{"id":1213,"date":"2011-09-25T22:14:49","date_gmt":"2011-09-25T21:14:49","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1213"},"modified":"2017-10-24T08:05:52","modified_gmt":"2017-10-24T07:05:52","slug":"predigt-wir-brauchen-erinnerungsstuecke-josua-4-1-9-25-september-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1213","title":{"rendered":"Predigt: Wir brauchen Erinnerungsst\u00fccke (Josua 4, 1-9) 25. September 2011"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1214\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1214\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose.jpg?fit=200%2C337&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"200,337\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"mose\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose.jpg?fit=200%2C337&amp;ssl=1\" class=\"alignright wp-image-1214 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose-178x300.jpg?resize=178%2C300\" alt=\"Bild: Mose \/ Dieter Sch\u00fctz\/pixelio.de\" width=\"178\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose.jpg?resize=178%2C300&amp;ssl=1 178w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose.jpg?resize=89%2C150&amp;ssl=1 89w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/mose.jpg?w=200&amp;ssl=1 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a>Predigt zur Begr\u00fc\u00dfung der neuen Pr\u00e4paranden in Wilhelmsdorf und Brunn. Die Israeliten im Predigttext und wohl auch junge Leute fragen sich mitunter: Wozu soll das alte Zeug gut sein?<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Unser Predigttext steht im Buch Josua, im 4. Kapitel. Darin finden wir den Abschluss der Wanderung des Volkes Israel aus \u00c4gypten in das versprochene Land. Im 4. Kapitel ist es endlich soweit: Sie \u00fcberqueren des Fl\u00fcsschen Jordan und sind endlich am Ziel:<\/p>\n<p>1 Als das ganze Volk durch den Jordan gezogen war, sprach der Herr zu Josua: 2 &#8222;Ruf jetzt die zw\u00f6lf M\u00e4nner, die das Volk aus seinen St\u00e4mmen ausgew\u00e4hlt hat. 3 Befiehl ihnen, zw\u00f6lf gro\u00dfe Steine aus dem Jordan zu holen, genau an der Stelle, wo die Priester stehen. Sie sollen die Steine zu dem Ort bringen, an dem ihr heute \u00fcbernachten werdet.&#8220; 4 Josua rief die zw\u00f6lf M\u00e4nner 5 und wies sie an: &#8222;Geht zur\u00fcck in den Jordan, bis an die Stelle, wo die Priester mit der Bundeslade des Herrn, eures Gottes, stehen. Jeder von euch soll sich dort einen gro\u00dfen Stein auf die Schulter laden, damit wir zw\u00f6lf Steine haben, f\u00fcr jeden Stamm Israels einen. 6 Aus ihnen soll ein Denkmal gebaut werden. Wenn euch eure Kinder sp\u00e4ter einmal fragen, was diese Steine bedeuten, 7 dann erkl\u00e4rt ihnen: &#8218;Als man hier die Bundeslade hindurchtrug, staute sich das Wasser des Jordan, und wir konnten durch das Flussbett ziehen. Daran soll dieses Denkmal die Israeliten zu allen Zeiten erinnern.\u00b4<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n8 Die zw\u00f6lf M\u00e4nner taten, was Josua ihnen befohlen hatte. Sie hoben zw\u00f6lf Steine aus dem Flussbett, f\u00fcr jeden Stamm Israels einen, und trugen sie bis an den Ort, wo sie \u00fcbernachten sollten. 9 Josua nahm weitere zw\u00f6lf Steine und richtete mitten im Jordan ein Denkmal auf, genau dort, wo die Priester mit der Bundeslade standen. Diese Steine sind noch heute dort.<\/p>\n<p><b><i>Denkmale &#8211; die toten Steine<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nDenkmale interessieren eigentlich kaum einen Menschen. Sie stehen in der Gegend herum, fast jedes Dorf hat welche. Ein Gedenkstein f\u00fcr die Flurbereinigung, ein Kriegerdenkmal, eine Erinnerung an eine Schlacht in grauer Vorzeit oder einen ber\u00fchmten Menschen, der hier oder da wohnte.