{"id":1311,"date":"2010-05-09T22:44:26","date_gmt":"2010-05-09T21:44:26","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1311"},"modified":"2017-10-24T18:27:32","modified_gmt":"2017-10-24T17:27:32","slug":"predigt-damit-ihr-hoffnung-habt-2-kor-312-9-mai-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1311","title":{"rendered":"Predigt: Damit ihr Hoffnung habt (2. Kor 3,12) 9. Mai 2010"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">Am<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/hoffnung.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1312\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1312\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/hoffnung.jpg?fit=350%2C262&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"350,262\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"hoffnung\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Bild: Dieter Sch\u00fctz\/Pixelio.de&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Bild: Dieter Sch\u00fctz\/Pixelio.de&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/hoffnung.jpg?fit=350%2C262&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1312\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/hoffnung-300x224.jpg?resize=300%2C224\" alt=\"Bild: Dieter Sch\u00fctz\/Pixelio.de\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/a> Beispiel einer Szene aus &#8222;Wer wird Million\u00e4r&#8220; geht es darum welche Kraft und Macht Hoffnung im Leben eines Menschen entfalten kann.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Szene bei \u201eWer wird Million\u00e4r\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>Da sitzen sie zusammen im Backstage-Bereich, die Kandidaten zu \u201eWer wird Million\u00e4r\u201d. Nerv\u00f6s sind sie alle. In 20 Minuten beginnt die Aufzeichnung.\u00a0 Frau Friedrichs trinkt die f\u00fcnfte Tasse Kaffe an diesen Nachmittag, sie will ja topfit sein f\u00fcr die Auswahlrunde, bei der es um Sekundebruchteile geht, wenn man Begriffe in die richtige Reihenfolge bringen muss. Und nur der Schnellste kommt in die Mitte und darf mit G\u00fcnther Jauch ums gro\u00dfe Geld spielen. Herr Morchat sitzt mit geschlossenen Augen im Schneidersitz in der Ecke auf dem Fu\u00dfboden. Er meditiert &#8230; so will er durch gro\u00dfe Gelassenheit den Sieg erringen. Friedemann Walter bl\u00e4ttert im aktuellen K\u00f6lner Tagblatt, es k\u00f6nnte ja sein, dass eine tagesaktuelle Frage kommt, und da will er auf alles vorbereitet sein.<!--more--><\/p>\n<p>Ja, und da ist Sabine Schiller: Sie sitzt locker auf einem der blauen Sessel und erz\u00e4hlt einer Mit-Kandidatin davon, was sie mit dem gewonnenen Geld machen will: \u201eJa, wissen sie, ich spiele ja auf jeden Fall nur bis zur Frage 14. Mir reichen die 500.000 Euro . Davon bezahlen wir zun\u00e4chst das Haus, das wir uns nun ausgesucht haben. Mein Mann und ich haben ja gleich, nachdem ich zur Quizshow eingeladen wurde, uns nach einem sch\u00f6nen Haus umgesehen; und wirklich ein ganz h\u00fcbsches entdeckt. 380.000 Euro kostet es. Vom restlichen Geld legen wir das meiste auf die hohe Kante. Ein Urlaub und ein neues Auto leisten wir uns trotzdem auf jeden Fall. Ja, und der Telefonjoker, falls ich ihn brauchen sollte, der bekommt auch einen Teil, 5000 Euro hab ich ihm versprochen. Das ist genau 1% von Gewinn , den ich erreichen will &#8211; das ist f\u00fcr beide Seiten ein gutes Gesch\u00e4ft. Oder?\u201d<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>so eine Zuversicht wie Sabine Schiller m\u00f6chte ich auch mal haben. Die ist ja voller Hoffnung, dass sie das schafft &#8211; da gibts nicht den Hauch eines Zweifels, dass ihr Projekt \u201eWer wird Million\u00e4r\u201d schief gehen k\u00f6nnte. Die besichtigt das neue Haus noch bevor sie die halbe Million, die sich dazu braucht, auch gewonnen hat.<br \/>\nIst das vielleicht ein Zuviel an Hoffnung? \u00dcbertriebene Zuversicht?