{"id":1278,"date":"2010-11-11T00:02:22","date_gmt":"2010-11-10T23:02:22","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1278"},"modified":"2017-10-24T18:21:02","modified_gmt":"2017-10-24T17:21:02","slug":"predigt-zachaeus-auf-dem-ansitz-lk-19-1-10-13-november-2010-hubertusmesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1278","title":{"rendered":"Predigt: Zach\u00e4us auf dem Ansitz (Lk 19, 1-10)  13. November 2010, Hubertusmesse"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">Hubertusmesse,<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/zachaeus_jaeger.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1279\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1279\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/zachaeus_jaeger.jpg?fit=400%2C286&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,286\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon PowerShot A520&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1247247795&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;5.8125&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.066666666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"zachaeus_jaeger\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/zachaeus_jaeger.jpg?fit=400%2C286&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1279\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/zachaeus_jaeger-300x214.jpg?resize=300%2C214\" alt=\"zachaeus_jaeger\" width=\"300\" height=\"214\" \/><\/a> die die Zach\u00e4us-Geschichte\u00a0 mit dem jagdlichen Motiv des Ansitzens verbindet.<br \/>\n<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><b>Predigttext: Lukas 19, 1-10<\/b><br \/>\n1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zach\u00e4us, der war ein Oberer der Z\u00f6llner und war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er w\u00e4re, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.<br \/>\n5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm:\u00a0 \u201eZach\u00e4us, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.\u201d\u00a0 6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem S\u00fcnder ist er eingekehrt. 8 Zach\u00e4us aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die H\u00e4lfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zur\u00fcck. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b><i>Zach\u00e4us im Baum<\/i><\/b><\/p>\n<p>Es ist windig, die Bl\u00e4tter der \u00c4ste um ihn herum, da oben in vier Metern H\u00f6he rascheln in seinen Ohren. Aber abbrechen will er sie nicht, so f\u00fchlt er sich gut getarnt. Er sitzt schon l\u00e4nger da oben &#8230; wartet. Ist es schon eine Stunde, oder gar zwei?<br \/>\nNaja, das Warten f\u00e4llt ihm nicht so schwer, beruflich ist er das ja auch gewohnt, auf Kundschaft zu warten, manchmal geht da auch ein paar Stunden lang nichts, aber irgendwann kommt einer zur T\u00fcr herein, und dann entsch\u00e4digen die \u00fcppigen Einnahmen f\u00fcr die ganze tr\u00f6ge Warterei.<br \/>\nAber heute, hier oben unter dem Bl\u00e4tterdach des Baumes, das ist ein ganz anderes Warten als sonst. Nicht l\u00e4ssig wie sonst hintern Schreibtisch, sondern gespannt, immer auf dem Sprung. Seine Augen suchen immer wieder die Umgebung ab, nach verr\u00e4terischen Bewegungen oder Ger\u00e4uschen.<br \/>\nDen K\u00e4fer, der neben ihm am Stamm hochkrabbelt, nimmt er nicht wahr. Denn er wartet auf ein ganz anderes Kaliber. Er wartet auf einen, von dem andere sagen: Das hast du noch nicht gesehn, so einen gibts nicht oft, den zu treffen , einmal im Leben &#8230; das w\u00e4rs&#8230;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nwie ein J\u00e4ger auf dem Hochsitz hockt der Z\u00f6llner Zach\u00e4us auf dem Maulbeerbaum und wartet, dass Jesus durch seine Stadt zieht. Einmal ihn sehen, sagen zu k\u00f6nnen: Ja, den hab ich damals auch getroffen, als er bei uns in Jericho war. Das war sein Ziel.<br \/>\nNa gut, da oben im Baum, da hatte er wenigsten einen guten Ausblick, und er wurde nicht so schnell gesehen, wahrscheinlich wollte er nur mal gucken, mehr hat er sich, wie die vielen auch nicht unbedingt erwartet. Heutzutage h\u00e4tte er wahrscheinlich eine Kamera dabei, um ein paar tolle Fotos zu schie\u00dfen von dem au\u00dfergew\u00f6hnlich prominenten Besucher der Stadt.<\/p>\n<p>Aber es kommt anders:<br \/>\nNicht Zach\u00e4us ist es, der nach langer Warterei von seinem Ansitz aus endlich sein Erinnerungsfoto (im \u00fcbertragenen Sinn) schie\u00dfen kann. Es ist umgekehrt: Jesus legt auf ihn an: \u201eZach\u00e4us, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.\u201d<br \/>\nTreffer &#8211; mitten ins Herz.<br \/>\nUnd Zach\u00e4us steigt herunter, nimmt Jesus mit nach Hause, und &#8230; sie wissen es: Diese Begegnung ver\u00e4ndert sein Leben von Grund auf, begangenes Unrecht will er wieder gut machen, will seinen erworbenen Reichtum f\u00fcr einen guten Zweck einsetzen.<br \/>\nUnd Jesus diagnostiziert am Ende: Diesem Haus ist heute Heil wiederfahren.