{"id":1204,"date":"2011-11-13T21:29:56","date_gmt":"2011-11-13T20:29:56","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1204"},"modified":"2017-10-24T18:12:18","modified_gmt":"2017-10-24T17:12:18","slug":"predigt-klug-phantasievoll-vorausschauend-und-ein-bisschen-raffiniert-lukas-16-1-8-13-november-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1204","title":{"rendered":"Predigt: Klug, phantasievoll, vorausschauend und ein bisschen raffiniert (Lukas 16, 1-8) 13. November 2011"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">D<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1205\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1205\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg?fit=300%2C400&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"300,400\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"verwalter\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg?fit=300%2C400&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1205\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"verwalter\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg?resize=113%2C150&amp;ssl=1 113w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg?resize=112%2C150&amp;ssl=1 112w, https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/verwalter.jpg?w=300&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>as Gleichnis vom untreuen Verwalter kann einen so richtig \u00e4rgern! Schlie\u00dflich lobt Jesus da einen Gauner! Aber dennoch taugt er als Vorbild<span style=\"font-size: xx-small;\"><b><br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><i>Predigttext: Lukas 16,1-8<br \/>\nJesus sprach aber auch zu den J\u00fcngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. [2] Und er lie\u00df ihn rufen und sprach zu ihm: Was h\u00f6re ich da von dir? Gib Rechenschaft \u00fcber deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. [3] Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch sch\u00e4me ich mich zu betteln. [4] Ich wei\u00df, was ich tun will, damit sie mich in ihre H\u00e4user aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. [5] Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden f\u00fcr sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? [6] Er sprach: Hundert Eimer \u00d6l. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs f\u00fcnfzig. [7] Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. [8] Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter , weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen kl\u00fcger als die Kinder des Lichts. [9] Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen H\u00fctten.<\/i><!--more--><\/p>\n<p><b><i>Der Skandal bei Lukas<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nes passiert ja eher selten, dass man sich \u00fcber einen Bibeltext \u00e4rgert. Aber hier scheint es ja gar nicht anders zu gehen. Da ist ein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, der anscheinend nicht besonders sorgsam mit dem Betriebskapital umgegangen ist. Dem steht eine Pr\u00fcfung seiner Arbeit ins Haus; und er wei\u00df: Das kostet mich meinen Job. Offenbar wei\u00df er, dass er nicht ordentlich gewirtschaftet hat. Und da hat er die Frechheit, und holt die Leute, die beim seinem Chef Schulden haben und erl\u00e4sst ihnen einen Teil der Schulden. Auf Kosten seines Chefs. Und hofft, dass die dann sp\u00e4ter ihm helfen, w\u00e4hrend seiner Arbeitslosigkeit \u00fcber die Runden zu kommen.<br \/>\nDas ist Betrug, Unterschlagung, Urkundenf\u00e4lschung, Amigo-Gehabe &#8230;. Wahnsinn! Das erinnert einen ja erschreckend an manches, was wir heute in der Finanzwirtschaft erleben. Manager, die in ihrer Gier ihre Firma in Grund und Boden wirtschaften und am Schluss noch immense Abfindungen kassieren.