{"id":1185,"date":"2012-01-08T20:50:02","date_gmt":"2012-01-08T19:50:02","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1185"},"modified":"2017-10-24T07:58:13","modified_gmt":"2017-10-24T06:58:13","slug":"predigt-gottes-seltsame-personalpolitik-1-kor-1-26-31-8-januar-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1185","title":{"rendered":"Predigt: Gottes seltsame Personalpolitik (1. Kor. 1, 26-31) 8. Januar 2014"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\">P<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/helden.jpg\"><span style=\"color: #800080;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1186\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1186\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/helden.jpg?fit=473%2C354&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"473,354\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"helden\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/helden.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/helden.jpg?fit=473%2C354&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1186\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/helden-300x224.jpg?resize=300%2C224\" alt=\"helden\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/span><\/a>redigt zur 1. Korinther 1, 26f.: Weshalb Gott\u00a0 nicht immer den Besten, den Sch\u00f6nsten und den Beeindruckendsten sucht.<span style=\"font-size: xx-small;\"><b><br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Predigttext 1. Korinther 1, 26-31: 26 Seht doch, liebe Br\u00fcder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele M\u00e4chtige, nicht viele Angesehene sind berufen. 27 Sondern was t\u00f6richt ist vor der Welt, das hat Gott erw\u00e4hlt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erw\u00e4hlt, damit er zuschanden mache, was stark ist; 28 und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erw\u00e4hlt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, 29 damit sich kein Mensch vor Gott r\u00fchme. 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erl\u00f6sung, 31 damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9 ,22.23): \u00abWer sich r\u00fchmt, der r\u00fchme sich des Herrn!\u00bb<\/i><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nes scheint ein grundlegendes Bed\u00fcrfnis von vielen Menschen zu sein, dass man angenommen, geliebt, anerkannt, respektiert oder sogar ein bisschen bewundert wird.\u00a0 Und meistens tun wir auch einiges daf\u00fcr.\u00a0 <!--more--><\/p>\n<p><b><i>Haste was, biste was<\/i><\/b><\/p>\n<p>Psychologen sagen: Brave und liebe Kinder sind oft deshalb so lieb, weil sie gemerkt haben: Wenn ich lieb und nett bin, bekomme ich viel positive Zuwendung, werde gemocht und anerkannt. In der Welt der Erwachsenen muss man f\u00fcr den Respekt und die Anerkennung schon ein bisschen mehr tun. Das ist stark abh\u00e4ngig von der Situation und den Kreisen, in denen man sich eben bewegt. Um im Sportverein die Anerkennung und Respekt der anderen zu erwerben braucht man andere F\u00e4higkeiten und Verhaltensweisen als in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungsebene eines Unternehmens oder im Haifischbecken der Wertpapierbroker.<\/p>\n<p>Aber die Struktur ist immer die gleiche: Ich muss etwas vorzuweisen haben! Im Sportverein m\u00f6gen es hervorragende sportliche Leistungen oder ein gro\u00dfer Teamgeist sein. In der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung muss ich wom\u00f6glich gro\u00dfes Verhandlungsgeschick, analytische Begabung und F\u00fchrungsst\u00e4rke ausweisen. Beim Wertpapierhandel mag es Entschlusskraft, psychische Belastbarkeit und angeborenes \u00fcberdurchschnittliches Gewinnstreben sein. Unterm Strich: Du musst etwas vorweisen k\u00f6nnen! Haste was, biste was! Und je mehr du hast an F\u00e4higkeiten, Kompetenzen, Besitz oder Macht, umso besser.