<br \/>\nDenkmale &#8211; aus Stein, der lange h\u00e4lt, \u00fcber Generationen, damit f\u00fcr alle Zeiten ein Denkmal gesetzt ist.<br \/>\nAber f\u00fcr viele Menschen und vor allem f\u00fcr junge Leute sind das eben nur alte, schweigende, tote Steine, die dokumentieren, dass da mal was war, was einen eh nicht interessiert. Wozu eigentlich dann der ganze Aufwand?<\/p>\n<p><b><i>Joab braucht ein Erinnerungsst\u00fcck<\/i><\/b><\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir Joab fragen. Einen der M\u00e4nner aus der Erz\u00e4hlung, die wir eben geh\u00f6rt haben.\u00a0 Die F\u00fc\u00dfe sind noch feucht vom Durchzug durch den Jordan, und der Kopf ist voll: Voll von Eindr\u00fccken, Gef\u00fchlen, Erinnerungen. Das war eine lange Zeit, eine sehr lange Zeit, die sie unterwegs waren. Er wei\u00df noch, wie sie losgezogen sind aus \u00c4gypten, endlich freigelassen aus der Sklaverei in \u00c4gypten. Die ersten euphorischen Tage der Reise nach Osten. Dann das Drama am Schilfmeer: Dieses Wunder, das sie vor den \u00e4gyptischen Soldaten gerettet hat, diese Bilder vom aufgestauten Wasser links und rechts, das sich keiner so recht erkl\u00e4ren konnte. Bilder, die sich eingebrannt haben in sein Ged\u00e4chtnis, genauso wie die Gef\u00fchle, der Todesangst in diesem Moment und die Tr\u00e4nen der Erleichterung, als sie endlich in Sicherheit waren.<br \/>\nSinai, der rauchende Gottesberg, die Gemeinschaft disess Volks, das da in der W\u00fcste zeltete.<br \/>\nAber auch Wochen der Krise, des Zweifels, in denen alles in Frage gestellt wurde: Was haben wir von unserer Freiheit, wenn wir hier in der W\u00fcste verdursten &#8211; wo ist unser Gott geblieben? War das alles doch nur eine gro\u00dfe Illusion? Und Mose der religi\u00f6se Volks-Verf\u00fchrer?<br \/>\nUnd dann immer wieder Erlebnisse der Gewissheit: Ja, wir sind auf dem richtigen Weg, Gott ist mit uns und hilft uns. Manna, Wachteln, Quellen die unerwartet im richtigen Moment am Wegesrand liegen.<\/p>\n<p>Und jetzt ist man endlich im gelobten Land, hat den Grenzfluss, den Jordan \u00fcberquert. Angekommen &#8211; Ende der Reise &#8211; Auch f\u00fcr Joab: \u201eWahnsinn,\u201d denkt er sich \u201eunglaublich, was ich da erlebt habe. Das ist so viel, das war so intensiv, da fehlen mir die Worte. Eine Erfahrung, die ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde. Aber doch ahne ich, dass diese inneren Bilder mit der Zeit verblassen werden. Irgendwie m\u00fcsste man das doch aufbewahren. Sich und andere daran erinnern. Damit das, was wir erlebt haben nie, wirklich niemals mehr vergessen wird.\u201d<\/p>\n<p>Und Josua rief:. <i>Jeder von euch soll sich dort einen gro\u00dfen Stein auf die Schulter laden, damit wir zw\u00f6lf Steine haben, f\u00fcr jeden Stamm Israels einen. Aus ihnen soll ein Denkmal gebaut werden. Wenn euch eure Kinder sp\u00e4ter einmal fragen, was diese Steine bedeuten,\u00a0 dann erkl\u00e4rt ihnen: &#8218;Als man hier die Bundeslade hindurchtrug, staute sich das Wasser des Jordan, und wir konnten durch das Flussbett ziehen. Daran soll dieses Denkmal die Israeliten zu allen Zeiten erinnern.<\/i><\/p>\n<p><b><i>Ein steinernes Denkmal. <\/i><\/b><\/p>\n<p>Aber eigentlich ist es kein toter Stein, sondern ein Erinnerungsst\u00fcck, ein Gegenstand an dem die lebendigen Erinnerungen und Erfahrungen dieser Menschen kleben, die da aus der W\u00fcste kamen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Pr\u00e4paranden,<br \/>\neigentlich ist das gar nichts Ungew\u00f6hnliches. Erinnerungsst\u00fccke, das kennen wir doch:<br \/>\nVom Urlaub machen wir Fotos und h\u00e4ngen sie an die Wand, im Souvenirladen finden wir eine Kleinigkeit, die wir dann im Regal unterbringen, neben der Muschel vom Badeurlaub vor 2 Jahren. Von einem Konzert oder Festival bringt man ein T-Shirt der Stars mit. An allen diesen Gegenst\u00e4nden h\u00e4ngen Erinnerungen, und manchmal beim Aufr\u00e4umen nehme ich so ein Ding in die Hand und denke an ein sch\u00f6nes Erlebnis zur\u00fcck.