{"id":1345,"date":"2009-12-13T22:29:55","date_gmt":"2009-12-13T21:29:55","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1345"},"modified":"2021-12-14T08:32:58","modified_gmt":"2021-12-14T07:32:58","slug":"predigt-haushalter-der-geheimnisse-gottes-1-kor-4-1-5-13-dezember-2009-3-advent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1345","title":{"rendered":"Predigt: Haushalter der Geheimnisse Gottes (1. Kor 4, 1-5),  13. Dezember 2009 &#8211; 3. Advent"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(135deg,rgb(255,226,148) 2%,rgb(186,162,144) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"797\" data-attachment-id=\"4913\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=4913\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?fit=1920%2C1739&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1920,1739\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;NIKON D7200&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;85&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;4500&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.004&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"chest-gf7a5c2a70_1920\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Alexas_Fotos\/pixabay&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?fit=880%2C797&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=880%2C797&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4913 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=1024%2C927&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=300%2C272&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=768%2C696&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=1536%2C1391&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=331%2C300&amp;ssl=1 331w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?resize=150%2C136&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/chest-gf7a5c2a70_1920.jpg?w=1760&amp;ssl=1 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-medium-font-size\">1 Korinther 4, 1-5<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bilden uns gerne und schnell Urteile \u00fcber Menschen und Sachverhalte. Aber wie oft kratzen wir dabei oft nur an der Oberfl\u00e4che und sehen das Eigentliche nicht? <br>Nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich geschieht das, sondern auch bei den geheimnisvollen Fragen des Glaubens.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>Liebe Gemeinde.<\/p>\n<p>Miriam ist sauer auf ihre Deutschlehrerin. In der wichtigen zehnten Klasse hat sie eine Schulaufgabe mit einer 6 benotet: \u201eThemaverfehlung, da gibts nicht viel zu retten\u201d, hat die Lehrerin gesagt. Aber Miriam sieht das nicht so, sie hat die Aufgabenstellung der Schulaufgabe ganz anders verstanden &#8211; und blo\u00df weil die Lehrerin nur die eine Deutung der Fragestellung zul\u00e4sst, kassierte Miriam die sechs! Obwohl die Arbeit an sich ganz ordentlich war &#8211; aber eben am Thema vorbei &#8211; zumindest sah die Lehrerin das so. Und damit war die Diskussion f\u00fcr sie beendet.<!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr Miriam nicht: Sie \u00e4rgert sich noch immer dar\u00fcber &#8211; obwohl das alles jetzt schon 25 Jahre her ist und sie durch diese Schulaufgaben-Sechs keine weiteren Probleme bekommen hat. Aber \u00fcber die empfundene Ungerechtigkeit damals regt sie sich auch heute noch auf, wenn sie daran denkt.<br>Ungerecht beurteilt werden. Unschuldig abgeurteilt werden. Das sind Erfahrungen, die viele Menschen nicht so einfach wegstecken k\u00f6nnen. Wenn man sich ungerechtfertigt ins schlechte Licht gestellt f\u00fchlt, dann muss man sich wehren &#8211; das ist anscheinend ein menschliches Grundbed\u00fcrfnis.