{"id":1330,"date":"2010-01-24T23:10:04","date_gmt":"2010-01-24T22:10:04","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1330"},"modified":"2022-01-24T09:04:12","modified_gmt":"2022-01-24T08:04:12","slug":"predigt-aus-der-krise-zum-licht-2-korinther-4-6-11-24-januar-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1330","title":{"rendered":"Predigt: Aus der Krise zum Licht (2. Korinther 4, 6-11) 24. Januar 2010"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background:linear-gradient(135deg,rgb(253,253,253) 0%,rgb(0,208,130) 100%)\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"228\" data-attachment-id=\"1331\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1331\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?fit=350%2C228&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"350,228\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"krise\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?fit=350%2C228&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?resize=350%2C228&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1331 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?w=350&amp;ssl=1 350w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?resize=300%2C195&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?resize=150%2C98&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/krise.jpg?resize=230%2C150&amp;ssl=1 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">2. Kor 4, 6-11<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Eine Krise positiv als Chance sehen&#8220; &#8211; manchmal mag man diesen Appell schon nicht mehr h\u00f6ren. Aber Paulus kann nicht anders!<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p>Predigttext:<br \/><i>[6] Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entst\u00fcnde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. [7] Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gef\u00e4\u00dfen, damit die \u00fcberschw\u00e4ngliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. [8] Wir sind von allen Seiten bedr\u00e4ngt, aber wir \u00e4ngstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. [9] Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdr\u00fcckt, aber wir kommen nicht um. [10] Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.<\/i><!--more--><\/p>\n<p><b><i>Paulus in der Krise?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>was ist dem Apostel Paulus wohl manchmal durch den Kopf gegangen, wenn er abends irgendwo in einem kleinen St\u00e4dtchen in Kleinasien auf seiner Matte lag und darauf wartete, dass er einschl\u00e4ft?<\/p>\n<p>Da liegst du hier, weit weg von deiner Heimat, f\u00fcr ein paar Wochen einquartiert bei einer Familie, die sich bereiterkl\u00e4rt hat, dich f\u00fcr ein paar Wochen aufzunehmen. Unbequem ist es, du sp\u00fcrst, dass du ihnen zur Last f\u00e4llst &#8211; auch wenn sie das Gegenteil behaupten. Aber jeder merkt, dass der Platz im Haus eigentlich nicht reicht.<br \/>Jeden Tag versuche ich Leute vom Glauben an Jesus Christus zu \u00fcberzeugen, sie zu gewinnen, sie einzuladen zu den Gottesdiensten am Abend. Am Marktplatz, in den Gassen,\u00a0 vor der Synagoge. Rein lassen sie mich ja schon nicht mehr; der Synagogenvorsteher hat es offen ausgesprochen: Wer der neuen Lehre des Paulus folgt und sich taufen l\u00e4sst, geh\u00f6rt nicht mehr zum Volk der Juden. Immer feindseliger werden meine einstigen Glaubensbr\u00fcder mir gegen\u00fcber &#8211; das ist immer wieder eine Entt\u00e4uschung.\u00a0 Die Heiden sind da weniger aggressiv &#8211; viele lachen einfach nur, wenn ich ihnen von Jesus erz\u00e4hle &#8211; aber auch das tut immer wieder weh.<br \/>Wenn wir uns hier in diesem Haus am Abend treffen und jeden Tag zwei, drei Leute neu dazukommen, um vom Evangelium zu h\u00f6ren, dann ist das wie Balsam auf meine Seele.