<\/p>\n<p>Wie gesagt: Das ist nichts spektakul\u00e4r Neues, das ist uralt und hat sich irgendwie auch bew\u00e4hrt &#8211; von daher m\u00f6chte ich das gar nicht schlechtreden &#8211; wenn da nicht ein paar Nebenwirkungen w\u00e4ren, die doch nicht zu \u00fcbersehen sind. &#8211; Da reicht schon ein Blick in unser unmittelbares Umfeld.<br \/>\nWenn sich Kindergarteneltern im Fr\u00fchling gegenseitig erz\u00e4hlen, wie weit ihre Vorschulkinder schon sind. Was sie alles k\u00f6nnen &#8211; und da gibt es immer ein paar Eltern, denen ist es besonders wichtig, dass ihr Kind besonders viel kann und den anderen voraus ist. Bl\u00f6d stehen die dann dabei, deren Kinder um ein Jahr zur\u00fcckgestellt wird.<br \/>\nWenn Gesch\u00e4ftsleute feststellen dass beim Autokauf und Hausbau das Sozialprestige der Produkte immer wichtiger wird. Der Nachbar soll respektvoll das Auto oder den Neubau bewundern. Da ist man dann auch bereit, finanziell mehr zu investieren als eigentlich notwendig w\u00e4re.<br \/>\nAuch im kirchlichen Bereich ist das nicht anders: Wenn Kirchengemeinden einen Pfarrer suchen, liest man h\u00e4ufig Listen von Eigenschaften, die der Kandidat oder die Kandidatin erf\u00fcllen soll &#8230; da wird einem mitunter schwindelig. Mit jung und alt soll er es gut k\u00f6nnen, logistisches und betriebswirtschaftliches Geschick genauso mitbringen wie seelsorgerliches Feingef\u00fchl und Durchsetzungskraft. Man ahnt: Auf solche Stellen bewerben sich dann solche Kollegen, die sich selber ma\u00dflos \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Hie und da habe ich de Eindruck: Das Motto \u201eHaste was, biste was\u201d, beziehen wir auch auf Glaubensfragen. Mein Glaube ist dann etwas wert, wenn ich etwas (vor mir selbst) vorweisen kann:<br \/>\nIch gehe ganz oft in de Kirche,<br \/>\nich glaube an jeden Buchstaben des Glaubensbekenntnisses und der Bibel,<br \/>\nich habe nicht den Hauch eines Zweifels an der G\u00fcte Gottes,<br \/>\nich bete t\u00e4glich und lese t\u00e4glich in der Bibel&#8230;.<\/p>\n<p>Aber weil das bei mir nicht der Fall ist, dann ist mein Glaube auch nichts, worauf ich stolz sein kann. Dann ist mein Gottvertrauen nicht der Rede wert &#8211; und das im wahren Sinn des Wortes: Dann verstecke ich meinen Glauben, und rede auch nicht dr\u00fcber &#8211; schlie\u00dflich ist das eher peinlich mit meinen offenen Fragen, Krisen und Zweifeln.<\/p>\n<p><b><i>Die Sackgasse des Scheins<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nsie merken es: Unsere Tendenz, nur das wertzusch\u00e4tzen, was erfolgreich, beeindruckend oder machtvoll daherkommt, die leitet uns in eine Sackgasse. Wenn wir das Spiel mitspielen, wenn immer alles \u201ebesonders\u201d und \u201etoll\u201d sein muss, dann bleibt letztlich Ehrlichkeit, Authentizit\u00e4t und Vertrauen auf der Strecke. Weil jeder auf den sch\u00f6nen Schein achtet und keiner sich eine Bl\u00f6\u00dfe geben will.<br \/>\nWie w\u00e4re es, wenn wir die Aff\u00e4re um unseren Bundespr\u00e4sidenten einmal von dieser Seite her lesen? Ist es nicht illusorisch, von einem Politiker zu verlangen, dass er in jedem Moment jeden Schritt seines Handelns, auch im Umgang mit seinen guten Freunden, dahingehend \u00fcberpr\u00fcft, dass man ihm einmal einen Strick draus drehen kann? Nur der gl\u00e4nzende Politiker ohne Fleck auf seiner Weste wird wertgesch\u00e4tzt &#8211; oder genauer gesagt: Der, dessen Flecken noch keiner gefunden hat.