<\/p>\n<p>Auch der hochgesch\u00e4tzte Apostel Paulus musste mit solchen Erfahrungen k\u00e4mpfen. Er erlebte, dass in der Gemeinde, die er gegr\u00fcndet hatte, andere ihn zunehmend schlechtredeten. Er war derweil hunderte von Kilometern entfernt in Ephesus &#8211; und so blieb ihm nichts anderes \u00fcbrig, als in einem Brief der Gemeinde ins Gewissen zu reden.<br>Einen kleinen Ausschnitt davon h\u00f6ren wir im heutigen Predigttext aus dem 1. Korintherbrief.<\/p>\n<p><em>Daf\u00fcr halte uns jedermann: f\u00fcr Diener Christi und Haushalter \u00fcber Gottes Geheimnisse. [2] Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie f\u00fcr treu befunden werden. [3] Mir aber ist&#8217;s ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. [4] Ich bin mir zwar nichts bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist&#8217;s aber, der mich richtet. [5] Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>mir aber ist&#8217;s ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht &#8211; ein Satz, fast wie in Stein gemei\u00dfelt, edel und souver\u00e4n formuliert. Da steckt was drin:<br>Eigentlich kann es mir egal sein, was Menschen \u00fcber mich denken.<br>Und: Darum werde ich auch \u00fcber Andere Menschen nicht urteilen.<\/p>\n<p>Wenn das so einfach w\u00e4re, wie es klingt, dann k\u00f6nnte ich jetzt von der Kanzel herunter, weil ich\u0301s ihnen ja nur mal wieder in Erinnerung rufen wollte, dass wir ja alle nicht vom Urteil anderer abh\u00e4ngig sind, und auch selber nicht<br>\u00fcber andere urteilen wollen. Aber so einfach ist es eben nicht.<br>Auch nicht f\u00fcr den Apostel Paulus &#8211; trotz dieses sch\u00f6nen Satzes. Denn sonst w\u00fcrde er nicht mehrere Kapitel hinweg mit dem Korinthern herumstreiten, weshalb sie ihn so negativ bewerten.<\/p>\n<p>Es geht ja um etwas zutiefst menschliches: Ich habe als Mensch in der Regel ein Grundbed\u00fcrfnis, von Anderen geliebt und angenommen zu werden. Darum ist mir nicht egal, wenn Andere mich anders sehen, als ich mich selbst einsch\u00e4tze. Wenn andere mich negativ beurteilen, obwohl ich meine, nach au\u00dfen ein ganz passables Bild abzugeben &#8211; dann l\u00e4sst mich das nicht kalt.<\/p>\n<p>Mein Wert als Mensch &#8211; da hat Paulus ja v\u00f6llig recht &#8211; steht und f\u00e4llt nicht mit dem Urteil der Anderen. Aber doch wurmt es mich, wenn sie kein gutes Bild von mir haben.<br>Umgekehrt ist es mit dem \u201eUrteilen\u201d auch so ein Dilemma: \u201eIch richte selbst nicht\u201d hat der Apostel geschrieben &#8211; ja, Paulus, wenn du das schaffst, tust du dir und anderen Menschen einen gro\u00dfen Gefallen. Denn wir wissen ja, wie vorl\u00e4ufig und oberfl\u00e4chlich unsere Urteile \u00fcber andere oft ausfallen. Wir k\u00f6nnen nicht in die Menschen reinschauen. Darum ist es ja auch nicht unsere Aufgabe, Urteile zu f\u00e4llen.<\/p>\n<p>Aber trotzdem kann ich mich dem allen nicht so einfach entziehen: Ich habe ja zwei Augen und nehme wahr, wie Menschen leben, was sie sagen, wie sie sich verhalten. Da entsteht zwangsl\u00e4ufig ein Bild von einer Person &#8230; und schon bin ich dabei, mir eine Meinung, ein Urteil zu bilden. Das l\u00e4sst sich ja kaum vermeiden.<\/p>\n<p>Da ist es manchmal eine richtige innere Kraftanstrengung, jemanden nicht in eine bestimmte Schublade einzusortieren. Sondern offen zu lassen, dass da noch was anderes ist, neben dem, was ich da so sehe oder zu sehen glaube.