{"id":1207,"date":"2011-10-30T21:34:38","date_gmt":"2011-10-30T19:34:38","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1207"},"modified":"2022-10-10T19:50:15","modified_gmt":"2022-10-10T17:50:15","slug":"predigt-mut-zum-dachschaden-markus-2-1-12-11-oktober-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1207","title":{"rendered":"Predigt: Mut zum Dachschaden (Markus 2, 1-12), 30. Oktober 2011"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile has-pale-cyan-blue-background-color has-background\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"274\" data-attachment-id=\"1208\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1208\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?fit=400%2C274&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,274\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"dachschaden\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Bild: Matthias Preisinger\/Pixelio.de&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?fit=400%2C274&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?resize=400%2C274&#038;ssl=1\" alt=\"Dachschaden-Bild: Matthias Preisinger\/Pixelio.de\" class=\"wp-image-1208 size-full\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?resize=300%2C206&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?resize=150%2C103&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/dachschaden.jpg?resize=218%2C150&amp;ssl=1 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><strong>Mk 2, 1-12<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Erz\u00e4hlung vom geheilten Gichtbr\u00fcchigen zerst\u00f6ren die Freunde das das Dach eines Hauses um ihn zu helfen. Brauchen wir vielleicht \u00f6fter den Mut zum Dachschaden? Die Bereitschaft, sichere Positionen zu riskieren?<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p><i>Die Heilung eines Gel\u00e4hmten (Markus 2, 1-12)<br \/>1 Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. 2 Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht drau\u00dfen vor der T\u00fcr; und er sagte ihnen das Wort. 3 Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gel\u00e4hmten, von vieren getragen. 4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und lie\u00dfen das Bett herunter, auf dem der Gel\u00e4hmte lag.<\/i><!--more--><\/p>\n<p><i> 5 Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: Mein Sohn, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.<br \/>6 Es sa\u00dfen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: 7 Wie redet der so? Er l\u00e4stert Gott! Wer kann S\u00fcnden vergeben als Gott allein? 8 Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? 9 Was ist leichter, zu dem Gel\u00e4hmten zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher?<br \/>10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, S\u00fcnden zu vergeben auf Erden &#8211; sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 12 Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen. <\/i><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>den Predigttext haben Sie eben im Evangelium schon geh\u00f6rt: Die Heilung dieses gel\u00e4hmten Mannes, der durch das Dach zu Jesus heruntergelassen worden ist. Eigentlich hat die Erz\u00e4hlung zwei inhaltliche Brennpunkte: Die Heilung und das kaputte Dach. \u00dcber das Wunder dieser Heilung wird h\u00e4ufig gepredigt &#8211; \u00fcber den Dachschaden eher selten. Darum m\u00f6chte ich heute mit Ihnen auf dieses kaputte Dach blicken, denn da gibt es so einiges zu entdecken.<\/p>\n<p><b><i>Wir m\u00f6gen keine defekten D\u00e4cher: Blo\u00df keinen Dachschaden!