{"id":1381,"date":"2009-03-09T23:20:04","date_gmt":"2009-03-09T22:20:04","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1381"},"modified":"2017-10-24T18:38:42","modified_gmt":"2017-10-24T17:38:42","slug":"predigt-an-der-hand-gehalten-jesaja-4113-8-maerz-2009-taufe-von-valentin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1381","title":{"rendered":"Predigt: An der Hand gehalten (Jesaja 41,13) 8. M\u00e4rz 2009 , Taufe von Valentin"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Jes 41,13: Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: F\u00fcrchte dich nicht, ich helfe dir<\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Familie P.,<\/p>\n<p>Am Sonntagnachmittag ist Spaziergehzeit. Im Minimalfall umkreisen wir das Dorf: Beim Kindergarten Richtung Sportplatz runter, auf der anderen Seite bei den Wirschings wieder hoch. Unsere T\u00f6chter sind noch mit dabei, meistens ein paar Meter vor oder hinter uns. Aber eben nur meistens &#8211; denn wenn z.B. andere Spazierg\u00e4nger mit Hund kommen, dann sind unsere Kleinen ein bisschen n\u00e4her, und dann dauerts nicht lange, bis eine kleine Hand nach meiner sucht. \u201ePapa, Hand geben&#8230;!\u201d. Und an Papas Hand ist auch ein gro\u00dfer ungewaschener Hund kein Problem.<!--more--><\/p>\n<p>Hand in Hand mit Mama oder Papa, das hat etwas. Das dr\u00fcckt N\u00e4he und Verbundenheit aus. Man sp\u00fcrt: Wir geh\u00f6ren zusammen. Wenn man sich an der Hand fasst, ist das etwas wunderbares.<br \/>\nKann Gott uns auch an der Hand nehmen?<br \/>\nIn Valentins Taufspruch beim Propheten Jesaja ist es beschrieben: \u201eIch bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: F\u00fcrchte dich nicht, ich helfe dir.\u201d<\/p>\n<p>Der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst. Das Hand-in-Hand gehen ist viel mehr als das Festhalten von jemanden. Wenn man mit 14 Jahren zum ersten mal mit einem Anderen, als den eigenen Eltern, h\u00e4ndchenhaltend durch die Flur marschiert. Das ist etwas besonderes. Und wenn die beiden sich dann sicherheitshalber loslassen, weil die Tante Elfriede entgegenkommt &#8211; dann merkt man: Die Hand zu halten ist verr\u00e4terisch: Denn es zeigt: Die beiden sind schon recht vertraut miteinander.<br \/>\nVerbundenheit, Zusammengeh\u00f6rigkeit ist das Eine. Aber da ist mehr:<\/p>\n<p>Wenn am Dorfrand der gro\u00dfe Hund kommt, dann k\u00f6nnte ich ja meiner verzagten Tochter auch erkl\u00e4ren: \u201eDer Hund tut nichts, der hat noch nie jemanden gebissen, der will doch nur spielen &#8230; du brauchst keine Angst haben.\u201d Und ich bin mir sicher: Auch wenn meine Tochter w\u00fcsste, dass ich Recht habe, ihr ist damit nur wenig geholfen: Die Unsicherheit und Angst vor dem Hund l\u00e4sst sich nicht so einfach weg-argumentieren. Der Bammel bleibt. Worte allein sind da jetzt nicht so viel wert.<\/p>\n<p>Erst, wenn ich sie bei der Hand nehme, breitet sich in ihr Geborgenheit und Vertrauen in die Situation aus.<br \/>\nEs tut uns gut, bei der Hand genommen zu werden. Auch im \u00fcbertragenen Sinn. So mancher hat es erlebt: Wenn man eine neue Arbeitsstelle antritt, wie gut das ist, wenn ein Kollege da ist, der einen bei der Hand nimmt, und zeigt, wo und wie was ist. Der erkl\u00e4rt, wo das Papier f\u00fcr den Fotokopierer ist, wie der Kaffeeautomat bei einer St\u00f6rung wieder flott gemacht wird und wann man dem Kollegen M\u00fcller lieber nicht anrufen sollte.<\/p>\n<p>Mit so einem Kollegen an der Hand wird man mit dem unbekannten Gebiet schneller vertraut. &#8211; Vertrauen; das ist \u00fcberhaupt ein Schl\u00fcsselbegriff.<\/p>\n<p>Wo mich einer bei der Hand nimmt, entsteht Vertrauen. Und das ist eine ganz wichtige Basis f\u00fcr unser Leben. Weil da, wo Vertrauen fehlt, die Energie zum Leben fehlt. Wenn ich vertrauen kann, dass andere zu mir halten, mich unterst\u00fctzen, mich nicht h\u00e4ngen lassen: Da kann ich dann auch selbst Mut zum Leben haben.<\/p>\n<p>Wenn mich aber Zweifel zerfressen, ob denn der andere wirklich zu mir h\u00e4lt.<br \/>\nWenn ich nicht wei\u00df, ob der nicht im Krisenfall stiften geht, da entsteht ein Vertrauensloch, durch das die Lebensenergie entweicht, wie aus einem durchl\u00f6cherten Autoreifen.<br \/>\n\u201eIch bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: F\u00fcrchte dich nicht, ich helfe dir.