{"id":1398,"date":"2008-11-29T22:28:29","date_gmt":"2008-11-29T20:28:29","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1398"},"modified":"2014-05-29T22:31:01","modified_gmt":"2014-05-29T20:31:01","slug":"predigt-zur-taufe-von-jule-m-und-konstantin-k-30-november-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1398","title":{"rendered":"Predigt zur Taufe von Jule M. und Konstantin K. 30. November 2008"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Predigt zur Taufe von Jule M. und Konstantin K.\u00a0 am 30. November 2008<\/p>\n<p><span style=\"color: #cc3366;\">Taufspruch Jule: Ps 91,4: Der Herr breitet seine Fl\u00fcgel \u00fcber dich; ganz nah bist du bei ihm geborgen. (\u00dcbers. \u201eGute Nachricht\u201d)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #cc3366;\">Taufspruch Konstantin:\u00a0 1. Joh 3,18 Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Familien M.\u00a0 und K. , liebe Paten, liebe Tauf-Gemeinde,<\/p>\n<p>\u201eDer Herr breitet seine Fl\u00fcgel \u00fcber dich; ganz nah bist du bei ihm geborgen\u201d, so hei\u00dft es im Psalm 91 im vierten Vers. Das ist Jules Taufspruch; mit ihrem m\u00f6chte ich anfangen &#8211; Ladies first; davon profitiert sie schon im zartesten Alter.<br \/>\nUnter den Fl\u00fcgeln Gottes geborgen zu sein, das ist ein sch\u00f6nes Bild, es erzeugt in mir ein gutes Gef\u00fchl: Schutz, W\u00e4rme, Geborgenheit, Liebe. Das alles steckt da mit drin. Wenn ich in der Taufe meine Tochter oder meinen Sohn Gott anvertraue, erhoffe ich mir oft genau das: Die Gegenwart eines Gottes, der mein Kind beh\u00fctet, genauso wie ich f\u00fcr meine ganze Familie diesen Schutz erhoffe.<!--more--><br \/>\nDabei f\u00e4llt mir erst auf dem zweiten Blick auf, wie bildhaft dieser Vers ist: Er spricht von den \u201eFl\u00fcgeln Gottes\u201d &#8211; wobei die Frage ist, wer von sich \u00fcberhaupt Gott mit Fl\u00fcgeln vorstellt. Engel ja, aber Gott selbst?<\/p>\n<p>Da merke ich, wie sehr wir Menschen einge\u00fcbt sind, mit bildhaften Reden umzugehen und meist recht zielsicher die richtige Bedeutung zu finden. So brauche ich mich gar nicht fragen, ob diese Fl\u00fcgel Federn besitzen &#8211; es reicht, mir vorzustellen, dass sie gro\u00df genug sind, dass wir unter ihnen Platz haben.<\/p>\n<p>Liebe Familie M. , sich haben sich bei diesem Taufspruch f\u00fcr eine modernere \u00dcbersetzung entschieden, das ist oft sinnvoll, weil manche Worte der alten Lutherbibel uns seltsam fremd vorkommen. Und in Jules Taufspruch kommt ja so ein \u201ealter\u201d Begriff vor. Denn Luther hat einst geschrieben:\u00a0 Er wird dich mit seinen Fittichen decken.<br \/>\n\u201eDie Fittiche\u201d &#8211;\u00a0 ein nicht mehr sehr gebr\u00e4uchliches Wort f\u00fcr die Fl\u00fcgel. Darum ist die moderne \u00dcbersetzung durchaus sinnvoll. Denn die Fittiche kennen wir nur noch von dem Sprichwort \u201ejemanden unter seine Fittiche nehmen\u201d.\u00a0 Moment mal! Ich habe entdeckt, dass dieses Sprichwort seinen Ursprung in Jules Taufspruch\u00a0 hat! &#8211; Und da wurde es f\u00fcr mich spannend. Denn vielleicht hilft mir das Sprichwort, noch eine weitere Dimension des Taufspruchs zu entdecken:<\/p>\n<p>Im Sprichw\u00f6rterduden wird die Bedeutung so erkl\u00e4rt: Jemanden unter seine Fittiche nehmen, hei\u00dft ihn annehmen, sich um ihn k\u00fcmmern, ihn betreuen, ihm helfen.\u00a0 Klar: Ein Feuerwehrkommandant, der einen talentierten jungen Mann unter seine Fittiche nimmt, wird nicht nur nett zu ihm sein.\u00a0 Der wird ihn f\u00f6rdern, ihm helfen, seine eigenen F\u00e4higkeiten zu entwickeln, ihn immer wieder mal herausfordern auch an seine Grenzen zu gehen, der wird ihn zutrauen, auch knifflige Pr\u00fcfungen oder Leistungsabzeichen zu erwerben, auch wenn die Vorbereitung harte Arbeit ist. Und wenn mal was schief ging, wird er ihn auch mal in den Arm nehmen, tr\u00f6sten und aufmuntern.