<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst stelle ich fest: Wir Menschen m\u00f6gen keine D\u00e4cher mit L\u00f6chern drin. Weder hier in Wilhelmsdorf\/Brunn noch dort in Kapernaum. Darum investieren wir in die Reparatur des Pfarrhausdaches, des Kindergartens und lassen auch das Gemeindehaus nicht aus den Augen. Und in Kapernaum haben sich die Freunde des Gel\u00e4hmten nicht gerade beliebt gemacht, als sie Jesu Gastgeber den Dach ruinierten. Ein Dach muss dicht sein, geschlossen und fest.<br \/>Jemand, bei dem das nicht de Fall ist, der hat einen Dachschaden. Und wir wissen, dass dieser Begriff ja auch vom Hausdach zum menschlichen Oberst\u00fcbchen hin\u00fcbergewandert ist: Wer einen Dachschaden hat, bei dem stimmt was nicht im Kopf, der ist nicht ganz dicht. Und das m\u00f6gen wir nun gar nicht haben.<\/p>\n<p><b><i>Das sch\u00fctzende Dach<\/i><\/b><\/p>\n<p>Schauen aber noch einmal auf das Hausdach, das \u201eDach \u00fcber den Kopf\u201d, das wir alle haben, und das man ja irgendwie braucht. Es steht f\u00fcr Sicherheit und Geborgenheit. Ich selbst wei\u00df, welcher Alptraum es ist, wenn es in einer st\u00fcrmischen Regennacht das Wasser durch die Decke tropft, man nicht so genau wei\u00df, wo es herkommt; wie man es abstellen kann. Ich w\u00fcnsche mir ein dichtes Dach &#8211; ohne Loch und L\u00fccke.<br \/>Auch im \u00fcbertragenen Sinn w\u00fcnsche ich mir, dass das Dach meines Lebenshauses \u201ewasserdicht ist\u201d. Ich bin froh, wenn ich als Sch\u00fcler nach Ostern die vorletzte Schulaufgabe geschrieben habe und wei\u00df: Da kann jetzt nichts mehr passieren. So viele Sechser kann ich gar nicht mehr kassieren &#8211; ich bleibe nicht sitzen. Mancher Lehrer oder Staatsdiener ist froh, wenn er verbeamtet wird: Ja, jetzt bin ich unk\u00fcndbar. Die Existenz ist gesichert. Allerlei Lebens- und Hausratversicherungen versprechen mir: Mit uns bist du voll und ganz gesichert &#8211; jetzt kann dir nichts mehr passieren!<\/p>\n<p>Ja, liebe Gemeinde es ist unser Bed\u00fcrfnis uns zu sichern, das Dach \u00fcber den Kopf zu befestigen &#8230;. aber Jesus sagt: Die F\u00fcchse haben Gruben und die V\u00f6gel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.<br \/>&#8211; Kein Dach<br \/>&#8211; Kein Kopfkissen<br \/>&#8211; Keine Sicherheit<br \/>&#8211; Allein das Vertrauen, dass sein Vater im Himmel ihm gibt, was er braucht.<br \/>Jesus ist da ein Gegenentwurf: Er tauscht die Sicherheit ein gegen ein unbedingtes Vertrauen auf Gottes Hilfe.<br \/>Ich bewundere so etwas, schaue respektvoll auf Menschen, die auch so leben, die viele oder gar alle Sicherheiten aufgeben, um allein auf Gott zu vertrauen. Aber ich wei\u00df auch, wie schwer das ist: Vertrauen zu riskieren &#8211; in Gott und in Menschen &#8211; und dabei eben nicht jedes Risiko auszuschalten.<\/p>\n<p><b><i>Das Dach unserer menschlichen Logik<\/i><\/b><\/p>\n<p>So ein \u201esicheres Dach\u201d haben wir Menschen uns auch im geistigen Sinn geschaffen: Ein Dach von gemeinsamen Erkenntnissen, Weltvorstellungen, von Naturgesetzen und Logik. Eine Welt, die erforscht und durchgerechnet ist. Alles l\u00e4sst sich erkl\u00e4ren. Und das, was wir uns nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen , das ist entweder nur vorl\u00e4ufig erkl\u00e4rbar, oder nur eine T\u00e4uschung.<br \/>Ich habe das Gef\u00fchl, wir haben unsere Welt hermetisch abgedichtet. Gegen Zuf\u00e4lle und Wunder, gegen Unerkl\u00e4rliches und Unglaubliches. Etwas kurz gefasst formuliert: Was ich mir nicht erkl\u00e4ren kann, kann und darf es auch nicht geben. Wer anderes behauptet, der hat einen \u201eDachschaden\u201d &#8211; dessen Weltbild ist nicht abgedichtet, der wird schnell zum Phantasten oder zum Irren erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Wie ist das, wenn man mal mit ganz \u201enormalen\u201d Menschen ohne kirchliche Bindung &#8211;\u00a0 die so gut wie nie hier im Gottesdienst auftauchen &#8211; \u00fcber so eine Erz\u00e4hlung, wie die Heilung diese Gel\u00e4hmten diskutiert. Wenn man sagt: Ja, ich kann mir vorstellen, dass das so war, dass da wirklich einer gesund geworden ist; von jetzt auf gleich. Weil Jesus da war und da dieses Wunder gewirkt hat. Was f\u00fcr einen Blick kassiert man da?