{"id":1353,"date":"2009-10-27T22:41:02","date_gmt":"2009-10-27T21:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1353"},"modified":"2017-10-24T18:35:36","modified_gmt":"2017-10-24T17:35:36","slug":"predigt-den-felsen-der-hoffnung-besteigen-mt-77-25-oktober-2009-taufe-von-gaetan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1353","title":{"rendered":"Predigt: Den Felsen der Hoffnung besteigen (Mt 7,7) 25. Oktober 2009, Taufe von Gaetan"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Predigttext Mt 7,7: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u201e<strong><em>Bitte&#8230;\u201d das selbstverst\u00e4<\/em><\/strong><strong><em>ndlichste Wort f\u00fc<\/em><\/strong><strong><em>r unsere Kinder<\/em><\/strong><br \/>\nPapa, kann ich mal was zu Trinken haben?<br \/>\nMama, kann ich mir den Kaugummi da in den Einkaufswagen legen?<br \/>\nPapa, habt ihr jetzt gen\u00fcgend geredet, k\u00f6nnen wir jetzt weitergehen?<br \/>\nMama, ich kann die Socken nicht finden, kannst du mir helfen zu suchen?<!--more--><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie oft wir als Eltern pro Tag mit solchen Bitten und Fragen bombardiert werden. Man m\u00fcsste glatt mal z\u00e4hlen, auf wieviele man da kommt. Zehn? Hundert? &#8211; Eigentlich ist es egal, denn wir wissen ja, das geh\u00f6rt zu den Kindern dazu: Sie bitten und fragen, wenn sie etwas wollen und brauchen.<br \/>\nBeeindruckend ist, mit welcher Selbstverst\u00e4ndlichkeit diese Fragen kommen. F\u00fcr unsere Kinder ist es offenbar das allernormalste, dass man drum bittet, wenn man was will.\u00a0 Und dabei strahlen\u00a0 sie eine gro\u00dfe Gewissheit aus, das sie das auch bekommen.<br \/>\nNat\u00fcrlich bekommen sie nicht jeden Wunsch erf\u00fcllt &#8211; da w\u00fcrden wir weder den Kindern noch uns selbst einen Gefallen tun &#8211; aber dennoch beeindruckt mich diese innere Haltung: Ich m\u00f6chte etwas, also bitte ich drum, und gehe zun\u00e4chst einmal (sozusagen als Arbeitshypothese) davon aus, dass mein Wunsch erf\u00fcllt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Unsere erwachsene Skepsis <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\n&#8222;bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan&#8220; &#8211; dieser Satz, den Jesus in der Bergpredigt ausgesprochen hat, leuchtet den Kinder absolut selbstverst\u00e4ndlich ein.<br \/>\nAber wir Erwachsene tun uns mit diesem Worten unheimlich schwer. Wenn Jesus so ein vollmundiges Versprechen tut, dann kann doch etwas nicht stimmen. Der nimmt doch garantiert den Mund viel zu voll.<\/p>\n<p>Dass ich alles bekomme, was ich will.<br \/>\nDass ich alles finde, was ich suche.<br \/>\nDass sich mir alle T\u00fcren \u00f6ffnen, an denen ich klopfe.<br \/>\nEs f\u00e4llt mir schwer, das zu glauben.<\/p>\n<p>Und diese Skepsis ist ja nicht die Sturheit eines Ungl\u00e4ubigen. Sondern viele Menschen, die ihr Leben an Gott orientieren, sich in ihrem Leben etwas von ihm erhoffen, die machen ja gerade auch diese ern\u00fcchternden Erfahrungen, dass doch nicht alles so eintritt, wie gew\u00fcnscht.<br \/>\nUnd wenn gerade ganz wichtige Bitten, mit denen wir Gott in den Ohren liegen, nicht erh \u00f6rt werden, dann bohrt sich diese Entt\u00e4uschung tief ins Herz und in unsere Erinnerung.Wenn ich dann diese Worte h\u00f6re: &#8222;Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan&#8220; &#8211; dann habe ich ein echtes Problem, das wirklich wortw\u00f6rtlich ernstzunehmen.<\/p>\n<p><strong><em>Was kann man mit Kl\u00f6tzen so alles anfangen&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Aber jetzt haben Sie, liebe Familie Pfadler, diesen Vers als Taufspruch f\u00fcr Ga\u00ebtan ausgew\u00e4hlt. Da kann ich mich jetzt nicht so einfach drum herumdr\u00fccken. Also liegt er da, wie so ein Klotz in der theologischen Landschaft, und man schleicht verlegen drum herum, weil wir als Erwachsene nicht so recht wissen, was wir damit anfangen sollen. Da hat uns Jesus mit diesem Vers ganz sch\u00f6n was eingebrockt. Buchst\u00e4blich einge-brockt, weil dieser Problem-Brocken seitdem im Weg rumsteht.<br \/>\nNaja, vielleicht sollten wir einmal schauen, was die Kinder damit machen. Oft genug hat Jesus ja gesagt, dass wir Glauben von den Kindern lernen sollten.