{"id":1392,"date":"2008-12-31T22:18:44","date_gmt":"2008-12-31T20:18:44","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1392"},"modified":"2014-05-29T22:22:57","modified_gmt":"2014-05-29T20:22:57","slug":"predigt-mehr-als-nur-schlechte-aussichten-hebraeer-111-bild-von-rene-magritte-31-dezember-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1392","title":{"rendered":"Predigt: mehr als nur schlechte Aussichten (Hebr\u00e4er 11,1,  Bild von Ren\u00e9 Magritte)  31. Dezember 2008"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/silvester_2008.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1393\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1393\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/silvester_2008.jpg?fit=302%2C369&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"302,369\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"silvester_2008\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/silvester_2008.jpg?fit=302%2C369&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1393\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/silvester_2008-245x300.jpg?resize=245%2C300\" alt=\"silvester_2008\" width=\"245\" height=\"300\" \/><\/a>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>wer an der Nordsee Urlaub macht, der wird \u00fcber kurz oder lang einmal das erleben, was die Einheimischen \u201eSchietwetter\u201d nennen. Das nasskalte Wetter an der K\u00fcste: Der raue Wind wirft das Meer zu ordentlichen Wellen auf, ein eklig kalter Nieselregen wird einem ins Gesicht gedr\u00fcckt, durchn\u00e4sst Jacke und Hose.<br \/>\nDer Himmel zieht sich d\u00fcster zu, blau bis schwarz. An der Unterseite dieser Wolkendecke fegen einige helle Wolkenfetzen \u00fcber das Meer.<br \/>\nEin echtes Sauwetter &#8211; manche sagen, es sei gesund &#8211; \u201eReizklima\u201d. Aber der einzige, der gereizt ist, bin ich, weil ich mir meine Urlaubstage anders vorstellt habe. Und jetzt sagen die im Wetterbericht, dass die Gro\u00dfwetterlage bis auf weiteres unver\u00e4ndert bleibt.- Toll. Schietwetter bis zum Ende des Urlaubs.<!--more--><\/p>\n<p>Eine Gro\u00dfwetterlage, vor der einem graust, kennen wir nicht blo\u00df aus dem Wetterbericht. Auch die allgemeine Gro\u00dfwetterlage in unseren Landen ist nicht gerade besonders berauschend.<br \/>\n&#8211; D\u00fcsteres Konjunkturklima.<br \/>\n&#8211; Krisenjahr<br \/>\n&#8211; Eintr\u00fcbung der Aussichten in der Wirtschaft Und wenn die Bundekanzlerin bewusst in ihrer Ansprache f\u00fcr Optimismus wirbt, kommt es manchem vor, wie das \u00e4ngstliche Pfeifen im dunklen Keller<\/p>\n<p>Dazu kommen dann bei nicht wenigen pers\u00f6nliche Krisen, tragische Ereignisse oder allgemeiner Frust. Schietwetter &#8211; nicht nur als meteorologisches Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Magrittes gro\u00dfe Familie<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nsehen sie sich bitte einmal dieses Bild an. Es ist von Ren\u00e9 Magritte, er hat es 1963 gemalt. Ein Bild, das eigentlich genau so ein Schietwetter darstellt. Mit d\u00fcsteren Wolken bis zum Horizont, rauem Meer, st\u00fcrmisch und kalt.<\/p>\n<p>Ich habe das Bild meiner Frau und meinen T\u00f6chtern gezeigt. Und was haben die erkannt? \u201eIch sehe eine Taube\u201d sagt die eine; \u201eda ist ein sch\u00f6ner blau-wei\u00dfer Himmel\u201d, bemerkt die andere! \u201eAber da ist doch dieses kalte, st\u00fcrmische Meer\u201d bemerke ich. \u201eAch so &#8230; n\u00f6 Papa, aber die Taube, die ist echt sch\u00f6n!\u201d<\/p>\n<p>Verr\u00fcckte Welt! Dieses Gem\u00e4lde geh\u00f6rt nicht umsonst zur Kunstrichtung des Surrealismus, der eben unsere normalen Seh-Gewohnheiten durchbricht und in Frage stellen will. Egal, wen ich frage: Keiner interessiert sich mehr f\u00fcr die d\u00fcstere Szenerie. Der helle, fr\u00f6hliche mit Sch\u00e4fchenwolken verzierte Himmel &#8211; mit der Silhouette einer Taube &#8211; auf den schaut jeder.<br \/>\nIst es nun eine Taube oder ein Himmel, der da angeflogen kommt? So genau kann man das nicht sagen, weil es ja so unwirklich ist. Ist auch nicht wichtig: Egal, was es ist, auf jeden Fall ver\u00e4ndert es den Inhalt des Bildes ganz gewaltig.<\/p>\n<p>Was hier passiert, m\u00f6chte ich so beschreiben: Aus der Realit\u00e4t dieser d\u00fcsteren Gro\u00dfwetterlage wurde mit dem F\u00f6rmchen einer Taube ein Loch herausgestanzt. Und nun sehe ich dahinter eine andere Wirklichkeit, diesen wunderbaren Sommerhimmel, der mir bisher verborgen war. Durch diese L\u00fccke hindurch erblicke ich eine andere Realit\u00e4t, die genauso da ist, aber meist hinter dem, was vor Augen ist, verborgen scheint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hebr\u00e4er 11,1 Unsichtbares erkennen<\/strong><\/p>\n<p>Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. So kann ich es im Hebr\u00e4erbrief nachlesen.