<\/p>\n<p><b><i>Hoffnung und sogenannte Realit\u00e4ten<\/i><\/b><\/p>\n<p>Vielleicht sind wir gegen\u00fcber einer Sabine Schiller deshalb so skeptisch, weil wir im Alltag eher genau am Gegenteil leiden: Ein Zuwenig an Hoffnung, ein Defizit an Zuversicht, gepaart mit einer \u00dcberdosis Skepsis.<br \/>\nKann es sein, dass wir manchmal richtige K\u00fcnstler sind, wenn es darum geht anderen die Hoffnung zu nehmen? Ich w\u00fcsste schon, wie ich diese Frau Schiller kurieren k\u00f6nnte:<br \/>\n\u201eJa, haben sie daran gedacht, dass nur jeder sechste Kandidat es im Studio \u00fcberhaupt auf den Stuhl in der Mitte schafft? Und ist ihnen bewusst, dass im Schnitt ein Kandidat nicht mal mit einem Zehntel ihres Wunschgewinns heimgehen muss? Von den fast 2000 Kandidaten haben es gerade mal 55 so weit geschafft, wie sie wollen &#8211; und die waren, entschuldigen sie meine direkte Art, aus einem ganz anderen Holz geschnitzt als sie!\u201d<\/p>\n<p>Klar, man muss die Frau mit den Realit\u00e4ten konfrontieren. Sie kann ja nicht einfach mir nichts dir nichts hoffen, zu gewinnen. Wir Menschen rechnen gerne mit etwas handfestem, etwas verl\u00e4sslich-beweisbaren. Einfach eine diffus-wabbelige Hoffnung; damit geben wir uns ungerne zufrieden. Wer einfach hofft, ohne substantiellen Grund, der ist ein Phantast, der f\u00e4llt auf Illusionen herein, dem ist nicht zu helfen.<\/p>\n<p><b><i>Hoffnung ist manchmal das einzige, was wir haben<\/i><\/b><\/p>\n<p>Szenenwechsel:<br \/>\nWieder sind die Sessel blau, aber diesmal sitzen wir nicht im Fernsehstudio, sondern im Vorraum der Intensivstation.<br \/>\nGanz blass kommt mir eine Bekannte entgehen; hat noch den gr\u00fcnen Kittel an, den die Besucher dort tragen m\u00fcssen. Die Augen sind rot verheult.<br \/>\nDer Doktor hat gesagt: &#8222;Da k\u00f6nnen wir nur noch hoffen und beten.&#8220; Die wissen selber nicht, ob er die n\u00e4chsten 24 Stunden \u00fcberlebt.<br \/>\nIch nicke nur, sage nichts, verkneife mir eine Antwort, weil ich wei\u00df, das es gerade keine richtigen Worte gibt, und stumm gehen wir durch die Klinik bis zum Parkplatz.<br \/>\nErst da sagt sie einen zweiten Satz: &#8222;Aber immerhin \u2026 immerhin lebt er noch. Wir k\u00f6nnen ja noch hoffen und beten &#8211; oder? Wei\u00dft du, wenn er bei dem Herzinfarkt gleich gestorben w\u00e4re, dann w\u00e4re ja alles hoffnungslos. Dann h\u00e4tte ich ja gar nichts mehr. Aber so hab ich ja noch Grund zur Hoffnung&#8220;.<br \/>\nLiebe Gemeinde,<br \/>\nvielleicht ist Hoffnung doch mehr als nur die mathematische Summe von Wahrscheinlichkeiten.<br \/>\nHoffnung als das, was uns Menschen von der Maschine unterscheidet.<br \/>\nHoffnung als die Lichtquelle, wenn es eigentlich ganz dunkel scheint.<br \/>\nHoffnung ist das, was sich von den angeblichen Realit\u00e4ten nicht beeindrucken l\u00e4sst, sondern auch einmal \u00fcber den Tellerrand der Verzweiflung hinwegschaut.<\/p>\n<p>Wer in den dunklen Stunden seines Lebens es schafft, wieder Hoffnung zu fassen, der bekommt damit eine ganz besondere Taschenlampe in die Hand gedr\u00fcckt.<br \/>\nWer sich Hoffnung bewahrt, obwohl die Lage schwierig ist, der hat eine Energiequelle angezapft, die ihm helfen kann, auch gro\u00dfe Hindernisse zu \u00fcberwinden.<br \/>\nIch glaube dass wir die Macht der Hoffnung oft untersch\u00e4tzen, und damit manchmal ein wichtiges Potential unseres Lebens lahmlegen.