{"id":1317,"date":"2010-04-04T22:55:52","date_gmt":"2010-04-04T21:55:52","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1317"},"modified":"2017-10-24T18:30:38","modified_gmt":"2017-10-24T17:30:38","slug":"predigt-verstecktes-wird-offenbar-2-timotheus-120-4-april-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1317","title":{"rendered":"Predigt: Verstecktes wird offenbar (2. Timotheus 1,20) Ostersonntag, 4. April 2010"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">Predigt <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1318\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1318\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010.jpg?fit=250%2C375&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"250,375\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"ostern2010\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010.jpg?fit=250%2C375&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1318\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010-200x300.jpg?resize=200%2C300\" alt=\"ostern2010\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010.jpg?resize=100%2C150&amp;ssl=1 100w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ostern2010.jpg?w=250&amp;ssl=1 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>am Ostersonntag 2010 rund ums Osternestverstecken<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndas Osterfest ist auch das Fest der Ostereier und der versteckten Osternester. Auch wenn wir heute morgen die Auferstehung Jesu feiern: Daheim lauert schon das Osternest. Noch schlimmer: Unsere Kindergottesdienstkinder sind auch schon beim Osternestersuchen im Gemeindehausgarten. Schon seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Tradition, dass man f\u00fcr die Kinder die bunten Eier im Garten versteckt. Und seitdem hat dieser Brauch nichts an seiner Beliebtheit eingeb\u00fc\u00dft.<!--more--><\/p>\n<p><em><strong>Wir lieben die Schatzsuche<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich habe ein bisschen nachgedacht: Das Suchen und Finden von versteckten Dingen scheint irgendwie ganz tief in uns Menschen verwurzelt zu sein. Wer hat als Kind nicht Verstecken gespielt; dabei versucht, sich m\u00f6glichst geschickt vor den Spielkameraden\u00a0 zu verbergen &#8211; oder umgekehrt, m\u00f6glichst schnell selbst die raffiniertesten Verstecke aufzust\u00f6bern?<br \/>\nWer hat nicht einmal als Kind davon getr\u00e4umt, einen versteckten Piratenschatz auf einer einsamen Insel mit der Hilfe einer verschl\u00fcsselten Schatzkarte zu entdecken?<br \/>\nAuch die Erwachsenen kennen das: In den neunziger Jahren kam ein neues Schatzsuch-Hobby auf. Mit elektronischen Metalldetektoren, die wie Staubsauger aussahen, gingen Leute auf die Suche nach Sch\u00e4tzen aus vergangenen Jahrhunderten und fanden tats\u00e4chlich immer wieder interessante historische Gegenst\u00e4nde: G\u00fcrtelschnallen oder Kupferm\u00fcnzen aus dem Mittelalter. Nichts von gro\u00dfem Wert, aber die Suche und das Gl\u00fcck des Findens machte offenbar den Reiz aus.<br \/>\nIn den letzten Jahren findet eine neue Variante der Schatzsuche immer mehr Anh \u00e4nger: Man versteckt kleine Tupperdosen in Baumh\u00f6hlen oder unter Steinen und ver\u00f6ffentlicht die Koordinaten in Internet. Und dann machen sich andere Schatzsucher mit einem Navigationssystem auf den Weg und versuchen diese Schatzdose zu finden.<\/p>\n<p>Bei allen diesen Formen der Schatzsuche geht es nicht um materielle Werte, sondern um das Erleben:\u00a0 Da ist irgendetwas versteckt, das sieht nicht jeder im vorbeigehen, gut getarnt wartet es auf seinen gro\u00dfen Auftritt\u00a0 &#8211; n\u00e4mlich dann, wenn ich es entdecken werde.\u00a0 Dann bin ich derjenige, der es findet, dann gibt der Schatz mir sein Geheimnis preis.