{"id":1262,"date":"2011-01-23T23:07:35","date_gmt":"2011-01-23T22:07:35","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1262"},"modified":"2022-01-24T08:59:07","modified_gmt":"2022-01-24T07:59:07","slug":"gospel-gottesdienst-das-evangelium-wandert-in-die-welt-hinaus-mt-8-5-13-23-januar-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1262","title":{"rendered":"Gospel-Gottesdienst: Das Evangelium wandert in die Welt hinaus (Mt 8, 5-13) 23. Januar 2011"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"462\" height=\"260\" data-attachment-id=\"1263\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1263\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?fit=462%2C260&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"462,260\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"evangeliar\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?fit=462%2C260&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?resize=462%2C260&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1263 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?w=462&amp;ssl=1 462w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?resize=400%2C225&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?resize=150%2C84&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg?resize=250%2C140&amp;ssl=1 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Matth\u00e4us 8, 5-13<\/p>\n\n\n\n<p>Gottesdienst<a href=\"http:\/\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/evangeliar.jpg\"><\/a> mit den Gospelchor \u201cget on board\u201d aus Kitzingen. Es geht um das Evangelium, das in die Welt hinauswandert. <em>Der Verk\u00fcndigungsteil dieses Gottesdienstes besteht aus einem Ineinander von Gospel-Songs, Bibelstellen, die vom Weiterwandern des Evangeliums und unseren menschlichen Antworten und Bem\u00fchungen erz\u00e4hlen.<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p><b><i>Beginn des Verk\u00fcndigungsteils: \u201eDas Heil zieht in die Welt hinaus\u201d<\/i><\/b><\/p>\n<p>Wir haben mit \u201eget on Board\u201d einen Gospel-Chor zu Gast. \u201eGospel\u201d ist ja einfach das englische Wort f\u00fcr Evangelium, die \u201eGute Nachricht\u201d. Und so, wie sich gute und schlechte Nachrichten z\u00fcgig von Mensch zu Mensch ausbreiten, so hat auch das Evangelium, die Botschaft von Gottes Heil seinen Weg gefunden, auch zu uns. Zu Jesu Zeiten war das eher ungew\u00f6hnlich. Das Volk Israel wusste: Wir sind das erw\u00e4hlte Volk. Gott ist f\u00fcr uns da, wir wissen es; und andere geht es nichts an, denn die sind ja auch nicht erw\u00e4hlt.<!--more--><\/p>\n<p>Aber mit Jesus hat sich da eine neue T\u00fcr ge\u00f6ffnet. Schon recht bald wird sp\u00fcrbar, dass Gott es auch mit den Heiden, den Nichtjuden gut meint. Zugegeben: Das war f\u00fcr Jesu Zeitgenossen ein ganz unerwartete Wendung. Das Evangelium des heutigen Sonntags berichtet davon, dass pl\u00f6tzlich das Licht Gottes auf eine Person scheint, die man schon gar nicht auf der Rechnung hatte: Ein r\u00f6mischer Hauptmann, ein Zenturio.<\/p>\n<p><b><i>Lesung Mt 8,5-13 (der Hauptmann v. Kapernaum)<br><\/i><\/b> Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn 6 und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gel\u00e4hmt und leidet gro\u00dfe Qualen. 7 Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. 8 Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, da\u00df du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. 9 Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er&#8217;s. 10 Als das Jesus h\u00f6rte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! 11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgesto\u00dfen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappern. 13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.