{"id":1163,"date":"2012-06-10T20:11:37","date_gmt":"2012-06-10T19:11:37","guid":{"rendered":"http:\/\/pastors-home.de\/?p=1163"},"modified":"2017-10-24T07:54:42","modified_gmt":"2017-10-24T06:54:42","slug":"predigt-goettliches-donnerwetter-als-reinigendes-gewitter-jer-23-16-29-10-juni-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pastors-home.de\/?p=1163","title":{"rendered":"Predigt: G\u00f6ttliches Donnerwetter als reinigendes Gewitter (Jer 23, 16-29) 10. Juni 2012"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span style=\"color: #800080;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/gewitter.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1164\" data-permalink=\"https:\/\/www.pastors-home.de\/?attachment_id=1164\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/gewitter.jpg?fit=300%2C419&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"300,419\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"gewitter\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/gewitter.jpg?fit=300%2C419&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-1164\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/pastors-home.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/gewitter-214x300.jpg?resize=214%2C300\" alt=\"gewitter\" width=\"214\" height=\"300\" \/><\/a>In Jeremia 23 geht auf die Propheten von Jerusalem ein m\u00e4chtiges Donnerwetter nieder. Aber vielleicht ist es auch ein reinigendes Gewitter&#8230;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Jer 23, 16-29:<\/p>\n<p><i>So spricht der HERR Zebaoth: H\u00f6rt nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betr\u00fcgen euch; denn sie verk\u00fcnden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. 17 Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil \u00fcber euch kommen. 18 Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, dass er sein Wort gesehen und geh\u00f6rt h\u00e4tte? Wer hat sein Wort vernommen und geh\u00f6rt? 19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.<br \/>\n21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. 22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden h\u00e4tten, so h\u00e4tten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem b\u00f6sen Wandel und von seinem b\u00f6sen Tun zu bekehren.<\/i><\/p>\n<p><i><!--more--><br \/>\n23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? 24 Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen k\u00f6nne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erf\u00fcllt? spricht der HERR.<br \/>\n25 Ich h\u00f6re es wohl, was die Propheten reden, die L\u00fcge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat getr\u00e4umt, mir hat getr\u00e4umt. 26 Wann wollen doch die Propheten aufh\u00f6ren, die L\u00fcge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen 27 und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse \u00fcber ihren Tr\u00e4umen, die einer dem andern erz\u00e4hlt, wie auch ihre V\u00e4ter meinen Namen verga\u00dfen \u00fcber dem Baal? 28 Ein Prophet, der Tr\u00e4ume hat, der erz\u00e4hle Tr\u00e4ume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmei\u00dft?<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Das reinigende Gewitter<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nmanchmal ist ein Donnerwetter Pflicht.<br \/>\nWenn daheim die Kinder meinen, man muss gar nicht mehr aufr\u00e4umen und kann tun und lassen, was man will.<br \/>\nWenn in der Firma der Kollege es mit seinen Aufgaben nicht mehr ganz so ernst nimmt und meint, ich muss als sein Kollege dann seine Schlampereien ausbaden.<br \/>\nWenn die Sch\u00fcler meinen: Der Herr M\u00fcller ist so ein netter und humorvoller Lehrer, da muss man bei ihm nichts lernen, schlie\u00dflich gibts ja irgendwie bestimmt die M\u00f6glichkeit, die schlechten Noten \u00fcber gute Mitarbeit auszugleichen.<\/p>\n<p>Dann kommt irgendwann der Moment, wo man ziemlich deutlich &#8230; genauer gesagt \u00fcberdeutlich sagen muss, was los ist:<br \/>\n&#8211; Was hier nicht stimmt.<br \/>\n&#8211; Was mich \u00e4rgert oder kr\u00e4nkt.<br \/>\n&#8211; Wo der Hund eigentlich begraben ist.