{"id":1304,"date":"2010-06-13T22:35:16","date_gmt":"2010-06-13T21:35:16","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1304"},"modified":"2017-10-24T18:22:31","modified_gmt":"2017-10-24T17:22:31","slug":"predigt-willkommen-im-haus-mit-dem-besonderen-fundament-epheser-2-12-22-13-juni-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1304","title":{"rendered":"Predigt: Willkommen im Haus mit dem besonderen Fundament (Epheser 2, 12-22) 13. Juni 2010"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">So<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1306\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1306\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?fit=500%2C344&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"500,344\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"epheser2_b\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?fit=500%2C344&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1306\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b-300x206.jpg?resize=300%2C206\" alt=\"epheser2_b\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?resize=300%2C206&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?resize=400%2C275&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?resize=150%2C103&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?resize=218%2C150&amp;ssl=1 218w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_b.jpg?w=500&amp;ssl=1 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> seid ihr nun nicht mehr G\u00e4ste und Fremdlinge, sondern Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.<span style=\"font-size: xx-small;\"><b><br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><b><i>Zutritt verboten<\/i><\/b><\/p>\n<p>\u201cZutritt verboten.\u00a0 Nur f\u00fcr Befugte.\u201d Solche Schilder kennen wir aus unserem Alltag. Sie sperren uns aus; sagen: Dieser Bereich hier ist nichts f\u00fcr dich; vielleicht weil er jemand anderem geh\u00f6rt, oder weil dort Gefahren lauern. Wenn ich so ein Schild lese, freue ich mich nicht besonders, weil ich es nicht mag, wenn man mich aussperrt, ich nicht zu denen geh\u00f6re, die dorthin d\u00fcrfen.<br \/>\nWenn ich vor 2000 Jahren leben w\u00fcrde, und in Jerusalem den Tempel besuchen wollte, dann w\u00fcrde ich da auch so ein Schild entdecken: In Stein gemei\u00dfelt, eingelassen in ein M\u00e4uerchen, das den gesamten Tempelbezirk umgab: \u201eAchtung: Kein Fremder darf den Bereich innerhalb der Br\u00fcstung um den Tempel betreten. Wer erfasst wird, ist f\u00fcr seinen Tod selbst verantwortlich.\u201d<!--more--><\/p>\n<p>Ja, das war die Grenze f\u00fcr uns Germanen oder sonstige Nicht-Juden. Bei Androhung der Todesstrafe war es verboten, den engeren Tempelbezirk zu betreten. Das Volk Israel machte es f\u00fcr alle deutlich: Das ist unser Gott, er hat unseren Urvater Abraham berufen, er hat unsere Vorfahren aus \u00c4gypten befreit, er hat uns dieses Land gegeben. Er hat uns begleitet, besch\u00fctzt, ermahnt, bestraft, vergeben und geholfen. Wir sind das erw\u00e4hlte Volk Israel &#8211; ihr seid Heiden, ihr d\u00fcrft von au\u00dfen zuschauen &#8211; aber wir stehen in der ersten Reihe.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwir machen uns das oft nicht bewusst: Diese wunderbaren Verhei\u00dfungen des Alten Testaments, die wichtigen Worte der\u00a0 Psalmen, die Mahnungen der Propheten sind nicht unser Eigentum. Das ist die Botschaft Gottes an sein Volk &#8211; an Israel. Das sollten wir nicht so einfach ignorieren. Dass auch andere V\u00f6lker etwas von Gottes Zuwendung abbekommen sollten, war einst eher eine Vorstellung am Rande.<\/p>\n<p><b><i>Wir d\u00fcrfen Gottes Hausgenossen sein<\/i><\/b><\/p>\n<p>Bis mit dem Sohn Gottes die Wende kam &#8211; mit seinem Leben, seinen Worten. Mit seinem Tod und Auferstehung \u00f6ffnete er die T\u00fcr f\u00fcr alle Menschen dieser Erde. Nicht umsonst ist am Karfreitag der Vorhang des Tempels zerrissen.