist jedem von uns ja so nahe! Durch ihn allein leben und handeln wir, ja, ihm verdanken wir alles, was wir sind.<br \/>\nAls Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, begannen einige zu spotten, andere aber meinten: &#8222;Dar\u00fcber wollen wir sp\u00e4ter noch mehr h\u00f6ren.&#8220; Paulus verlie\u00df jetzt die Versammlung.\u00a0 Einige Leute, die durch seine Rede zu glauben begonnen hatten, gingen mit ihm. Darunter waren Dionysius, ein Mitglied des Gerichtshofes, eine Frau, die Damaris hie\u00df, und manche andere.<\/em><\/p>\n<p><b><i>\u201eHerr M\u00fcller hat alle G\u00f6tter im Regal\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>Herr M\u00fcller hat sie alle: Hunderte von Ihnen stehen ordentlich sortiert, brav und regungslos in den Regalen seines Privatmuseums: Alle G\u00f6tter, die unsere Welt so hervorgebracht hat:<br \/>\nZeus mit seiner Hera, daneben Herakles und Aphrodite. Ein ganzes Eck hat Herr M\u00fcller ben\u00f6tigt, um die Statuen und Reliefs der griechischen G\u00f6tter und Halbg\u00f6tter unterzubringen. Den G\u00f6ttern der R\u00f6mer hat er an der gegen\u00fcberliegenden Wand zwei Regalmeter einger\u00e4umt.<br \/>\nRichtig stolz ist er auf seine Amerika-Abteilung: Quetzalcoatl, der gefiederte Sch\u00f6pfergott, er\u00f6ffnet den Reigen von zwei Dutzend Gottheiten, die die Akteken verehrt haben. Die G\u00f6tter der Maja befinden sich noch im Aufbau, sie lagern zum Gro\u00dfteil noch in Pappkartons am Fu\u00dfboden.<br \/>\nHerr M \u00fcller hat Humor: In einer verwinkelten Nische hat er Patz geschaffen f\u00fcr selbstgemachte G\u00f6tter: Ein Foto vom Flankengott Beckham, eine Porzellanskulpur von Greta Grabo, die man einst \u201edie G\u00f6ttliche\u201d genannt hatte. Daneben ein kleiner roter Spielzeug-Ferrari &#8211; als Erinnerung an das, was von M\u00e4nnern so alles verg\u00f6ttert wird.<\/p>\n<p>\u201eUnd wo ist jetzt der richtige Gott &#8230; der echte?\u201d &#8211; fragt die f\u00fcnfj\u00e4hrige Lisa. Ihre Eltern hatten sie zur Er\u00f6ffnung von Josef M\u00fcllers Museum mitgenommen. \u201eDer richtige Gott, liebes Kind, der ist nat\u00fcrlich nicht hier\u201d antwortet Herr M\u00fcller und will weitergehen &#8211; aber Lisa stellt sich ihm in den Weg und stemmt ihre \u00c4rmchen in die Taille: \u201eUnd warum hei\u00dft das G\u00f6ttermuseum, wenn du gar keinen Gott da hast?\u201d<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nJosef M\u00fcller hat hunderte von G\u00f6ttern, und doch ist kein einziger von ihnen einer, der das Vertrauen, die Verehrung der Menschen verdient. Auch zu ihm ins Museum k \u00f6nnte sich Paulus stellen und den \u201eunbekannten Gott\u201d predigen &#8211; der in kein Regal passt und in kein Museum geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><b><i>Unser Gott ist vom Sockel gestiegen und Mensch geworden<\/i><\/b><\/p>\n<p>Auf dem Sockel &#8211; egal, was unten dran steht &#8211; suchen wir unseren Gott sowieso vergeblich. Da ist er schon l\u00e4ngst heruntergestiegen!<br \/>\nDas Regalbrett, das man f \u00fcr ihn reserviert und schon beschriftet hat, bleibt leer. Er hat sich entschieden, uns Menschen am Fu\u00df des Sockels zu begegnen. Im Menschengestalt tritt er denen gegen\u00fcber, die ihre Augen \u00fcber G\u00f6tterstatuen schweifen lassen, um den passenden Familien- oder Fruchtbarkeitsgott auszuw\u00e4hlen. Er steht neben Lisas Papa, der vertr\u00e4umt den roten Ferrari im G\u00f6ttermuseum bewundert.