{"id":1388,"date":"2009-02-01T23:28:53","date_gmt":"2009-02-01T22:28:53","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1388"},"modified":"2022-01-24T09:10:44","modified_gmt":"2022-01-24T08:10:44","slug":"predigt-gipfelerlebnisse-matthaeus-17-1-9-1-februar-2009-partnerschaftssonntag-mit-tansania","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1388","title":{"rendered":"Predigt: Gipfelerlebnisse (Matth\u00e4us 17, 1-9) 1. Februar 2009, Partnerschaftssonntag mit Tansania"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-image-fill has-electric-grass-gradient-background has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\" style=\"background-image:url(https:\/\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-1024x498.jpg);background-position:50% 50%\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"428\" data-attachment-id=\"4998\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4998\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?fit=2560%2C1244&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2560,1244\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;SM-G950F&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1592045581&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.2&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;40&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00091240875912409&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"20200613_105301\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?fit=880%2C428&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301.jpg?resize=880%2C428&#038;ssl=1\" alt=\"Gipfelerlebnisse\" class=\"wp-image-4998 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=1024%2C498&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=300%2C146&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=768%2C373&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=1536%2C747&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=2048%2C996&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=400%2C194&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?resize=150%2C73&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/20200613_105301-scaled.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Mt 17, 1-9<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen Gipfelerlebnisse. Momente, in denen man besondere Erfahrungen macht und die unsere Perspektive weiten. Auch in Glaubensfragen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>Die Verkl\u00e4rung Jesu:<br>\n<em>17 1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und f\u00fchrte sie allein auf einen hohen Berg.<\/em><br>\n<em>2 Und er wurde verkl\u00e4rt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden wei\u00df wie das Licht.<\/em><br>\n<em>3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm.<\/em><br>\n<em>4 Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei H\u00fctten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine.<\/em><br>\n<em>5 Als er noch so redete, siehe, da \u00fcberschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr h\u00f6ren!<\/em><!--more--><em>6 Als das die J\u00fcnger h\u00f6rten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr.<\/em><br>\n<em>7 Jesus aber trat zu ihnen, r\u00fchrte sie an und sprach: Steht auf und f\u00fcrchtet euch nicht!<\/em><br>\n<em>8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.<\/em><br>\n<em>9 Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.<br>\nMatth\u00e4us 17 1-9<br>\n<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>die Berge faszinieren uns Menschen wahrscheinlich, seit es Berge und Menschen gibt. Heinrich Harrer, der Bergsteiger, der als erster die Eiger-Nordwand bezwungen hat, beschreibt es so:<br>\nWenn man klettert, ist der Geist v \u00f6llig klar, frei von allen Verwirrungen, voll konzentriert und pl\u00f6tzlich erscheint einem das Licht viel intensiver, die Kl\u00e4nge reicher. Man ist erf\u00fcllt von der tiefen und m\u00e4chtigen Gegenwart des Lebens. Das f\u00fchle ich sonst nur in wenigen Augenblicken<\/p>\n<p>Wer auf einen Berg steigt, der erlebt etwas Besonderes. Und viele, die das bew\u00e4ltigt haben, schw\u00e4rmen davon.