<br \/>\nDie Bl\u00f6\u00dfe, die sich Pr\u00e4sident Wulff durch reichlich ungeschicktes Handeln im Nachhinein nun noch gegeben hat, degradiert ihn in den Augen vieler vollends. Wir m\u00f6gen halt lieber das Perfekte, den Kompetenten, den Starken, die Weise, den M\u00e4chtigen bewundern &#8211; auch wenn wir ahnen, dass Manches doch nur sch\u00f6ner Schein ist.<\/p>\n<p><b><i>Gottes Gegenmodell<\/i><\/b><\/p>\n<p>Paulus schreibt dazu:<br \/>\n<i>Nein, denn Gott hat sich die aus menschlicher Sicht T\u00f6richten ausgesucht, um so die Klugen zu besch\u00e4men. Gott nahm sich der Schwachen dieser Welt an, um die Starken zu dem\u00fctigen. Wer von Menschen geringsch\u00e4tzig behandelt, ja verachtet wird, wer bei ihnen nichts z\u00e4hlt, den will Gott f\u00fcr sich haben. Aber alles, worauf Menschen so gro\u00dfen Wert legen, das hat Gott f\u00fcr null und nichtig erkl\u00e4rt.<\/i><\/p>\n<p>Das ist Gottes Gegenmodell.<br \/>\nDer Heiland der Welt stirbt am Kreuz. &#8211; Und so erl\u00f6st er die Welt von ihrer Schuld.<br \/>\nJohannes der T\u00e4ufer selbst sp\u00fcrt bei Jesu Taufe: Eigentlich bin ich unw\u00fcrdig, diesen Jesus zu taufen: Aber Jesus sagt zu ihm: Es ist in Ordnung, \u201elass es nur geschehen\u201d.<br \/>\nPetrus hat Jesus verleugnet &#8211; ein Totalversagen in der Krise! Und genau den ernennt der auferstandene Jesus zum Chef der 12 J\u00fcnger.<br \/>\nPaulus, der j\u00fcdische Hei\u00dfsporn, der bei der Ermordung des ersten christlichen M\u00e4rtyrers noch begeistert dabeistand, der wird zu einem der ma\u00dfgeblichen Missionare des Glaubens an Jesus Christus.<\/p>\n<p>So eine Mannschaft&#8230;. das ist keine, mit der man angeben kann. Da hat keiner eine Wei\u00dfe Weste! Und doch hat Gott das genau so geplant. Gott, der uns Menschen sowieso durchschaut, wei\u00df wie sinnlos es ist, wenn wir uns aufblasen und Eindruck schinden wollen.<\/p>\n<p>Liebe Wilhelmsdorfer, lieber Brunner\/Hohholzer,<br \/>\neigentlich sind das Zeilen, die uns Mut machen.<br \/>\nMut, gegen die Tendenz der Welt, gerade das Gew\u00f6hnliche im Leben, das nicht Perfekte, das Defizit und sogar das Misslungene ins eigene Leben zu integrieren.<br \/>\nUnd das in aller Offenheit und Ehrlichkeit vor sich selber und auch vor anderen.<br \/>\nIch muss nicht so tun, als w\u00e4ren meine Fehler und Schw\u00e4chen nicht meine. Die geh\u00f6ren zu mir. Und ich habe einen Gott, dessen Liebe so gro\u00df ist, dass er sich davon nicht abschrecken l\u00e4sst.<br \/>\nAuch\u00a0 wenn ich zu denen geh\u00f6re, die nur alle 8 Wochen in die Kirche gehen: Ich darf froh sein, dass ich letztlich doch an Gott festhalte, gegen alle inneren Zweifel und aller offenen ragen. Ich bin dennoch Gottes Kind.<\/p>\n<p>Mit Angebern, mit den scheinbaren Oberhelden und Perfekten, auch im geistlichen Sinn, mit denen kann Gott nichts anfangen.<br \/>\nWor\u00fcber er sich freut:<br \/>\nWenn wir vor Gott und voreinander Fehler und Schw\u00e4chen eingestehen.<br \/>\nDamit wir einander realistisch wahrnehmen.<br \/>\nWir einander Fehler verzeihen k\u00f6nnen.<br \/>\nUnd bereit werden, uns von Gott im Alltag helfen zu lassen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zur 1. Korinther 1, 26f.: Weshalb Gott\u00a0 nicht immer den Besten, den Sch\u00f6nsten und den Beeindruckendsten sucht. &nbsp; Predigttext 1. Korinther 1, 26-31: 26 Seht doch, liebe Br\u00fcder, auf eure Berufung. 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