<\/p>\n<p>Er ist da: Auge in Auge zu uns Menschen. In Jesus Christus ist er Mensch geworden. Einer von uns.<\/p>\n<p>Manchmal ertappe ich mich, dass ich absch\u00e4tzig auf die damaligen Kulturen blicke, die irgendwelche riesige G\u00f6tterstatuen verehrt haben. Aber auch selber schaue ich vielleicht zu oft nach oben, wenn es um Gott geht. Starre auf einen leeren Sockel. Erwarte ihn ganz oben, weit weg \u00fcber mir. Vielleicht halte ich ihn mir damit auch bewusst oder unbewusst auf Distanz. Und in Wirklichkeit begegnet mir Gott auf Augenh\u00f6he. Damals in Jesus Christus &#8211;\u00a0 heute vielleicht in einem Menschen, der mir zuf\u00e4llig \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Als Mensch, der mich in Frage stellt, kritisiert oder etwas von mir fordert.<\/p>\n<p>So hat Jesus es im Matth\u00e4usevangelium uns gesagt: <i>Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan. (Mt. 25,40b)<\/i><\/p>\n<p>Gott im N\u00e4chsten; ganz unerwartet. Und ich merke, er ist wieder einmal ganz anders &#8211; der unbekannte Gott.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mein unbekannter Gott <\/b><\/p>\n<p>Manchmal k\u00f6nnte ich auch ein Schild \u201eder unbekannte Gott\u201d hier vorne auf den Altar legen. Denn immer wieder erscheint er mir r\u00e4tselhaft und fremd &#8211; muss ich damit zurecht kommen, dass er sich mir von einer unbekannten, finsteren, Seite zeigt.<br \/>\nEine Seite, die nicht zum \u201elieben Gott\u201d passt. Nicht einmal der Titel \u201ehart aber gerecht\u201d passt zu dem, was man da erlebt. Eigentlich will gar nichts mehr von dem passen, war wir von Gott zu wissen glauben.<\/p>\n<p>Wo man diese Seite erlebt, bleiben Fragen offen, werden Herzen und Nerven aufgew\u00fchlt, fragen sich Menschen. ob es ihn den \u00fcberhaupt gibt, diesen guten und m\u00e4chtigen Gott. Man fragt nach dem \u201ewarum\u201d und \u201ewozu\u201d, gr\u00fcbelt, weshalb dieser Gott, auf den man doch vertraut, einen gerade so alleine l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Menschen erleben diese unbekannte Seite Gottes heute genauso unerwartet und zerm\u00fcrbend, wie einst die biblischen Gestalten: Abraham, Josef oder Hiob. \u201eMein Gott, wo bist du? Warum l \u00e4sst du mich allein?\u201d- Der Schrei verhallt seit Jahrtausenden nicht. Sogar Jesus hatte ihn auf den Lippen.<\/p>\n<p>Diese unbekannte Seite wird in den theologischen Lehrb\u00fcchern oft recht knapp und mit d\u00fcrren Worten beschrieben. Man sp\u00fcrt: Dieser lebendige Gott passt nicht zwischen zwei Buchdeckel, er l\u00e4sst sich auch nicht in unsere Logik von gut und b\u00f6se hineinpressen. &#8211; Er ist anders &#8211; der liebe Gott, der lebendige Gott, der unbekannte Gott.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwenn Gott einen so verwirrt &#8211; fragt man sich, wie man ihn ansprechen soll. Wenn ein Gebet bucst\u00e4blich ins Dunkel hinein gesprochen wird:<\/p>\n<p><b>Gebet im Dunkeln: Bist du es?<\/b><\/p>\n<p>Gott,<br \/>\nbist du es? &#8211; Bist du da? Der liebe Gott?<br \/>\nBist du es, dem ich Jahr und Tag meine Gedanken, meine Hoffnungen, mein Leben anvertraue?<br \/>\nBist du es, der mir bisher so nah erschien? Der nie fern war, der Segen verhie\u00df und Gl\u00fcck verschenkte?