<br \/>\nWenn der junge Mann in guter Weise vom Chef unter die Fittiche genommen worden ist, dann wird er selbstst\u00e4ndig werden, selber Verantwortung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen; irgendwann ein Gro\u00dfer werden.<\/p>\n<p>Liebe Tauffamilien,<br \/>\ndass ihre Jule, ihr Konstantin unter Gottes Fittichen, unter Gottes Fl\u00fcgeln, geborgen sind und gro\u00df werden k\u00f6nnen, das verhei\u00dft uns Jules Taufspruch aus dem 91. Psalm.<\/p>\n<p>Und fast nahtlos f\u00fcgt sich da Konstantins Vers an. Den der spricht gleich die Gro\u00dfen an: \u201eLasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit\u201d 1. Joh 3,18\u00a0 Ein Aufruf zur Liebe, der &#8211; das ahnt man &#8211; auch eine Herausforderung ist.<br \/>\nLiebe zu \u00fcben, in der Familie, im Freundeskreis, in seiner Stra\u00dfe, auf der Arbeit, im Dorf &#8230; naja, vielleicht sehen wir vor unseren Augen schon die ersten Problemf\u00e4lle, wo es mit der Liebe schwierig wird. Weil beileibe nicht jeder liebenswert ist.<\/p>\n<p>Da sagt Johannes im Brief an seine Glaubensbr\u00fcder:\u00a0 \u201eLasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat\u201d &#8211; mach nicht nur Spr\u00fcche, sondern tu auch was! Die Liebe muss beim anderen ankommen, dann wirkt sie auch.<br \/>\nWer seinem Kind wortreich der eigenen Wertsch\u00e4tzung versichert, sollte \u00fcberlegen, wann er zum letzten mal gekuschelt hat. Wer beim Kaffekr\u00e4nzchen \u00fcber die arme alte Frau plaudert weil sie halt keinen mehr hat, der sollte schnell mal r\u00fcbergehen und fragen, ob sie auch ein St\u00fcck Kuchen mag.<\/p>\n<p>Wer bei den Abendnachrichten \u00fcber die Berichte aus dem Kongo schimpfend den Kopf sch\u00fcttelt, der sollte auch mal die Kontoausz\u00fcge rausholen, und \u00fcberlegen, ob vom Weihnachtsgeld auch was f\u00fcr Brot f\u00fcr die Welt \u00fcbrig ist. Schon vor 200 Jahren hat Johann Pestalozzi gesagt: \u201eMan muss das Elend nicht mit dem Maul, sondern mit den H\u00e4nden anpacken.\u201d<\/p>\n<p>\u201eLasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit \u201d &#8211; Mit der Wahrheit? &#8211; Na klar: Liebe, die nicht ehrlich gemeint ist, ist nichts wert &#8211; w\u00e4re geheuchelt. Aber wenn ich dem Anderen meinen \u00c4rger ungefiltert um die Ohren klatsche, hat das mit Liebe auch nicht viel zu tun. Also wo soll die Reise hin?<br \/>\nDas Ziel wird sein, dass wir liebevoll und ehrlich miteinander umgehen. &#8211; Auch mit unseren Kindern. Und wenn es uns gelingt, werden sie wahrscheinlich lernen, wie wertvoll diese Mischung aus Liebe und Aufrichtigkeit ist, und letztlich auch selbst diesen Weg gehen wollen.<\/p>\n<p>Es ist nicht immer einfach, die Liebe zum N\u00e4chsten und manche unangenehme Wahrheit miteinander zu verbinden. Ich glaube aber, wenn man das mit der Liebe ernst meint, l\u00e4sst sich so manche Kritik auch gut vermitteln.<\/p>\n<p>Im Buch der Spr\u00fcche hei\u00dft es:\u00a0 Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene \u00c4pfel auf silbernen Schalen. Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn h\u00f6rt, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband. (Spr\u00fcche 25, 11-12)<\/p>\n<p>Liebe Familie K. , liebe Familie M. , liebe Paten<br \/>\nihre Kinder, wie sie und wir auch, sind von Gott geliebt, haben den Vorzug, von Gott unter seinen Fl\u00fcgeln geborgen zu sein; und zugleich auf unserem Weg in die Welt von ihm unter seine Fittiche genommen zu werden.<br \/>\nDieses Geliebtwerden ist nicht nur Geschenk, es ist auch Aufgabe; damit wir Liebe weitergeben.\u00a0 Denn nur wer Liebe erh\u00e4lt, kann und der soll sie dann\u00a0 auch weiterverschenken.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zur Taufe von Jule M. und Konstantin K.\u00a0 am 30. November 2008 Taufspruch Jule: Ps 91,4: Der Herr breitet seine Fl\u00fcgel \u00fcber dich; ganz nah bist du bei ihm geborgen. (\u00dcbers. \u201eGute Nachricht\u201d) Taufspruch Konstantin:\u00a0 1. 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