<\/p>\n<p><b><i>Brief des Hauptmanns an seinen Dienstvorgesetzten<br><\/i><\/b>Sehr verehrter General Lucius,<br>nach 28 Jahren des treuen Dienstes f\u00fcr unseren Kaiser Tiberius in der Provinz Pal\u00e4stina beantrage ich die Entlassung aus dem Dienst der kaiserlichen Armee gem\u00e4\u00df den Vorschriften des r\u00f6mischen Rechts. Ich w\u00fcnsche dies, wenngleich ich mir bewusst bin, dass dieser Schritt mir finanzielle Nachteile bereitet und ich damit die W\u00fcrden eines kaiserlichen Zenturio verliere. Doch ich m\u00f6chte euch nicht verschweigen, was mich zu dieser Entscheidung bewogen hat. Vor etwa 13 Monaten bin ich einem dieser j\u00fcdischen Prediger begegnet, derer es viele in unserem Landstrich gibt. Aber dieser,&nbsp; Jesus war sein Name, hatte etwas an sich, das ihn vor allen anderen auszeichnete. Wie ihr wisst, besitze ich ja eine \u00fcberaus gute Menschenkenntnis, die mir als Hauptmann schon oft geholfen hat. Ich war mir sicher, dass dieser Jesus&nbsp; von den G\u00f6ttern gesandt war.<br>Und so habe ich bei ihm in der Angelegenheit meines Dieners vorgesprochen, der schwer erkrankt war und dem kein Arzt helfen konnte. Glaubt es mir, oder nicht: Er hat meinen Knecht allein durch seine Worte geheilt. Und mir selbst bescheinigte dieser Prediger einen \u00fcberaus gro\u00dfen Glauben, und stellte mich den umstehenden Juden als Vorbild hin.<br>Beeindruckt von dieser Begegnung lie\u00df ich mich durch meine Untergebenen immer wieder von den Reden und Taten dieses Predigers unterrichten. So erfuhr ich auch von seiner Hinrichtung, mit der die in Jerusalem stationierte Legion beauftragt war.<br>Der dortige Zenturio berichtete mir vom tapferen Sterben dieses Mannes und davon dass seine Anh\u00e4nger berichteten, er sei auferstanden. Nun, verehrter General Lucius, nennt mich einen t\u00f6richten Esel, aber ich bin in meinem Innersten \u00fcberzeugt, dass diese Botschaft seiner Anh\u00e4nger mehr als ein Ger\u00fccht ist. Ich bin einigen von ihnen pers\u00f6nlich begegnet und in der Tiefe meines Herzens anger\u00fchrt von dem, was diese zu berichten haben.<br>Seitdem z\u00e4hle ich mich zu denen, die dieser Nachricht Glauben schenken und sich darum dem Ritual einer Wassertaufe unterziehen.<br>So es mir gestattet ist,&nbsp; m\u00f6chte ich nach meiner Entlassung nach Rom \u00fcbersiedeln, wo meine Familie einige L\u00e4ndereien hat.<br>Dort im Norden Roms sind auch einige H\u00e4ndler beheimatet, darunter viele Juden, die&nbsp; &#8211; so wie ich&nbsp; &#8211; diesen Jesus verehren und das Ritual der Taufe empfangen haben. Mit ihnen gemeinsam mein Leben dort zu gestalten und den Lehren dieses Jesus zu folgen, damit m\u00f6chte ich mein Leben kr\u00f6nen.<br>Hochverehrter General Lucius, ich m\u00f6chte euch versichern, dass ich auch weiterhin ein treu ergebener B\u00fcrger des R\u00f6mischen Reiches bin.<br>Mit treuem Gru\u00dfe, Vulpius, Zenturio der Legion bei Kapernaum, in der Provinz Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p><b>Lied: I thank you <\/b><\/p>\n<p><b><i>Bericht: Die Botschaft wandert durch das r\u00f6mische Reich<\/i><\/b><\/p>\n<p>Gottes Liebe \u00fcberspringt Grenzen. Beim r\u00f6mischen Zenturio wurde deutlich: Gottes Heil, sein Reich gilt f\u00fcr alle Menschen. Keiner soll ausgeschlossen werden. Die T\u00fcre steht offen. Was f\u00fcr uns heute so selbstverst\u00e4ndlich scheint, das mussten die J\u00fcnger Jesu schon so einige Male schlucken. Soll Gott wirklich auch die Heiden meinen? Dass Jesus einen Mann aus Samaria, den Samariter, als Ideal ihnen vor Augen stellt, und auch eine kranken Frau aus dieser eigentlich gottverlassenen Gegend heilt, das war ja noch halbwegs akzeptabel. Aber einen r\u00f6mischen Zenturio, beziehungsweise dessen Diener, das war f\u00fcr machen konservativen J\u00fcnger eine Provokation.