<\/p>\n<p>Der Jude Paulus teilt uns im Predigttext mit, dass sich f\u00fcr uns damit alles ge\u00e4ndert hat: <i>So seid ihr nun nicht mehr G<\/i><i>\u00e4ste und Fremdlinge, sondern Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. <\/i>Wir, die wir nicht aus dem Volk Israel entstammen, geh \u00f6ren dazu &#8211; zu den Kindern Gottes. F\u00fcr die Zeitgenossen des Paulus hat das schon ein bisschen gedauert, bis diese Erkenntnis sich durchgesetzt hat &#8211; dass Gottes Liebe und Erl\u00f6sung nicht nur f\u00fcr Israel gilt, sondern auch den R\u00f6mern und Griechen, \u00c4gyptern und ganz unbekannten V\u00f6lkern, wie uns hier.<br \/>\nDas Schild \u201enur f\u00fcr Befugte\u201d braucht uns nicht schrecken, wir geh\u00f6ren dazu; wir haben durch Jesus Zugang zu Gott. Und das unabh\u00e4ngig davon, ob wir uns in besonderer Weise daf\u00fcr qualifizieren. So, wie wir sind, ungewaschen und mit Schuld belastet k\u00f6nnen wir kommen. Er will nicht die perfekten Menschen, sondern solche, die ihm vertrauen. Das ist das Zentrum.<\/p>\n<p><i>So seid ihr nun nicht mehr G\u00e4ste und Fremdlinge, sondern Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.<\/i><\/p>\n<p><b><i>Wider den \u201eIrgendwie\u201d &#8211; auf Verl\u00e4ssliches verlassen<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nPaulus schreibt uns Erfreuliches, aber zugleich ist er sehr pr\u00e4zise. Er scheibt von einem Grund, einem Fundament und einem Eckstein. Das sind bautechnisch Elemente, die wichtig sind und auf die es ankommt. Die m\u00fcssen 100%ig passen, sonst ger\u00e4t der Bau in eine Schieflage. Paulus mag es h\u00e4ufig 100%ig. Erstaunlicherweise lieben wir da oft lieber ein etwas lockereres Verh\u00e4ltnis. Das dr\u00fcckt sich mit einen scheinbar ganz harmlosen Wort aus: n\u00e4mlich \u201eirgendwie\u201d.<br \/>\n&#8211; Irgendwie haben wir alle den gleichen Gott.<br \/>\n&#8211; Gott vergibt uns schon irgendwie.<br \/>\n&#8211; Und irgendwie ist mir mein Glaube schon auch wichtig.<br \/>\nWir scheinen das \u201eirgendwie\u201d gerne zu verwenden, weil es so viel offen l\u00e4sst und uns nicht so festlegt. Das ist schon nachvollziehbar, weil im Glauben manches tats\u00e4chlich offen bleibt und wir bestimmte Dinge auch nicht naturwissenschaftlich wasserdicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Aber dennoch ist das W\u00f6rtchen \u201eirgendwie\u201d an bestimmten Punkten einfach am falschen Ort. &#8211; Stellen Sie sich vor: Bei der Trauung frage ich den Br\u00e4utigam, ob er mit dieser Frau sein Leben f\u00fchren will, sie lieben und ihr treu sein &#8230; und er antwortet: \u201eIrgendwie schon\u201d.<\/p>\n<p>Wenns um eine feste Grundlage geht, hilft kein irgendwie, sondern man ist gefordert, Farbe zu bekennen &#8211; 100%ig. Man muss sich selbst bewusst zu machen, worauf man sein Leben und seinen Glauben st\u00fctzt. Je nebul\u00f6ser meine Vorstellung von Gott ist, umso schwieriger ist es ja auch, darauf zu vertrauen. Ist er so, oder doch anders? Heute finde ich die christliche Perspektive nett, n\u00e4chste Woche gef\u00e4llt mir etwas asiatisches besser. &#8211; Wie soll ich mich auf einen Gott verlassen, von dem ich nicht mal eine klare Vorstellung und Erwartung habe?<br \/>\nAuch wenn mein Gott sich dann anders zeigt, als ich es erhofft habe, wenn ich ihn fragen will: Warum hast du das zugelassen &#8211; dann kann ich das ja nur, wenn ich wei\u00df, wer mein Gegen\u00fcber ist. Dann kann ich mit ihm im Streit liegen, ihn bitten, ihn fragen und irgendwann wohl auch eine Antwort finden &#8211; und meinen Frieden mit ihm schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><b><i>Nach dem Fundament suchen<\/i><\/b><\/p>\n<p>Als unsere Gollh\u00f6fer Vorfahren im 18. Jahrhundert diese Kanzel anfertigen lie\u00dfen, war ihnen wichtig, diese feste Grundlegung des Glaubens auch daran sichtbar werden zu lassen. So steht der entsprechende Abschnitt tats\u00e4chlich hier an der Oberkante der Kanzel als Inschrift:<br \/>\n<i>Wir sind erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist. <\/i><\/p>\n<p>In Gold bekommt es sozusagen auch der Pfarrer gesagt: Nichts ist es mit \u201eirgendwie\u201d, sondern schaue darauf, was dir Grundlage des Glaubens und deiner Predigt sein soll: Die Worte der Propheten und der Apostel, der J\u00fcnger Jesu, die uns weitergegeben haben, was sie von Gott erfahren und mit Gott erlebt haben. Und der Dreh- und Angelpunkt &#8211; der Eckstein, an dem sich alles ausrichten muss &#8211; ist Jesus Christus. Nicht die pers\u00f6nliche Lieblingsmeinung der Pfarrers oder die Themen, die die Gemeinde besonders gerne h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ich denke: Es ist gerade angesichts einer immer pluraler werdenden Welt wichtig, sich seiner Fundamente bewusst zu werden. Wir m\u00fcssen keine Angst davor haben, dass auch in Deutschland immer mehr fremde Religionen und Weltanschauungen Fu\u00df fassen. Aber wir m\u00fcssen wissen wo wir hingeh\u00f6ren. Wer wei\u00df, wo er daheim ist, der findet auch wieder zur\u00fcck, wenn er sich in der Nachbarschaft umgesehen hat.