{"id":1347,"date":"2009-11-27T22:32:43","date_gmt":"2009-11-27T21:32:43","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1347"},"modified":"2021-01-26T21:05:38","modified_gmt":"2021-01-26T20:05:38","slug":"predigt-zur-taufe-von-anna-und-leni-gottes-haende-28-november-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1347","title":{"rendered":"Predigt zur Taufe von Anna und Leni: Gottes H\u00e4nde, 28. November 2009"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>Psalm 73,23: Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand<\/em><br \/>\n<em>und Psalm 139,5: Von allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Liebe Tauffamilie, liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>am Freitag abend schauen die Seidels gerne mal die Kochsendung im ZDF. Promi-K\u00f6che wie Johann Lafer, Alfons Schuhbeck oder Cornelia Poletto unterhielten sich blendend und kochten auch noch nebenbei.<br \/>\nEine Szene hat mich da v\u00f6llig ins Schleudern gebracht: Da zeigte die Kamera in Nahaufnahme, wie einer von denen mit gro\u00dfer Hingabe den Teig f\u00fcr italienische Gnocci knetete. Kneten &#8230; ist zuviel gesagt &#8230; diese H\u00e4nde, die man da sah streichelten den Teig, w\u00e4lzten, stuppsten und massierten. Sch\u00f6ne zarte, weiche H\u00e4nde. &#8211; Das macht sie sch\u00f6n, die Frau Poletto. Aber halt, stimmt gar nicht, als die Kamera in die Totale ging wars klar: Diese bewundernswerten H\u00e4nde geh\u00f6rten nicht der jungen K\u00f6chin, sondern Johann Lafer.\u00a0 &#8211; Ich war richtig \u00fcberrascht; beim Lafer h\u00e4tte ich ganz andere Pratzen erwartet!<!--more--><\/p>\n<p>Da merke ich: Die H\u00e4nde sich wichtig, nur achten wir viel zu selten darauf, zumindest die M\u00e4nner unter uns. Die Frauen sind da anders, die Umfrage einer Partnervermittlung hat im Fr\u00fchjahr ergeben: Jede zweite Frau schaut zuallererst auf die H\u00e4nde eines Mannes.<br \/>\nSo \u00e4hnlich machen das\u00a0 Ihre beiden T\u00f6chter, denn die sehen beide auch auf die H\u00e4nde &#8211; die H\u00e4nde Gottes n\u00e4mlich.<\/p>\n<p>Anna blickt auf die Hand Gottes, mit der er sie bei ihrer Hand nimmt: Im Psalm 73,23 hei\u00dft es: Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand.<\/p>\n<p>Leni sieht die Hand Gottes im Psalm 139 sch\u00fctzend \u00fcber sich: Von allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir.<\/p>\n<p>So machen wir den beiden einmal den Gefallen uns schauen uns die H\u00e4nde Gottes einmal genauer an.<\/p>\n<p>Die sch\u00fctzenden H\u00e4nde<\/p>\n<p>Wenn ich mit Leni zusammen nach oben schaue &#8211; da sehe ich vor meinem innere Auge die sch\u00fctzenden H\u00e4nde Gottes. Gro\u00df, stark, fest &#8211; \u00fcber uns Menschen aufgespannt wie ein Regenschirm. Sie entsprechen unserem Bed\u00fcrfnis, geborgen zu sein in der N\u00e4he eines St\u00e4rkeren. Denn wir sind uns ja bewusst, dass das Leben voller Gefahren und Unw\u00e4gbarkeiten steckt, dass wir nicht f\u00fcr alles vorsorgen k\u00f6nnen, nicht jedes Lebensrisiko ausschalten k\u00f6nnen. Darum ruht unsere Hoffnung darauf, dass Gott auf uns achtet, er uns bewahrt und besch\u00fctzt.<br \/>\nUnd damit entsteht auch Beziehung. &#8211; Ich rede mit Gott, sch\u00fctte ihm mein Herz aus, teile mit ihm meine Hoffnungen und Bef\u00fcrchtungen. Und im Laufe meines Lebens gewinnt der Blick auf diese sch\u00fctzendem H\u00e4nde immer mehr diese pers\u00f6nliche Dimension. Dass \u201eder da oben\u201d eben keine fremde Schutzmacht ist, die halt ihren Job macht, sondern ich ihn als himmlischen Vater erlebe, der mich auch sicher durch die schwierigen und gefahrvollen Lebensabschnitte begleitet.<\/p>\n<p>Die f\u00fchrenden H\u00e4nde<\/p>\n<p>Und da tauchen diese weitgespannten Segensh\u00e4nde in ganz anderer Weise wieder auf: N\u00e4mlich als Hand, die Gott mir reicht, mit der er mich bei meiner Hand nimmt. Gott als der, der mir voraus geht, mit geht, der mich nicht los l\u00e4sst.<br \/>\nAnnas Taufspruch l\u00e4sst sie sichtbar werden: Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand. Als Eltern wissen Sie, welche Wunder eine hingestreckte Hand bewirken kann. Ich denke da an die Weihnachtsmann-Station in Uffenheim beim Abend der Lichter. So neugierig die Kleinen auch sind, da gibt es schon viele, die trauen sich nicht so richtig hin zum gro\u00dfen wei\u00dfb\u00e4rtigen Weihnachtsmann. Da gibst so eine Mischung von Unbehagen, Sch\u00fcchternheit, Unsicherheit &#8230; aber wenn Mama sagt: Komm, gib mir deine Hand, ich gehe mit dir mit &#8211; dann ist das alles kein Problem.