<\/p>\n<p>Ist der Herr Mustermann wirklich so ein fauler Strick, der sich auf Hartz4 ausruht, seine Frau das Holz hacken l\u00e4sst und den Pascha macht? Oder wei\u00df ich nur nicht, dass er von Depressionen zerfressen aus seinem Sofa sitzt &#8211; er so gerne wieder raus gehen und arbeiten m\u00f6chte &#8211; aber diese psychische Krankheit, von der er niemanden zu erz\u00e4hlen traut, nagelt ihn f\u00f6rmlich in der Wohnung fest.<\/p>\n<p>Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br>Paulus schreibt in diesem Abschnitt seiner Briefes nicht nur, was er nicht will, und was ihm nicht gef\u00e4llt, sondern gleich in den ersten Zeilen macht er deutlich, was will.<\/p>\n<p>Ich bin Diener Gottes und Haushalter \u00fcber Gottes Geheimnisse. &#8211; Moment, ich muss da noch mal genau hinsehen. Er schreibt: Daf\u00fcr halte uns jedermann: f\u00fcr Diener Christi und Haushalter \u00fcber Gottes Geheimnisse. \u201eUns\u201d steht da. Diesen Job hat nicht nur Paulus, sondern \u201ewir\u201d &#8211; und als evangelischer Christ komme ich nicht drum herum: Da sind wir alle gemeint.<\/p>\n<p>\u201eHaushalter \u00fcber Gottes Geheimnisse\u201d: eine interessante Berufsbezeichnung. Ein Haushalter, heute w\u00fcrde man vielleicht Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer sagen &#8211; Paulus hat da \u201eOikonomos\u201d, also \u00d6konom geschrieben &#8211;&nbsp; hat die Aufgabe, das ihm Anvertraute nach besten Kr\u00e4ften zu verwalten, so dass es gewinnbringend, zum Wohl aller eingesetzt wird. Das hat Dynamik &#8211; da soll etwas gemacht, etwas verbreitet,&nbsp; Handel getrieben werden.<\/p>\n<p>Und zwar mit dem Geheimnissen Gottes. Und auch da greife ich mal auf das griechische Wort zur\u00fcck, das Paulus da geschrieben hat, denn das kennen wir: Mysterium &#8211; das Geheimnisvolle &#8211; das, was wir nicht einfach so erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, aber das uns fasziniert und fesselt. Eben, weil es anders ist, als unsere sonstige Welt. Da Geheimnis Gottes, die Erfahrung, dass Gott anders handelt, als wir es gew\u00f6hnlich erwarten oder selber tun w\u00fcrden.<br>Dass Gott ein Baby in die Welt schickt, um die Menschen zu befreien.<br>Dass er Wunder tut und damit unsere Vorstellung von dieser geregelten Welt durchbricht.<br>Dass er als Gottes Sohn sich von Menschen kreuzigen l\u00e4sst.<br>Dass ein Toter wieder aufersteht und damit dem Tod die Macht entrei\u00dft.<\/p>\n<p>Das ist letztlich nicht einfach logisch erkl\u00e4rbar, ein Mysterium. Und das ist das Besondere am Glauben. Dass er offen ist f\u00fcr etwas, was wir nicht so einfach beschreiben k\u00f6nnen, f\u00fcr diese andere Welt, die f\u00fcr uns unsichtbar und oft fremd ist.<br>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer f\u00fcr die Verbreitung dieses Geheimnisses.<br>Leute, die andere mitnehmen auf dem Weg, des Glaubens.<br>Die andere ermutigen, auf Gott zu vertrauen. Die ihm zutrauen, dass sich durch ihn im Leben etwas ver\u00e4ndern kann.<br>Leute, die Advent und Weihnachten als Zeit gestalten die an die Geburt Jesu erinnert, und nicht an den Weihnachtsmann. &#8211; Ohne miesepetrig und besserwisserisch die anderen zu belehren, dass die Weihnachten \u201efalsch\u201d feiern.&nbsp; Leute die sich und anderen einfach bewusst machen: Es geht darum, dass Gott mit diesem Kind in unsere Welt hineingekommen ist &#8211; auch wenns schwer zu verstehen ist &#8211; aber daf\u00fcr ist es ja auch ein Mysterium.<\/p>\n<p>Haushalter \u00fcber Gottes Geheimnisse. Keine Geheimniskr\u00e4mer, die aus ihrem Glauben ein Staatsgeheimnis machen, sondern Menschen, die andere einladen, Weihnachten als Fest des Glaubens zu feiern.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir bilden uns gerne und schnell Urteile \u00fcber Menschen und Sachverhalte. 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