{"id":1210,"date":"2011-10-09T22:07:45","date_gmt":"2011-10-09T21:07:45","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1210"},"modified":"2017-10-24T08:05:08","modified_gmt":"2017-10-24T07:05:08","slug":"predigt-hoffen-und-warten-ist-manchmal-die-beste-option-klgl-3-22-32-9-oktober-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1210","title":{"rendered":"Predigt: Hoffen und Warten ist manchmal die beste Option (Klgl 3, 22-32) 9. Oktober 2011"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">Je<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/jeremia.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1211\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1211\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/jeremia.jpg?fit=215%2C320&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"215,320\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"jeremia\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/jeremia.jpg?fit=215%2C320&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1211\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/jeremia-201x300.jpg?resize=201%2C300\" alt=\"jeremia\" width=\"201\" height=\"300\" \/><\/a>remia ruft inmitten des Desasters: \u201cGott sei Dank ist es nicht schlimmer gekommen.\u201d Gerade jetzt braucht man Geduld und Hoffnung.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>22 Die G\u00fcte des HERRN ist&#8217;s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist gro\u00df. 24 Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 25 Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. 26 Es ist ein k\u00f6stlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. (&#8230;)<br \/>\n31 Denn der HERR verst\u00f6\u00dft nicht ewig; 32 sondern er betr\u00fcbt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner gro\u00dfen G\u00fcte. (Klagelieder Jeremias 3,22-32)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\n\u201edie G\u00fcte des HERRN ist&#8217;s, dass wir nicht gar aus sind.\u201d So beginnt Jeremia seine Gedanken. Mit anderen Worten: \u201eGott sei Dank, dass wir \u00fcberhaupt noch leben!\u201d Oder nochmal umformuliert: \u201eLeute, das h\u00e4tte auch ganz anders ausgehen k\u00f6nnen; da k\u00f6nnt ihr eurem Gott danke sagen, dass ihr \u00fcberhaupt noch mal davon gekommen seid\u201d. <!--more--><\/p>\n<p><b><i>Trauerarbeit in Jerusalem<\/i><\/b><\/p>\n<p>Was ist da passiert?<br \/>\nWer ein bisschen nachforscht, erf\u00e4hrt, dass eine echte Katastrophe die Zuh\u00f6rer des Jeremia heimgesucht hat: Die Stadt Jerusalem wurde von den Soldaten der Babylonierk\u00f6nigs Nebukadnezar erobert, in gro\u00dfen Teilen zerst\u00f6rt, der Tempel wurde vernichtet, viele Menschen wurden get\u00f6tet; Tausende wurden als Kriegsgefangene verschleppt.<br \/>\nJeremia versucht den Blickwinkel der Menschen zu ver\u00e4ndern: \u201eLeute &#8211; auch wenn ihr jetzt nur noch Ruinen und Gr\u00e4ber seht, ihr geschockt und traurig seid &#8211; es h\u00e4tte alles noch schlimmer kommen k\u00f6nnen. Ihr lebt noch!\u201d<br \/>\nEs ist uns nicht \u00fcberliefert, wie die Zuh\u00f6rer des Jeremia auf seine Feststellung reagiert haben.\u00a0 Die Lebenserfahrung ist die, dass Menschen, denen Schlimmes zugesto\u00dfen ist, solche Ermutigungen wie die des Jeremia manchmal gar nicht gebrauchen k\u00f6nnen. Einem Unfallopfer, das mit Querschnittl\u00e4hmung in der Klinik liegt, kann ich nat\u00fcrlich sagen. \u201eSei froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist, du h\u00e4ttest tot sein k\u00f6nnen\u201d. Und dabei h\u00e4tte ich in der Sache nat\u00fcrlich recht.