<br \/>\n&#8211; Und: Was hier anders werden muss.<\/p>\n<p>So ein Donnerwetter &#8211; oder nennen wir es lieber reinigendes Gewitter &#8211; ist f\u00fcr alle Beteiligten kein Vergn\u00fcgen. Es ist unangenehm, es kann dabei auch laut werden. Aber danach ist das Meiste gekl\u00e4rt, man wei\u00df, woran man ist. Und es kann besser weitergehen.<br \/>\nWas wir da heute vom Propheten Jeremia h\u00f6ren, das ist so ein g\u00f6ttliches Donnerwetter. Kein Text, der beim H\u00f6ren Spa\u00df macht. S\u00e4tze, die sich niemand als Segensspruch neben die Haust\u00fcr h\u00e4ngen w\u00fcrde. Und doch waren sie dringend notwendig.<\/p>\n<p>Damals, zur Zeit des Propheten Jeremia jedenfalls! Heute nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht, denn wir sind ja heute viel viel gescheiter &#8230;. oder doch nicht? Vielleicht brauchen wir das ja auch manchmal. So ein reinigendes Gewitter, wo Gott uns sagt:<\/p>\n<p>Was hier nicht stimmt.<br \/>\nWas Gott \u00e4rgert oder kr\u00e4nkt.<br \/>\nWo der Hund eigentlich begraben ist.<br \/>\nUnd: Was hier anders werden muss.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, ich m\u00f6chte einmal genau diesen Fragen des Donnerwetters einmal entlanggehen, drauf schauen, was da bei Jeremia und dem damaligen Gottesvolk los war &#8211; und dann diese Donnerwetter-Fragen auch an uns weiterreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Was hier nicht stimmt.<\/i><\/b><\/p>\n<p>Das erste Donnergrollen: <span style=\"text-decoration: underline;\">Was stimmt hier nicht?<\/span><\/p>\n<p>Jeremia redet zu einem Volk, das in einer schwierigen Situation ist. Ums Jahr 600 vor Christus ist das Land Juda politisch zwischen \u00c4gypten und dem aufstrebenden Babylonien eingeklemmt. Und der K\u00f6nig Israels versucht, das eigene Land mit einer B\u00fcndnispolitik mit \u00c4gypten gegen\u00fcber Babylonien abzusichern. Die bezahlten Propheten Jerusalems, sozusagen die Pfarrerschaft, unterst\u00fctzen das K\u00f6nigshaus und beruhigen das Volk mit g\u00f6ttlichen Botschaften: \u201eAlles wird gut! Es wird kein Unheil kommen. Gott wird uns besch\u00fctzen.\u201d<\/p>\n<p>Aber genau das stimmt hier eben nicht: Denn Gott l\u00e4sst von Jeremia ausrichten: <i>Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Denn wenn sie in meinem Rat gestanden h\u00e4tten, so h\u00e4tten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem b\u00f6sen Wandel und von seinem b\u00f6sen Tun zu bekehren.<\/i><\/p>\n<p>Diese Propheten sagen gar nicht, was Gott meint, sondern was der Seele des Volkes gut tut &#8211; was hilft, das Staatswesen gut laufen zu lassen . Eine kuschelige religi\u00f6se Volksberuhigung angesichts der nahenden Krise. Mit der langfristigen Folge, dass das Volk in sein Ungl\u00fcck rennt. &#8211; Und so ist es ja auch gekommen; etliche Jahre sp\u00e4ter wird Jerusalem von den Babyloniern erobert und zerst\u00f6rt.<br \/>\nGibts das bei uns auch noch? Den Wunsch nach einer kuscheligen religi\u00f6sen Volksbespa\u00dfung?<br \/>\nSch\u00f6ne, feierliche Gottesdienste.<br \/>\nAnr\u00fchrende Taufen, Trauungen und Beerdigungen.<br \/>\nEine Wohlf\u00fchl-Kirche.<br \/>\nIch muss ihnen sagen: Das alles mache ich eigentlich gerne! Bin ich jetzt auch so ein Heilsprophet, \u00fcber dem nun das Donnerwetter des Predigttextes niedergeht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Was Gott \u00e4rgert oder kr\u00e4nkt.<\/i><\/b><\/p>\n<p>Schauen wir dazu weiter auf die zweite Aussage des reinigenden Gewitters: <span style=\"text-decoration: underline;\">\u201eWas \u00e4rgert und kr\u00e4nkt Gott?\u201d\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><i>Wann wollen doch die Propheten aufh\u00f6ren, die L\u00fcge weissagen (&#8230;) dass mein Volk meinen Namen vergesse \u00fcber ihren Tr\u00e4umen<\/i>. So lese ich im Predigttext des Jeremia. Gott wird schlichtweg vergessen! Man redet zwar von Gott &#8211; aber nur noch als Wort. Was dieser Gott will, wof\u00fcr er steht, was er sagt, das ist egal. Gott wird vergessen. Die Menschen h\u00e4ngen ihren Tr\u00e4umen und Illusionen nach.