{"id":1351,"date":"2009-10-27T22:38:25","date_gmt":"2009-10-27T20:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1351"},"modified":"2014-05-27T22:40:35","modified_gmt":"2014-05-27T20:40:35","slug":"predigt-leben-und-glauben-waehrend-des-dreissigjaehrigen-kriegs-26-oktober-2009-kirchweih-historienpredigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1351","title":{"rendered":"Predigt: Leben und Glauben w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriegs (26. Oktober 2009) Kirchweih-Historienpredigt"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Predigt mit Lesung aus der Geschichte Gollhofen von 1630 bis 1667<br \/>\nLeben und Glauben w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriegs<\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>der Blick in die Geschichte unserer Kirchengemeinde f\u00fchrt uns heute ins Jahr 1630. Der drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg ist tritt durch die Beteiligung Schwedens unter Gustav Adolf in eine neue Phase.<\/p>\n<p>Kirchlich kann man auf 100 Jahre evangelisches Bekenntnis zur\u00fcckblicken, viele konfessionelle Streitigkeiten sind ausgestanden. F\u00fcr die evangelischen Christen ger\u00e4t gelebte Fr\u00f6mmigkeit immer mehr in den Blick. Der Liederdichter Paul Gerhardt lebte in dieser Zeit. Christliche Erbauungsb\u00fccher finden gro\u00dfen Absatz. <!--more--><\/p>\n<p>Vielleicht hat dies Bewegung zur mystischen Fr\u00f6mmigkeit auch mit dem Bewusstsein der steten Gef\u00e4hrdung durch den Krieg zu tun &#8211; aber genau wissen wir das nicht.<\/p>\n<p>Blicken wir nun nach Gollhofen, was in diesen Jahren geschah.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1630<\/p>\n<p>Gollhofen ist verpflichtet, gro\u00dfe Mengen Lebenmittel an die im Krieg stehenden kaiserlichen Truppen abzuliefern, die ihr Hauptquartier in Ippesheim aufgeschlagen haben. Zugleich gibt es immer wieder n\u00e4chtliche Raubz\u00fcge von kroatischen S\u00f6ldnern. Einmal haben sie sogar den Schulmeister als Geisel verschleppt, der auf Kosten der Kirchengemeinde wieder zur\u00fcckgeholt werden konnte. Pfarrer ist in dieser Zeit Johann Schopf, ein geb\u00fcrtiger Sommerh\u00e4user.<\/p>\n<p>1631<\/p>\n<p>In einer Notiz findet man den Hinweis, das zu dieser Zeit im Dorf eine \u00f6ffentliche Rathausuhr existierte, die der Gemeindeknecht zu stellen hatte. Eine Kirchturmuhr gab es zu dieser Zeit noch nicht.<\/p>\n<p>In den Beerdigungsb\u00fcchern sind f\u00fcr dieses Jahr drei Morde verzeichnet, die von kaiserlichen Soldaten an unschuldigen Gollh\u00f6fern ver\u00fcbt wurden. Darunter eine Hausfrau, die aus dem obersten Stockwerk des Schulhauses gest\u00fcrzt wurde und ein Mann der durch zwei Sch\u00fcsse get\u00f6tet wurde.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter besetzen die Schweden unser Dorf und versuchen am Rathausplatz junge M\u00e4nner zum Eintritt in die Armee zu bewegen.<\/p>\n<p>Am 12. Dezember kommt es zum Gegenangriff der kaiserlichen Truppen. Sie pl\u00fcndern die im Rathaus gelagerten Vorr\u00e4te der Schweden und z\u00fcnden das Rathaus an. Dann verschanzen sie sich zeitweise im befestigten Kirchhof. Dort hatten Dorfbewohner auch Getreidevorr\u00e4te und Vieh untergebracht. Als die Soldaten abziehen ist davon nichts mehr \u00fcbrig.<\/p>\n<p>1632<\/p>\n<p>Erneut wurden die Gollh\u00f6fer angegriffen, diesmal von den Schweden. Die Bev\u00f6lkerung hatte sich in den Kirchhof gefl\u00fcchtet. Man hatte sogar versucht, mittels herabgeworfener Bienenk\u00f6rbe die Angreifer abzuwehren. Letztlich \u00fcberwanden die Soldaten die Kirchhofmauern mit Leitern und nahmen 36 Pferde als Beute mit, so dass die Gollh\u00f6fer kein Einspannvieh mehr hatten<\/p>\n<p>Im gleichen Jahr w\u00fctete in Gollhofen die Pest. So starben allein in diesem Jahr 64 Einwohner an der Seuche. Auch Pfarrer Schopf wird 50-j\u00e4hrig von ihr dahingerafft. Er wird von seinem Nachfolger Johann Caspar Gundermann beerdigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In diesen Tagen ist auch Schwedenk\u00f6nig Gustav Adolf durch Gollhofen gezogen. Im Novemer starb er bei der Schlacht von L\u00fctzen. daraufhin wurde angeordnet, dass es in allen Kirchen Trauer- und Bu\u00dfansprachen geben solle. An drei aufeinanderfolgenden Wochen wurde jeweils Mittwoch vormittag und nachmittags ein Gottesdienst gehalten.