<\/p>\n<p>Vom Gef\u00fchl der Freiheit.<br>\nVom \u00dcberblick, den man nicht nur optisch gewinnt.<br>\nDa oben auf dem Gipfel steht man \u201e\u00fcber den Dingen\u201d.<br>\nMan sp\u00fcrt, wie klein man selber ist und wie winzig die Sorgen sind, sie da unten im Tal noch so \u00fcberm\u00e4chtig und bedrohlich schienen.<br>\nUnd man kommt vom Berg als ein ver \u00e4nderter Mensch wieder herunter.<\/p>\n<p>Dieses Bergerlebnis ist ein ganz besonderes Ph\u00e4nomen. So ein bisschen davon kann auch ein Flachlandtiroler wie ich mitbekommen, wenn uns in den Alpen eine Seilbahn zu den Gipfeln hochbef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Da ganz oben, dem Himmel viel n\u00e4her, der Erde entr\u00fcckt, da haben drei J\u00fcnger Jesu, Petrus, Jakobus und Johannes, ein ganz besonderes Gipfelerlebnis. Fernab des Gew\u00fchles in den gali\u00e4ischen D\u00f6rfern erleben sie Jesus ganz anders: Ein himmlisches Licht umgibt sie, Jesus strahlt wie das Licht selbst. Und im Schein dieses Lichtes erkennen sie Mose und Elia.<br>\nJa, hier oben wird es endlich offenbar: Jesus ist der Sohn Gottes. Wie die einst gro \u00dfen Helden Elia und Mose wurde er von Gott gesandt. Dieses Bergerlebnis l\u00e4sst keinen Platz f\u00fcr Zweifel. Der Glaube wird so glasklar wie die Luft dort oben. Alle offenen Fragen haben sich erledigt.<\/p>\n<p>\u201e Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen\u201d sch\u00e4rft Jesus ihnen ein. Er wei\u00df, dass das Erlebte in ihnen arbeitet, sie ver\u00e4ndert. Und das sie eigentlich am liebsten jedem davon erz\u00e4hlen w\u00fcrden. Aber auch, wenn sie zun\u00e4chst schweigen; dieses Gipfelerlebnis werden sie ihr Leben lang nicht vergessen.<\/p>\n<p>Und auch sie kommen als ver\u00e4nderte Menschen von diesem Berg wieder herunter.<\/p>\n<p>Liebe Gollh\u00f6fer und Herrnberchtheimer,<br>\nGipfelerlebnisse sind wertvoll. Auch wenn wir kaum so etwas erleben, wie die drei J \u00fcnger Jesu. Und dabei brauchen wir nicht mal unbedingt einen Berggipfel dazu.<br>\nBesondere Erfahrungen und Begegnungen, denen man absp \u00fcrt, dass sie herausragen aus dem Lebensallerlei. Das sind Gelegenheiten, die man ergreifen kann, um &#8211; manchmal auch ganz kleine &#8211; Gipfelerlebnisse zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Situationen, in denen man sein Leben ganz anders sp\u00fcrt, Abstand gewinnt von den t\u00e4glichen Fragen, Sorgen und Zweifeln. Hoch-Zeiten, von denen man als ein Anderer wieder in den Alltag zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe \u00fcberlegt: Als ich vor vielen Jahren f\u00fcr einige Wochen in Tansania war, das war so eine Zeit. Und zwar f\u00fcr beide Seiten.<\/p>\n<p>Das Erleben der Christen dort, fr\u00f6hliche Gemeinden, deren Kirchen bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt waren. Gottesdienste, die f\u00fcr die Menschen das Zentrum der Woche waren, zu denen sie oft auch eine Stunde lang zu Fu\u00df unterwegs waren. Zu sehen, mit wie wenig man auskommen und gl\u00fccklich sein kann.<br>\nEndlos viele Eindr\u00fccke am Fu\u00df des Kilimandscharo, die mich sp\u00e4ter als einen anderen aus dem Flugzeug aussteigen haben lassen.<\/p>\n<p>Und auch f\u00fcr die Menschen in Kidia, war es eine Besonderheit: Nach Jahrzehnten der Stille kommen jetzt tats\u00e4chlich zwei M\u00e4nner aus der deutschen Partnergemeinde zu uns. Kr\u00e4fte werden mobilisiert, ein Programm wird erarbeitet. Der Vikar schlachtet eines seiner drei H\u00fchner, damit die G\u00e4ste am Ankunftstag auch etwas Ordentliches zu essen bekommen. Gespannt h\u00f6rt man auf jedes Wort, das der deutsche Pfarrer und der junge Student sagen. Endlich wieder Kontakt mit Europa, es bewegt sich etwas. Dieser Besuch gibt der Gemeinde neuen Elan und Selbstbewusstsein. \u201eWe are brothers and sisters in Jesus Christ\u201d &#8211; \u201eWir sind Br\u00fcder und Schwestern durch Jesus Christus\u201d. Diese Worte h\u00f6ren wir immer wieder, wir sp\u00fcren die Liebe und die gro\u00dfe Freude der Menschen dort, dass sie nicht vergessen sind.