<\/p>\n<p><strong><em>Auch Jesus h\u00fctete das Geheimnis seiner Person wie einen Schatz<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwenn man sich das Leben Jesu in den Evangelien ansieht, gewinnt man den Eindruck: Auch Jesus hat ein Geheimnis mit sich herumgetragen, das er sein Leben lang nicht wirklich preisgegeben hat. Ein Blick ins Markusevangelium zeigt immer wieder Situationen, in denen Jesus genau darauf geachtet hat, dass dieses Geheimnis nicht gel\u00fcftet wird:<br \/>\nAls er einen Taubstummen heilte, verbot er den umstehenden, davon weiterzuerz\u00e4hlen. Als er vor den Augen von Petrus, Jakobus und Johannes auf einem Berg im himmlischen Licht als Sohn Gottes erkennbar wurde, wurden auch diese J\u00fcnger mit dem Verbot belegt, etwas davon den Anderen zu berichten. Immer wieder solche Szenen.<br \/>\nSogar bei seiner Verhaftung und im Verh\u00f6r vor dem Hohen Rat und Pilatus schweigt er zu den Vorw\u00fcrfen, er habe sich als Sohn Gottes bezeichnet. Jesus wollte anscheinend nicht, dass man ihn als Messias oder Sohn Gottes feiert. So lieferte er oft auch keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr seine Wunder, sondern lie\u00df die Menschen \u00fcberrascht zur\u00fcck.<br \/>\nAuch am Kreuz, selbst als man ihn provozierte \u201esteig doch herab vom Kreuz und hilf dir selber!\u201d: Er h\u00fctete sein Geheimnis und litt und starb wie jeder andere Mensch auch.<\/p>\n<p>Dieses Leben Jesu war au\u00dfergew\u00f6hnlich, das steht au\u00dfer Frage. Dieses Anderssein hat ihm ja auch die Feindschaft vieler religi\u00f6ser F\u00fchrer eingebracht. Sicher ist an machen Stellen durchgeschimmert, dass dieser Jesus aus Nazareth\u00a0 mehr sein k\u00f6nnte &#8230;. Aber im gro\u00dfen und ganzen blieb es geheimnisvoll, r\u00e4tselhaft.<\/p>\n<p>Erst am Ostermorgen wurde das Geheimnis Jesu aufgedeckt. Nun wird nicht nur der Stein am Grab weggerollt, das gesamte Versteckspiel hat ein Ende.\u00a0 Jesus kommt buchst\u00e4blich aus dem Versteck des Grabes hervor: Es wird erkennbar: Er ist der Sohn Gottes, er hat den Tod und die Macht der S\u00fcnde besiegt.<br \/>\nDie Frauen am Grab sind die Ersten. Dann die J\u00fcnger auf dem Weg nach Emmaus, auch alle anderen J\u00fcnger begegnen dem Auferstandenen und begreifen St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, was hier geschehen ist. Sie erkennen die Herrlichkeit Gottes, der den Tod \u00fcberwunden hat. Sie merken: \u201eDa ist ein Schatz gehoben worden, den Jesus sein Leben lang verborgen hatte &#8211; erst jetzt erkennen wir allm\u00e4hlich, was das bedeutet.\u201d<br \/>\nUnd langsam werden ihnen Episoden aus ihrem Leben mit Jesus eingefallen sein, bei denen sie nun im Nachhinein sagen mussten: Jetzt f\u00e4llt es mir wie Schuppen von den Augen &#8211; warum haben wir nicht eher erkannt, dass er der Sohn Gottes ist?<br \/>\nTja, das war eben Jesu verstecktes Geheimnis.<\/p>\n<p>Ostern ist darum nicht einfach eine Episode aus dem Leben Jesu. Sondern es ist der Punkt, von dem aus man Jesus Christus erst richtig verstehen kann. Ohne Ostern bleibt das zentrale Geheimnis Jesu unerkannt. Im Brief an Timotheus formuliert es Paulus so: \u201eJesus hat ein unverg\u00e4ngliches Wesen ans Licht gebracht\u201d (2. Tim 1,10).\u00a0 Das ist der Schatz der hier gehoben worden ist.<\/p>\n<p><em><strong>Auch heute muss ich diesen Schatz pers\u00f6nlich heben<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Liebe Oster-Gemeinde,<br \/>\njetzt k\u00f6nnen wir auf fast 2000 Jahre Christentumsgeschichte zur\u00fcckblicken, seitdem ist das Geheimnis gel\u00fcftet &#8211; eigentlich ist alles klar.<\/p>\n<p>Aber ich glaube: So, wie jeder heute sein Osternest selber suchen muss, so muss jeder von uns diese Osterbotschaft selber entdecken. Denn sie ist ja nach wie vor in unserem Alltag versteckt.