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang wird berichtet, dass man damals beim Abendmahl gl\u00e4serne Gef\u00e4\u00dfe f\u00fcr den Wein verwendete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1632 wurde Gollhofen zum schwedischen Garnisonsplatz. Von da an befanden sich die Gollh\u00f6fer in st\u00e4ndiger Bedrohung durch die stationierten oder gerade neu angeworbenen Soldaten. Immer wieder wird von \u00dcbergriffen, Raub und Mord berichtet. Viele Gollh\u00f6fer verlassen nach und nach das Dorf, weil es ihnen zu gef\u00e4hrlich wurde.<\/p>\n<p>Pfarrer Gundermann stirbt nach nur zwei Jahren Dienst. Ihm folgen Pfarrer Semler, der nur sechs Jahre Dienst tut, und Pfarrer Grasser.<\/p>\n<p>Um 1640 ist Gollhofen weitgehend entv\u00f6lkert. Viele Gollh\u00f6fer leben in Uffenheim. Auch kirchlich steht das Leben still, es finden kaum Trauungen oder Taufen statt. Viele Tote werden schnell ohne christliche Feier begraben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1648<\/p>\n<p>Der Westf\u00e4lische Friede beendet den drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Mittlerweile leben in Gollhofen nur noch etwa 150 statt der \u00fcblichen 600 Menschen. Nur langsam kehren die Geflohenen zur\u00fcck und bauen ihre zerst\u00f6rten H\u00e4user auf bzw. richten ihre verw\u00fcsteten und gepl\u00fcnderten Wohnungen wieder her.<\/p>\n<p>Der Schulz von Gollhofen macht sich auf den Weg nach Windsheim, um die dort zur Sicherheit verwahrten Abendmahlsger\u00e4te wieder ins Dorf zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n<p>Die an Schweden zu leistenden Reparationszahlungen konnte Gollhofen &#8211; wie viele andere Orte auch, nicht aufbringen. So sprang der Schenk von Limpurg-Speckfeld in die Bresche und lie\u00df seinen Silberschmuck einschmelzen, um den Gollh\u00f6fern die Bezahlung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Diesen \u201eKredit\u201d zahlten die Gollh\u00f6fer in den kommenden 6 Jahren in Raten zur\u00fcck. Dieser Betrag wurde im Dorf stets als Schmuckgeld bezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis dahin dieser R\u00fcckblick &#8211; nach dem n\u00e4chsten Lied blicken wir besseren Zeiten entgegen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde<\/p>\n<p>nach dem Ende des furchtbaren Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges kehrt allm\u00e4hlich das Leben wieder das Dorf zur\u00fcck. Ich lese auch der Chronik \u00fcber die Jahre ab 1649:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1649<\/p>\n<p>Der Goldschmied von Ochsenfurt erh\u00e4lt aus Gollhofen den Auftrag, zwei Abendmahlskelche zu renovieren und einen zu vergolden. Einen Teil der Kosten hat Lehnhard Fries getragen.<\/p>\n<p>In diesem Jahr wird zum ersten Mal das \u201eFriedensfest\u201d gefeiert. Es begann mit einem Gottesdienst, in dem eine Friedenspredigt gehalten wurde, anschlie\u00dfend zog die ganze Gemeinde geordnet, mit Fahnen, zu dem freien Platz bei den Linden. Dort feierte die Jugend mit Musik und Tanz, w\u00e4hren die Oberen des Ortes bis in die Nacht hinein festlich schlemmten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Folge des Kriegs waren viele H\u00f6fe verwaist, weil alle Bewohner umgekommen waren oder nach der Flucht nicht mehr zur\u00fcckkehren wollten. So kam nun auch viel frisches Blut nach Gollhofen: In den ersten 20 Jahren nach\u00a0 Kriegesende lie\u00dfen sich 54 fremde Familien hier nieder. Diese Familien mussten nicht nur die ausgebrannten H\u00f6fe wiederaufbauen, sondern hatten auch gro\u00dfe Plage mit den mit Unkraut zugewachsenen Feldern. Gegen Geckenheim hin waren viele Felder inzwischen auch zum Wald geworden.