<\/p>\n<p>Hoch-Zeiten, Gipfelerlebnisse. Die brauchen wir Menschen immer wieder einmal. F\u00fcr uns, und auch f\u00fcr unseren Glauben. Sie helfen uns, auch wenn sie schon lange vorbei sind. Sie k\u00f6nnen Orientierung geben, Mut machen, helfen auch schwere, belastende oder freudlose Zeiten gut zu \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Solche Gipfelerlebnisse halten l\u00e4nger vor, als man denkt. Vielleicht merken wir es selbst gar so sehr, wie unsere Mitmenschen es an uns beobachten:<br>\nWenn der alte Kirchenvorsteher mit leuchtenden Augen erz\u00e4hlt, wie es damals war, wie man die Kirche renoviert hatte, und alle zusammengeholfen haben. Sogar der Sowieso ist gekommen, obwohl der doch fast nie in der Kirche war, aber trotzdem hat er beim Streichen geholfen und seinen ganzen Kittel eingesaut &#8211; Mensch &#8230; der war halt eine Zeit&#8230;.<br>\nOder die Gro\u00dfmutter, die von der Aushilfe bei Pflegedienst so schw\u00e4rmt. Im letzten Sommer ist die f\u00fcr 2 Wochen gekommen. Die hat sich ganz viel Zeit genommen, hat immer ihr die Tageslosung vorgelesen und ein Gebet gesprochen. Und die konnte so richtig gut zuh\u00f6ren &#8230; des war eine sch\u00f6ne Zeit &#8230; vielleicht erleb ichs nochmal, das sie wieder zum Aushelfen kommt.<\/p>\n<p>Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei H\u00fctten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br>\nder Wunsch, solche Zeiten immer zu haben, sie zu konservieren, den kannten schon die drei J\u00fcnger auf dem Berg . Wenns nach Petrus gegangen w\u00e4re, s\u00e4\u00dfen sie noch heute da oben. Aber Jesus geht doch mit ihnen wieder hinab in den Alltag.<br>\nDa kommen auch wir nicht drum herum: Gipfelerlebnisse sind eben selten, sind ein Geschenk, aber kein Dauerzustand. Damit m\u00fcssen wir leben. Die Struktur des Lebens, wie des Glaubens, ist eben doch so, dass das Besondere das Besondere ist, und der Alltag die Grundlage bildet.<\/p>\n<p>Moment &#8230; jetzt k\u00e4me eigentlich der Abschnitt der Predigt, der ihnen sagen soll, wie wichtig es ist, nicht abzuheben, sondern den Alltag jenseits der H\u00f6hepunkte wertzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Aber ich glaube, dass ich ihnen da gar nicht so viel sagen brauche, denn Alltag haben Sie alle genug, und der Franke ist im allgemeinen gut in der Lage, sich mit dem ganz normalen grauen Alltag anzufreunden.<\/p>\n<p>Die Rasse der Franken hat ja traditionell eher ein Defizit im Bereich der Bergerlebnisse. Ekstase, schw\u00e4rmen, geistig abheben &#8230; das ist uns nicht so ins Herz gelegt.<\/p>\n<p>Der Franke ist da eher vorsichtig. Vielleicht ahnt er: F\u00fcr Gipfelerlebnisse muss man Bergsteigen, und man braucht Mut, auch im \u00fcbertragenen Sinne. Da muss man etwas riskieren: Nicht Kopf und Kragen, aber manchmal doch auch mal eine Entt\u00e4uschung, dass man etwas besonderes gewagt hat, und es dann doch nicht gelungen ist.<\/p>\n<p>Wer es wagt, mit einem bestimmten Anliegen immer wieder Gott mit seinen Gebeten in den Ohren zu liegen &#8230; der riskiert auch, dass seine Hoffnung entt\u00e4uscht wird &#8230; aber er hat die Chance, dass am Ende dieses m\u00fchsamen Weges das Gipfelerlebnis liegt, dass sein Gebet erh\u00f6rt wurde. Das sind dann die Momente, wo man platzen k\u00f6nnte vor Freude, weil man Gottes N\u00e4he sp\u00fcrt.<\/p>\n<p>Und das wiegt so manche Entt\u00e4uschung, die man auch erlebt hat, auf.<br>\nUnd man kommt zur\u00fcck als ver\u00e4nderter Mensch &#8211; auch als Franke.<\/p>\n<p>Amen<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir brauchen Gipfelerlebnisse. Momente, in denen man besondere Erfahrungen macht und die unsere Perspektive weiten. 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