\u00a0 Aber mein Zuh\u00f6rer ist\u00a0 in diesem Moment mitten in seiner Trauer, er sieht und sp\u00fcrt sein Elend &#8211; die Folgen des Unfalls, da kommen ihm meine aufmunternden Worte vielleicht sogar zynisch vor. Denn anscheinend nehme ich seine furchtbare Situation gar nicht ernst.<br \/>\nJa,\u00a0 meist m\u00fcssen wir unseren Trauenden einfach die Zeit geben, in ihrer neuen, schlimmen Situation anzukommen, bevor wir daran gehen, dar\u00fcber zu reden, wie es weitergehen soll.<\/p>\n<p><b><i>Hoffnung als ein wertvoller innerer Betriebszustand<\/i><\/b><\/p>\n<p>Ich lese einmal weiter in der Rede des Jeremia: <i>Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein k\u00f6stlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.<\/i><\/p>\n<p>Nach der Diagnose kommt Jeremia mit einer Art Werbebotschaft. Eine Werbung f\u00fcr die Hoffnung. &#8211; Mehr ist es nicht. Hoffnung, als etwas, was wertvoll ist. Es ist \u201ek\u00f6stlich\u201d, also attraktiv, Hoffnung zu haben und darauf zu warten, dass sich etwas ver\u00e4ndert, dass Gott etwas ver\u00e4ndert.<br \/>\nAber mit dem Warten haben wirs nicht so.<br \/>\nWarten ist aus der Mode &#8211; Warten ist eine unerw\u00fcnschte Verz\u00f6gerung, eine Panne.<br \/>\nWas ich heute im Internet bestelle, kommt im Idealfall schon morgen mit der Post.<br \/>\nWenn ich an der Supermarktkasse l\u00e4nger als 5 Minuten waren muss, werde ich schon fuchtig.<br \/>\nDinge werden auf Kredit gekauft, weil man nicht warten m\u00f6chte, bis man das Geld zusammengespart hat, um sich seinen Wunsch zu erf\u00fcllen. Das Warten haben wir in unserer Welt zunehmend abgeschafft.<br \/>\n&#8230; und da soll \u201eauf Gott es Hilfe warten\u201d eine sch\u00f6ne Sache sein?<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, vielleicht ist das ja auch eine Frage der Alternativen, die man hat &#8211; und der Situation, in der man sich befindet!\u00a0 Wenn ich Gang eines Amts sitze und eine Stunde warten muss &#8211; dann ist warten und hoffen einfach \u00e4rgerlich.<br \/>\nAber wie sieht das bei dem jungen Unfallopfer mit seiner Querschnittsl\u00e4hmung aus? Vorhin haben wir festgestellt, dass er froh sein kann, \u00fcberhaupt noch zu leben. Aber wenn das alles gewesen sein soll? Mit dieser Behinderung, ein Leben lang? Ohne Perspektive &#8211; ohne Hoffnung?<br \/>\nAber da kommt der Neurologe und sagt: \u201eDa gibts bei aller Vorsicht noch eine Chance &#8230; dass da durchtrennte Nerven noch mal zusammenwachsen. Aber das dauert &#8230; Monate &#8230; kann sein, dass Sie zwei Jahre brauchen, bis Sie wieder selbstst\u00e4ndig essen k\u00f6nnen .. aber die Aussicht, die Hoffnung besteht.\u201d<br \/>\nUnd auf einmal fangen die Uhren wieder zu ticken an, jeder Tag bringt diesen Mann wieder ein bisschen n\u00e4her an das heran, was er sich ersehnt. Jeder neue Tag ist ein Pluspunkt auf seinem inneren Konto der Gef\u00fchle. Warten wird zur gef\u00fcllten Zeit, Hoffen wird zu einer T\u00e4tigkeit mit Sinn und Ziel.<br \/>\nWie eine Katze, die geduckt vorm Mauseloch sitzt und wartet &#8230; und wei\u00df: Irgendwann wird sie kommen, die Maus, daran habe ich keinen Zweifel.<br \/>\nWarten und Hoffnung haben. Es ist so altmodisch, es passt so gar nicht zu unserem modernen Lebensgef\u00fchl &#8211; aber manchmal ist warten und hoffen der einzige Weg, eine positive Haltung zur Zukunft zu gewinnen.<\/p>\n<p><b><i>Sich von Gott etwas zu erwarten<\/i><\/b><\/p>\n<p>Meines Erachtens geht das nur, wenn f\u00fcr diese gute Zukunft jemand einsteht. Wenn da einer ist, der diese Zukunft auch in der Hand hat, der da etwas ver\u00e4ndern kann, der Macht hat.