<\/p>\n<p>Sich von Gott bei der Hand nehmen lassen &#8211; ein Thema nicht nur f\u00fcr Kinder.<br \/>\nAuch mir als Erwachsenen tut es gut, wenn ich wei \u00df, dass ich mich nicht allein durchs Leben k\u00e4mpfen muss, dass da ein Gott, ist der mich begleitet. Auch ein Gott, dessen Hand mir einmal eine Richtung zeigen kann. Wenn er den Weg der N\u00e4chstenliebe und Vers\u00f6hnungsbereitschaft geht, ist das doch schon mal eine Richtung, wo ich wei\u00df: Mit ihm kann ich diesen Weg gehen; da geht er voran. Beim Weg des Egoismus und Lieblosigkeit werde ich wahrscheinlich vergeblich nach seiner Hand suchen.<br \/>\nDennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand.<br \/>\nDieser Taufspruch ist die Aussage eines Menschen, der sich entscheidet, Gottes Wege zu gehen. Sich von ihm f\u00fchren und begleiten zu lassen.<\/p>\n<p>H\u00e4nde, die mir den Weg versperren<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Gottes H\u00e4nde &#8211; Seine Hand streckt er mir immer hin, aber er hei\u00dft nicht jeden Weg gut, den ich einschlagen will.<br \/>\nIch habe manchmal das Gef\u00fchl, diese H\u00e4nde Gottes sind da manchmal mit im Spiel &#8230; aber anders, als ich es gern h\u00e4tte. Da nimmst du dir war vor, hat einen Plan, und bist der \u00dcberzeugung, dass es richtig ist. Aber das klappt nicht. Es geht nicht vorw\u00e4rts, alle Anstrengung ist vergeblich &#8211; als wenn da irgendwo eine unsichtbare Hand w\u00e4re, die verhindert, dass was weitergeht.<\/p>\n<p>Wer so etwas erlebt der wei\u00df, wie bl\u00f6d das ist, wieviel Energie man dabei unn\u00fctz aufwendet, wie einen das verzweifeln und wahnsinnig werden lassen kann.<\/p>\n<p>Ich hab das im letzten Vierteljahr selber erlebt. Wie das mich gewurmt hat. Ich war \u00dcberzeugung: So muss es gehen, aber es hat sich nichts getan &#8211; eher r\u00fcckw\u00e4rts als vorw\u00e4rts. Erst als ich begonnen habe, einen anderen Weg zum Ziel zu gehen, habe ich gemerkt: Mann, dein Weg, von dem zu \u00fcberzeugt warst, einfach der falsche.\u00a0 Wie gut, dass du ihn nicht gegangen bis &#8211; oder genauer gesagt &#8211; nicht gehen konntest: Weil er nicht zum Ziel gef\u00fchrt h\u00e4tte.<br \/>\nIch habe das Gef\u00fchl: Da war so eine Hand Gottes, die da dazwischen stand &#8211; meinem Stursch\u00e4del im Weg. Hat mir viel \u00c4rger bereitet und Nerven gekostet -aber letztlich war es wohl gut so.<\/p>\n<p>Gottes Hand und meine H\u00e4nde sind sich nicht immer einig; die liegen da manchmal im Streit. Das ist eben auch ein Teil unser Lebenserfahrung.<br \/>\nEs gibt Dinge, die seine H\u00e4nde tun, die uns nicht gefallen.<br \/>\nDa geschehen Ungl\u00fccke, die seine H\u00e4nde nicht verhindern.<br \/>\nDa verhallen Gebete scheinbar ungeh\u00f6rt, und Gottes H\u00e4nde r\u00fchren sich nicht.<\/p>\n<p>Das zu verschweigen w\u00e4re falsch. Aber in der Summe scheint es doch besser zu sein, mit diesen H\u00e4nden Gottes zu leben, als auf sie verzichten zu wollen. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand. Dieses \u201eDennoch\u201d bringt es auf den Punkt: Auch wenn nicht alles so verl\u00e4uft, wie wir es gerne h\u00e4tten &#8211; trotzdem will ich an Gottes Hand mein Leben f\u00fchren.<\/p>\n<p>Sie, liebe Paten und Eltern, haben die Aufgabe \u00fcbernommen, den beiden M\u00e4dchen auf diesem Weg an der Hand Gottes beizustehen. Da kann das, was ich heute angesprochen\u00a0 habe, ein Baustein sein. Aber letztlich ist es wie immer in der Erziehung: Unsere Kinder lernen, indem sie von unserem Leben abschauen.<\/p>\n<p>Wie wir damit umgehen &#8211; mit der Frage nach Gott.<br \/>\nSie erkennen, ob wir verzagt oder mit Vertrauen auf Gottes Schutz unseren Weg gehen.<br \/>\nSie lernen von uns, wie wir mit Krisen und versperrten Wegen umgehen.<br \/>\nSie schauen sich bei uns ab, ob wir bei Entscheidungen f\u00fcrs Leben nach christlichen Ma\u00dfst\u00e4ben fragen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen, den beiden M\u00e4dchen und uns allen, dass uns Gottes H\u00e4nde sch\u00fctzen, und dass wir den Mut haben Gottes H\u00e4nde auf unserem Lebensweg zu ergreifen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psalm 73,23: Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand und Psalm 139,5: Von allen Seiten umgibst du mich und h\u00e4ltst deine Hand \u00fcber mir. 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