<\/p>\n<p>Es hatten sich auch die W\u00f6lfe stark vermehrt, so dass man am westlichen Dorfrand Wolfsgruben anlegen musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1651<\/p>\n<p>Das Kirchendach wurde neu gedeckt, der Taufstein erhielt einen h\u00f6zernen Deckel mit zahlreichen gedrechselten Kn\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter wurden die gro\u00dfe und die mittlere Glocke neu im Turm aufgeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>In dieser Zeit ist Pfarrer Michael Grasser im Amt, und wird als eifriger Prediger und redlicher Mann gesch\u00e4tzt. Er stirbt 58-j\u00e4hrig im Jahr 1657. Johann Erhard Bauer folgt ihm nach. Er stammte aus Lobenstein (nur 2 Km von meiner Heimatstadt entfernt), war vorher in Ungarn und in Adelhofen als Pfarrer t\u00e4tig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1660<\/p>\n<p>Es wird gebaut: Ein Kapellent\u00fcrmlein wird gezimmert; vielleicht ist damit der Aufbau auf dem jetzigen Rathausdach gemeint. Auch wird das Pfarrhaus neu gebaut. Zumindest wird berichtet, dass 120 Baumst\u00e4mme f\u00fcr den Pfarrhausbau aus Bergel geholt worden sind.<\/p>\n<p>In diesem Jahr ist es auch zu einem Kirchenraub gekommen. Es gibt keine Aufstellung der gestohlenen Dinge. Allerdings kann man vermuten, dass die T\u00e4ter einen Teil der\u00a0 Abendmahlsger\u00e4te geraubt haben. Denn ein Jahr sp\u00e4ter stiftet der schon erw\u00e4hnte Leonhard Fries zusammen mit seiner Frau die Hostiendose, einen Kelch und einen Teller, die auch noch heute im Besitz unserer Kirche sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1662<\/p>\n<p>Die Kirche wird innen mit 700 Backsteinen gepflastert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1663<\/p>\n<p>Pfr Hahn schreibt: \u201eNeues \u00d6rgelein in der hiesigen Kirche\u201d. Der Pfarrer von Neustadt hat mit einigen Helfern hat die Orgel nach Gollhofen gebracht und hier innerhalb von zwei Tagen und zwei N\u00e4chten aufgebaut. Der Herr Rektor aus Uffenheim musste sogleich nach Gollhofen kommen, um das \u00d6rgelein zu probieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1664 sind die Gollh\u00f6fer in Sachen Orgel auf den Geschmack gekommen. Bei dem Orgelbauer in Marktbreit wird eine neue Orgel in Planung gegeben. \u00dcber den tats\u00e4chlichen Kauf der Orgel findet sich allerdings kein Beleg. Erst 30 Jahre sp\u00e4ter ist in der Chronik von einer neuerrichteten Orgel die Rede.<\/p>\n<p>Die Gollh\u00f6fer Gemeinde spendet der Gemeinde Martinsheim f\u00fcr den dortigen Kirchbau mehr als 5 Taler.<\/p>\n<p>Es gibt wieder einen Pfarrerwechsel, Georg Philip Winkler folgt dem verstorbenen Pfarrer Bauer nach. Winkler ist zu diesem Zeitpunkt\u00a0 32 Jahre alt.<\/p>\n<p>Auch er ist bis zu seinem Tod in Gollhofen Pfarrer. Bis dahin bringt er es auf eine Amtszeit von 39 Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1667<\/p>\n<p>wird der Kirchturm erneuert. Der alte Fachwerk-Turm wird abgebrochen, und wieder neu ebenfalls als Fachwerkbau aufgerichtet. Ein Orgelmacher aus Rothenburg erh\u00e4lt den Auftrag, die Gollh\u00f6fer Orgel zu reparieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>soweit unser heutiger Blick in die Geschichte der Kirchengemeinde Gollhofen. 37 Jahre. Ein halbes Menschenleben. Als ich mich so langsam durch die Aufzeichnungen meiner Vorg\u00e4nger hindurch-gelesen habe, ist mir immer bewusster geworden, welche Horrorzeit das gewesen ist. Qu\u00e4lend lange haben die stationierten Soldaten das Dorf Gollhofen in ihrer Gewalt gehabt. Macht ausge\u00fcbt, manchmal sicher aus niedertr\u00e4chtigen Beweggr\u00fcnden. Zugleich wei\u00df man auch: In diesen Kriegszeiten war es selbstverst\u00e4ndlich, dass sich die Soldaten von der Bev\u00f6lkerung versorgen lie\u00dfen &#8211; und sich gegebenenfalls nahmen, was sie brauchten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bewohner ein Alptraum, der \u00fcber lange Jahre nicht enden wollte. Von 1632 bis 48, 16 Jahre lang! Hilflos und ausgeliefert. Die einzige M\u00f6glichkeit, dieser Situation zu entrinnen bestand darin, dass man alles, was man hatte aufgab, und versuchte woanders unterzukommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWie gut, dass es so etwas nicht mehr gibt.