\u00a0\u00a0 Ist es Mitleid mit einen seltsamen Frommen? Oder entdecken sie schon die Frage in den Augen der Anderen: Hey, bist du noch normal? Das kann doch nicht dein Ernst sein, dass du sowas glaubst &#8211; das wei\u00df doch jeder, dass es so was gar nicht geben kann &#8230;.<\/p>\n<p>Haben wir Christen einen Dachschaden? Naja &#8211; irgendwie schon: Jedenfalls ist das Dach unseres Weltbildes nicht ganz dicht!<\/p>\n<p><b><i>Und da \u00f6ffnet sich das Dach \u00fcber unseren K\u00f6pfen <\/i><\/b><\/p>\n<p>Zur\u00fcck in des Haus in Kapernaum. Waren es 50 Leute, die sich da in das 2-Zimmer-H\u00e4uschen hineingequetscht hatten oder sogar 80? Auf jeden Fall viel zu viele. Es ist nachmittags, 40 Grad im Schatten, im Haus ist es nicht k\u00fchler, nur stickiger und dunkler: Gedr\u00e4nge, Schwei\u00df, verbrauchte Luft.\u00a0 Wer wei\u00df, wie viele aufgeatmet haben, als da jemand das Dach \u00f6ffnete: Frische Luft, Licht, ein sanfter Luftzug. So ein Dach kann einen ja m\u00e4chtig einengen und die Luft wegnehmen, und auch die freie Sicht nach oben. Da ist ein Dachschaden ja direkt ein Segen.\u00a0 Ohne Dachschaden w\u00e4re an diesem Tag in Kapernaum nichts passiert, der Gel\u00e4hmte h\u00e4tte weiter sein tristes Dasein gefristet &#8211; und auch viele, die von dieser Begebenheit anger\u00fchrt worden sind, m\u00fcssten ohne diesen Ansto\u00df f\u00fcr ihr Leben auskommen. Wie gut, dass die Freunde des Kranken einen Dachschaden riskiert haben!<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>haben Sie den Mut zum Dachschaden! Zum offenen Dach &#8211; oder zumindest zum Dachfenster in ihrem Leben. Damit das Licht Gottes hereinscheinen kann. Haben Sie den Mut, nicht immer nur auf Sicherheit zu gehen. Sondern ihr Dachfenster auch immer wieder mal zu \u00f6ffnen. Wenn ich von Gott etwas erwarte, eine Ver\u00e4nderung, Hilfe oder gar ein Wunder, dann bleibt mir nichts anderes \u00fcbrig, als mein inneres Dach zu \u00f6ffnen. Das Dach meiner Logik und Naturwissenschaft bleibt da nicht immer heil. Wie soll Gott denn sonst \u00fcberraschendes bewirken?<\/p>\n<p>Wenn wir heute Abendmahl feiern, glauben wir an die Gegenwart Jesu in Brot und Wein. Naturwissenschaftlich ist das nicht erkl\u00e4rbar, aber wir wissen, wie vielen Menschen diese Feier gut tut, Mut und Kraft gibt &#8211; mehr als es gute Worte verm\u00f6gen.<br \/>Und nat\u00fcrlich kanns da auch reinregnen. Wenn meine Gebete nicht erh\u00f6rt werden und meine Hoffnungen zerplatzen. Diese Erfahrung geh\u00f6rt auch dazu. Und doch glaube ich, lebt es sich gut &#8211; mit so einem offenem Dach &#8211; nennen Sie es Dachschaden oder Dachfenster:<\/p>\n<p>Wenn ich abends ins Bett meines Lebenshauses gehe, im Gebet den Tag durchgehe und nach oben durch mein offenes Dach blicke: Zu den Sternen, die mich erinnern, dass mein Sch\u00f6pfer das alles geordnet hat. Da f\u00fchle ich mich wohl und geborgen weil ich wei\u00df, dass eigentlich Gott selbst mein Dach ist.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Bild: Matthias Preisinger\/<a id=\"Text1Link1\" href=\"http:\/\/www.pixelio.de\">Pixelio.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Erz\u00e4hlung vom geheilten Gichtbr\u00fcchigen zerst\u00f6ren die Freunde das das Dach eines Hauses um ihn zu helfen. Brauchen wir vielleicht \u00f6fter den Mut zum Dachschaden? 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