<\/p>\n<p><b><i>Hoffnung braucht einen Grund<\/i><\/b><\/p>\n<p>Warum eigentlich? Warum wird Hoffnung so oft im Leben elimiert &#8211; ausgeschlossen und nicht ernst genommen? Ich denke: Das hat durchaus legitime Gr\u00fcnde. Denn Hoffnung ist kein Zaubermittel; kein Mantra, das uns \u00fcberirdische Kr\u00e4fte gibt, allein weil wir ohne Unterbrechung von Hoffnung schwafeln. Dann w\u00e4re Hoffnung n\u00e4mlich eine leere Chiffre &#8211; ein riesiger Selbstbetrug: Wir reden von Hoffnung so, wie Andere in dunklen Keller ein Liedchen pfeifen um die Angst zu vertreiben. Wir machen uns dann was vor, vielleicht so, wie Sabine Schiller, die bei \u201ewer wird Million\u00e4r\u201d einen auf Hoffnung macht &#8211; aber in Wirklichkeit ist sie nicht die hellste Leuchte und kommt letztlich nicht auf den Stuhl bei G\u00fcnther Jauch &#8211; weil sie schon bei der Auswahlfrage jedesmal danebentippt.<\/p>\n<p>Hoffnung braucht eine Grundlage, eine Basis, auf die sie sich gr\u00fcnden kann. Ich bin der festen \u00dcberzeugung: Erst wenn ich meine Hoffnung im Glauben an Gott gr\u00fcnden kann, ist diese Hoffnung mehr als blo\u00dfes positives Denken. Wenn ich mir bewusst bin, dass diese Welt letztlich von Gott gehalten wird und er in ihr handeln kann, habe ich einen wirklich substantiellen Grund f\u00fcr meine Hoffnung. Es ist ein gewaltiger Unterschied: Ob ich halt hoffe, dass es besser wird, weil das \u201ePrinzip Hoffnung\u201d einfach ganz sinnvoll erscheint. Ober ob ich darauf hoffe, dass Gott handelt, er mir hilft, er mir neue Wege zeigt und T\u00fcren \u00f6ffnet. Dann kann ich nicht nur hoffen, sondern auch beten, sp\u00fcre, dass ich nicht so wehrlos meinem Schicksal ausgeliefert bin.<br \/>\nMit Gott an meiner Seite kann ich dann auch hoffen, wo es eigentlich hoffnungslos erscheint.<\/p>\n<p>So wie einst zwei J\u00fcnger von Jesus, die drei Tage nach seiner Kreuzigung v\u00f6llig verzweifelt von Jerusalem nach Emmaus wanderten. Wahrscheinlich ein Frust-Spaziergang, weil sie es vor lauter Entt\u00e4uschung und Hoffnungslosigkeit nicht mehr daheim ausgehalten hatten. Sie treffen einen Fremden, erz\u00e4hlen ihm, was alles passiert ist &#8211; auch das mit dem Tod Jesu. Und dann sagte einer der beiden: \u201eWei\u00dft du, eigentlich haben wir ja gehofft, dass Jesus der Retter sein k\u00f6nnte\u201d.<br \/>\n\u201eWir haben gehofft\u201d &#8211; das ist die Vergangenheitsform; die beiden waren schon dabei, sich von der Hoffnung zu verabschieden. Wahrscheinlich haben sie deshalb auch den Frauen nicht so recht geglaubt, die am Sonntagmorgen am Grab waren, und erz\u00e4hlt haben, Jesus w\u00fcrde leben.<br \/>\nDie haben die Hoffnung sausen lassen, Gott nichts mehr zugetraut, und abw\u00e4rts gings in so einen depressiven Abgrund.<br \/>\nGanz behutsam erkl\u00e4rt ihnen dieser Fremde, dass das ja alles so kommen musste, mit der Verhaftung Jesu, seiner Kreuzigung und auch seiner Auferstehung. Allm\u00e4hlich verstehen sie, dass das schreckliche Geschehen von Karfreitag kein Versagen Gottes war, sondern ein wichtiger Schritt in seinem Plan mit der Menschheit. Und so langsam fassen sie wieder Vertrauen, die Hoffnung gewinnt wieder Platz in ihrem Herzen &#8211; und sie erkennen, dass dieser Fremde in Wirklichkeit Jesus war.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>manchmal wird unsere Hoffnung und unser Vertrauen auch auf die Probe gestellt &#8211; da kann man gewaltig ins Schleudern kommen. Dann ist es gut, wenn man wei\u00df, dass Gott einen nicht alleine l\u00e4sst.<br \/>\nWie hat die Frau auf dem Krankenhaus-Parkplatz gesagt: \u201eWir k\u00f6nnen ja noch hoffen und beten\u201d &#8211; Wenn wir Gott vertrauen, dann haben wir auch immer einen Grund zur Hoffnung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Bild oben: Dieter Sch\u00fctz\/<a id=\"Text1Link1\" href=\"http:\/\/www.pixelio.de\" target=\"_blank\">Pixelio.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Beispiel einer Szene aus &#8222;Wer wird Million\u00e4r&#8220; geht es darum welche Kraft und Macht Hoffnung im Leben eines Menschen entfalten kann. &nbsp; Szene bei \u201eWer wird Million\u00e4r\u201d Da sitzen sie zusammen im Backstage-Bereich, die Kandidaten zu \u201eWer wird Million\u00e4r\u201d. Nerv\u00f6s sind sie alle. 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