<br \/>\nBist du nun da, oder hast du mich verlassen?<br \/>\nHast du das alles geschickt, was \u00fcber mich gekommen ist &#8211; oder hast du es nur zugelassen? Oder ist das vielleicht das gleiche?<br \/>\nHast du dich abgewendet, oder sehe ich nur dein dunkles Gesicht?<br \/>\nObwohl ich nichts von dir sp\u00fcre, will ich nicht aufh\u00f6ren, nach dir zu rufen:<br \/>\nHerr, mache dich auf, und nimm mein Leben in deine gn\u00e4digen H\u00e4nde.<br \/>\nAuch in der Finsternis will ich an dir festhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Worte an einen unbekannten Gott, gesprochen in Zeiten, in denen der bekannte, vertraute Gott einem vielleicht n\u00e4her ist, als man glaubt. Nur fehlt einem manchmal die Orientierung.<\/p>\n<p><b><i>\u00a0Ich kann mich nur am Vertrauten orientieren<\/i><\/b><\/p>\n<p>\u201eDa kommt mir ja gar nichts mehr bekannt vor, da kenn ich mich jetzt gar nicht mehr aus!\u201d &#8211; jammert Elfriede und faltet frustriert den Stadtplan zusammen. \u201eWir finden das Hotel nie mehr! Das ist alles so unbekannt. Da kennt sich doch kein Mensch aus. Das ist ne Zumutung, warum schildert man so eine gro\u00dfe Stadt nicht besser aus?\u00a0 Ich meine, wir sind ja bestimmt nicht die ersten, die sich hier verfransen.\u201d<\/p>\n<p>Elfriedes Ehemann schweigt dazu. Nicht einmal ein zustimmendes \u201ehmmm\u201d kommt \u00fcber seine Lippen. Er f\u00e4hrt folgt weiter der breiten vierspurigen Hauptstra\u00dfe.<\/p>\n<p>\u201eNicht mal jemanden fragen kannst du, weil so viel Verkehr ist. Ach, wir h\u00e4tten gar nicht erst hierher fahren sollen. Es ist einfach nichts, wenn man sich nicht auskennt. Wei\u00dft du, daheim, da ist alles klar und \u00fcbersichtlich, aber so in der Fremde &#8230; da ist alles so fremd! Also ich meine, da ist halt nichts wirklich vertraut, da wei\u00df man ja gar nicht, wo man sich hindrehen soll, weil ja alles so unbekannt ist. Mann schau doch nach vorne, wo hast du denn deine Augen. Warum bist du \u00fcberhaupt vorhin abgebogen? \u00c4h &#8211; schau mal, das ist ja unser Hotel! Ja, wie gibts denn das?\u201d<\/p>\n<p>\u201eLiebe Elfriede,\u201d und dabei atmet ihr Man einmal betont tief aus und wieder ein, \u201ees ist doch alles ganz einfach: Dort vorne der Funkturm, den siehst du von \u00fcberall aus, da gibts den Fluss, und die Ringstra\u00dfe, die einen klaren Kreis um die innere Stadt zieht. Da kann man sich doch super orientieren! Lass dich doch nicht von den vielen Unbekannten Dingen abschrecken. Du musst nicht jede W\u00fcrstchenbude kennen , um dich zurechtzufinden.<br \/>\nWei\u00dft du, sagt er &#8211; und diese Worte klingen in ihren Ohren fast wie der Schluss einer Predigt:<br \/>\nWenn du nicht mehr wei \u00dft, wo du bist, reichen oft eine Handvoll wirklich wichtiger Orientierungspunkte. Wenn du wei\u00dft, woran du dich im Leben orientieren willst, und dann auch festh\u00e4ltst, dann verliert auch\u00a0 unbekannte Ort seine Schrecken.\u201d<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde Unser Predigttext steht in der Apostelgeschichte des Lukas, sie berichtet von Paulus\u0301Aufenthalt in der Stadt Athen: Ich lese aus einer neueren \u00dcbersetzung W\u00e4hrend Paulus in Athen auf Silas und Timotheus wartete, wurde er zornig \u00fcber die vielen G\u00f6tterstatuen in der Stadt. 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