<br \/>\nWir wissen, was die machen, in der Landschaft so ein Klotz oder kleiner Felsen herumsteht: Die klettern oben drauf und schauen sich die Welt dann von da oben aus an.<br \/>\nW\u00e4re das auch was f\u00fcr uns Erwachsene? Nicht um diesem Koloss von Versprechen heumschleichen, sondern sich oben drauf stellen. Ja: Sich mal auf diese Position begeben und schauen, wie die Welt von da aus aussieht.<br \/>\nUnd wer das versucht, der wird merken, dass mit dieser Zusage Jesu als Standpunkt viele Dinge wirklich ganz anders aussehen. Schwierigkeiten erscheinen kleiner, dunkle Strecken werden heller, Unl\u00f6sbares erscheint in einem neuen Licht. &#8211; Ganz neue Aussichten!<br \/>\nOb ich da immer drauf stehen bleiben kann, oder auch einmal ruterpurzle, dass ist die Frage. Aber diesen ver\u00e4nderten Standpunkt immer wieder einmal auszuprobieren, das ist wirklich etwas wert.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndas menschliche Problem ist ja nicht unser zuviel an Zuversicht, sondern unsere Skepsis, unser Zaudern und unsere Mutlosigkeit. Wir trauen uns oft gar nicht mehr hoch auf diesen Standpunkt des Gottvertrauens. &#8211; Weil wir ja wissen, das wir auch mal wieder auf die Nase fallen.<\/p>\n<p>Wenn Kinder runterfliegen, wird geweint und zwei Minuten sp\u00e4ter kraxeln sie wieder hoch. Wie wir Erwachsene mit solchen Entt\u00e4uschungen, solchen Abst\u00fcrzen umgehen, wissen wir selber &#8230; \u201eblo\u00df nicht mehr da hoch &#8230; es k\u00f6nnte ja was passieren\u201d.<\/p>\n<p><strong><em>Immer wieder Vertrauen wagen:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan&#8220; &#8211; Jesu Worte wollen uns auf diesen Felsen der Hoffnung hochlocken. Damit wir uns \u00f6fter trauen, wie die Kinder zu glauben.<br \/>\nZuversicht haben, trotz Entt\u00e4uschungen.<br \/>\nMutig nach vorne zu gehen, auch wenns keine Vollkasko-Versicherung gibt.<br \/>\nSich von Gott etwas zu erwarten, nicht aufzuh\u00f6ren, ihn mit den eigenen Hoffnungen in den Ohren zu liegen.<br \/>\nSich nicht entmutigen zu lassen, sondern immer wieder einen Anlauf nehmen.<br \/>\nDas macht Glauben aus.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen Sie als Eltern und als Paten ihrem Ga\u00ebtan, genau wie dem Raphael vermitteln: Als ein Kind Gottes kann ich meinen himmlischen Vater genauso oft mit meinen Hoffnungen angehen, wie ich es bei meinen menschlichen Eltern mache.<br \/>\nMut zu haben zum Suchen, zum Bitten, zum Anklopfen.<br \/>\n<strong><em>Gemeinde lebt aus der Hoffnung<\/em><\/strong><br \/>\nWir feiern heute Kirchweih. Vor 516 Jahren hat man diese Kirche hier erbaut.<br \/>\nWer wei\u00df, wie es auss\u00e4he, wenn unsere Vorfahren aufgrund der n\u00fcchternen Aussichten und der vielen Entt\u00e4uschungen nicht den Mut gefasst h\u00e4tten, hier eine Kirche zu bauen.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcrden hier vermutlich auf einer gr\u00fcnen Wiese sitzen &#8211; oder noch wahrscheinlicher: Wir w\u00e4ren gar nicht hier, weil sich Kirche, christliche Gemeinde, erledigt h\u00e4tte. Denn wozu soll das alles gut sein, wenn wir unser Leben nicht auf die Zusage Gottes bauen k\u00f6nnten, dass er uns liebt und es gut mit uns meint?<br \/>\nDann w\u00e4ren wir ein religi\u00f6ser Kulturverein, der die letzten 516 Jahre nicht \u00fcberstanden h\u00e4tte. &#8211; Und da w\u00e4rs dann auch nicht schade drum gewesen.<\/p>\n<p>Aber Gott sei Dank hat es sich anders entwickelt. Immer wieder haben Menschen die Zweifel und die Erfahrung von R\u00fcckschl\u00e4gen hinter sich gelassen, und sind mutig im Vertrauen auf Gottes Hilfe und Segen nach vorne gegangen. Und sie haben gemerkt, dass es sich lohnt.<\/p>\n<p>Jetzt wird wir dran, auch den Mut zu haben,<br \/>\nGott zu bitten, wenn wir etwas brauchen,<br \/>\nbei Gott zu suchen, was uns fehlt,<br \/>\nbei ihm anzuklopfen, wenn wir seine N\u00e4he brauchen.<br \/>\nGanz einfach und mit der Selbstverst\u00e4ndlichkeit, bei der das unsere Kinder bei uns tun.<br \/>\nAmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigttext Mt 7,7: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. \u201eBitte&#8230;\u201d das selbstverst\u00e4ndlichste Wort f\u00fcr unsere Kinder Papa, kann ich mal was zu Trinken haben? Mama, kann ich mir den Kaugummi da in den Einkaufswagen legen? 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