\u201d Das ist ein Wort, ein Versprechen das wir alle brauchen.\u00a0 Valentin braucht es, seine Br\u00fcder, ihr als Eltern und wir, wie wir hier sitzen. Vertrauen in einen Gott, der uns bei der Hand nimmt, begleitet, sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Unsch\u00e4tzbar wird es, wenn man irgendwann pers\u00f6nlich sp\u00fcrt, dass das mehr sind als Worte, sondern wenn man das Gef\u00fchl bekommt: \u201eJa, Gott nimmt mich bei der Hand und hilft mir. Er ist mir nahe.\u201d Daraus kann viel Vertrauen ins Leben wachsen, Energie f\u00fcr jeden neuen Tag.<\/p>\n<p>Liebe Familie P., liebe Taufgemeinde,<br \/>\nwenn ich meine Tochter an der Hand nehme, ist das nicht immer nur Idylle. Wenn wir an der Bundesstra\u00dfe B13 entlanglaufen oder sie \u00fcberqueren, dann warte ich nicht drauf, dass meine Kleinen mir die Hand hinstrecken. Die packe ich mir dann schon selber. Weil mir im Gegensatz zu ihnen die Gefahr der Stra\u00dfe sehr bewusst ist, darum werde ich sie auch nicht dann nicht loslassen, wenn sie das gerne h\u00e4tten.<br \/>\nIch merke: Derjenige, der einen anderen an der Hand nimmt, sagt ihm auch gelegentlich wo es lang geht, und wo es nicht langgeht.<\/p>\n<p>Wenns zum Zahnarzt geht, dann nehme ich unterwegs auch die Hand meiner Maria, auch wenn sie auf den Untersuchungsstuhl steigt. Aber sie kommt trotz allen nicht um die unangenehme Untersuchung herum; und wenn der Arzt bohrt, halte ich ihre Hand, aber werde das Gef\u00fchl nicht los, dass sie davon dann gerade nicht besonders viel mitbekommt. Beim Zahnarzt kann das ein Elend sein. Wenn ich Hand halte, aber wei\u00df: M\u00e4del, da musst du durch.<br \/>\nDas ist f\u00fcr beide Seiten eine Zerrei\u00dfprobe: Die Tochter fragt sich: He, ich vertraue dir, du hast versprochen mitzugehen, mich bei der Hand zu nehmen, und jetzt geht mir hier so schlecht.\u00a0 Der Papa sieht das Elend, aber er wei\u00df, dass er dem M\u00e4dchen das nicht ersparen kann &#8211; es zerrei\u00dft ihm notfalls das Herz, aber besser wirds darum auch nicht. Wir wissen aber auch, wie es beim Zahnarzt ausgeht: An Mamas oder Papas Hand geht es nach \u00fcberstandenen Schmerzen wieder auf den Heimweg. Guten Mutes &#8211; Die Krise hat dem Vertrauen in die N\u00e4he der Eltern nicht geschadet.<\/p>\n<p>Was beim Zahnarzt funktioniert, ist im echten Leben nicht so einfach. Weil Krisenzeiten durchaus das Vertrauen in Gottes N\u00e4he beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Prophet Jesaja hat Valentins Taufspruch einem Volk gesagt, das im tiefsten Grunde von Zweifel zerfressen war. Sie haben an sich selbst und an Gottes Hilfe gezweifelt, schlie\u00dflich waren sie von einer ganzen Reihe schwerer Katastrophen heimgesucht worden.<br \/>\nUnd genau in diesem Moment sagt Gott durch Jesaja: Kommt, Leute, wir packens wieder, ich nehme euch bei der Hand, ihr braucht keine Angst vor der\u00a0 Zukunft haben. Ich bin ja dabei.<\/p>\n<p>\u201eIch bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: F\u00fcrchte dich nicht, ich helfe dir.\u201d Gott hat dem Volk Israel damals die Hand gereicht; sie haben sie ergriffen und sind damit gut gefahren. Es ging wieder aufw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>diese Worte des Jesaja von dem Gott, der uns an der Hand nimmt, haben viele Facetten:<\/p>\n<p>&#8211; Wir haben einen Gott, der uns die Hand hinstreckt, damit wir wieder auf die Beine kommen, wenn mir m\u00fcde, entt\u00e4uscht und frustriert sind.<br \/>\n&#8211; Wir haben einen, der uns auch in schweren Zeiten nahe ist, dem unser Elend genauso das Herz zerrei \u00dft.<br \/>\n&#8211; Wir kennen den Gott, der uns auf den richtigen Wegen f\u00fchren will, bei dem es riskant sein kann, wenn man sich im falschen Moment lo\u00dfrei\u00dfen will.<br \/>\n&#8211; Und wir k\u00f6nnen froh sein, \u00fcber einen Gott der uns in Jesus die Hand reicht, als Freund, als derjenige, der uns lieb hat.<\/p>\n<p>Dir, lieber Valentin w\u00fcnsche ich, dass due gerade diesen letzten Aspekt &#8211; Gott als deinen Freund &#8211; ganz oft erlebst.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jes 41,13: Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: F\u00fcrchte dich nicht, ich helfe dir Liebe Familie P., Am Sonntagnachmittag ist Spaziergehzeit. 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