<\/p>\n<p>Und auch nach Jesu Himmelfahrt wurde lange gestritten, ob Gott das denn wirklich so gemeint haben sollte &#8230;heidnische R\u00f6mer sollen Anteil an Gottes neuer Welt haben? Soll man die wirklich taufen? Man hat Zeit daf\u00fcr gebraucht, und Diskussionen, und einige Wunder, bis die J\u00fcnger bereit waren, diesen Weg zu gehen, den Jesus ihnen ja vorgelebt und vorgeschrieben hatte: \u201eGehet hin in alle Welt &#8230;\u201d<br>&#8230; auch zu den R\u00f6mern<br>&#8230; Germanen<br>&#8230; Gollh\u00f6fern und Kitzingern<br>&#8230; aber auch Rodheimern und Gollachostheimern &#8230;<br>&#8230; in die H\u00e4user mit gepflegten und in die mit verwahrlosten Vorgarten<br>&#8230; zu den Freundlichen und zu den Nervens\u00e4gen<br>Das Evangelium hat einen weiten Weg vor sich.<\/p>\n<p><b>Lied: God has got the power <\/b><\/p>\n<p><b>Lesung: R\u00f6mer 1,16-17 (Zeugnis geben)<br><\/b> Die Epistel f\u00fcr den heutigen Sonntag steht im Brief des Paulus an die R\u00f6mer. Er schreibt hier an die wachsende christliche Gemeinde, die in den ersten Jahrzenten nach Jesu Auferstehung in der Stadt Rom entstand. Sie bestand aus Juden und getauften Heiden, und sicher war auch so mancher r\u00f6mischer Soldat Mitglied dieser r\u00f6mischen Gemeinde. Paulus schreibt im Ersten Kapitel:<br>Ich bin ein Schuldner der Griechen und der Nichtgriechen, der Weisen und der Nichtweisen; 15 darum, soviel an mir liegt, bin ich willens, auch euch in Rom das Evangelium zu predigen. 16 Denn ich sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. 17 Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht&nbsp; &#8222;Der Gerechte wird aus Glauben leben.&#8220;<\/p>\n<p><b>Gedanken von Sch\u00fclerin Sabine P: Aus dem Tagebuch einer Sch\u00fclerin:<br><\/b> Manchmal wei\u00df ich wirklich nicht, wie ich das mit dem Andachtskreis in der Schule machen soll. Ich finde ihn eigentlich toll, er macht Spa\u00df. Zwanzig Leute die w\u00e4hrend der Pause in der Kapelle sitzen, zwei Lieder singen, Kerzen anz\u00fcnden, ein Gebet sprechen. Da ist inzwischen eine richtige Gemeinschaft draus geworden. Wir geh\u00f6ren zusammen, auch wenn wir aus ganz unterschiedlichen Klassen sind. Und wenn wir uns sonst in der Schule \u00fcber den Weg laufen, wei\u00df ich: Ja, der geh\u00f6rt mit dazu, zu unserem Kreis.<br>Aber das bl\u00f6de sind halt die Gesichter meiner Freundinnen in der Klasse, wenn ich mich in der Pause in Richtung Kapelle verabschiede&#8230;&nbsp; Ja, ich bin anscheinend die mit dem frommen Spleen.<br>\u201eNaja aber sonst bist du ganz in Ordnung\u201d hat eine Freundin gesagt. Na toll, mein Glaube als ein Teil-Schaden, \u00fcber den man hinweg schauen kann, weil ja sonst alles passt. &#8211; Die haben doch nichts kapiert, mein Glaube ist nicht ein Hobby, sondern das ist die Grundlage in meinem Leben.<br>Da bin ich manchmal furchtbar hin uns her gerissen. Soll ich dann lieber gar nicht mehr \u00fcber meinen Glauben sagen? Ihn am besten verstecken, wie einen h\u00e4sslichen Leberfleck?<br>Aber das geht doch gar nicht, ich w\u00e4re dann ja nicht ich. Es geh\u00f6rt dazu, dass ich dazu stehe, ich brauche mich nicht daf\u00fcr sch\u00e4men, dass ich an Jesus glaube.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Lied hei\u00dft \u201eWitness\u201d- Zeuge. Darin hei\u00dft es: Ich will ein glaubw\u00fcrdiger Zeuge sein, will von seiner Erl\u00f6sung singen. Ich will davon berichten, wie er mich aus der Tiefe gezogen hat und mich befreit hat.<\/p>\n<p><b>Lied: Witness <\/b><\/p>\n<p><b><i>Luthers Spannung: Es ist ganz schwer und doch so leicht<br><\/i><\/b> \u201eDa sitze ich hier und trinke mein gut Wittenbergisch Bier, und derweil l\u00e4uft das Evangelium wie ein Platzregen \u00fcber die Erde.\u201d&nbsp; Als er diesen Satz zu Ende geschrieben hat, legt Martin Luther den Federkiel aus der Hand, durchquert mit bed\u00e4chtigen Schritten sein Studierzimmer und l\u00e4sst sich auf die Bank neben dem Kachelofen fallen.<br>Ja, es l\u00e4uft.<br>Das Evangelium l\u00e4uft wie ein Platzregen \u00fcber die Erde. Nicht nur hier in Wittenberg, auch im ganzen Land, sogar in der Schweiz und in Holland haben die Menschen die Heilige Schrift neu f\u00fcr sich entdeckt. Lesen die Evangelien, gr\u00fcbeln \u00fcber den Paulusbriefen, lesen ihren Kindern die Josefsgeschichte vor. Das alles hat eine Dynamik bekommen, die ihm selbst fasziniert.