<br \/>Aber wer wei\u00df, wie es weitergehen wird. Irgendwann muss ich weiterziehen, diese Gemeinde zur\u00fccklassen, und hoffen, dass sie mit Gottes Hilfe weiter w\u00e4chst. Nicht so wie in Galatien, wo wenige Monate nach mir in paar Prediger aus Jerusalem mit v\u00f6llig unsinnigen Lehren auftauchten und alles zerst\u00f6rt haben, was ich in etlichen Monaten aufgebaut habe.<br \/>Oder wie in Lystra &#8230; das werde ich nie vergessen, dass Menschen so weit gehen konnten, und den Mob dazu aufstacheln, mich zu lychen. Fast w\u00e4re ich an meinen schweren Verletzungen gestorben. Mein Knie hat sich nie so richtig davon erholt.<br \/>\u00dcberhaupt merke ich mein Alter, nach den langen Wanderungen tut mir tagelang alles weh. Bei meinen Predigten verliere ich immer \u00f6fter den Faden. Mir graust irgendwie schon jetzt vor meiner n\u00e4chsten Station, diese griechische Stadt am Meer. Jede Menge versoffene Seeleute, uninteressierte H\u00e4ndler, arrogante Gesch\u00e4ftsfrauen &#8211; klar auch ihnen muss Jemand die Botschaft vom der Rettung durch Jesus Christus erz\u00e4hlen, aber ich wei\u00df selber nicht so genau, wie ich das schaffen soll; ob ich dem allem noch gewachsen bin.<br \/>Warum tu ich mir das eigentlich an? Ich h\u00e4tte so ein sch\u00f6nes Leben haben k\u00f6nnen, als Schriftgelehrter und Zeltmacher im pr\u00e4chtigen Jerusalem. Eine Frau, f\u00fcnf, sechs Kinder.\u00a0 Paulus, manchmal bist du ganz sch\u00f6n bl\u00f6d.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>es w\u00e4re ein Wunder, wenn Paulus nicht ab und zu wirklich die Krise gehabt h\u00e4tte. Selbstzweifel, Verzweiflung, Kraft- und Mutlosigkeit. Denn der Apostel hat Gro\u00dfes geleistet, aber auch viel durchlitten. Das erstaunliche: Er hat sich Zeit seines Leben erfolgreich gegen das Resignieren gewehrt. Obwohl die Bedingungen seiner Arbeit zunehmend schwieriger wurden.<\/p>\n<p>Er schreibt: <i>Wir sind von allen Seiten bedr\u00e4ngt, aber wir \u00e4ngstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdr\u00fcckt, aber wir kommen nicht um.\u00a0 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.<\/i><\/p>\n<p>Interessant, wie Paulus in seinem Brief einen Bogen zu Jesu Tod und Auferstehung spannt. Ganz fein l\u00e4sst er es anklingen: Jesus hat gelitten, und ich als sein J\u00fcnger leide auch, aber so wie er das Leiden und den Tod \u00fcberwunden hat, so hoffe ich, dass auch bei mir letztlich das Leben und das Gute siegt.<\/p>\n<p><b><i>Der Schatz in irdenen Gef\u00e4\u00dfen<\/i><\/b><\/p>\n<p>Unterm Strich zieht Paulus eine positive Bilanz. Aber zugleich l\u00e4sst er keinen Zweifel, dass es zum Leben, auch zum Christsein, dazu geh\u00f6rt, dass man einmal kaputt, am Ende, depressiv, krank und verzweifelt ist. Das darf sein.<br \/>Ganz im Gegensatz zu manchen frommen Gruppen, die vollmundig behaupten, mit Jesus ist alles ganz kein Problem, wer nur genug betet, wird auch geheilt, wer Gott vertraut, wird gerettet, wer Hoffnung hat, braucht nicht traurig sein.<br \/>Nein &#8211; wir sind keine Helden im unverw\u00fcstbaren Astralk\u00f6rper, wir gleichen eher einem zerbrechlichen Tontopf, an dem hie und da schon ein Eck abgeplatzt ist.<br \/><i>Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gef\u00e4\u00dfen, damit die \u00fcberschw\u00e4ngliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. <\/i><\/p>\n<p>So formuliert Paulus das Bild des Menschen: Ein \u201eirdenes Gef\u00e4\u00df\u201d Eine empfindliche Vase, eine Keramiksch\u00fcssel, ein Milchtopf aus Steingut &#8211; egal, wie wir das heute nennen wollen: Wir sind ein zerbrechlicher Beh\u00e4lter &#8211; in dem aber ohne Frage viel los ist, in dem Gott viel hineingegeben hat.<br \/>\u00dcberschw\u00e4ngliche Kraft und Zerbrechlichkeit sind beide vorhanden, beides geh\u00f6rt zum Leben dazu &#8211; beides sind Grundkonstanten, zwischen die Gott unser Leben stellt.