<br \/>\nIch merke: Die Denkmale, die mich wirklich ber\u00fchren stehen daheim, und sie sind mir wichtig. Nur hie und das sagt einer: \u201eWas willst du mit dem alten Gruschi\u201d &#8230; naja, der hat eben keine Ahnung davon, was mir wirklich wichtig ist, welche Erlebnisse damit verbunden sind.<\/p>\n<p><b><i>Umgehen mit den eigenen Glaubenserfahrungen<\/i><\/b><\/p>\n<p>Erinnern kann man sich an vieles. Auch an Glaubenserfahrungen?\u00a0 Warum nicht? Keiner von uns ist aus \u00c4gypten geflohen, hat am Sinai gezeltet und hat den Jordan \u00fcberquert. &#8211; Aber es geht auch weniger spektakul\u00e4r.<br \/>\nEs gibt ja so Momente, die aus dem Alltag herausfallen, in denen ich sp\u00fcre, da war Gott f\u00fcr mich da, da hat ich gemerkt, wie er mir Kraft gibt, mich tr\u00f6stet, oder mir die Spur einstellt und deutlich macht, dass was nicht passt.<\/p>\n<p>Da ist die Frau, die in einem Umschlag ein Haarb\u00fcschel aufbewahrt. Das waren die letzten, die im Zuge der Chemotherapie ausgefallen waren. Sie sagt: \u201eIch wei\u00df nicht, ob ich diese Zeit ohne meinen Glauben an Gott \u00fcberstanden h\u00e4tte. Diese Haare erinnern mich daran, wie er mir damals geholfen hat. Jetzt bin ich wieder gesund, aber ich will diese Zeit nicht vergessen.\u201d<\/p>\n<p>Da hockt einer wie ein H\u00e4ufchen Elend \u00fcber seiner Mathe-Schulaufgabe. Die anderen schreiben und rechnen wie die Wilden; nur er steht v\u00f6llig auf dem Schlauch. Wie blockiert ist er, nichts geht, er kann den Sechser auf dem Blatt schon f\u00f6rmlich riechen. Dann f\u00e4llt ihm etwas ein: \u201eLieber Gott, mach, dass das noch was wird. Ich hab doch gelernt. Und in Reli haben die auch immer davon erz\u00e4hlt, dass du Wunder geschehen lassen kannst. Bitte. Bitte hilf mir. Amen\u201d Die H\u00e4nde hat er dabei unauff\u00e4llig unterm Tisch gefaltet. Und tats\u00e4chlich: Wenig sp\u00e4ter f\u00e4llt ihm der richtige L\u00f6sungsweg ein. Es schafft nicht alles, aber an Schluss reicht es zum guten Dreier.<br \/>\nEin Wunder?\u00a0 Oder Einbildung? Ein psychologisch erkl\u00e4rbares Ph\u00e4nomen? Diesem Sch\u00fcler ist es egal: Er hat f\u00fcr sich entschieden: An der Sache mit Gott ist was dran. Und das Angabenblatt der Schulaufgabe liegt im Kinderzimmer unter der Schreibunterlage &#8211; sein kleines Denkmal an ein ganz besonderes Erlebnis.<\/p>\n<p><b><i>Pr\u00e4paranden- und Konfirmandenzeit als Zeit der Erfahrungen<\/i><\/b><\/p>\n<p>Ich komme zum Schluss:<br \/>\nDenkmale, damals wie heute, sind nur selten die sensationellen Werke, wo einem der Atmen stockt und man nur ehrf\u00fcrchtig draufschaut. Und auch die Denkmale unserer Glaubenserfahrung sind allermeistens nur klein und unspektakul\u00e4r. Manchmal sogar so klein, pers\u00f6nlich und zerbrechlich, dass man sie nicht jedem zeigen m\u00f6chte. Man wei\u00df ja auch nie, wie andere darauf regieren &#8211; und ausgelacht oder verspottet werden will man schon gar nicht.<br \/>\nGlaubens-Denkmale sind f\u00fcr uns selber wichtig, dass wir uns immer wieder mal vergewissern: Ja, mein Glaube ist keine Illusion, dazu habe ich schon viel zuviel gute Erfahrungen mit Gott gemacht, und diese Erfahrungen habe ich nicht vergessen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto rechts oben: Dieter Sch\u00fctz\/<a id=\"Text1Link1\" href=\"http:\/\/www.pixelio.de\">pixelio.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zur Begr\u00fc\u00dfung der neuen Pr\u00e4paranden in Wilhelmsdorf und Brunn. Die Israeliten im Predigttext und wohl auch junge Leute fragen sich mitunter: Wozu soll das alte Zeug gut sein? Unser Predigttext steht im Buch Josua, im 4. Kapitel. 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