<br \/>\nEine einzige Sauerei!<\/p>\n<p>Und das Dumme: Jesus lobt diesen Verbrecher auch noch! Jesus verschweigt nicht, dass dieser Verwalter untreu und unehrlich gehandelt hat &#8211; aber trotzdem h\u00e4lt er in den J\u00fcngern als Vorbild hin: Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen kl\u00fcger als die Kinder des Lichts.<\/p>\n<p>Dieser Hallodri als Vorbild &#8230; wof\u00fcr soll der uns bittesch\u00f6n ein Vorbild sein? Ich habe da mal einige Ideen.<\/p>\n<p><b><i>Die Sache mit dem Geld<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zum Ersten: Ich rege mich mal wieder auf, weil es in dieser Erz\u00e4hlung um viel Geld geht, das zu unrecht hin- und hergeschoben wird. Der Verwalter wirtschaftet angesichts der anstehenden Entlassung munter drauf los, erl\u00e4sst Schulden nach gutd\u00fcnken. So, als w\u00e4re das Geld seines Chefs nichts wert, als w\u00e4re es Spielgeld wie bei Monopoly.<br \/>\nUnd dabei ist Geld doch wertvoll und wichtig. So wichtig das man daf\u00fcr Menschen ausbeutet, Kinder entf\u00fchrt, Frauen verkauft und Natur zerst\u00f6rt. Geld ist f\u00fcr uns oft genug alles! Und ohne Geld ist alles nichts. Geld wird zum Ma\u00dfstab &#8211; an ihm wird so vieles gemessen und beurteilt. Wir fragen: Was verdienst du? Statt: Hast du einen Beruf, der dir Freude macht und dir auch Luft l\u00e4sst zum Atmen? Wir haben uns oft genug damit arrangiert, dass sich alles ums Geld dreht.<\/p>\n<p>Wenn man davon h\u00f6rt wie oft Geschwister wegen in paar Tausend Euro beim beerben ihrer Eltern total zerstritten sind; kein Wort mehr miteinander reden! Wegen Geld! Da war wahrscheinlich wirklich etwas finanziell ungerecht &#8211; aber muss ich mir deshalb unseren Familienzusammenhalt kaputtmachen lassen?<br \/>\nDemgegen\u00fcber sagt Jesus am Ende: macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon. Freunde &#8211; nicht Feinde. Da k\u00f6nnte uns der respektlose Umgang des Verwalters im Gleichnis mit dem Geld vielleicht doch ein bisschen ein Vorbild sein. Es hat mit viel Geld gearbeitet &#8211; jetzt wird er bald wohl keines mehr haben. Er disponiert um! Und er schaut, dass er sich Freunde f\u00fcr die Zukunft erh\u00e4lt &#8211; ja, Geld ist eben doch nicht alles.<\/p>\n<p><b><i>Die Sache mit der Sackgasse<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\ndie Klugheit dieses Verwalters, von der Jesus spricht zeigt sich auch im grunds\u00e4tzlichen Umgang mit seiner aktuellen Situation, genauer gesagt mit der Sackgasse, in der er sich befindet. Es gibt ja \u00f6fter Situationen, in denen wir in Sackgassen geraten. Es wird klar: So, wie bisher geht es nicht mehr weiter. Irgendwo da vorne ist Schluss.<\/p>\n<p>Unser \u201eHeld\u201d erkennt noch vor seiner K\u00fcndigung, dass er sich in einer Sackgasse befindet. Seine Schlampereien werden ans Licht kommen, sein Chef wird garantiert reagieren und ihn rauswerfen. Und schon jetzt \u00fcberlegt er, wie er aus dieser Sackgasse herauskommen kann und legt dabei doch eine enorme Kreativit\u00e4t an den Tag &#8211; und eine gewisse kriminelle Energie (das wollen wir nicht verschweigen).<\/p>\n<p>Sackgassen als Sackgassen erkennen und kluge Konsequenzen daraus ziehen. Das ist eine Kunst, und zahlreiche Bibelausleger sehen genau darin das, was Jesus eigentlich in dieser Erz\u00e4hlung loben will.<\/p>\n<p><b><i>Sackgassen nicht zu erkennen &#8211; das f\u00fchrt oft in Katastrophen.