<br \/>Da sollten wir keine der beiden H\u00e4lften ausschlie\u00dfen wollen. Beides geh\u00f6rt dazu. Die Erfahrung, dass alles mit Gottes Hilfe glatt l\u00e4uft &#8211; und das heulende Elend, wenn ich die Krise habe, weil ein Tiefschlag dem andern folgt.<\/p>\n<p><b><i>Der Wegweiser zeigt zum Licht<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zwei Seiten, Licht und Dunkelheit, beide gibt es, beide geh\u00f6ren zum Leben dazu &#8211; aber beide sind nicht deshalb gleich \u201egut\u201d.<br \/>Da gibt es eine eindeutige Richtungsangabe: Das Licht soll unser Ziel sein. Denn schon zu Beginn der Welt hat Gott gesagt \u201ees werde Licht\u201d.<br \/>Das war seine allererste Sch\u00f6pfungstat. Die Dunkelheit allein hat ihm offensichtlich nicht gefallen. Licht musste her &#8211; und das gilt bis heute: Das Dunkel existiert, aber wir sollten sehen, dass wir uns vom Licht bescheinen lassen. Das Licht suchen statt \u00fcber die Dunkelheit zu klagen.<\/p>\n<p>Paulus hat es f\u00fcr sich oft genug vorgemacht: Wo er in seinen Briefen durchscheinen l\u00e4sst, dass es ihm zur Zeit schlecht geht, er krank ist, verhaftet wurde, oder an einer st\u00f6rrischen Gemeinde verzweifelt: Letztlich ist seine Botschaft eine positive: \u201eDas alles werde ich \u00fcberstehen, denn es ist nichts im Vergleich zu dem wunderbaren, was Gott in dieser Welt &#8211; auch durch mich &#8211; tut\u201d.\u00a0 Er richtet seinen Blick auf das, was gut ist, was aufbaut, wor\u00fcber er froh und dankbar sein kann.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir da von ihm lernen: Gerade wo es schwierig ist, auf das Positive sehen. Sehen, wof\u00fcr man dankbar sein kann.<\/p>\n<p>Heute Nachmittag verabschieden wir unseren Dekanatskantor Andreas Hellfritsch. Die Stellenk\u00fcrzung um 50% hat ihm keine andere Wahl gelassen. sich im Herbst die Nachricht \u00fcber seinen Weggang in Windeseile verbreitete gab es viel Best\u00fcrzung und Traurigkeit, aber auch \u00c4rger \u00fcber m\u00f6gliche Fehlentscheidungen kirchlicher Amtstr\u00e4ger. Aber es ist gelungen, diesen Frust zu \u00fcberwinden. So ist dieser Weggang gepr\u00e4gt von Dankbarkeit f\u00fcr die segensreiche Arbeit dieses Kirchenmusikers &#8211; und zugleich habe es viele engagierte Ehrenamtliche geschafft , die Grundlagen zu legen, dass hier wieder eine volle Kirchenmusikerstelle ausgeschrieben werden kann.<br \/>Der Blick zur\u00fcck im Zorn kann nichts aufbauen, aber die Sehnsucht nach etwas gutem Neuen kann Kr\u00e4fte freisetzen.<\/p>\n<p>Viel dramatischer, ist ein anderes Beispiel: Manche Bilder aus dem zerst\u00f6rten Haiti fand ich da ganz erstaunlich: Die enorme Freude der Helfer, wenn sie wieder einen Menschen lebend aus den Tr\u00fcmmern geborgen haben. Sie erscheint einerseits so unwirklich angesichts der \u00fcber hundertausend Todesopfer. Aber die Menschen dort richten sich an dem auf, was an guten Nachrichten, an Rettung, an Hilfe passiert.<br \/>Vielleicht auch, weil man wahnsinnig werden w\u00fcrde, wenn man den Blick nur auf das dortige Leid richten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Vergessen wir nicht, unsern Blick immer wieder am Licht auszurichten.<\/p>\n<p>Damit Dankbarkeit und Zuversicht unser Leben pr\u00e4gt. Es gibt t\u00e4glich genug schweres. Dem sollen wir nicht ausweichen, sondern versuchen es zu bew\u00e4ltigen mit unserer ganzen Kraft, mit Mut und mit Gottes Hilfe.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Bild: Christian Evertsbusch \/ <a id=\"Text21Link1\" href=\"http:\/\/www.pixelio.de\">pixelio.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Eine Krise positiv als Chance sehen&#8220; &#8211; manchmal mag man diesen Appell schon nicht mehr h\u00f6ren. 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