<br>Die Botschaft vom liebenden Gott, der Schuld vergibt, saugen sie auf wie ein ausgetrockneter Boden. Als h\u00e4tten sie nie davon geh\u00f6rt; und dabei ist das Evangelium doch schon 1500 Jahre alt. Aber irgendwie war es in Vergessenheit geraten, verdeckt von d\u00fcsteren Traditionen, verdunkelt durch Rituale, die keiner verstand.<br>Da konnte doch nichts wachsen, da konnte man doch nur verwalten, wo keiner nach dem fragte, was Jesus selbst einst gesagt und getan hatte.<br>Martin Luther sch\u00fcttelt den Kopf.<br>Jetzt erscheint alles so leicht, so einfach, und auch so plausibel, als h\u00e4tte es nie etwas anderes gegeben. Aber er hat die Zeiten nicht vergessen, in denen er stundenlang an einzelnen Bibelversen herumkaute wie an einem harten Brotkanten. Nichts erschien schl\u00fcssig, verzweifelt wollte er wissen, wie Gott zu den Menschen und ihren Taten steht. Und kaum, dass er eine Idee hatte, lie\u00dfen die Diskussionen mit seinen Mitbr\u00fcdern alle Entw\u00fcrfe wieder zu Staub zerbr\u00f6seln. Jahre der Krise, der Tr\u00e4nen und Verzweiflung, weil einfach nichts vorw\u00e4rts ging.<br>Oder in Worms: Nach seiner Verwerfung durch den Kaiser, h\u00e4tte niemand einen Taler auf sein Leben gewettet. Und doch hat sich entgegen aller Wahrscheinlichkeit alles noch einmal gedreht.<br>Ein Wunder, ja ein Miraculum Gottes. Vielleicht wollte es Gott noch einmal richtig spannend f\u00fcr mich machen, damit ich erkenne, dass es sein Weg mit mir war. Dass Gott der Ausf\u00fchrende ist, und ich sein Werkzeug bin.<br>Dass er mir ich rechten Moment die richtigen Gedanken gegeben hat.<br>Dass er dem Kurf\u00fcrsten die Idee schenkte, mich mit einer Entf\u00fchrung vor meinen M\u00f6rdern zu retten.<br>Dass er mir Freunde geschenkt hat, die mutig f\u00fcr das Evangelium eingetreten sind, trotz aller Drohungen des Kaisers.<br>Vielleicht musste alles so knapp ausgehen, damit ich Demut lerne, damit ich mich nicht als der gro\u00dfe Reformator feiern lasse, dem man Standbilder widmet oder Stra\u00dfen nach ihm benennt.<br>Ich bin nur ein alter Madensack. Und mein ganzes Gl\u00fcck besteht darin, mit eigenen Augen zu sehen, wie Menschen unter Gottes Evangelium zu befreitem Leben aufbl\u00fchen.<\/p>\n<p><b>Lied: May God be with you <\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br>das Evangelium Jesu ist in Bewegung und es bringt Bewegung mit sich.<br>Es \u00fcberspringt Grenzen. Die Grenze zwischen Juden und Heiden, wie beim r\u00f6mischen Zenturio. Aber es knabbert auch an den Grenzen, die wir untereinender aufgebaut haben. Es r\u00fcttelt an Z\u00e4unen und Haust\u00fcren und erinnert uns: Der N\u00e4chste, den du lieben sollst, ist nicht derjenige, der dein bester Kumpel ist, sondern&nbsp; derjenige der deine N\u00e4he braucht.<br>Es will weitergetragen werden. Ohne Scheu darf man davon weitersagen, denn wo wir davon schweigen, da wirds nicht regnen, da bleibts oft trocken, verkrampft, ist von echter Freiheit der Kinder Gottes nichts zu sehen.<\/p>\n<p>Und das Evangelium hat seine eigene Dynamik. Mal findet es rei\u00dfenden Absatz, leuchtet ein und ver\u00e4ndert alles. Und manchmal durchzieht man auch geistig d\u00fcstere T\u00e4ler und hofft mit jeder Wegbiegung auf bessere Zeiten. Diese Vielfalt mit allen sch\u00f6nen und beschwerlichen Seiten geh\u00f6rt dazu. Der Grundton bleit dabei der gleiche: Das Wissen um Gottes N\u00e4he und Begleitung. So hat es das Lied eben ausgedr\u00fcckt, indem es verschiedene irische Segensw\u00fcnsche aufgegriffen und vertont hat.<\/p>\n<p>Dieses Evangelium ist auch bei uns daheim, darum wollen wir nun miteinander unseren Glauben bekennen:<\/p>\n<p><b><i>Glaubensbekenntnis<\/i><\/b><\/p>\n<p>Gemeindelied 642 1-3 Wir strecken uns nach dir<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottesdienst mit den Gospelchor \u201cget on board\u201d aus Kitzingen. 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