\u00a0 Sonst w\u00e4re das ja reiner Selbstbetrug. &#8211; Pfeifen im Keller &#8211; Oder sonst eine recht dubiose Selbstberuhigungsstrategie.<br \/>\nHabe ich einen, dem ich zutraue, mein Leben zu ver\u00e4ndern, diese Welt zu ver\u00e4ndern?<br \/>\nTraue ich meinem Gott das zu &#8211; obwohl ich auch immer wieder einmal Entt\u00e4uschungen hinnehmen musste?<br \/>\nDie Worte Jeremias sind fast schon erschreckend ehrlich:\u00a0 <i>Denn der HERR verst\u00f6\u00dft nicht ewig; sondern er betr\u00fcbt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner gro\u00dfen G\u00fcte. <\/i>Er hat einen Gott erlebt, der sein Volk nicht immer auf H\u00e4nden getragen hat. Versto\u00dfen, von Gott allein gelassen haben sie sich gef\u00fchlt, und dann doch wieder erlebt, dass dieser Gott sie nicht alleine l\u00e4sst.<br \/>\nDas ist eine wechselhafte Beziehung. Eine Traumpartnerschaft aus dem Bilderbuch liest sich anders!\u00a0 Aber Jeremia serviert uns keinen auf Hochglanz polierten Werbeprospekt, sondern seine ungeschminkte pers\u00f6nliche Erfahrung, seine eigenes erlebtes Auf-und-Ab seines Lebens an Gotte Seite.<br \/>\nEine Beziehung, die sich gerade deshalb als tragf\u00e4hig und belastbar erweist, weil man miteinander durch H\u00f6hen und Tiefen gegangen ist. Jesajas S\u00e4tze kommen nicht aus dem theologischen Lehrbuch, sondern aus dem Lebensbuch.<\/p>\n<p><b><i>Die Methode Hoffnung <\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nmanchmal kommt mir unsere Welt, (zumindest die, von der ich im Fernsehen und in der Zeitung etwas mitbekomme)\u00a0 so vor, als w\u00fcrde sie auch auf der Intensivstationen liegen. Krisen, Katastrophen, milit\u00e4rische Auseinandersetzung, auf- und zuklappende Euro-Rettungsschirme, Energiekrise &#8230;\u00a0 der Zustand des Planeten ist bedenklich &#8230; soweit ich es mit meinem sehr sehr begrenzten Horizont \u00fcberblicken kann. Und ich selber merke, dass mir auch die Antworten und L\u00f6sungswege abhanden kommen &#8230; alles ist so komplex und undurchschaubar geworden.<br \/>\nMan hat keine Antworten! Die Wahl in Berlin hat gezeigt, dass die Menschen nicht mal mehr von der Politik Antworten und L\u00f6sungskonzepte erwarten. So kann man dann auch die Piratenpartei w\u00e4hlen &#8211; die geben wenigstens zu, dass sie \u00fcberhaupt keinen Durchblick haben.<br \/>\nIn so einer Situation liegt es eigentlich nahe, unserer Welt momentan keine besonders rosige Zukunftsaussichten zu bescheinigen.<br \/>\nUnd genau dagegen m\u00f6chte ich mit Jeremia mir erlauben manchmal ganz naiv zu hoffen.<br \/>\nErinnere mich an die Worte aus dem Vaterunser: \u201edein Reich komme\u201d,<br \/>\nUnd die Worte Jeremias: <i>Die G\u00fcte des HERRN ist&#8217;s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist gro\u00df.<\/i><\/p>\n<p>Ja, es ist ein Wunder, das das alles nicht l\u00e4ngst schon\u00a0 zusammengebrochen ist &#8211;<br \/>\nund darum wage ich auch, auf die Zukunft zu hoffen &#8211; zu hoffen, dass Gott bei uns bleibt.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeremia ruft inmitten des Desasters: \u201cGott sei Dank ist es nicht schlimmer gekommen.\u201d Gerade jetzt braucht man Geduld und Hoffnung. &nbsp; 22 Die G\u00fcte des HERRN ist&#8217;s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist\u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1210\">ich will weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Predigt: Hoffen und Warten ist manchmal die beste Option (Klgl 3, 22-32) 9. 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