<\/p>\n<p>Die innere Kraft, die der Glaube einem Menschen geben kann, kommt sicher nicht aus einem Sammelsurium von unterschiedlichsten spirituellen Versatzst\u00fccken. Sondern aus dem Festhalten einen dem einen Grund des Glaubens.\u00a0 In unserem Anspruch an unser Fundament d\u00fcrfen wir gerne mal 100%ig sein.<\/p>\n<p><b><i>Variationen auf dem einen Fundament<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwenn ein b\u00f6swilliger Mensch heute hier sitzen w\u00fcrde k\u00f6nnte er aus manchen S\u00e4tzen meiner Predigt konstruieren: \u201eAchtung, in Gollhofen ist ein fundamentalistischer Hassprediger am Werk\u201d &#8211; Er fordert 100%igen Glaubenseifer und lehnt alle Pluralit\u00e4t ab.<\/p>\n<p>Nein &#8211; ganz sicher nicht: Wir reden hier nicht vom Haus, sondern vom Fundament. Auch auf einem felsenfesten Fundament mit einen pr\u00e4zise gesetzten Eckstein kann man ein buntes Haus, mit offenen Fenstern, verspielten Erkern und weit geschwungenem Dach errichten.<\/p>\n<p>Nur weil wir alle das Fundament des Glaubens teilen, m\u00fcssen wir l\u00e4ngst nicht alle der gleichen Meinung sein und die selbe Fr\u00f6mmigkeit besitzen. Gerade weil wir auf dem Grund des Evangeliums stehen, k\u00f6nnen wir eine gro\u00dfe Freiheit entfalten: Andere anzunehmen, Feinde zu lieben, anderen zu vergeben und Vergebung f\u00fcr eigene Fehler zu erbitten. Auf dem Fundament des Glaubens werden keine uniformen Betonkl\u00f6tze errichtet, sondern ein lebendiger Bau der christlichen Gemeinde.<\/p>\n<p>Haben sie sich die Schrift einmal genauer angesehen? Da ist dem Maler eine furchtbare Panne passiert. Ihm ist der Platz f\u00fcr den Satz ausgegangen!<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1305\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1305\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?fit=800%2C80&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"800,80\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"epheser2_a\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?fit=800%2C80&amp;ssl=1\" class=\"alignright wp-image-1305 size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?resize=800%2C80\" alt=\"epheser2_a\" width=\"800\" height=\"80\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?resize=300%2C30&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?resize=768%2C77&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?resize=400%2C40&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?resize=150%2C15&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/epheser2_a.jpg?resize=250%2C25&amp;ssl=1 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p><i>Wir sind erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, <\/i>das hat er noch prima hinbekommen. Aber dann ist ihm der Platz ausgegangen: \u201eda Jesus Christus der Eckstein ist.\u201d daf\u00fcr hats nicht mehr so richtig gereicht. Also wurden die Buchstaben immer schmaler, einige wurden weggelassen, dass es halbwegs hinpasst. Eigentlich kann man das nicht so lassen. Man m \u00fcsste das reklamieren und verlangen, dass es neu gemacht wird. &#8211; 100%ig eben.<br \/>\nAber nein: Weil wir ja genau wissen, worum es geht &#8211; was unser Fundament ist &#8211;\u00a0 und dar \u00fcber kein Zweifel herrscht, darum k\u00f6nnen wir \u00fcber solche praktischen Unzul\u00e4nglichkeiten hinwegsehen. Das nennt man Konzentration auf das Wesentliche!<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So seid ihr nun nicht mehr G\u00e4ste und Fremdlinge, sondern Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist. 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