<\/p>\n<p>Im Lied, das wir nachher singen, hei\u00dft es:\u00a0 Ich h\u00f6r die Botschaft: Jesus lebt! Doch seh ich nur: Die Welt erbebt, weil Krankheit herrscht und Tod und Krieg. Wo find ich Jesu Ostersieg?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen auch immer wieder mit dem Suchen beginnen. Auf die kleinen Signale der Hoffnung achten. Auf das verr\u00e4terische Aufblinken des Siegs des Lebens.<br \/>\n&#8211; Hie und da gibt es Situationen in denen ich sp\u00fcre, dass letztlich Gott diese Welt in der Hand hat, dass der Tod \u00fcberwunden ist.<br \/>\n&#8211; Momente, in denen ich die N\u00e4he und Hilfe Gottes sp\u00fcre.<br \/>\n&#8211; Begegnungen, wo ich merke, dass es mehr gibt, als unsere sichtbare Welt.<br \/>\nWer das im eigenen Leben entdeckt, der hat einen unglaublichen Schatz gehoben.<\/p>\n<p>So wie Paul, von dem ich erz\u00e4hlen m\u00f6chte. Eine unglaubliche Geschichte, die ich nur ein bisschen verfremdet habe, aber sich so verr\u00fcckt zugetragen hat, so k\u00f6nnte man das gar nicht erfinden:<br \/>\nPaul ging von der Garage direkt in die K\u00fcche und lie\u00df sich auf die Eckbank plumpsen. Geschafft! Ein Abenteuer war die Aktion &#8211; aber jetzt hatte er es hinter sich. Er blickte auf die Mappe mit den Unterlagen der Liechtensteiner Bank. Jetzt hatte er es also tats\u00e4chlich gewagt, und ein h\u00fcbsches S\u00fcmmchen in einer Stiftung vor dem Finanzamt in Sicherheit gebracht. Lange hatte er Skrupel gehabt, naja und vor allem auch Angst, schlie\u00dflich war der Grenz\u00fcbertritt mit so viel Bargeld ein Risiko. Wenn man ihn gefilzt h\u00e4tte, w\u00e4re es bitter geworden. Aber es ist alles glatt gelaufen.<br \/>\nEr atmete tief durch, so ganz wohl war ihm wirklich nicht gewesen, aber jetzt war es erledigt<br \/>\nPaul bl\u00e4tterte die Unterlagen durch. Da war auch der Umschlag mit dem pers\u00f6nlichen Passwort, das er am Schalter nennen muss, wenn er auf sein Konto zugreifen will. Kurz wirft er einen Blick hinein: 13924 mit einem Leerzeichen 139 24. Er schlie\u00dft den Umschlag. 139 24 das kommt ihm irgendwie bekannt vor. \u201e139 24, diese Zahl sagt mir irgendwas, die habe ich schon irgendwo benutzt &#8230; wo war denn das? Bin ich jetzt verr\u00fcckt?\u201d<br \/>\nEr kramte in seinem Ged\u00e4chtnis nach alten PINs und Passw\u00f6rtern, Telefonnummern, Geburtstagen, zur\u00fcck in seine Schulzeit &#8211; es lie\u00df ihm keine Ruhe. &#8211; Er ging in sein Arbeitszimmer schlich an den Regalen vorbei, hoffte auf einen Geistesblitz &#8211; und dann griff er zu dem Ordner: \u201eZeugnisse\/Urkunden\u201d.<br \/>\nAufgeregt bl\u00e4tterte er &#8211; da musste sie sein, etwas st\u00e4rkeres Papier mit einem aufgeklebten Foto, in einer Klarsichth\u00fclle: Seine Konfirmationsurkunde: Ein Blick unten auf den Bibelvers: Da stand es : Psalm 139, 24 &#8211; das wars! Und sein Blick wanderte langsam \u00fcber die Zeilen, die da standen, mit gro\u00dfen Buchstaben starrte ihn sein Konfirmationsspruch aus Psalm 139,24 an: \u201eUnd sieh, ob ich auf b\u00f6sem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tja, liebe Gemeinde,<br \/>\nes sind oft die kleinen Entdeckungen, die uns sp\u00fcren lassen, dass Gott in dieser Welt da ist, und kleine Wunder tut. Wer sie entdeckt, der wird diesen Fund so schnell nicht vergessen. Auch wenn man sie, wie Paul, nicht immer gerne an die gro\u00dfe Glocke h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt am Ostersonntag 2010 rund ums Osternestverstecken &nbsp; Liebe Gemeinde, das Osterfest ist auch das Fest der Ostereier und der versteckten Osternester. Auch wenn wir heute morgen die Auferstehung Jesu feiern: Daheim lauert schon das Osternest. Noch schlimmer: Unsere Kindergottesdienstkinder sind auch schon beim Osternestersuchen im Gemeindehausgarten. 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