<\/p>\n<p><b><i>Der J\u00e4ger ger\u00e4t selbst in Visier<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zach\u00e4us, der J\u00e4ger nach Geld, Einfluss und einer schicken Begegnung mit dem tollen Rabbi Jesus wird selbst zu Gejagten: Jesus dreht den Spie\u00df um, um sagt: Heute geht es mal um dich und dein Leben.<br \/>\nNicht viel anders ist es dem Heiligen Hubertus ergangen. Einer, der wohl ohne Ma\u00df und Ziel seiner Jagdleidenschaft nachging. Vielleicht auch so ein Getriebener, der Gl\u00fcck und Erf\u00fcllung suchte aber nicht so recht wusste, wo\u0301s zu finden sei. Bis sich v\u00f6llig unerwartet der Spie\u00df umdreht, in Form dieses Hirschen mit dem Kruzifix im Geweih, der ihm ganz unangenehm Fragen stellt. \u201eWas willst du eigentlich, wem jagst du eigentlich nach? Dem Gl\u00fcck, der Erf\u00fcllung, dem Sinn deines Lebens? Hoffst du, dass deine Zufriedenheit mit der Zahl der erlegten Tier steigt? Dann suchst du hier an der verkehrten Stelle.\u201d<br \/>\nLiebe J\u00e4gerinnen, liebe J\u00e4ger, liebe G\u00e4ste,<br \/>\nwenn alles ganz anders kommt, wenn so eine Unterbrechung der bisherigen gut eingespielten Lebensl\u00e4ufe die Zukunft mit Fragezeichen zupflastert, das bringt uns ganz sch\u00f6n ins Schleudern.<br \/>\nDas muss nicht unbedingt ein Hirsch mit einem Kreuz im Geweih sein; oder ein Jesus unter meinem Maulbeerbaum.<br \/>\n&#8211; Pl\u00f6tzlich rei\u00dft dich eine Krankheit aus dem Berufsleben, und alles steht scheinbar auf dem Spiel.<br \/>\n&#8211; Die Kinder sind gro\u00df und gehen aus dem Haus und du musst Partnerschaft und Familie neu definieren, weil die Kinder, um die alles kreiste nicht mehr da sind.<br \/>\n&#8211; Du fragst dich, ob der Beruf, den du hast, wirklich das ist, was du bis zu Rente machen willst.<br \/>\n&#8211; In der Partnerschafts knirschts, weil sich beide weiterentwickelt haben, aber man hats gar nicht richtig wahrgenommen, und jetzt steht pl\u00f6tzlich die Frage im Raum, ob und wie es miteinander weitergehen kann.<br \/>\n&#8211; Da passt alles, und du kommst in die Hubertusmesse, und der Pfarrer redet von Neuorientierung und du fragst dich, was das soll, weil: Dar\u00fcber hast du dir eigentlich noch nie Gedanken gemacht, es l\u00e4uft doch alles irgendwie &#8230; ok .. irgendwie &#8230; aber so genau dr\u00fcber nachdenken?<\/p>\n<p>\u201eZach\u00e4us, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.\u201d &#8211; das hat Jesus gesagt. Einfach so hat er diesen Zach\u00e4us an der Hand genommen und ist mit ihm heimgegangen, um mit ihm zusammenzusein, ihn seine Menschenliebe sp\u00fcren zu lassen.<br \/>\nNirgends steht etwas davon, dass Jesus dem Zach\u00e4us die Leviten gelesen hat, ihn zusammengestaucht oder ihm gedroht h\u00e4tte. Und doch\u00a0 hat sich etwas getan. Zach\u00e4us hat sich von Jesu Liebe anstecken lassen. Er entdeckt, wie er N\u00e4chstenliebe praktizieren k\u00f6nnte, er plant, den Armen zu helfen und diejenigen zu entsch\u00e4digen, die er in seinem Leben betrogen hat. Er hat gesp\u00fcrt, wo Jesus in mein Leben tritt, da ver\u00e4ndern sich Schwerpunkte, das gewinne ich neue Perspektiven.<\/p>\n<p>Auch Hubertus: Wenn ich mir diese Situation vorstelle, kann ich mir denken, dass er nach der Begegnung mit diesem Christus im Hirschen wohl wohl erstmal einiges zu verarbeiten hatte. Aber dann: Er wendet sich der Sch\u00f6pfung in neuer Weise zu:\u00a0 Hege und Pflege, F\u00fcrsorge f\u00fcr das, was in der Natur lebt und webt. Auch das ist eine Form, die Liebe Gottes, die wir erhalten, an andere weiterzugeben..<\/p>\n<p>Und bei mir und dir, bei uns? Muss erst Jesus unter unserem Ansitz auftauchen? \u201eSteig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.\u201d<br \/>\nNaja. eigentlich machts er es ja immer wieder: Kehrt bei uns ein, wo wir uns mal wieder Zeit nehmen, an einem stillen Sonntag Nachmittag, oder n\u00e4chste Woche beim Bu\u00df- und Bettag. Er ist da, st\u00e4rkt uns den R\u00fccken, wenn wir uns r\u00fcckbesinnen<\/p>\n<p>&#8211; Wo komm ich her, wo will ich hin?<br \/>\n&#8211; Was hei\u00dft F\u00fcrsorge f\u00fcr Gottes Sch\u00f6pfung f\u00fcr mich als J\u00e4gerin oder J\u00e4ger?<br \/>\n&#8211; Wo m\u00f6chte ich eingefahrene Wege und Handlungsweisen \u00fcberdenken, wo will ich Neues beginnen?<br \/>\n&#8211; Wo erkenne ich, dass Altbew\u00e4hrtes auch weiterhin gut ist, wenn wir es wertsch\u00e4tzen und beibehalten?<\/p>\n<p>Ja, manchmal komme ich dann nicht umhin, etwas wirklich zu ver\u00e4ndern, wenn Jesus mir in so einer stillen Minute begegnet. Aber manchmal bedeutet es auch, dass ich mit Vertrauen und Zuversicht den eingeschlagenen Weg weitergehen kann. Und das sch\u00f6nste, wenn man nach mancher Entscheidung, die einem nicht leicht gefallen ist, ganz still die Worte Jesu bei Zach\u00e4us nachklingen h\u00f6rt:<br \/>\nHeute ist diesem Hause Heil widerfahren<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hubertusmesse, die die Zach\u00e4us-Geschichte\u00a0 mit dem jagdlichen Motiv des Ansitzens verbindet. 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