<\/i><\/b><\/p>\n<p>Heute, am Volkstrauertag, denken wir auch an die Menschen, die in den letzten Kriegsmonaten ihr Leben gelassen haben. Als 1945 f\u00fcr die Mehrheit, auch der milit\u00e4risch Verantwortlichen, klar war: Wir werden den Krieg verlieren, der Weg, den Deutschland eingeschlagen hat ist eine Sackgasse. Wir haben keine Chance. Und doch hat man weiter gek\u00e4mpft, hat mit dem Volkssturm Tausende von Menschen in den Tod geschickt, als w\u00e4re der \u201etotale Krieg\u201d ein Ausweg aus dieser Sackgasse.<\/p>\n<p>Es gibt auch Dramen im Kleinen: Lehrer am Gymnasium erleben immer wieder, dass sich ein v\u00f6llig \u00fcberforderter Sch\u00fcler von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe qu\u00e4lt. Er ist dieser Schulart eigentlich nicht gewachsen, und doch muss er durch, weil die Eltern es gut meinen, und ihm alle Lebenschancen er\u00f6ffnen wollen. So bleibt er im einen Jahr sitzen, im n\u00e4chsten Jahr wird ein Antrag an die Schule gestellt, dass er trotz seiner zwei F\u00fcnfer doch noch auf Probe vorr\u00fccken darf. Immer der Schlechteste in der Klasse, mehr und mehr zerbr\u00f6ckelt sein Selbstwertgef\u00fchl. Schlimm, wenn Eltern nicht sehen, in welche Sackgasse sie ihr Kind hineinman\u00f6vrieren, und nicht bereit sind, zu erkennen, dass eine andere Schullaufbahn viel besser zu ihrem Kind passen wurde.<\/p>\n<p>Sackgassen erkennen und rechtzeitig neue Wege gehen &#8211; weil man eben am Ende der Sackgasse mit dem Kopf eben nicht durch die Wand kommt.<br \/>\n<i>Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte.<\/i><\/p>\n<p><b><i>Sackgasse der Endlichkeit<\/i><\/b><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten jetzt viele andere menschliche, politische oder \u00f6kologische Sackgassen anschauen &#8211; aber eine schl\u00e4gt sie alle: Die Sackgasse unserer menschlichen Endlichkeit. Irgendwann ist unser Leben zu Ende. Das wissen wir jetzt schon &#8211; und doch gibt es Menschen, die davor kategorisch die Augen verschlie\u00dfen. Sie wissen es, aber reagieren nicht darauf. Ihnen fehlt eine Strategie. Die Sackgasse aber bleibt.<br \/>\nAber es gibt auch Andere: Menschen, die angesichts dieser Sackgasse des Todes ihren Plan haben. Die im Vertrauen auf Jesus Christus den Weg gefunden haben, aus dieser Sackgasse herauszukommen und den Tod zu \u00fcberwinden. Ich bewundere mache Menschen, die im hohen Alter gelassen von ihrem Tod reden. \u201eJa, es ist alles geregelt. Ich vertraue auf die Auferstehung und lebe mit gutem Gef\u00fchl auf meine letzten Tage hin. Ich bin gespannt, wie es sein wird, dr\u00fcben, in dieser neuen Welt Gottes\u201d.<br \/>\nWorte, die noch viel gelassener sind als die S\u00e4tze des Verwalters im Gleichnis.<br \/>\n\u201eJa, ich habe mir dort Freunde gemacht, ich bin mir sicher, sie werden mich aufnehmen in ihren H\u00fctten. Nicht mit Geld habe oder konnte ich das bezahlen. Mein Vertrauen, mein Glaube ist das, was mir die T\u00fcr dorthin aufsperrt.\u201d<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, ein Betr\u00fcger ist er gewesen, dieser Verwalter in Jesu Gleichnis, daf\u00fcr m\u00fcssen wir ihn nicht loben oder bewundern.<br \/>\nAber mit der Konsequenz, mit der Entschiedenheit und Kreativit\u00e4t, mit der er sich aus seiner Lebens-Sackgasse herausbef\u00f6rdert hat, kann er uns ein Vorbild sein.<br \/>\nKlug, phantasievoll, vorausschauend und ein bisschen raffiniert &#8211; so sollten Christen \u00f6fter sein<br \/>\nAls Pfarrer auf der Kanzel m\u00f6chte ich so was eigentlich nicht direkt empfehlen. Aber wenn Jesus und dazu mit diesem ungew\u00f6hnlichen Gleichnis aufruft, wage ich da auch nicht zu widersprechen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gleichnis vom untreuen Verwalter kann einen so richtig \u00e4rgern! Schlie\u00dflich lobt Jesus da einen Gauner! 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