\u00a0 Der Gott, der sie liebt und ihnen Wichtiges zu sagen hat &#8230; f\u00fcr den interessieren sie sich nicht mehr. Der soll doch bitte unsere religi\u00f6sen Veranstaltungen nicht mit seinen Anspr\u00fcchen st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Damals wie heute: Wenn wir Kirche, Glauben, Religion von Gott abkoppeln, ihn als Sch\u00f6pfer und Herrn vergessen, dann haben wir eine gottlose Religion &#8211; dann gilt auch uns das Donnerwetter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Wo der Hund eigentlich begraben ist. <\/i><\/b><\/p>\n<p>Und &#8230; m\u00fcssen wir uns den Schuh anziehen? Sind wir so eine Kirche, die haupts\u00e4chlich darauf schielt, von den Menschen akzeptiert zu werden, eine gesellschaftlich relevante Gr\u00f6\u00dfe zu sein und ihre Mitglieder in einer sich ver\u00e4ndernden Gesellschaft bei der Stange zu halten?<br \/>\nVersuche ich es als Pfarrer allen recht zu machen, auch auf Kosten der geistlichen Integrit\u00e4t?<br \/>\nTrauen wir uns noch, unangenehme Wahrheiten zu sagen?<br \/>\nWagen wir es, f\u00fcr christliche Glaubensinhalte einzustehen, christliche Normen und Gebote im Leben umzusetzen?<br \/>\nAls evangelische Kirche, als Pfarrer, als Christ in Wilhelmsdorf und Brunn?<br \/>\nOder halten wir lieber die Klappe, halten uns raus aus dem unappetitlichen Gesch\u00e4ft der Sozialkritik. Sagen zu Allem \u201eja und Amen\u201d, weil man es von uns so erwartet.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, Sie merken, das ist die Antwort auf die dritte Frage des Donnerwetters. <span style=\"text-decoration: underline;\">\u201eWo ist der Hund begraben?<\/span>\u201d: Genau da! Wo wir unseren Glauben, unsere \u00dcberzeugungen, unseren Gott verstecken, weil wir eine nach allen Seiten kompatible Wohlf\u00fchl-Kirche sein wollen. Das w\u00e4re der S\u00fcndenfall, vor dem wir uns h\u00fcten sollen &#8211; denn der macht uns zu einem netten, harmlosen, aber auch kraftlosen Verein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Was hier anders werden muss.<\/i><\/b><\/p>\n<p>Jeremia hat geredet und gek\u00e4mpft &#8211; aber sein Donnerwetter hat nichts bewirkt. Mit katastrophalen Folgen. Und wie ist das bei uns? Gilt das Donnerwetter Jeremias auch uns?<br \/>\nIch glaube: Wir sind keine Jerusalemer Heilspropheten, die die Stimmung im Volk stabilisieren wollen und denen Gottes Kritik an unserem Leben und unserer Welt letztlich egal ist. Aber doch sehe ich die Gewitterwolken am Horizont: Wir sollten die Augen offen halten. Damit wir unseren Glauben und unser Wunschdenken nicht durcheinander bringen.<\/p>\n<p>Unser Wunschdenken h\u00e4tte gerne eine heile Welt und einen lieben Gott, der garantiert, dass alles glatt l\u00e4uft. Aber das hat nichts mit dem wirklichen Leben, und auch nichts mit unserem Gott zu tun.<br \/>\nWir haben einen Gott, der Verhei\u00dfungen, aber auch Anspr\u00fcche an unser Leben stellt.<br \/>\nEinen, der uns keine heile Welt garantiert &#8211; aber der bei uns ist, wenn es durch d\u00fcstere Zeiten geht.<br \/>\nEin Gott, den wir mal als nah und barmherzig empfinden. Und ein andermal fern, kalt; und wir verstehen nicht, warum der Schlimmes passieren l\u00e4sst. Beide Seiten geh\u00f6ren zu unserem Gott.<\/p>\n<p>Unser Glaube ist einer, der sich an diesem Gott orientiert und nach Gott fragt &#8211; auch da, wo Fragen offen bleiben. Darum werden wir keine Kuschelkirche sein, die als Dienstleisterin allen Komfortbed\u00fcrfnissen der Menschen entgegenkommt und auf alles eine befriedigende Antwort pr\u00e4sentieren kann. Aber wir d\u00fcrfen eine Kirche sein, in der man seinen Glauben leben kann und in seinen Glauben begleitet wird. Und gerade dann, wenn das Leben nicht kuschelig ist, kann man hier bei Gott Zuflucht und Geborgenheit finden.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Jeremia 23 geht auf die Propheten von Jerusalem ein m\u00e4chtiges Donnerwetter nieder. Aber vielleicht ist es auch ein reinigendes Gewitter&#8230; Jer 23, 16-29: So spricht der HERR Zebaoth: H\u00f6rt nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! 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