\u201d W\u00fcrde ich gerne sagen &#8211; Nein, das stimmt nicht! So etwas gibt es bis heute. In Ostafrika, wo bewaffnete Milizen ganze Landstriche unter ihre Kontrolle bringen, sie rauben, morden und pl\u00fcndern &#8211; keiner kann sie aufhalten. Menschen fliehen zB. aus Somalia ins benachbarte Kenia. Im gr\u00f6\u00dften Fl\u00fcchtlingslager Dadaab leben etwa 280.000 Menschen. Manche warten dort schon 17 Jahre lang darauf, dass sie wieder in ihre Heimat zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Aber solange dort keine Armee f\u00fcr Ordnung sorgt, wissen sie, dass dort der Tod auf sie warten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Wahnsinn aus dem 17 Jahrhundert, den gibts auch heute hoch. Und es ist eine Trag\u00f6die, die einen sprachlos und hilflos zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Und auch w\u00fctend &#8211; weil damals wie heute es immer Interessengruppen gibt, die gar kein Ende dieser Situation wollen. Krisengewinnler, Warlords, die aus dem Elend der Menschen noch Profit schlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Etwas anderes: In den Aufzeichnungen zu diesen schweren Jahren ist mir aufgefallen, dass kaum ein Wort zu dem zu finden war, was \u201ein der Kirche\u201d los war. In den Jahrzehnten davor und auch sp\u00e4ter finden wir immer wieder und haupts\u00e4chlich Mitteilungen \u00fcber kirchliche Bauma\u00dfnahmen, neue Traditionen, Ver\u00e4nderungen und Projekte. Aber in den Zeiten des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriegs und der immerhin fast 20-j\u00e4hrigen Zeit des Wiederaufbaus des Dorfes ist da kaum etwas zu finden. Erst danach geht es buchst\u00e4blich rund und an allen Ecken und Enden wird gebaut, renoviert. War das kirchliche und geistliche Leben in dieser schweren Zeit lahmgelegt? Was war da los?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich dr\u00e4ngt sich dieser Eindruck auf. Aber ich muss vorsichtig sein: Die Chronik beschreibt vor allem sichtbare Ver\u00e4nderungen und Lebens\u00e4u\u00dferungen der Gemeinde. Was sich nicht auf den Seiten der Kirchenb\u00fccher niederschl\u00e4gt, ist der Glaube der Menschen in dieser Zeit.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wird Gollhofen keine Ausnahme gewesen sein: Wir reden von einer Zeit, wo Menschen ihre Fr\u00f6mmigkeit in aller Stille entdeckten. Da war es nicht so wichtig, wie pr\u00e4chtig der Schalldeckel der Kanzel geschm\u00fcckt ist. Die Fragestellung der Menschen, die Paul Gerhardts Lieder sangen und Johann Arndts Andachtsb\u00fccher lasen, war eine andere: Wie kann ich mein geistliches Leben an Jesus Christus orientieren? Wie kann mir mein Glaube auch in schwerer Zeit, in Krisen, in Anfechtungen und Not helfen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht so recht, ob man da einen Zusammenhang herstellen kann oder darf\u00a0 &#8211; zwischen der Lebenssituation w\u00e4hrend des Krieges oder dieser damals neuen Tendenz der Fr\u00f6mmigkeit, sie sich nach innen orientierte. Aber doch sehe ich, wie der Glaube der Menschen damals seinen Weg gefunden hat, nicht unterzugehen, sondern in den Menschen lebendig zu sein und ihnen Kraft zu geben.<\/p>\n<p>De Glaube hat nicht aufgeh\u00f6rt &#8211; obwohl die Frage \u201ewarum l\u00e4sst Gott das zu\u201d sicher f\u00fcr viele immer wieder im Raum stand. Die Berichte vom geistlichen Leben, dass dann nach den Kriegsjahren auch wieder nach au\u00dfen sichtbare Bl\u00fcten gezeigt hat, spricht da B\u00e4nde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und dieser Blick lehrt mich, und vielleicht auch ihnen, Respekt vor der Kraft, die in unserem christlichen Glauben steckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt mit Lesung aus der Geschichte Gollhofen von 1630 bis 1667 Leben und Glauben w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriegs Liebe Gemeinde, der Blick in die Geschichte unserer Kirchengemeinde f\u00fchrt uns heute ins Jahr 1630. Der drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg ist tritt durch die Beteiligung Schwedens unter Gustav Adolf in eine neue Phase. 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