<\/p>\n<p>Zuversichtlich sein auf das, was man hofft.<br \/>\nNicht zweifeln an dem, was man nicht sieht. &#8211; Das macht Glauben aus; und das macht es uns aber manchmal auch richtig schwer.<\/p>\n<p>Denn unser ganzes Sensorium; Auge, Nase, Ohr ist auf diese vordere Schicht von Wirklichkeit gerichtet. Und das ist auch wichtig f\u00fcr unser Leben. Aber die Schw\u00e4che ist, dass wir eigentlich keine Sinne haben f\u00fcr die Wirklichkeit, die hinter dem ist, was sich vor unseren Augen abspielt.<\/p>\n<p>&#8211; Jesus sagt: \u201eGottes Reich ist nahe herbeigekommen\u201d, aber zugleich beherrschen die R\u00f6mer das Land.<\/p>\n<p>&#8211; Paulus schreibt: \u201eWir sind alle ein Leib in Christus\u201d, und in der Gemeinde von Korinth gehen sich die frommen Parteiungen gegenseitig an die Gurgel.<\/p>\n<p>&#8211; Die Gemeinde singt bei uns in Gollhofen bei Beerdigungen \u201eAuferstehen, ja auferstehen wist du\u201d, und zugleich geht es mit dem Sarg abw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Und wie oft w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, dass wir da so ein Loch in unserer Wirklichkeit h\u00e4tten; so wie diese Taube im Bild. Wo wir durchschauen k\u00f6nnten und einen Blick bek\u00e4men f\u00fcr diese andere Wirklichkeit Gottes, die uns oft verborgen bleibt.<\/p>\n<p>Unser Glaube kann da manchmal ein Bohrloch sein, um das Unsichtbare zumindest zu erahnen. Und was g\u00e4be es da alles zu sehen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; \u201eGottes Reich ist nahe herbeigekommen\u201d, sagt Jesus, und es wird sp\u00fcrbar, wie immer mehr Menschen vom Geist Gottes ergriffen werden, und bereit sind, ihr Leben ihm anzubefehlen.<\/p>\n<p>&#8211; Wir sind alle ein Leib, schreibt Paulus, und ich sehe, wie ehemalige Sklavenhalter in Ephesus ihre Leibeigenen freilassen und mit ihnen gemeinsam in einer Gemeinschaft leben und arbeiten.<\/p>\n<p>&#8211; \u201eAuferstehen, ja auferstehen wirst du\u201d, singt die Gemeinde am Grab, doch der Verstorbene ist gerade dabei, seine ersten Schritte zu tun in einer neuen Welt, die so hell ist, so anders klingt als alles. was er bisher kannte. Eine Welt in der er vom ersten Moment an wusste: Hier bin ich daheim.<\/p>\n<p>Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schietwetter 2009<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>am Jahreswechsel ist Zeit zum Zur\u00fcckblicken und zum Nach-Vorne-Schauen. Die politische und wirtschaftliche Gro\u00dfwetterlage, wie sie uns in den Nachrichten pr\u00e4sentiert wird, ist recht klar. \u201eSchietwetter mit wenig Aussichten auf Besserung\u201d.<\/p>\n<p>Wie gut dass ich kein Bundeskanzler bin. Denn dann k\u00f6nnte ich jetzt versuchen. Zuversicht zu verbreiten, Mut zu machen zum Investieren und \u00c4rmel-hochkrempeln. Und ich k\u00f6nnte versprechen: Wenn wir alle zusammenhalten, dann geht es aufw\u00e4rts.\u00a0 Das w\u00e4re meines Erachtens alles richtig und wichtig.<br \/>\nAber ich bin dankbar, dass mein Beruf &#8211; neun das ist falsch &#8211; es ist mein Glaube, der es mir erm \u00f6glicht, noch etwas anderes zu sagen.<\/p>\n<p>N\u00e4mlich, dass Jesus uns versprochen hat, bei uns zu sein, uns zu begleiten und zu st\u00fctzen, in guten und in d\u00fcsteren Zeiten. Dass er uns nahe ist, dass wir ihm in unseren Gebeten sagen d\u00fcrfen, was wir erhoffen und was uns bedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, f\u00fcr das Jahr 2009, in das wir (heute nacht) gehen, w\u00fcnsche ich ihnen im Blick auf das, was ich gesagt habe, zwei Dinge.<\/p>\n<p>Zum einen, dass der Wetterbericht mal wieder nicht stimmt, und es sonniger wird, als vorhergesagt.<\/p>\n<p>Zum zweiten, dass hie und da das passiert, was auf dem Bild zu sehen ist: Dass sie etwas sp\u00fcren von Gottes Wirken in ihrem Leben, dass die Gewissheit w\u00e4chst, dass unserem Glauben eine ganz besondere Wirklichkeit zugrunde liegt. Und das v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom Wetter.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, wer an der Nordsee Urlaub macht, der wird \u00fcber kurz oder lang einmal das erleben, was die Einheimischen \u201eSchietwetter\u201d nennen. 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